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Als zivilisierte Gesellschaft gehen wir mit den Ressourcen unserer Erde Ă€ußerst verschwenderisch um, dabei sind es aber nicht nur die großen Konzerne, die, wie hĂ€ufig polemisch und manchmal auch berechtigterweise dargestellt, aus Profitgier keine RĂŒcksicht auf die Umwelt nehmen. Ein jeder von uns beteiligt sich maßgeblich mit daran. Der Dokumentarfilm "Taste the Waste" stellt beispiellos die Verschwendung, eines in den EntwicklungslĂ€ndern knappen Gutes, den Nahrungsmitteln, dar und beziffert die Verschwendung pro Kopf in Deutschland auf 82 kg im Jahr. Mehr als das durchschnittliche individuelle Gewicht der deutschen Bevölkerung. Differenziert betrachtet ist diese Zahl sicher nicht, das was ein jeder von uns im Jahr in den MĂŒll wirft, aber ist auch der Anteil nicht unbedingt klein. Wie hoch er tatsĂ€chlich ist und wie bewusst man einkauft, kann ein jeder fĂŒr sich selbst ĂŒberlegen.

Dem Team um Valentin Thurn, dem Macher hinter dem Dokumentarfilm Taste the Waste, reicht das Engagement die Verschwendung aufzuzeigen nicht aus. Sie möchten Bewusstsein schaffen, den Umgang mit der Problematik stÀrken und die Menschen aktiv mit einbinden. Ihre Idee ist es eine Plattform zu erschaffen auf der sich ganz explizit mit der Vorbeugung von Lebensmittelverschwendung beschÀftigt wird.

Sebastian EngbrocksDas funktionale Konzept dahinter ist es jedem die Möglichkeit zu geben Lebensmittel, die er nicht mehr benötigt, der Gemeinschaft zur VerfĂŒgung zu stellen und gleichermaßen aus der Gemeinschaft zu partizipieren. Dieser Vorgang stellt eine Kommunikation zwischen verschiedenen Teilnehmern dar, die nicht immer direkt miteinander verbunden sind.
Um eine solche Kommunikation zu gewĂ€hrleisten bedarf es einer Art Kommunikationszentrale, die die jeweiligen Teilnehmer miteinander verbindet. Diese Aufgabe möchte das Team von Foodsharing mithilfe moderner Kommunikationsinstrumente in Form eine Internet-Plattform, die sowohl ĂŒber den Computer als auch Smartphones bedienbar ist, lösen. Diese Plattform soll nun ĂŒber Startnext durch euch mitfinanziert werden.

Wir haben Sebastian Engbrocks, dem Organisator hinter der Crowdfunding Kampagne, einige Fragen gestellt.

Mit Foodsharing, soll vor allem das Bewusstsein der Menschen mit dem Umgang von Lebensmitteln gestÀrkt werden. Meint ihr, dass geht mit einer Plattform wie der eurigen Idee entsprechend?

Wir wollen mit foodsharing ein Netzwerk schaffen,  das junge Menschen anspricht. Heutzutage kostet ein Liter Milch so wenig wie das versenden von zwei SMS. „Digital Natives“  teilen ihre Fotos online mit Freunden,  anstatt Alben zu bekleben. Wir wollen mit foodsharing den Anreiz bieten, auch Lebensmittel wieder in der Nachbarschaft zu teilen - das bedeutet mehr als Essen vor der Tonne zu retten. Das Netzwerk soll Menschen wieder wegen dem Essen zusammen bringen: wenn dabei die foodsharing App als ein Gadget dient, um sich mit dem eigenen Konsum von Lebensmitteln genauer zu beschĂ€ftigen, haben wir ein wichtiges Ziel erreicht.

Ihr hattet so einige GesprÀche mit Politikern, in deren Aufgabenbereich der behutsame Umgang mit Lebensmittelressourcen fÀllt. Welchen Anklang hat eure Idee dort gefunden?

Wir hatten die Möglichkeit im Umweltministerium von NRW unser Projekt auf deren Pressekonferenz vorzustellen, die Idee fand sehr großen Anklang. Auch wurde eine mögliche Mitfinanzierung durch das Land in Aussicht gestellt, ist aber durch den Wechsel in der Landesregierung alles wieder in der PrĂŒfung.
Ebenfalls konnten wir Ilse Aigner und dem Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) das Projekt vorstellen, das ResĂŒmee war Ă€hnlich und unsere Idee wurde gelobt und UnterstĂŒtzung in Aussicht gestellt.

Sebastian, Deutschland ist eines der LĂ€nder weltweit mit den strengsten Hygiene Regeln. So mancher Gastronom kann seine eigenen Anekdoten erzĂ€hlen. Auf eurer Facebook Seite konnte ich sehen, das die Frage nach der QualitĂ€tssicherung fĂŒr den ein oder anderen wichtig ist. Wie gedenkt ihr mit den Bedenken umzugehen?

Prinzipiell sind die Bedenken nachvollziehbar, denn kann ich jemand Fremden vertrauen? NatĂŒrlich ist hierbei unter anderem der gesunde Menschenverstand gefragt, die wichtigste Message dabei ist: Vertraut Euren Sinnen! Überzeugt Euch selbst von der Genießbarkeit, achtet weniger auf das kleingedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum. Aber auch mit stetem Wachstum der Community bilden sich Mechanismen, die das Vertrauen stĂ€rken werden. Couchsurfing funktioniert, weil die Community sich selbst sichert.
In unserer Facebook Gruppe erörtern wir diese Frage mit unser Community ganz explizit. Ein jeder kann und sollte sich daran beteiligen. Foodsharing ist fĂŒr die Menschen, also sollen sie mitbestimmen, welchen Mechanismen sie vertrauen.

Derzeit seid ihr dabei eure Community in der Foodsharing Facebook Gruppe aktiv mit einzubinden und stimmt sogar mit Ihnen die zukĂŒnftige Organisationsstruktur von foodsharing ab. Warum tut ihr das?

Wie eben gesagt, Foodsharing ist fĂŒr die Menschen. Wir möchten uns mit diesem Projekt nicht ökonomisieren. Unser Wunsch ist es, foodsharing ĂŒber Crowdfunding realisiert zu sehen. Denn genau das ist die StĂ€rke von diesem Graswurzel-Projekt: Wir sind nicht abhĂ€ngig von den BedenkentrĂ€gern aus den Rechtsabteilungen von Ministerien oder Unternehmen. Wir wollen gemeinsam mit der Community Tatsachen schaffen. Dazu gehört auch die Frage in welche Verantwortlichkeit und Organisationsstruktur es, im Fall der Realisierung, gehen soll.
Derzeit eruieren wir in unserer Facebook Gruppe die Möglichkeiten, ob wir einen Verein grĂŒnden sollten. Jeder kann sich daran beteiligen. Das verstehen wir als demokratischen Prozess.

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