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Hatje Cantz Verlag entdeckt Crowdfunding für sich und veröffentlicht das Buch
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Hatje Cantz Verlag entdeckt Crowdfunding für sich und veröffentlicht das Buch "Hartz IV Möbel"

4 min Lesezeit

Begonnen hat die "Hartz IV Möbel"-Bewegung mit dem "24 Euro Stuhl" 2010 in Berlin, den der Architekt Van Bo Le-Mentzel in einem VHS-Kurs gebaut hat. 2 Jahre später, nach 2 erfolgreichen Crowdfunding-Projekten auf Startnext, wurde diesen Monat das "Hartz IV Möbel Buch" veröffentlicht - ein Buch, dass nicht nur von der Crowd finanziert wurde, sondern auch gemeinsam von der Crowd gestaltet wurde. Der Hatje Cantz Verlag hat das Buch auf Startnext entdeckt und sich entschieden, es in das Verlagsprogramm mit aufzunehmen. Wir haben dazu ein kurzes Interview mit Cristina Inês Steingräber, Leiterin des Verlagsbüros Berlin geführt, die das Buch auf Startnext natürlich auch selbst unterstützt hat.

Anna Theil: Wie bist du denn das erste Mal auf das "Hartz IV Möbel Buch" aufmerksam geworden?  
Cristina I. Steingräber: Zuerst bin ich über die Kuratorin Corinne Rose auf das Buch aufmerksam geworden und in der Folge durch diverse Online-Artikel zu dem Projekt, die Website ...

A.T.: Und was hat euch im nächsten Schritt dazu bewegt, das Buch in euer Verlagsprogramm aufzunehmen?
C.I.St.: Die Besonderheit des Projektes sowie die Begeisterung und Motivation Van Bos - und das in Kombination von Uneigennutz und das Interesse an anderen Menschen und ihren Bedürfnissen. Das trifft den Nerv der Zeit.

A.T.: Als ihr bekannt gegeben habt, dass ihr das Buch herausbringt, wie wurdet ihr als Verlag von der Crowd wahrgenommen?
C.I.St.: Wir haben mit der Crowd diskutiert und erklärt, was wir tun, welche Rolle wir übernehmen und was wir als Verlag für das Projekt tun können. Wie wir wahrgenommen wurden, kann ich nicht sagen - ich vermute zuerst positiv als auch negativ, weil viele in der Crowd uns nicht kannten und nicht wissen, wer wir sind und wie wir arbeiten. Bei uns läuft ja alles sehr persönlich und alle Mitarbeiter sind enorm involviert in die Projekte - wir sind Teil der Crowd, bei all unseren Projekten.
 
A.T.:  Welche Rolle spielt dabei aus eurer Verlagssicht das Crowdfunding für das Buch?  
C.I.St.: Das Crowdfunding spielt eine große Rolle für das Projekt. Wir haben einen Teil des Fundings erhalten. Der Druckkostenzuschuss von 5000 Euro - ungefähr 1/4 der Entstehungskosten des Buches - hat geholfen, das Buch so zu realisieren, wie es nun vorliegt und überall zu sehen ist. Meines Erachtens ist es auch Teil des Konzepts von Van Bo. Und für uns ist es eine neue, sehr gute Erfahrung - kulturelle, kreative Projekte werden bekannt gemacht und quasi auch "geprüft". Wenn so viel Geld von externen Sponsoren zusammenkommt, ist es auch ein Indiz für ein gutes Projekt, wie ich finde.

A.T.: In den letzten 2 Jahren hat sich ja um das Projekt "Hartz IV Möbel" eine große Community gebildet, die die Idee weitertragen. Spielt das für die Vermarktung des Buches ein Rolle?   
C.I.St.: Absolut - die Community ist fester Teil des Hartz IV Möbel-Projektes und wir reagieren auch marketingtechnisch auf das, was die Community diskutiert, postet und hinterfragt. Und natürlich ist die "Sichtbarkeit" der Hartz IV Möbel immer hilfreich und auch notwendig, das Buch über uns gut zu vertreiben.

A.T.: Mit welcher Auflage erscheint das Buch?  
C.I.St.: Wir sind super mutig mit einer Auflage von 5000 Exemplaren gestartet. Das ist für Bücher im kulturellen Bereich enorm hoch. Kunstbücher erscheinen auch durchaus mal in einer Auflage von 800 Stück. Von den 5000 Büchern hat Van Bo für die 5000 Euro Druckkostenzuschuss 800 Bücher erhalten.

A.T.: Kannst du dir vorstellen, dass ihr weitere spannende Buchideen auf Crowdfunding-Plattformen beobachtet und die ein oder andere Idee in euer Verlagsprogramm aufnehmt?   
C.I.St.: Das kann ich mir vorstellen, natürlich.

Vielen Dank für das Interview!

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