Mutige gestalten die Zukunft
Von der FIFA, der Klimaneutralität und dem Keinachtsbaum®
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Von der FIFA, der Klimaneutralität und dem Keinachtsbaum®

02.12.22
4 min Lesezeit

Wir bei Startnext glauben an nachhaltige Produktionsmuster statt an konventionelle, ressourcenvernichtende Produktionen mit kompensierenden Klimazertifikaten. Die Projekte, die über die Crowd finanziert werden, teilen diese Werte.

Wenn es etwas gibt, das gerade für hitzige Diskussionen um den Adventskranz herum führt, dann die WM in Qatar und ihr Auftraggeber, die FIFA. Nun ist Deutschland raus, aber ein Vorwurf der bleibt und der nicht nur die FIFA trifft, den sie uns aber kristallklar vor Augen führt, ist die ewige Augenwischerei mit der Klimaneutralität. Denn eines kann kein Stammtisch der Welt wegdiskutieren: Diese WM in Qatar ist nicht klimaneutral. Verbrauchertäuschung wirft der vzbv, der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., dem Weltfußballverband FIFA vor und mahnt ihn ab. Aussagen wie „vollständig klimaneutrales Turnier“ seien irreführend. Das Problem ist: Der Begriff ist nicht gesetzlich definiert und so werden Forderungen nach mehr Verbraucherschutz in der Kommunikation rund um Klimaneutralität immer lauter. Eine neue EU-Richtlinie soll dem ein Ende setzen. Das SINUS-Institut hat kürzlich 1.000 Verbraucher:innen im Alter von 18 bis 69 Jahren gefragt, was sie sich unter dem Werbeclaim “klimaneutral” vorstellen. Lediglich 13% war klar, dass dies nur bedeutet, dass die Emissionen, die zum Bau, zur Produktion, für den Transport, benötigt wurden, kompensiert, das heißt Minderungszertifikate aus weltweiten Klimaschutzprojekten gekauft, werden. Der richtige, klimafreundliche Ansatz wäre aber: Emissionen identifizieren, da wo möglich reduzieren, substituieren und nur das, was wirklich danach noch bleibt, kompensieren. Von Reduktion kann bei dieser WM wirklich keine Rede sein. 


Richtig sichtbar wird das Dilemma, wenn wir auf das Thema Bäume schauen, denn viele dieser Minderungszertifikate investieren in den Anbau von Bäumen als Klimaausgleich. Mit Bäumen das Klima zu schützen, diese Idee ist simpel und plausibel: Bäume speichern im Rahmen der Fotosynthese Kohlenstoff in ihren Wurzeln und geben Sauerstoff wieder in die Atmosphäre ab. So können sie das klimaschädliche Kohlendioxid neutralisieren. 

Bäumepflanzen für das Klima ist aber nur dann sinnvoll, wenn gleichzeitig der Schutz bestehender Wälder vorangetrieben wird und wir Aufforstung nicht als Freifahrtschein begreifen, weiterhin derart viel CO2 zu emittieren. Denn besser als jeder neugepflanzte Baum ist der Baum, den wir erhalten.  


Jetzt steht Weihnachten vor der Tür und das bedeutet: zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume werden – laut einer Schätzung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) aus dem Jahr 2020 – abgeholzt und in heimischen Wohnzimmern aufgestellt. Anfang Januar landen sie dann alle auf der Straße und werden zu Müll. Die meisten Weihnachtsbäume stammen aus eigens angelegten Weihnachtsbaumkulturen, wo heftig gespritzt und gedüngt wird. Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln.  


Wir bei Startnext glauben an nachhaltige Produktionsmuster statt an konventionelle, ressourcenvernichtende Produktionen mit kompensierenden Klimazertifikaten. Die Projekte, die über die Crowd finanziert werden, teilen diese Werte. Eines dieser Projekte ist der Keinachtsbaum®. Ein raffiniert geschnitztes Stück Holz, in das Tannengeäst gesetzt werden kann, so dass, ganz im Sinne von Pettersen und Findus, ein nachhaltiger Weihnachtsbaum für jedes Jahr entsteht. Mit jedem Jahr, in dem du den Keinachtsbaum® aufstellst, wird ein Weihnachtsbaum im Wald gespart. Lasst uns zusammen Bäume bewahren, statt sie abzuholen und neue zu pflanzen! 500 Keinachtsbäume gibt es bei uns im Pop-up der Mutigen und das Beste ist: Das Tannengrün wird direkt mitgeliefert. Das wächst nämlich jedes Jahr neu nach, im Gegensatz zum Baum. Bist du dabei, beim Keinachtsbaum®? 

Die ganze Geschichte dahinter erzählt euch Nico, der Gründer in unserer neuesten Launch Day Show


Viel Spaß damit und eine zauberhafte Adventszeit wünsche ich euch! 

LOVE, Thekla

 

 

 

 

 

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.nrw

https://www.ardalpha.de/

https://www.oekotest.de/


 

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Zeit für ein Comeback?
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Zeit für ein Comeback?

15.11.22
3 min Lesezeit

Wir sind nicht nur die Plattform, auf der Ideen getestet werden, auf Startnext können Ideen auch ausgefeilt, weitergedacht oder wieder aufgepäppelt werden.

Vor acht Jahren haben fünf junge Menschen nach einem weinseligen Abendessen mit vollem Mülleimer, einen Wunsch gehabt. Weniger Müll wollten sie und gründeten “Original Unverpackt”, einen Supermarkt für unverpackte Lebensmittel. Damit wurden Milena Glimbovski und ihr Team zu Starterinnen auf Startnext. Hier auf der Plattform sind diese Ideen, von denen erst einmal nicht klar ist, wie sehr die Welt darauf gewartet hat, genau richtig. Hier wird getestet und erfolgreich ist, was von der Crowd als gut befunden wird. 

Die Welt war sehr bereit für dieses Unterfangen und die Vorreiterinnen sammelten mehr als 100.000 Euro ein. Nicht nur das, sie lösten einen regelrechten Unverpackt-Hype aus und nach und nach eröffneten immer mehr Unverpackt-Läden, viele davon mithilfe der Crowd auf Startnext!  

Dieser Tage erreicht uns die traurige Nachricht, dass alle zwei Wochen ein Unverpackt-Laden schließt. Und auch “Original Unverpackt” musste Insolvenz anmelden. Zu hart sind die Zeiten, die Menschen halten ihr Geld zusammen, die Discounter boomen und die Purpose-Geschäfte gehen durchs tiefe Tal.  


Und hier möchte ich erneut Startnext ins Spiel bringen! Denn, Baby, come back! Wir sind nicht nur die Plattform, auf der Ideen getestet werden, auf Startnext können Ideen auch ausgefeilt, weitergedacht oder wieder aufgepäppelt werden. “Original Unverpackt” hat eine neue Besitzerin und diese hat gerade ihr “Save Original Unverpackt”-Crowdfunding gestartet.  

Es tummeln sich durchaus noch weitere Wiederholungsstarter:innen auf unserer Plattform: Musiker:innen, die mehrere Platten über die Crowd finanziert haben, Magazine mit verschiedenen Auflagen oder Waldemar Zeiler und Philip Siefer, die erst vegane Kondome und dann Town-Hall-Meetings (Stichwort: Olympiastadion) erfolgreich anboten. Was ich sagen will: Kommt zurück!  

Die erste Kollektion deines nachhaltigen Modelabels hast du über die Crowd finanziert? Fantastisch! Wie wäre es mit einer Pre-Order für die nächste Kollektion? Dein Zero-Waste-Bier ist jetzt das Ding in deiner Community? Vielleicht ist es Zeit für eine eigene Bar? Ich könnte jetzt ewig so weiter machen, aber ihr wisst es ja, Ideen haben wir alle genug. Umsetzen könnt ihr sie mit Startnext!  

Oder wie Britney sagen würde: Oops, I did it again.  


Was für eine Vielfalt an fabelhaften Projekten bereits auf Startnext gestartet ist, siehst du übrigens in unserem Pop-up der Mutigen. Da kannst du die Produkte auch direkt bestellen. Elf Prozent des Umsatzes gehen direkt in unseren SDG-Fördertopf. SDGs, das sind die Sustainable Development Goals, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Projekte, die mit ihrer Arbeit darauf einzahlen, können aus dem Topf gefördert werden. Den Topf füllen, das tun wir alle gemeinsam!  

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Corona, Klima-Krise, Lieferketten-Krise, Krieg, Energie-Krise, Inflation – Wie kann ich es schaffen, mutig und klug zu entscheiden?
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Corona, Klima-Krise, Lieferketten-Krise, Krieg, Energie-Krise, Inflation – Wie kann ich es schaffen, mutig und klug zu entscheiden?

Denis Bartelt
29.09.22
5 min Lesezeit

Ich brauche nicht weit ausschweifen, die oben genannten Gründe machen auch vor dem Team von Startnext und mir persönlich nicht halt.

Startnext ist insbesondere in den Jahren 2020 und 2021 gewachsen, auch weil die Krisen zu mehr sozialem Zusammenhalt und Unterstützung geführt haben. Wir konnten als unbürokratische, schnelle und partizipative Lösung einen wichtigen Teil für viele Menschen beitragen. Als große Ankerpunkte bleiben uns die Corona-Hilfsaktion mit über 15 Mio. € und der Flutwein mit allein über 4.5 Mio. € in Erinnerung.

Dieses Wachstum lässt sich unter den aktuellen Eindrücken nicht fortschreiben. Auch jetzt starten wertvolle und für die Zukunft unerlässliche Projekte. Viele kommen mit neuen Ideen und Mut aus den Corona-Jahren wieder. Viele Mutige wollen genau jetzt loslegen und tun dies auch.

Die Ideen auf Startnext werden feministischer, sozialer und beschäftigen sich z.B. mit der Klima-Krise. Das sind Ideen und Projekte auf die wir nicht verzichten wollen, als Startnext-Team und als Gesellschaft.

Genau jetzt als Konsument:in gute und mutige Entscheidungen zu treffen, ist nicht einfach. Wir haben als Hilfsmittel dafür die Kategorisierung entsprechend der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) eingeführt und das „Pop-up der Mutigen“ gelaunched, weil es so möglich wird herausragende und nachhaltige Lösungen sichtbar zu machen. Erstmals erscheinen diese Startnext-Projekte auf einer gemeinsamen Bühne. Es verbindet sie mehr als nur der Produktnutzen.

Wir wünschen uns von unseren Nutzer:innen und allen, die diese Produkte kaufen, positiven Aktivismus unterm Weihnachtsbaum.

Der Reflex vieler Menschen in Anbetracht der Krise, so scheint es mir, ist zurückzukehren zu alten Mustern, zum Beispiel beim Kaufverhalten und beim Klimaschutz. Mir geht dies auch so. Ich muss an Dingen sparen, an denen ich nicht sparen will oder sollte. Mutig erscheint mir in diesem Moment, dennoch über jede Entscheidung bewusst zu reflektieren. Ich werde Entscheidungen treffen müssen, mit denen ich spare, damit ich meine Energiekosten decken kann. Ich kann versuchen dies so zu gestalten, dass diese Entscheidungen eher durch Verzicht getragen werden, als durch Dumpingpreise. Das bleibt kompliziert und jede Entscheidung erfordert Mut im Einzelnen.

Auch Startnext muss bewusst mit seinen Ressourcen umgehen und die Teamgröße und die aktuelle Marktsituation aufeinander abgleichen. Wir beobachten seit Anfang des Jahres Zurückhaltung auf mehreren Seiten, wenn es um Neugründungen und Soziale Innovationen geht und reagieren darauf jetzt mit der Verkleinerung des Teams um ein Drittel. Das verringert für einige Zeit unsere Geschwindigkeit beim Innovieren, sichert aber das Werkzeug Crowdfunding als freies, partzipiatives Mittel zur Finanzierung von Ideen in Deutschland.

Ein Drittel der wertvollen und wichtigen Belegschaft zu entlassen, ist womöglich die schwerste Entscheidung, die wir, Tino und ich als Gründer in der 12-jährigen Geschichte treffen mussten.

Neben dem, dass wir Startnext ohne Investor:innen und Gewinnentnahme betreiben, uns als Sozialunternehmen verstehen und für die neue Rechtsform „Gesellschaft in Verantwortungseigentum“ einsetzen.

Viele Gefühle gehen uns durch den Körper. Viele Biases, die gesellschaftlich geprägt sind, sind mit dabei. Wie entscheiden wir eigentlich, wer geht? Das sind Prozesse und Gedanken, die wir seit einiger Zeit wälzen. In unserem Unternehmen sind die Kennzahlen transparent, die Mitarbeitenden können mit uns die Marktentwicklung beobachten und an Lösungen arbeiten.

Die Projekte auf Startnext spiegeln unverblümt die gesellschaftliche Lage und Meta-Trends. 

Kurzfristig können wir keine entscheidenden wirtschaftlichen Veränderungen erkennen, was zu unserer Entscheidung führen musste. Das Unternehmen soll gesund sein und bleiben – auch in der Krise. Wir schließen es weiterhin aus, Stimm- und Gewinnbezugsrechte nach klassischem Muster zu verkaufen. Für einige Investoren ist genau diese Zeit hilfreich, sich günstig an Unternehmen zu beteiligen oder diese zu Übernehmen. Wir sehen die unternehmerische Vielfalt zu Gunsten von großen Konzernen schwinden, wenn nicht Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung den Trend stoppen.

Die Entscheidung ein Drittel der Mitarbeitenden zu entlassen, haben wir als Gründer diesmal selbst getroffen, auch wenn wir die Last gerne geteilt hätten. Es erschien uns diesmal wichtiger den Schalter schnell und klar umzulegen. Für andere Modelle fehlte uns die Praxis, die Team-Kultur und sicher auch der Mut. Wichtig ist jetzt, dass wir mit dem Team aus 19 Kolleg:innen weiter aktiv an der Gestaltung der Zukunft arbeiten können.

Unseren Weg zum nächsthöheren Berglager auf dem Weg unserer unternehmerischen Reise erreichen wir diesmal nicht. Wir sind zurück auf dem Weg zum Basislager, werden dort unsere Wunden lecken, uns heilen und neuen Mut fassen.

So geht es sicher auch vielen unserer Starter:innen. Wir leben gerade in einer Zeit, in der es besonders wichtig ist, die zu unterstützen, die besonders mutig sind, die sich trotzdem hervorwagen und ihre Ziele unbeirrt verfolgen. Diese Menschen wollen wir weiterhin feiern, jetzt eben vom Basislager aus.

Ihr findet sie alle hier auf Startnext.

An die Kolleg:innen, die gehen mussten: Eure Reise geht weiter. Wir unterstützen euch dabei. Euer halt bei uns war bereichernd und unheimlich wertvoll. Ich bin dankbar für die Zeit, in der wir miteinander arbeiten konnten. Ich wünsche euch sinnstiftende neue Jobs und viel Erfolg. Reduziert eure Ansprüche nicht, fordert ein, was gut für alle ist.

Ich bin noch die Antwort auf die Frage schuldig: 
Wie kann ich es schaffen, mutig und klug zu entscheiden?

Sie lautet:
Trainieren.

Denis

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The Whole World Is Our Playground
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The Whole World Is Our Playground

25.07.22
3 min Lesezeit

Hier bei uns bei Startnext dreht sich in den nächsten Wochen alles um das Thema “Playground”. Wir nehmen den sommerlichen Schwung, die Leichtigkeit und die Lust auf Handstand im Meer mit, um dem zweiten Halbjahr mit viel Kreativität zu begegnen.

Die aktuellen und vergangenen Krisen haben ihre Spuren hinterlassen und kosten auch heute noch viel Kraft, einmal ganz abgesehen davon, dass niemand weiß, was die Zukunft bringt und was in den nächsten Monaten noch auf uns zu kommt.  

Da lohnt es sich, die eigene Resilienzfähigkeit zu stärken. 

Ein entscheidender Future Skill dafür ist ein kreatives Mindset. Kreatives Arbeiten wird von Wissenschaftlern als eine der Gemeinsamkeiten erfolgreicher Gründer:innen angesehen. Kreativität, also die Fähigkeit eines Individuums, neuartige Ideen zu generieren und neue Produkte und Lösungen zu erschaffen, ist ein komplexes und wichtiges Handwerk, das Gründer:innen bei der Bewältigung von Dilemmata wie einem hart umkämpften Marktumfeld oder einem sich ständig verändernder Markt hilft. Kreativität treibt innovative Aktivitäten in Unternehmen voran und gilt dabei als unschlagbare Innovationsquelle und obendrein sind kreative Führungskräfte besser darin, ihr Team zu ermutigen und im Entfalten der eigenen Talente und Leistungen zu unterstützen.  

Denn jede:r von uns trägt einen kreativen Anteil in sich. Die einen können schneller darauf zurückgreifen, sprudeln gar tagtäglich über vor neuen Ideen und sind kaum zu stoppen. Bei anderen mag die Kreativität verbuddelt sein unter Plänen, Perfektionsansprüchen oder Selbstzweifeln. Darum gilt für uns das Konzept “Playground”: Lasst uns buddeln, nach all den kreativen Anteilen in uns und Burgen bauen aus Ideen, um dann mit unserem Innovationsgeist die längsten Rutschen runterzurasen. Ganz egal, ob uns unten jemand auffängt oder wir mit dem Po im Sand landen.  


Für uns bedeutet das konkret: Wir führen Nachhaltigkeitsziele auf unserer Plattform ein und wir wollen mit euch zusammen den Fördertopf für eine nachhaltigen Zukunft aufbauen. Dazu verraten wir euch an dieser Stelle ganz bald noch mehr! Wir haben eines neues Show-Format entwickelt, das euch feinstes Starter:innen Infotainment direkt ins Wohnzimmer bringt. Und Startnext erstrahlt auch visuell in neuem Glanz, vielleicht habt ihr es an der einen oder anderen Stelle schon entdeckt... 

Zwei Stichworte möchte ich dir auf jeden Fall noch mit auf den Weg geben: Optimismus und Unabhängigkeit! Optimismus, weil er uns hilft, unsere Grenzen zu sprengen, neue Wege zu gehen und mutig zu sein – Unabhängigkeit, weil sie uns hilft, nicht über die Meinungen anderer, Konventionen oder Soll/Ist-Abgleiche nachzudenken und wir stattdessen unserer Kreativität freien Lauf lassen und uns selbst neu entdecken können.  


Oder wie Peter Doherty so schön singt: The Whole World Is Our Playground.  



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Startnext geht live - für dich & deinen Crowdfunding Erfolg!
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Startnext geht live - für dich & deinen Crowdfunding Erfolg!

30.06.22
4 min Lesezeit

Ein erfolgreiches Crowdfunding ist ein bunter Blumenstrauß aus visionären Gründer:innen, einer authentischen Story und einer inspirierten Crowd.

Alles beginnt mit einer Idee, die vielleicht über Jahre gereift ist, oder aus dem berühmten Schnapsglas entwachsen. Die Vision ist mal größer und mal kleiner, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie erfordern von ihren Gründer:innen Mut zum Sprung ins kalte Wasser. Mal vom Einer, mal vom Fünfer, mal vom Zehn-Meter Turm. Denn jedes Projekt ist anders. 

Wir, hier bei Startnext, fragen uns natürlich immer wieder, wie wir Gründer:innen bei diesem Potpourri bestmöglich unterstützen können. Immerhin blicken wir auf mehr als 13.500 erfolgreiche Projekte auf unserer Plattform zurück, prall gefüllt mit Learnings, die wir gerne teilen wollen.  

Wir haben lange getüftelt, experimentiert, Ideen verworfen oder wieder aufgegriffen und jetzt stehen sie, unsere drei Live-Formate, mit denen wir die Gründer:innen und ihre Projekte bereit fürs Scheinwerferlicht machen! 


In unserer Academy lernt ihr alles, was ihr zur erfolgreichen Umsetzung braucht. 

Beim Pitch Day könnt ihr euer Projekt vorstellen und euch mit anderen Starter:innen vernetzen. Es gibt Feedback vom Team oder Gastjuror:innen zu eurem Pitch, damit ihr weiter lernen könnt, so lange bis alles hieb und pitchfest sitzt und ihr perfekt vorbereitet seid für das...





...große Finale: Der Launch Day, unser Community Highlight! Ein Tag, an dem viele Startende gemeinsam loslegen. Ihr als Starter:innen kennt euch vielleicht schon aus der Academy oder vom Pitch Day und auch wir konnten schon einen Einblick in eure Projekte gewinnen, sodass alle gemeinsam richtig Buzz auf die Starts bringen können! Der Launch Day findet ab jetzt immer am ersten Donnerstag im Monat statt. Ihr steht mit eurem Projekt in den Startlöchern? Dann meldet euch jetzt hier an! 


Am Abend, bei unserer Die Launch Day Show könnt ihr noch einmal die Chance nutzen und ein zusätzliches Cofunding gewinnen.   

Ihr plant (grad) gar kein Projekt? Auch gut! Denn für alle Unterstützer:innen bedeutet der Launch Day mit der Die Launch Day Show feinste Unterhaltung, inklusive toller Überraschungsgäst:innen und einen Blick in die Zauberkugel, was Trends mit Impact angeht. Denn nirgendwo bekommt ihr so viel geballte, sinnstiftende Gründer:innen-Power wie hier.  


Wir freuen uns auf euch!  

 

 



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Aktivismus ist gesund.
Team

Aktivismus ist gesund.

25.05.22
2 min Lesezeit

“Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein”, sagte wohl einst Voltaire. Wir würden dem hinzufügen: Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, haben wir beschlossen aktivistisch zu sein.

Vor ein paar Wochen habe ich die Rolle der Kommunikationsstrategin hier bei Startnext übernommen und das in einer Zeit, in der nichts ferner und doch gleichzeitig näher lag, als zu gründen oder in unserem Fall, Gründer:innen bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ferner, weil wir uns mitten in der Klimakrise und nach zwei Jahren Covid-19, jetzt mit der Realität des Krieges in Europa konfrontiert sehen und die damit verbunden Ängste und Unsicherheiten zu einem Gefühl der Handlungsunfähigkeit führen. Und näher, weil alle diese Krisen nach Lösungen schreien, nach Gemeinschaft, Verbundenheit und Wandel. Unter Aktivist:innen ist es längst kein Geheimnis mehr: Aktivismus hält gesund. 

Eine im Januar veröffentlichte Studie, in der 284 Student:innen im Alter von 18-35 Jahren in den USA befragt wurden, wies nach, dass kollektiver Aktionismus psychische Symptome von “Climate Anxiety”, der sogenannten Klima Angst, mildern kann. Climate Anxiety kann Verhaltensreaktionen, wie anhaltende Sorgen, psychische Belastungen oder Schlafstörungen, mit sich bringen. Es kann auch zu funktionellen Beeinträchtigungen kommen, weil es den Betroffenen schwerfällt, sich auf Arbeit, Schule oder Beziehungen zu konzentrieren - vor lauter Zukunftsangst. All dies sind Symptome, die viele von uns auch seit dem Morgen des 24.02.2022 verspüren, als Wladimir Putin seine Truppen in die Ukraine einmarschieren ließ.  

Angesichts solcher Nachrichten aktiv zu werden, ist ein hervorragender Weg, um Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen und Handlungsfähigkeit aufzubauen. Die Forschung zeigt, dass Aktivismus vor Gefühlen der Hoffnungslosigkeit im Kontext überwältigender Umstände schützt und die Teilnahme an kollektivem Handeln auch zu Gefühlen der Ermächtigung und sozialen Unterstützung führt. All dies wiederum ist zuträglich für die psychische Gesundheit. Besonders stark ist der Effekt im gemeinschaftlichen Aktionismus – im Vergleich zum individuellen Aktivismus. Gemeinsam sind wir stark. Dazu passt auch, dass die erfolgreichsten Start-ups die sind, hinter denen ein Gründer:innen-Doppelpack steht. 


Zeiten der Krisen sind also nicht die Zeiten, in denen wir uns die Decke über den Kopf ziehen und uns stillschweigend unserem Schicksal ergeben sollten sondern es sind die perfekten Momente für kollektiven Aktionismus. Und darum rufen wir auf: Vereint euch, kommt zusammen, gründet!  



Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 3/3 - Die individuelle Perspektive auf Werte - Der Blick nach Innen
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Beitrag 3/3 - Die individuelle Perspektive auf Werte - Der Blick nach Innen

Lilli Landmann
25.03.22
7 min Lesezeit

Warum kann es eine gute Beschäftigung sein, wenn du dich mit deinen eigenen Werten auseinandersetzt? Wie kannst du deinen inneren Kompass lesen und ihm folgen lernen? Und wie kannst du über Nichtwissen kommunizieren?

Warum kann es eine gute Beschäftigung sein, wenn du dich mit deinen eigenen Werten auseinandersetzt?

Wie du im ersten Beitrag zum Thema Werte nachlesen kannst, ist dein eigenes Wertevermögen dein persönlicher Kompass. Diesen inneren Kompass lesen und diesem folgen zu können hat zwei, wie ich finde, unbestechliche Vorteile:

  • Deinen inneren Kompass zu kennen, gibt dir einen Sinn im Leben.
  • Deinem inneren Kompass zu folgen, heißt, dass du dich frei fühlst.

Wie kannst du deinen inneren Kompass lesen lernen?

Die Werte, die dich ausmachen, kannst du durch Ausschlussverfahren, also dem was sie nicht sind, erkennen. Sie sind zum Beispiel nicht an Situationen oder Handlungen geknüpft. Sie unterscheiden sich dadurch von Normen. Normen sind kollektiv. Wenn du dich nicht an Normen hältst, wirst du zum Beispiel gesellschaftlich bestraft oder ausgegrenzt. Wenn du fleißig bist, frage dich, ob es einen gesellschaftlichen Nach- oder Vorteil für dich hat, nicht fleißig zu sein. Und wenn ja, dann frage dich, ob dieser gesellschaftliche Nachteil dich davon abhält diesem Wert zu folgen oder du den Vorteil für dich nutzen möchtest. Wenn ja, dann ist dieser Wert nicht Teil deines inneren Kompasses, sondern ein Wert, der dich von außen zieht.

Dein Wertevermögen ist deine innere Quelle und du kannst sie kennenlernen, indem du dich nach Innen wendest. 

Dass es Antworten gibt, die aus deinem Innern kommen, erscheint in der heutigen Gesellschaft ein streng gehütetes Geheimnis. Es wird nicht als normale menschliche Fähigkeit betrachtet. Und weil sie nicht kultiviert wird, ist sie vielen Menschen nicht zugänglich.1

Hier komme ich an die Grenzen dessen, was der Verstand als rational versteht.

Wenn du also gerade merkst, dass dein Verstand sich zu sehr ins Verstehen-Wollen beißt, gehe wie folgt vor: Halte inne, schließe für einen Moment die Augen, atme tief durch und lass das Verstehen-Wollen los. Lass zu, dass in dir alles eine Ebene tiefer sinkt und beobachte, ob es eine Resonanz jenseits des Verstandes gibt.

Dieser Moment ist ein Hinweis darauf, dass du einen inneren Kompass hast und du ihn kennenlernen kannst, wenn du magst.

Wie kannst du deinem inneren Kompass folgen?

Das weiß ich nicht. 


„Ansichten fühlen sich nur entweder „richtig“ oder „falsch“ an. Bewusste Ignoranz - die Einsicht, etwas nicht zu wissen - hat keinen Platz in unserer Gefühlswelt. Wir wissen nicht wie sich das Nichtwissen anfühlt. Darum sind wir besser im Theorien erfinden als im Zugeben unserer Ignoranz.“2

Deswegen erfinde ich hier keine Theorie und überlasse dich und mich dem Nichtwissen, dem Ort zwischen zwei Ansichten.

Und gehe über zu der Frage:

Und wie kannst du über Nichtwissen kommunizieren?

Im Team Öffentlichkeitsarbeit haben wir mit der Dragon Dreaming Methode gemeinsam darüber geträumt, was und wie wir über Werte kommunizieren wollen. Dabei entstand die Idee der Wertetiere.

Die Wertetiere sind semantische Bilder. Dabei zeigen die Bilder Tiere, denen Eigenschaften zugeschrieben werden, die diesen Wert symbolisieren.

Die Idee der Wertetiere geht die Herausforderung an miteinander über Werte zu kommunizieren. Es ist schwer zu erkennen, ob du und ich zum Beispiel über den gleichen Mut sprechen. Also können die Wertetiere dafür eingesetzt werden, uns gegenseitig ein Bild von dem zu vermitteln, was du und ich jeweils meinen, wenn wir über Mut sprechen.

Ich gehe dabei von zwei Annahmen aus:

  1. Es gibt viele Antworten darauf, welches Tier für einen Wert stehen kann.
  2. Die Frage ist nicht "Bist du mutig?" sondern "Was ist Mut für dich?“.

Es ist also eine spielerische Annäherung an das Thema Werte entstanden: Ein Entweder-Oder-Spiel. Mit den Antworten und vielleicht daraus entstehenden Debatten kannst du ein Bild von dir und deinem Umfeld bekommen.

Du fängst an.

Bist du mutig wie ein Honigdachs oder eine Schildkröte?

Ein Honigdachs ist mutig, weil er gegen Löwen kämpft und obwohl er viel kleiner ist dabei auch gewinnt.

Eine Schildkröte ist mutig, weil sie ihre Nachkommen allein sich selbst überlässt und damit als Spezies schon Millionen Jahre auf der Erde lebt. Mit ihrem Schutzpanzer geht sie einfach ihren Weg und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen.


Bist du transparent wie eine Qualle oder eine Schnecke?

Es ist leicht zu sehen woraus eine Qualle besteht und sie schützt diese Informationen kaum.

Eine Schnecke zeigt dir durch ihre schön glitzernde Spur, genau wo sie lang gegangen ist.



Bist du kreativ wie ein Borkenkäfer oder ein Krake?

Ein Borkenkäfer ritzt in seinem Borkenfutterflow wunderschöne Muster in das Innere einer Rinde. Das so entstehende Kunstwerk ist der ergebnisoffene Effekt seines Lebenssinns.

Ein Krake ist als Weichtier hochverletzlich und hochinnovativ, wenn es darum geht plötzliche Gefahrensituationen zu lösen. Er baut sich zum Beispiel in Sekundenschnelle ein Schutzschild aus herumliegenden Steinen, Muscheln und Müll.


Bist du spaßig wie ein Kuckuck oder ein Katzenbaby?

Der Spaßvogel Kuckuck macht es sich leicht im Leben und legt seine Eier in andere Nester. Er genießt sein Leben weiter und die neuen Eltern sind leicht verwundert über das eine übergroße Kind.

Ein Katzenbaby ist in seinem ganzen Sein Spass. Es tollt herum, interessiert sich für alles, schläft überall, sieht entzückend aus und erweckt durch seine Anwesenheit gefühlvolle Wallungen.


Bist du vielfältig wie ein Chamäleon oder ein Schmetterling?

Ein Chamäleon meistert nahezu magisch, die optische Verwandlung und kann sich damit vielen Umgebungen jederzeit anpassen.

Ein Schmetterling durchläuft drei Perspektiven im Laufe seines Lebens. Die gemächliche, am Boden verhaftete Raupe. Die meditierende sich im Innen wandelnde Puppe. Der leichte Schmetterling, der die Welt von oben sieht.


Bist du verantwortungsvoll wie ein Papagei oder eine Biene?

Ein Papagei antwortet gerne und wiederholt mit großer Verantwortung das Gesagte. Er trägt damit Inhalte unverfälscht und loyal weiter.

Eine Biene kennt ihre Rolle genau und stellt sie nie in Frage. Sie erfüllt ihre Aufgaben mit vollem Einsatz bis in den Tod hinein.


Ich fühle mich gerade in diesem Moment mutig wie eine Schildkröte, transparent wie eine Schnecke, kreativ wie ein Borkenkäfer, spaßig wie ein Katzenbaby, vielfältig wie ein Schmetterling und verantwortungsvoll wie eine Biene. 

Ende


Quellen:

Das innere Navi - Vivian Dittmar 

Die Kunst des klugen Handelns - Rolf Dobelli

Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 2/3 - Die kollektive Perspektive auf Werte - Der Blick um dich herum
Startnext News

Beitrag 2/3 - Die kollektive Perspektive auf Werte - Der Blick um dich herum

Lilli Landmann
18.03.22
6 min Lesezeit

Was sind kollektive Werte? An welchen orientiert sich Startnext? Und wie sieht das woanders aus?

Im vorangegangen Beitrag 1 der 3er Reihe zum Thema Werte ging es ausgehend von einer grundlegenden Annäherung an das universelle Konzept “Wert”, über eine Beziehungsanalyse zwischen Wert und Sozialunternehmertum und der Aufklärung eines Missverständnisses, hin zum angewandten Gedankenspiel, wo das Entwicklungsquadrat vorgestellt wurde. Die Grundannahme des Entwicklungsquadrats, dass jeder Wert positiv ist und genauso jeder Wert übertrieben werden und damit eine destruktive Wirkung entfalten kann, werde ich auch in diesem Beitrag anwenden. Die gute Nachricht ist: Jede Übertreibung kann durch ein positives Gegenüber ausgeglichen werden. 

Was sind kollektive Werte?

Kollektive Werte sind die Orientierungspunkte und Verhaltensmuster einer Gemeinschaft, oft einer Glaubensgemeinschaft. Kollektive Werte werden durch Glaubenssätze sichtbar.

Glaubenssätze sind bestimmte Annahmen über die Welt, an die du eher unbewusst als bewusst glaubst, wobei du innerlich davon überzeugt bist, dass diese Annahmen wahr sind.1

Ein Kollektiv kannst du in Mikrogemeinschaften einteilen, die sich in ihren Glaubenssätzen und Werten unterscheiden können: z.B. Familie, Freundeskreis, Gesellschaft, Arbeit, Schule und aus meiner Perspektive seit diesem Jahrtausend die digitalen Communities und Plattformen.

Die Glaubenssätze, die aus den kollektiven Werten entstehen, können negativen und positiven Einfluss haben. So wie ich das aktuell verstehe, werden Glaubenssätze destruktiv, wenn sie auf einem Wert beruhen, der kollektiv übertrieben wird und keinen kulturellen Ausgleich hat.

Zum Beispiel kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sagen, dass die Gemeinschaften, in denen ich aufgewachsen bin - die DDR als Gesellschaft, meine Familie und die Schule - mich unter Anderem in diesen Glaubenssätzen geprägt haben:

  • „Ohne Fleiß kein Preis.“
  • „Wer A sagt, muss auch B sagen.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ 

Die zu Grunde liegenden Werte Fleiß, Strenge und Leistung sind nach wie vor Teil der deutschen Gemeinschaften, in denen ich heute lebe, und sie werden nach wie vor übertrieben. Als Ausgleich stelle ich z.B. die positiven Gegenwerte Gelassenheit, Flexibilität und Mut gegenüber, auch wenn das von den Übertreiber:innen häufig nicht als konstruktiv interpretiert wird.

Die kollektiven Werte um dich herum kannst du z.B. mit folgenden Fragen reflektieren: 

  • Mit welchen Glaubenssätzen bist du aufgewachsen und auf welchen Werten fußen sie?
  • Von welchen Werten und Glaubenssätzen bist du jetzt umgeben?
  • Welche Werte wurden und werden in deinem Umfeld übertrieben?
  • Wo übertreibst du mit?
  • Wo gleichst du aus und womit?

An welchen Werten orientiert sich Startnext?

Startnext als System beeinflusst verschiedene Gemeinschaften. Dazu gehören das Team, die Plattform mit 2 Millionen Nutzer:innen, ein großes Netzwerk und die Social Media Communities.

Das Gründungsteam hat bereits von Anfang an die inneren und geistigen Werte mit in den Fokus genommen, womit sich Startnext als Social Business auszeichnet.

Welche Werte hat Startnext als Unternehmen in seinem Fokus? Es sind aktuell folgende, vor 1,5 Jahren vom Startnext-Team definierte Werte2:

  • Mut
  • Verantwortung
  • Vielfalt
  • Kreativität
  • Transparenz
  • Spaß

Wir sind in den Projektteams noch einen Schritt weiter gegangen und haben daraus resultierende Glaubenssätze in ein Manifest3 gegossen und rufen dazu auf:

Sinnstifter:innen verbündet euch. Inspiriert das Alte mit dem Neuen. Die Kapitalist:innen haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.

  • Profit war gestern, jetzt zählt Sinnstiftung
  • Geld regiert die Welt, Kooperation wird es entthronen
  • Moral war gestern, jetzt zählen Werte
  • Starre Systeme regieren die Welt und lernende Organismen werden sie entthronen
  • Gatekeeping war gestern, jetzt zählt Inspiration

Und wie sieht das woanders aus?

Ich nehme hier als Beispiel eine Wertegemeinschaft, in der du und ich mit hoher Wahrscheinlichkeit beide waren und/oder sind: die Europäische Union.

Die europäische Union ist lange Zeit als reine Wirtschaftsgemeinschaft missverstanden worden. Obwohl die Wirtschaft der EU eine wichtige Rolle spielt, darf nicht vergessen werden, dass die EU in erster Linie eine Wertegemeinschaft ist.4

Der Artikel, aus dem dieses Zitat stammt, ist von 2009 und ich persönlich habe dieses Missverständnis immer noch und bin hoch motiviert, es aufzulösen. Vielleicht hilft ein kommunikativer Fokus auf die Werte? Im Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union findest du die Werte, auf der sie sich gegründet hat:

  • Achtung der Menschenwürde
  • Freiheit
  • Demokratie
  • Gleichheit
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Wahrung der Menschenrechte

Frieden wird in Artikel 3 als eigenes Ziel formuliert.

Wie es aussieht, gibt es also verständliche und vertraglich verankerte Gründungswerte der EU. Woher kommt dieses Missverständnis, dass die Wertegemeinschaft EU nicht als solche wahrgenommen wird? 

Meine These ist: 

Die europäischen Werte sind top-down, statisch und entwickeln sich nicht weiter. 

Die EU hat die Chance darauf eine gelebte Wertegemeinschaft zu werden, wenn ein interaktiver Austausch der in der EU lebenden Kollektive und Raum für Weiterentwicklung geschaffen wird. 
Ich bin gerne bereit Teil eines interkulturellen und multiperspektiven Gremiums zu werden, um genau daran zu arbeiten.  

Falls dieses Gremium nicht zustande kommt, möchte ich gerne, anlehnend an das Entwicklungsquadrat, folgende Hypothese in den Raum stellen: 

Es gibt übertriebene Werte in der Gemeinschaft EU und sie können ausgeglichen werden.

Aus meiner Perspektive kann zum einen die Gleichheit die in ihrer Übertreibung zu Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus und Ableismus führt z.B. durch Vielfalt ausgeglichen werden kann. Zum anderen kann der Wert Demokratie, der in seiner Übertreibung zu einer ausgeprägten Trägheit in den Systemen führt durch z.B. Kreativität ausgeglichen werden kann. 

Besonders wichtig finde ich, dass Frieden als Wert eingeordnet wird. 

Die aktuelle Lage ist ein Beispiel dafür, dass Frieden als angewandter Wert gebraucht wird. Frieden darf nicht als ein Ziel in der Zukunft oder ein zu haltendes Ergebnis aus der Vergangenheit verstanden sein.

So viel zum Blick auf kollektive Werte. Schau dich gerne bei dir um und lass es wirken.

Nächste Woche geht es weiter mit der individuellen Perspektive auf Werte - der Blick nach Innen.

QuelleN:

1https://lexikon.stangl.eu/28546/glaubenssaetze

2 https://www.startnext.com/info/startnext.html

https://www.startnext.com/info/manifest.html

4 https://www.bpb.de/themen/europaeische-union/dossier-europaeische-union/42851/die-werte-der-europaeischen-union/

Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 1/3 - Die universelle Perspektive auf Werte - Der Blick von Oben
Startnext News

Beitrag 1/3 - Die universelle Perspektive auf Werte - Der Blick von Oben

Lilli Landmann
11.03.22
6 min Lesezeit

Was sind Werte und warum hat der Mensch welche? Woher kommt außerdem die Werteorientierung im Social Business? Und mit welchen Methoden und Übungen entwickeln sich Werte weiter?

Was sind Werte und warum hat der Mensch welche?

Ich lehne mich gleich weit aus dem Fenster, betrachte die Wikipedia Definitionuniversell und lasse dabei die Dimension von Gut und Böse weg. 

  1. Werte sind Teil des inneren individuellen Kompasses.
  2. Sie helfen bei der Orientierung und treiben gleichzeitig an.
  3. Werte sind das, was dir erstrebenswert erscheint und das, was dein Vermögen ist. 
  4. Das, was du vermagst, enthält immer auch eine Wertentscheidung als Grundlage. Dabei ist diese Entscheidung oft unbewusst.
  5. Die einer Entscheidung zugrunde liegenden Werte orientieren sich an der Glaubensgemeinschaft, in der die Kindheit stattgefunden hat, und dem individuellen geistigen Entwicklungsgrad.

Materielle und äußere sowie geistige und innere Werte sind dabei Richtungen, in die du wachsen und dich bewegen kannst.

In der aktuellen westeuropäischen Welt, die ich kenne, besteht ein Fokus auf dem Wachstum von materiellen und äußeren Werten und einer dadurch entstandenen Anhäufung von Vermögen wie Geld, Immobilien, Autos oder Status. Spätestens jetzt weißt du nun, dass du dein Vermögen auch über geistige Werte wie Spaß, Vertrauen oder Mut wachsen lassen kannst.

Woher kommt die Werteorientierung im Social Business?

Wir haben uns im Team Öffentlichkeitsarbeit unter Anderem die Frage gestellt: Warum wird im Social Business Bereich von einer Werteorientierung gesprochen?

Zuerst möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass - so wie ich das verstehe - geistige und emotionale Werte gemeint sind, wenn von werteorientierten Unternehmen gesprochen wird.
Die Katze beißt sich also in den Schwanz, weil die Abgrenzung im Social Business zu klassischen Unternehmen die Wertegetriebenheit ist. In Abwesenheit der Orientierung am maximal möglichen Gewinn treten innere Werte in den Fokus, die das Handeln ausrichten.

Dazu kommt, dass die persönlichen Werte der Gründer:innen sich in ihrem unternehmerischen Handeln ausdrücken. Eine Studie 2 von Sophie Baq und Elisa Alt beschreibt einen Zusammenhang, der logisch klingt: Wenn Gründer:innen mehr Empathie und soziale Orientierung zeigen, entscheiden sie sich eher dazu, ein Sozialunternehmen zu gründen.

Wir konnten keine Belege für einen aktuellen gesellschaftlichen Wandel finden, der das Aufkommen von Social Business bzw. wertebasiertem unternehmerischen Handeln fördert. Im Gegenteil Social Entrepreneurship/Social Business hat bereits eine lange Geschichte, wie Wolf-Sören Treusch bei Deutschlandfunk berichtet 3:

  • Genossenschaften nach der Idee von Friedrich Raiffeisen gelten als frühes Vorbild für Sozialunternehmen.
  • Wichtig für die Definition von Social Entrepreneurship, die methodische Förderung und Nutzung der Idee war die NGO Ashoka, die 1981 in Indien damit begann, Social Entrepreneurs zu finden und zu begleiten.
  • Ein prägender Moment war außerdem der Friedens-Nobelpreis für Muhammad Yunus 2006. Seit 1983 hat der Pionier eine Bank für Mikrokredite aufgebaut, die sich an gesellschaftlichen Bedürfnissen orientieren. Das Ziel der Mikrokredite ist es, Menschen zu ermöglichen, dass sie sich mit kleinen unternehmerischen Lösungen selbst aus Armut befreien können.4

Diese Beispiele zeigen, dass die geistig gemeinte Werteorientierung im Social Business die materiellen Werte einschließt. Genau an dieser Stelle liegt aus meiner Perspektive ein gängiges Missverständnis vor. Bei diesem Missverständnis brauchen Sozialunternehmen keine materiellen Werte wie z.B. Geld und Status. Sie haben und brauchen aber materielle Werte, genauso wie alle anderen Unternehmen. 

Was Social Business ausmacht, ist gesundes ausbalanciertes Wertewachstum, in dem die äußeren und materiellen Werte mit geistigen und inneren Werten ergänzt werden.

Und mit welchen Methoden und Übungen entwickelst du universell Werte weiter?

Eine Möglichkeit nach Innen - ob als Unternehmen, Gesellschaft oder Einzelperson - zu wachsen, ist auf die Herzintelligenz zu hören. Vivian Dittmar schreibt in ihrem Buch - Das innere Navi 4

„Die Herzintelligenz ist die Hüterin einer universellen, kulturübergeifenden Ethik. Jenseits von Regeln, Gesetzen und kultureller Normen weiß diese Instanz, was gut ist. {...} Das Böse hat eine gewisse Banalität, eine langweilige Logik inne. Das Gute ist frisch, unvorhersagbar, immer wieder neu, weit entfernt von der verstaubten Moral, mit der es so oft verwechselt wird.“

Außerdem gibt es zum Beispiel in Europa die Logotherapie 5, die Methoden entwickelt hat Persönlichkeit werteorientiert weiterzubilden.

Eine universelle Übung für inneres Wachstum, in der du dir das Gute hinter Schwächen und das Schlechte hinter Stärken bewusst machst, ist das Wertequadrat. Jedem Wert wird ein erstrebenswerter Gegenwert gegenübergestellt und jeder Wert hat eine Form der Übertreibung, die nicht erstrebenswert ist. Die Übung ist nun jeden Wert, wenn er übertrieben wird durch den Gegenwert wieder auszubalancieren.6

Das Konzept der Tugend, die durch Übertreibung zur Untugend wird, ist schon in den Schriften von und über Aristoteles zu finden. Er bezeichnete das Mittelmaß zweier Übertreibungen eine Tugend und hat das in Triaden ausgedrückt, z.B. 

  1. Selbstzweifel (Mangel) 
  2. Selbstbewusstsein (Tugend) 
  3. Selbstüberschätzung (Übermaß)

Friedemann Schulz von Thun hat im 20. Jahrhundert das Wertequadrat entwickelt, welches er auch Entwicklungsquadrat nennt, um übertriebene Werte wieder in Balance bringen zu können.








Im Wertequadrat sind 4 Tugenden (Werte) eingeordnet. Links oben der Ausgangswert, darunter dessen Übertreibung, rechts oben der positive Gegenwert, darunter entsprechend dessen Übertreibung.

Ein Beispiel:

  1. Fürsorge (Tugend A)
  2. Altruismus (Übertreibung Tugend A)
  3. Selbstliebe (Schwesterntugend B)
  4. Egoismus (Übertreibung Schwesterntugend B)

Bildhaft beschrieben heißt das: Wenn du stets darum bemüht ist, es allen Recht zu machen und dabei deine eigenen Bedürfnisse auf der Strecke lässt, bist du gut damit beraten, Selbstliebe zu entwickeln. Und wenn du dich als zu dominant und kontrollsüchtig wahrnimmst, kannst du dich fallen lassen und dich in der Fürsorge üben. Dabei entsteht ein ausgewogenes Vermögen von Fürsorge und Selbstliebe.

Nächste Woche geht es weiter mit der kollektiven Perspektive auf Werte und den Fragen: Was sind kollektive Werte?
 An welchen Werten orientiert sich Startnext? Und Wie sieht das woanders aus?


Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wertvorstellung

Studie als PDF

https://www.deutschlandfunkkultur.de/social-entrepreneurs-soziale-wirkung-als-geschaeftsmodell-100.html

https://viviandittmar.net/buecher/inneresnavi/

https://gedankenwelt.de/die-logotherapie-nach-viktor-frankl-3-grundprinzipien/

https://www.inspiriert-sein.de/das-wertequadrat-entwicklungsquadrat-nach-schulz-von-thun



Mutige gestalten die Zukunft
(K)ein Algorithmus auf Startnext #2
Startnext News

(K)ein Algorithmus auf Startnext #2

Denis Bartelt
17.12.21
11 min Lesezeit

Ich denke in diesem Post über die Facebook Papers und meinen Umgang mit Social Media nach. Ich frage mich, wie wir es wieder schaffen können, das Große und Ganze in den Blick zu bekommen, damit wir gemeinsam gesellschaftliche Aufgaben auch mit Hilfe von Social Media angehen und Spaltung überwinden können und wie der Facebook Konzern Meta uns dabei helfen kann.

In meinem letzten Blogpost mit gleichem Titel habe ich geschrieben, warum wir bei Startnext keine manipulativen Marketing-Algorithmen einsetzen. Dieser Text entstand ohne das Wissen über die Facebook Papers.

Ich habe von den Facebook Papers in der Sendung ZDF Magazin Royale vom 10.12.2021 durch Jan Böhmermann und seine Interview Gäst:innen Frances Haugen (Facebook Mitarbeiterin und Whistleblowerin) und Max Schrems (Jurist aus Österreich und Datenschützer) erfahren.
Die in der Sendung und den beiden zusätzlichen Interviews, die hier online abrufbar sind https://www.enteignetfacebook.global/index.html, gezeigten Inhalte haben mich komplett bestätigt und zusätzlich zum Handeln angeregt.

Was ich in den letzten Jahren aus der Debatte um die Macht von patriarchalen Strukturen und dem Aufrechterhalten solcher Systeme durch eigenes Verhalten gelernt habe, ist die Tatsache, dass sich nur etwas ändert, wenn ich es schaffe, nach erlangtem Wissen mein Handeln zu ändern. Nach den Facebook Papers kann ich nicht weiter so handeln wie bisher, ohne mich mitverantwortlich zu machen. Nach dem Lesen dieses Beitrags und weiterer Quellen gilt dies vielleicht auch für dich.

Meinen Facebook Account hatte ich schon vor Monaten deaktiviert, weil er sehr inaktiv war und ich mich fokussieren wollte. Am Sonntag habe ich dann meinen privaten Instagram-Account geleert. Er existiert noch, aber ihr findet derzeit nichts über mich. Ich bin zunächst nur noch Besucher, obwohl ich die App von Tag eins an mochte, weil sie für mich Kreativwerkzeug war. Der Kauf von Instagram durch Facebook fühlt sich für mich an wie eine Zäsur. Profitorientierte Exits von Gründer:innen und Investor:innen sind ein Konzept, welches ich nicht vertreten kann. Darüber schreibe dann im nächsten Blogbeitrag.

Was lerne ich aus den Papers über Meta?

Ich möchte die für mich relevanten Erkenntnisse aus den Interviews hier aufschreiben und bei mir und dir wirken lassen. Was sie für mich bedeuten, formuliere ich zum Schluss. 

  • Facebook, Instagram und WhatsApp sind inzwischen miteinander verbunden, obwohl das Gegenteil versprochen wurde.
  • Die opportunistischen Algorithmen von Facebook und Instagram belohnen Interaktion und fördern damit automatisch extreme Positionen, was ein verzerrtes Bild der Gesellschaft zeichnet und zur Polarisierung und Spaltung führt.
  • Anzeigen/Paid Posts mit extremen Perspektiven sind kostengünstiger als andere Anzeigen, weil das Engagement auf diese Anzeigen höher ist (mehr Geld verdient wird).
  • Inhalte werden, um Interaktionen zu fördern, in Zielgruppen der Gegenposition ausgespielt. Die Plattform hat dafür Psychogramme der User:innen erstellt und kann somit deren Verhalten zum Eigennutz voraussagen, welches womöglich nur durch die Manipulation provoziert worden ist.
  • Es gibt technische Lösungen, um Hass und Hetze, sowie Falschaussagen abzufangen, jedoch würde der Gewinn schrumpfen und deshalb werden sie nicht implementiert.
  • Die Teams, die sich um die Sicherheit der Nutzer:innen und Inhalte kümmern, sind viel zu klein.
  • Die Sprachkompetenz des Konzerns ist zu gering, um z.B. Minderheiten vor Übergriffen zu schützen. Dadurch sind sie Desinformationen und den daraus folgenden Auswirkungen schutzlos ausgeliefert.
  • Im globalen Süden beherrscht der Konzern das Internet zu 90%, wird jedoch der daraus resultierenden Verantwortung, ungehindert Zugriff auf Informationen bereitzustellen, nicht gerecht.
  • Es wurden interne Studien angefertigt, deren Ergebnisse erschütternd sind und deshalb nicht veröffentlicht wurden. Wissenschaftler:innen erhalten darauf keinen Zugriff.
  • Und einiges mehr…

Ich lese daraus, dass Meta vor allem damit Geld verdient, dass Interaktion stattfindet. Interaktion entsteht vor allem durch polarisierende Inhalte, die durch das Ausspielen in bestimmten Zielgruppen zur Echokammer der Gegenmeinung werden und damit die Nutzer:innen in Lager spalten. Meta hat ein Psychogramm der Nutzer:innen erstellt und kann dadurch Interaktion bewusst fördern und somit den Gewinn steigern. 45 Mrd. $ Gewinn werden laut Haugen in 2021 erwartet. Technische Lösungen, die die Spaltung verhindern können, würden den Gewinn senken. Profitmaximierung und der Einsatz opportunistischer Algorithmen sind hier untrennbar miteinander verbunden, zur Freude der Shareholder:innen.

Aus ZDF Magazin Royale:

„Facebook gefährdet die Gesundheit von Menschen, Facebook ist mitverantwortlich für Hass, Hetze, Suizide, Versklavung und Völkermorde.“

Ein generelles Problem von sozialen Netzwerken ist, dass sie missbraucht werden können. Das ist kein solitäres Problem von Meta, aber es wird zu einem, wenn es ignoriert wird. In kommerziell eher irrelevanten Märkten setzt Meta laut Haugen zum Beispiel zu wenig Personal zum Schutz der Nutzer:innen ein, investiert zu wenig in Sprachvielfalt und ignoriert die Auswirkungen von besagten opportunistischen Algorithmen.

Zu den bekannten Resultaten gehören:

  • Menschenhandel
  • Rekrutierung für gewalttätige Vereinigungen
  • Desinformationskampagnen gegen Minderheiten
  • Hatespeech
  • Erzeugen von spaltenden gesellschaftlichen Bildern 
  • Sonderrechte für reichweitenstarke Accounts und damit Legitimierung ihres Handelns 

Die Recherchen und die Papers liefern entsprechende Beweise und auch im Meta Headquarter sind laut Frances Haugen diese Zustände bekannt und durch interne „Studien“ belegt, aber offensichtlich verschwiegen.

Forschende weltweit fordern Einblick

Forschungseinrichtungen fordern seit Jahren den Konzern dazu auf, Schnittstellen zu schaffen, welche Forschung über die Auswirkungen bei den Nutzer:innen ermöglicht.

Die University of Oxford hat zusammen mit anderen namhaften Universitäten einen offenen Brief an Mark Zuckerberg geschrieben, der hier einsehbar ist https://www.oii.ox.ac.uk/an-open-letter-to-mark-zuckerberg/ und dazu aufgefordert, dass Meta für Transparenz gegenüber Forschungseinrichtung sorgt, damit die Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der Nutzer:innen geteilt und interpretiert werden können.

Die letzte große Erfolgsgeschichte

Während des Arabischen Frühlings 2011 dachte ich, dass Social Media „für  Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit" sorgen kann. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Vorgänge von damals gut verständlich aufbereitet und erklärt welche Rolle Facebook, Twitter und Youtube zu der Zeit spielten. https://www.bpb.de/internationales/afrika/arabischer-fruehling/52420/die-rolle-der-neuen-medien Dieser Artikel liest sich wie ein Aufbruch in eine neue Zeit. Ich habe mich an die friedliche Revolution 1989 in unserem Land erinnert und konnte mitfühlen.

Seit 2011 ist viel passiert. 2012 ging Facebook an die Börse. Die Algorithmen hatten nun auch offiziell Shareholderinteressen zu vertreten. Wenn Timelines auf Profitmaximierung getrimmt werden, dann ist Interaktion King, egal ob das schädlich ist oder nicht.

Ich interpretiere daraus:

Wer das Geld hat, kontrolliert Social Media. Wer mit polarisierenden Inhalten kommt, kontrolliert den Algorithmus.

Das führt in meinen Augen zu einer Verflachung von komplizierten Diskussionen, wie ich es gerade mit der Corona Impfung in Deutschland wahrnehme. Es gibt scheinbar nur zwei Seiten, die sich am Ende mit unsachlichen und unversöhnlichen Argumenten gegenüberstehen. Daraus entsteht keine vernünftige Debatte. Es bildet die Wirklichkeit nicht ab. Welchen Wert hat Social Media dann noch?

Was im Arabischen Frühling funktionierte, war das Zusammenspiel aus Social Media Reportage-Inhalten und klassischen Massenmedien, die daraus ein Narrativ bildeten. Heute scheinen sich Medienhäuser nicht mehr so recht entscheiden zu können und betrachten Social Media zunehmend als Konkurrenz und versuchen nachzueifern. Dabei verstärken sie die Auswirkung des Algorithmus und gehen ihm auf den Leim. Dabei versäumen sie, den Geschichten Relevanz und Kontext zu geben und eine Debatte anzustoßen. Das ist meine Wahrnehmung. Ich halte diese Entwicklung für einen Fehler.

Wenn 5.000 Menschen für Pegida oder Querdenken auf die Straße gehen, dann scheint dies von tragender Wichtigkeit zu sein, obwohl 99% der Bevölkerung dies nicht tun. Nicht tun ist ebenso eine Haltung und eine Information. Während laut Umweltbundesamt 78% der Deutschen im Jahr 2020 den Umwelt- und Klimaschutz, sowie Bildung für sehr wichtig halten, wird in den klassischen Medien jedoch über die Themen der Querdenker:innen diskutiert. In Anbetracht der realen Verhältnisse müssten Fridays for Future und die Bildungsmisere wirklich dauerpräsent sein.

Informationskonfetti statt große Geschichte

Der in Berlin lebende und aus Süd-Korea stammende Philosoph Byun-Chul Han führt in seinem im Juli 2021 erschienen Buch Infokratie das einfache Entstehen von Verschwörungstheorien und Fake-News darauf zurück, dass auf Social Media keine Geschichten erzählt werden, sondern lediglich kleine bruchstückhafte Informationen geteilt werden. Ob die Informationen auf Fakten basieren, spielt keine große Rolle, weil ihnen der Kontext und die Debatte fehlen. Ein Narrativ, eine große Bewegung, wie die des Arabischen Frühlings, entsteht heute scheinbar nicht mehr. Mehr Informationen jeglicher Art in Kleinstform erreichen nur noch private Empfänger, ungefiltert und unkuratiert. Als Nutzer erreichen mich die Botschaften, die mich bestätigen, ohne stabilen, größeren Überbau. Daraus ergibt sich für mich die Frage, inwiefern Social Media dazu geeignet ist, gesellschaftliche Strömungen zu bündeln und Werte zu fördern?

In meinen Augen verspielt Meta gerade sein Potenzial als gemeinschaftsfördernde und wertgestützte Infrastruktur.

Gleichzeitig beweist Meta in meinen Augen, dass solche Strukturen nicht in die Hände von Shareholder:innen gehören, wenn diese nur eine kapitalstarke Schicht abbilden, die am Produkt selbst kein Interesse hat. Das geht nicht zusammen.

Facebook, Instagram und WhatsApp könnten weiterhin sehr gute Produkte sein, wenn sie lediglich dem Bedarf der Nutzer:innen folgen würden. In meinen Augen sind dies vor allem Vernetzung, Transparenz, Datenschutz, empowernde Interaktionen, Fördern von Kreativität, Zusammenhalt und niederschwelliger Zugang zu Informationen, wie Meinungen und Fakten.

Auch die Querdenker:innen, die AfD und andere Meinung sollen Teil des gemeinsamen Austausches sein, aber nicht zum Zweck der Spaltung, sondern der konstruktiven Diskussion auf Basis von verifizierbaren Fakten und unter Wahrung der Verhältnisse.

Unter den in den Papers beschriebenen Umständen ein Metaverse aufzubauen, ergibt für mich gar keinen Sinn, denn die Hausaufgaben sind nicht gemacht. Selten war die Macht des Geldes und des Patriarchats stärker zu spüren als durch die Informationen aus diesen Facebook Papers. Ich feiere deshalb Frances Haugen als Feministin und Mutige. 

Social Media hilft uns beim Kampf gegen das Patriarchat!

In der Organisation von Meta erkenne ich patriarchale Machtstrukturen wieder, die das System fördern und am Leben halten. Diese Strukturen begünstigen weiterhin die Ausbeutung von Menschen, Diskriminierung und Machtmissbrauch, gleichzeitig bedienen sich weltweit Feminist:innen sehr erfolgreich Social Media, um ihren Kampf gegen solche Strukturen zu führen. Meta zu ignorieren ist also keine Alternative.

Welche Wirkung wertorientiertes Gestalten in Unternehmen entfalten kann, hat Lilli Landmann (Chief Communication Officer bei Startnext) unlängst formuliert:

Startnext versteht sich als sinnstiftendes Unternehmen und ruft dazu auf, das Alte zu hinterfragen und Neues daneben zu stellen. Alt sind die Werte Profitorientierung, Wettbewerb und starre Systeme wie das Patriarchat. Neu ist Kooperation, Sinnstiftung und lernende Organismen. So entsteht der Nährboden für große Geschichten wie Flutwein und Olympia*, die ohne Lagerbildung auf Startnext nebeneinander stehen und wachsen können.

*Die beiden Projekte haben zusammen über 8 Millionen Deutsche erreicht, von denen fast 80.000 zu Unterstützter:innen geworden sind, die 6,7 Millionen Euro gegeben haben. Das ist die positive Wirkung von Social Media auf Startnext. https://www.startnext.com/flutwein und https://www.startnext.com/12062020

Was sind meine nächsten Schritte?  

Unter den aktuellen Bedingungen möchte ich selbst als Kreativer bei Instagram nicht aktiv sein. Auch WhatsApp wird nun langsam weichen müssen. Die Familie wird schon mitziehen.

Was passiert mit Startnext und unseren Starter:innen, für die Social Media als Chance zu begreifen ist? 

Im Team Öffentlichkeitsarbeit ist die Diskussion ebenfalls im Gange. Wir nehmen uns Zeit zu reflektieren und legen vom 23.12. – 6.1. die Social Media Arbeit nieder. In welcher Form wir zurückkommen, bleibt abzuwarten.

Wenn Meta auf Grund der Informationen aus diesen Papers keine nachhaltigen Schritte ankündigt, die auch spürbar sind, werden wir in Zukunft andere Wege finden, wie Crowdfunding-Projekte zur ihren Unterstützer:innen kommen.

Ich sehe darin auch eine Chance für Facebook und Instagram, als auch für andere, neue Konzepte. 

Ich bin gespannt, wie du mit diesen Informationen umgehst.
Beste Grüße

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