Am Mittwoch feierte das medial gut angenommene Crowdfunding-Projekt „Hotel Desire“ seine Film-Premiere in Berlin. Die Medien schreiben fleißig, was das Pressekit eben hergab, manche recherchierten auch und reicherten es mit Kritikerstimmen an ... viele reden vom Spendenprojekt. Wir fragen uns: Wieso?

Auch Startnext hat sich damals positiv zum Projekt geäußert, weil es dem Thema Crowdfunding in Deutschland und unseren Projektstartern hilft, wenn das Thema bei der Masse ankommt. Der Trick Crowdfunding mit einem „seichten“ Porno (PorNEO) zu kombinieren, hat auch funktioniert. Den Medien gefällt es – es kommt an. Mission erfüllt.

Allerdings zeigt sich auch, wie wenig die Presse offensichtlich recherchiert:

Der Stern schreibt völlig ungeniert, was da per DPA reinkommt: „Per Internet steuerten Filmfans das Geld zur Finanzierung des Erotikfilms 'Hotel Desire' bei. Am Mittwochabend feierte das erste deutsche Crowdfounding-Projekt in Berlin Premiere. Bei der sogenannten Schwarmfinanzierung brachten tausende private Geldgeber die Produktionssumme von 170.000 Euro gemeinsam auf.“

Die Passage ist von Fehlern nur so übersäht:

  • Erste deutsche Crowdfunding-Projekt – stimmt seit ca. einem Jahr nicht mehr
  • Crowdf(o)unding wird auch noch falsch geschrieben – es heißt Crowdfunding
  • Auch die 170.000€ kamen nicht vollständig aus der Crowd, lediglich 10% sollen es tatsächlich gewesen sein, damit liegt es noch unter den Einnahmen für das Film-Projekt „Bar25“

Der Spiegel-Online Artikel ist da schon eher eine Empfehlung wert, denn er bespricht auch den Anspruch und die Wirkung des Projektes.

Letztlich ist es auf jeden Fall hilfreich, die Crowdfunding-Thematik auch mit diesem Projekt hochzuhalten, denn es ist allemal Marketing und erzeugt Aufmerksamkeit. Und für alle, die in Zukunft noch Projekte auf den diversen Plattformen starten, ist es die Basis für deren Erfolg. Die Masse sollte wissen, was Crowdfunding ist.

Ist Crowdfunding das Gleiche wie Spenden?

Immer wieder führt der Begriff „Spenden“ zur Verwirrung in diesem Kontext. Wollen wir lieber einem Künstler für sein Werk Geld spenden oder ihn und sein Projekt unterstützen, damit er es realisieren kann?

Spenden bleiben altruistisch und ohne Gegenleistungen. Unterstützungen implizieren jedoch auch einen Eigennutz. Bei den "Hotel Desire"-Unterstützern ist der Eigennutz ganz klar: Man will Teil vom Projekt werden, sich Aufmerksamkeit sichern, etwas bekommen und Spaß haben. Wenn eine Spende fließt, dann will man Kindern in Not helfen, nicht zuletzt, weil man weiß, dass es einem selbst viel zu gut geht. Unser Gerechtigkeitssinn oder auch unser schlechtes Gewissen helfen der Spende auf die Sprünge. Das ist gut so – viele profitieren davon.

Künstler und Kreative wollen hingegen etwas bewegen, wollen sich ausdrücken und wollen Mitstreiter finden. Dafür braucht es Unterstützung, Ja-Sager und Mitmacher. Crowdfunding verwirklicht dieses Prinzip, deshalb ist es für die Kulturförderung eine sinnvolle und notwendige Ergänzung und ein Schritt zu mehr demokratischen Strukturen in der Förderung.

Viele Künstler haben jedoch Angst vor dem Begriff „Spende“ – sie kommen sich dann hilfsbedürftig vor, dabei wollen sie nur gemeinsam mit Fans etwas auf die Beine stellen. Ganz anders ist es auch beim Crowdfunding für Startups, bei denen es schon gar nicht mehr um Spenden geht, sondern um kalkulierte Investitionen.

Auf www.seedmatch.de wurden eben innerhalb von 60 Stunden rund 100.000€ für ein Startup beschafft. Niemand möchte dort von Spenden reden.

Es scheint daher sinnvoll die Begriffe weiter zu formen:

  • Crowddonating > Spendensammeln in/mit der Crowd > keine Gegenleistung
  • Crowdfunding > Projektgelder sammeln in/mit der Crowd > Dankeschöns erhalten
  • Crowdsponsoring > beschreibt den Prozess, wenn über Crowdfunding auch Unternehmen Geld in Projekte stecken und dafür Sponsoring-Leistungen erhalten
  • Crowdinvesting > Investmentkapital sammeln in/mit der Crowd > Beteiligung erhalten

Alle Begriffe lassen sich gut unter dem Begriff Crowdsourcing abdecken, denn die Crowd wird für das Sammeln von Geld beansprucht.

Spannend am Crowdfunding ist übrigens, dass es sich in Zukunft als das Instrument zur Wirtschaftsförderung im Bereich die Kultur- und Kreativwirtschaft anbietet.

Kurzum „Hotel Desire“ hat Crowdfunding weiter in die Öffentlichkeit getragen. Mit Spenden hat das aber nichts zu tun.

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