Airlords of Airia kann sich derzeit über regen Zulauf an Fans aus dem Ausland freuen. Eher durch Zufall trifft Dirk Müller mit seinem Film-Projekt ins Herz der Steampunk-Szene. Die Facebook-Seite, einer der meistbesuchten Steampunk-Foren (www.facebook.com/steampunksteampunk) mit über 230.000 Fans hatte mit einem direkten Link zur Projektseite von Airlords of Airia auf Startnext die amerikanische Szene zur Unterstützung aufgerufen. Am gleichen Tag gewann die Facebook-Seite des Projektes 650 neue Fans und 10 Unterstützungen aus dem englischsprachigen Ausland gingen bei Startnext ein. Dirk Müller verrät uns im Interview, was sich hinter Steampunk eigentlich verbirgt und plaudert aus dem Projektnähkästchen.

Du ordnest dein Projekt Airlords of Airia dem Genre Steampunk zu. Was verbirgt sich dahinter?

Steampunk ist die Bezeichnung für ein junges kulturelles Phänomen, dessen Wurzeln in den futuristischen Utopien des 19. Jahrhunderts liegen. Eine Vorstellung über die Zukunft, wie sie Jules Verne und H.G. Wells und viele ihrer Zeitgenossen gehabt haben. Die aus heutiger Sicht skurril anmutenden Visionen von fantastischen dampfbetriebenen Flugmaschinen oder Hotelgebäuden auf Schienen inspirieren heute zu dem Gedankenspiel, wie sich die Welt ausgehend vom 19. Jahrhunderts ohne das Aufkommen der Elektrizität und Verbrennungsmotoren technologisch und gesellschaftlich weiterentwickelt hätte. Steampunk wird deshalb als eine Variante des Science Fiction und des Retrofuturismus angesehen. In dieser imaginären Welt werden die heutigen technischen Errungenschaften und Visionen mit der damals zur Verfügung stehenden Technik, wie Dampfmaschinen und kupferner Zahnradmechanik, neu erfunden, kombiniert mit Ästhetik des viktorianischen Zeitalters.

Auf den weltweit stattfindenden Steampunk-Veranstaltungen begegnen sich Fans in selbstgestalteten Kostümen, bei denen viktorianischer Kleidungsstil mit mechanischen Apparaturen kombiniert wird.

Bist du selbst ein Steampunker?

Ich würde mich nicht als Steampunker bezeichnen, auch wenn ich mit der Szene sympathisiere und durch mein Filmprojekt viele nette Kontakte zu ihr entstanden sind. Die Comic-Vorlage, an der sich der Film „Airlords of Airia“ orientiert, entstand 1996 in einer Zeit, in der es vermutlich noch keine nennenswerte Steampunk-Szene gab.

Als großer Science Fiction-Fan und angehender Designer bemühte ich mich eine besondere Optik für den Comic zu entwickeln. Ich fing an Jugendstil-Elemente einzubauen und Raumschiffe durch Luftschiffe zu ersetzen. Bald ähnelte diese Welt dann einem futuristischen 19. Jahrhundert. Nach der Fertigstellung beschäftigte ich mich die nächsten 15 Jahre mit völlig anderen Dingen. Als ich mich 2011 entschloss den Comic als Vorlage für einen Film zu verwenden, bin ich auf „Steampunk“ als Begriff gestoßen und die wachsende Szene aufmerksam geworden. Mir wurde erst da bewusst, dass sich mein Comic ins Steampunk-Genre einordnen lässt.

Warum widmest du dich erst jetzt der Idee, deine Zeichnungen von damals filmisch umzusetzen?

Als ich den Comic zeichnete, hatte ich tatsächlich schon an eine filmische Umsetzung gedacht. Doch 1996 war ich weder in der Filmbranche tätig, noch gab es die technischen Möglichkeiten einen solchen Film umzusetzen. Inzwischen mache ich seit 12 Jahren digitale Effekte für Film und Fernsehen.

Vor 2 Jahren wollte ich mein Präsentationsvideo (Demoreel) mit ein paar interessanten Szenen „aufpeppen“. Ich entschloss mich Szenen in Eigenregie, ohne Kundenauftrag, herzustellen. Dabei erinnerte ich mich an meine alten Comiczeichnungen und begann damit verschiede Bilder als animierte Szenen im 3D-Programm nachzubauen. Um den Szenen echtes Leben einzuhauchen fing ich an Freunde als Statisten vor Greenscreen aufzunehmen und einzusetzen. Die fertigen Szenen stießen in Freundes- und Kollegenkreis auf Begeisterung, so dass ich ermutigt wurde noch mehr Szenen herzustellen und Pläne für einen richtigen Film zu schmieden.

Du setzt den Teaser gerade mit Laiendarstellern um – kannst du uns etwas über diese Arbeit erzählen? Anekdoten? Patzer? Tolle Erfolge?

Viele der Laiendarsteller sind viel beschäftigte, berufstätige Väter und Mütter, so dass es manchmal nicht möglich war, mehrere Darsteller zu einem Termin zusammenzubekommen. So sind mehrere Darsteller, die in einer Szene scheinbar miteinander interagieren, getrennt an verschiedenen Tagen, aufgenommen worden. Dabei mussten wir besonders auf identische Lichtverhältnisse und Kamerapositionen achten. Für die Darsteller bedeutete das höchste Improvisationskunst, denn sie mussten vor einer leeren Greenscreen auch noch einen imaginären Gegenpart anspielen. Einer unserer Laiendarsteller erwies sich, wegen seiner langjährigen Erfahrung bei der Bundeswehr, als perfekte Besetzung für einen befehlshabenden Offizier und führte militärische Redewendungen ein, wie z.B.: "Auf erkannten Feind, Feuer frei!“ Der Stoff von unserer Greenscreen war von minderer Qualität, so dass sie nach jedem Auf- und Abbau leicht zerknitterte und oft von unserer Hauptdarstellerin Monika gebügelt werden musste.

Was sind für dich bisher die interessantesten Rückmeldungen aus der Community zu deinem Projekt?

Es bietet sich eine Vielzahl von Leuten an, uns freiwillig und unentgeltlich bei dem Projekt zu unterstützen. Vom Webdesigner über Musiker, Autor, Schauspieler und Menschen die einfach mit anpacken und dabei sein wollen. Viele positive Rückmeldungen beziehen sich auf die Bildästhetik einiger Filmszenen. Es gibt Anfragen ob die Szenen bei Events, wie Modeschauen und Popkonzerten, auf Leinwand eingespielt werden dürfen. Wir bekamen auch schon eine Einladung zu einem Filmfest, die wir gerne annehmen werden.

Vielen Dank für das Interview!

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