Mutige gestalten die Zukunft
Startnext geht live - für dich & deinen Crowdfunding Erfolg!
Startnext News

Startnext geht live - für dich & deinen Crowdfunding Erfolg!

Thekla Wilkening
30.06.22
4 min Lesezeit

Ein erfolgreiches Crowdfunding ist ein bunter Blumenstrauß aus visionären Gründer:innen, einer authentischen Story und einer inspirierten Crowd.

Alles beginnt mit einer Idee, die vielleicht über Jahre gereift ist, oder aus dem berühmten Schnapsglas entwachsen. Die Vision ist mal größer und mal kleiner, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie erfordern von ihren Gründer:innen Mut zum Sprung ins kalte Wasser. Mal vom Einer, mal vom Fünfer, mal vom Zehn-Meter Turm. Denn jedes Projekt ist anders. 

Wir, hier bei Startnext, fragen uns natürlich immer wieder, wie wir Gründer:innen bei diesem Potpourri bestmöglich unterstützen können. Immerhin blicken wir auf mehr als 13.500 erfolgreiche Projekte auf unserer Plattform zurück, prall gefüllt mit Learnings, die wir gerne teilen wollen.  

Wir haben lange getüftelt, experimentiert, Ideen verworfen oder wieder aufgegriffen und jetzt stehen sie, unsere drei Live-Formate, mit denen wir die Gründer:innen und ihre Projekte bereit fürs Scheinwerferlicht machen! 


In unserer Academy lernt ihr alles, was ihr zur erfolgreichen Umsetzung braucht. 

Beim Pitch Day könnt ihr euer Projekt vorstellen und euch mit anderen Starter:innen vernetzen. Es gibt Feedback vom Team oder Gastjuror:innen zu eurem Pitch, damit ihr weiter lernen könnt, so lange bis alles hieb und pitchfest sitzt und ihr perfekt vorbereitet seid für das...





...große Finale: Der Launch Day, unser Community Highlight! Ein Tag, an dem viele Startende gemeinsam loslegen. Ihr als Starter:innen kennt euch vielleicht schon aus der Academy oder vom Pitch Day und auch wir konnten schon einen Einblick in eure Projekte gewinnen, sodass alle gemeinsam richtig Buzz auf die Starts bringen können! Der Launch Day findet ab jetzt immer am ersten Donnerstag im Monat statt. Ihr steht mit eurem Projekt in den Startlöchern? Dann meldet euch jetzt hier an! 


Am Abend, bei unserer Die Launch Day Show könnt ihr noch einmal die Chance nutzen und ein zusätzliches Cofunding gewinnen.   

Ihr plant (grad) gar kein Projekt? Auch gut! Denn für alle Unterstützer:innen bedeutet der Launch Day mit der Die Launch Day Show feinste Unterhaltung, inklusive toller Überraschungsgäst:innen und einen Blick in die Zauberkugel, was Trends mit Impact angeht. Denn nirgendwo bekommt ihr so viel geballte, sinnstiftende Gründer:innen-Power wie hier.  


Wir freuen uns auf euch!  

 

 



Mutige gestalten die Zukunft
Aktivismus ist gesund.
Team

Aktivismus ist gesund.

Thekla Wilkening
25.05.22
2 min Lesezeit

“Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein”, sagte wohl einst Voltaire. Wir würden dem hinzufügen: Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, haben wir beschlossen aktivistisch zu sein.

Vor ein paar Wochen habe ich die Rolle der Kommunikationsstrategin hier bei Startnext übernommen und das in einer Zeit, in der nichts ferner und doch gleichzeitig näher lag, als zu gründen oder in unserem Fall, Gründer:innen bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ferner, weil wir uns mitten in der Klimakrise und nach zwei Jahren Covid-19, jetzt mit der Realität des Krieges in Europa konfrontiert sehen und die damit verbunden Ängste und Unsicherheiten zu einem Gefühl der Handlungsunfähigkeit führen. Und näher, weil alle diese Krisen nach Lösungen schreien, nach Gemeinschaft, Verbundenheit und Wandel. Unter Aktivist:innen ist es längst kein Geheimnis mehr: Aktivismus hält gesund. 

Eine im Januar veröffentlichte Studie, in der 284 Student:innen im Alter von 18-35 Jahren in den USA befragt wurden, wies nach, dass kollektiver Aktionismus psychische Symptome von “Climate Anxiety”, der sogenannten Klima Angst, mildern kann. Climate Anxiety kann Verhaltensreaktionen, wie anhaltende Sorgen, psychische Belastungen oder Schlafstörungen, mit sich bringen. Es kann auch zu funktionellen Beeinträchtigungen kommen, weil es den Betroffenen schwerfällt, sich auf Arbeit, Schule oder Beziehungen zu konzentrieren - vor lauter Zukunftsangst. All dies sind Symptome, die viele von uns auch seit dem Morgen des 24.02.2022 verspüren, als Wladimir Putin seine Truppen in die Ukraine einmarschieren ließ.  

Angesichts solcher Nachrichten aktiv zu werden, ist ein hervorragender Weg, um Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen und Handlungsfähigkeit aufzubauen. Die Forschung zeigt, dass Aktivismus vor Gefühlen der Hoffnungslosigkeit im Kontext überwältigender Umstände schützt und die Teilnahme an kollektivem Handeln auch zu Gefühlen der Ermächtigung und sozialen Unterstützung führt. All dies wiederum ist zuträglich für die psychische Gesundheit. Besonders stark ist der Effekt im gemeinschaftlichen Aktionismus – im Vergleich zum individuellen Aktivismus. Gemeinsam sind wir stark. Dazu passt auch, dass die erfolgreichsten Start-ups die sind, hinter denen ein Gründer:innen-Doppelpack steht. 


Zeiten der Krisen sind also nicht die Zeiten, in denen wir uns die Decke über den Kopf ziehen und uns stillschweigend unserem Schicksal ergeben sollten sondern es sind die perfekten Momente für kollektiven Aktionismus. Und darum rufen wir auf: Vereint euch, kommt zusammen, gründet!  



Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 3/3 - Die individuelle Perspektive auf Werte - Der Blick nach Innen
Startnext News

Beitrag 3/3 - Die individuelle Perspektive auf Werte - Der Blick nach Innen

Lilli Landmann
25.03.22
7 min Lesezeit

Warum kann es eine gute Beschäftigung sein, wenn du dich mit deinen eigenen Werten auseinandersetzt? Wie kannst du deinen inneren Kompass lesen und ihm folgen lernen? Und wie kannst du über Nichtwissen kommunizieren?

Warum kann es eine gute Beschäftigung sein, wenn du dich mit deinen eigenen Werten auseinandersetzt?

Wie du im ersten Beitrag zum Thema Werte nachlesen kannst, ist dein eigenes Wertevermögen dein persönlicher Kompass. Diesen inneren Kompass lesen und diesem folgen zu können hat zwei, wie ich finde, unbestechliche Vorteile:

  • Deinen inneren Kompass zu kennen, gibt dir einen Sinn im Leben.
  • Deinem inneren Kompass zu folgen, heißt, dass du dich frei fühlst.

Wie kannst du deinen inneren Kompass lesen lernen?

Die Werte, die dich ausmachen, kannst du durch Ausschlussverfahren, also dem was sie nicht sind, erkennen. Sie sind zum Beispiel nicht an Situationen oder Handlungen geknüpft. Sie unterscheiden sich dadurch von Normen. Normen sind kollektiv. Wenn du dich nicht an Normen hältst, wirst du zum Beispiel gesellschaftlich bestraft oder ausgegrenzt. Wenn du fleißig bist, frage dich, ob es einen gesellschaftlichen Nach- oder Vorteil für dich hat, nicht fleißig zu sein. Und wenn ja, dann frage dich, ob dieser gesellschaftliche Nachteil dich davon abhält diesem Wert zu folgen oder du den Vorteil für dich nutzen möchtest. Wenn ja, dann ist dieser Wert nicht Teil deines inneren Kompasses, sondern ein Wert, der dich von außen zieht.

Dein Wertevermögen ist deine innere Quelle und du kannst sie kennenlernen, indem du dich nach Innen wendest. 

Dass es Antworten gibt, die aus deinem Innern kommen, erscheint in der heutigen Gesellschaft ein streng gehütetes Geheimnis. Es wird nicht als normale menschliche Fähigkeit betrachtet. Und weil sie nicht kultiviert wird, ist sie vielen Menschen nicht zugänglich.1

Hier komme ich an die Grenzen dessen, was der Verstand als rational versteht.

Wenn du also gerade merkst, dass dein Verstand sich zu sehr ins Verstehen-Wollen beißt, gehe wie folgt vor: Halte inne, schließe für einen Moment die Augen, atme tief durch und lass das Verstehen-Wollen los. Lass zu, dass in dir alles eine Ebene tiefer sinkt und beobachte, ob es eine Resonanz jenseits des Verstandes gibt.

Dieser Moment ist ein Hinweis darauf, dass du einen inneren Kompass hast und du ihn kennenlernen kannst, wenn du magst.

Wie kannst du deinem inneren Kompass folgen?

Das weiß ich nicht. 


„Ansichten fühlen sich nur entweder „richtig“ oder „falsch“ an. Bewusste Ignoranz - die Einsicht, etwas nicht zu wissen - hat keinen Platz in unserer Gefühlswelt. Wir wissen nicht wie sich das Nichtwissen anfühlt. Darum sind wir besser im Theorien erfinden als im Zugeben unserer Ignoranz.“2

Deswegen erfinde ich hier keine Theorie und überlasse dich und mich dem Nichtwissen, dem Ort zwischen zwei Ansichten.

Und gehe über zu der Frage:

Und wie kannst du über Nichtwissen kommunizieren?

Im Team Öffentlichkeitsarbeit haben wir mit der Dragon Dreaming Methode gemeinsam darüber geträumt, was und wie wir über Werte kommunizieren wollen. Dabei entstand die Idee der Wertetiere.

Die Wertetiere sind semantische Bilder. Dabei zeigen die Bilder Tiere, denen Eigenschaften zugeschrieben werden, die diesen Wert symbolisieren.

Die Idee der Wertetiere geht die Herausforderung an miteinander über Werte zu kommunizieren. Es ist schwer zu erkennen, ob du und ich zum Beispiel über den gleichen Mut sprechen. Also können die Wertetiere dafür eingesetzt werden, uns gegenseitig ein Bild von dem zu vermitteln, was du und ich jeweils meinen, wenn wir über Mut sprechen.

Ich gehe dabei von zwei Annahmen aus:

  1. Es gibt viele Antworten darauf, welches Tier für einen Wert stehen kann.
  2. Die Frage ist nicht "Bist du mutig?" sondern "Was ist Mut für dich?“.

Es ist also eine spielerische Annäherung an das Thema Werte entstanden: Ein Entweder-Oder-Spiel. Mit den Antworten und vielleicht daraus entstehenden Debatten kannst du ein Bild von dir und deinem Umfeld bekommen.

Du fängst an.

Bist du mutig wie ein Honigdachs oder eine Schildkröte?

Ein Honigdachs ist mutig, weil er gegen Löwen kämpft und obwohl er viel kleiner ist dabei auch gewinnt.

Eine Schildkröte ist mutig, weil sie ihre Nachkommen allein sich selbst überlässt und damit als Spezies schon Millionen Jahre auf der Erde lebt. Mit ihrem Schutzpanzer geht sie einfach ihren Weg und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen.


Bist du transparent wie eine Qualle oder eine Schnecke?

Es ist leicht zu sehen woraus eine Qualle besteht und sie schützt diese Informationen kaum.

Eine Schnecke zeigt dir durch ihre schön glitzernde Spur, genau wo sie lang gegangen ist.



Bist du kreativ wie ein Borkenkäfer oder ein Krake?

Ein Borkenkäfer ritzt in seinem Borkenfutterflow wunderschöne Muster in das Innere einer Rinde. Das so entstehende Kunstwerk ist der ergebnisoffene Effekt seines Lebenssinns.

Ein Krake ist als Weichtier hochverletzlich und hochinnovativ, wenn es darum geht plötzliche Gefahrensituationen zu lösen. Er baut sich zum Beispiel in Sekundenschnelle ein Schutzschild aus herumliegenden Steinen, Muscheln und Müll.


Bist du spaßig wie ein Kuckuck oder ein Katzenbaby?

Der Spaßvogel Kuckuck macht es sich leicht im Leben und legt seine Eier in andere Nester. Er genießt sein Leben weiter und die neuen Eltern sind leicht verwundert über das eine übergroße Kind.

Ein Katzenbaby ist in seinem ganzen Sein Spass. Es tollt herum, interessiert sich für alles, schläft überall, sieht entzückend aus und erweckt durch seine Anwesenheit gefühlvolle Wallungen.


Bist du vielfältig wie ein Chamäleon oder ein Schmetterling?

Ein Chamäleon meistert nahezu magisch, die optische Verwandlung und kann sich damit vielen Umgebungen jederzeit anpassen.

Ein Schmetterling durchläuft drei Perspektiven im Laufe seines Lebens. Die gemächliche, am Boden verhaftete Raupe. Die meditierende sich im Innen wandelnde Puppe. Der leichte Schmetterling, der die Welt von oben sieht.


Bist du verantwortungsvoll wie ein Papagei oder eine Biene?

Ein Papagei antwortet gerne und wiederholt mit großer Verantwortung das Gesagte. Er trägt damit Inhalte unverfälscht und loyal weiter.

Eine Biene kennt ihre Rolle genau und stellt sie nie in Frage. Sie erfüllt ihre Aufgaben mit vollem Einsatz bis in den Tod hinein.


Ich fühle mich gerade in diesem Moment mutig wie eine Schildkröte, transparent wie eine Schnecke, kreativ wie ein Borkenkäfer, spaßig wie ein Katzenbaby, vielfältig wie ein Schmetterling und verantwortungsvoll wie eine Biene. 

Ende


Quellen:

Das innere Navi - Vivian Dittmar 

Die Kunst des klugen Handelns - Rolf Dobelli

Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 2/3 - Die kollektive Perspektive auf Werte - Der Blick um dich herum
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Beitrag 2/3 - Die kollektive Perspektive auf Werte - Der Blick um dich herum

Lilli Landmann
18.03.22
6 min Lesezeit

Was sind kollektive Werte? An welchen orientiert sich Startnext? Und wie sieht das woanders aus?

Im vorangegangen Beitrag 1 der 3er Reihe zum Thema Werte ging es ausgehend von einer grundlegenden Annäherung an das universelle Konzept “Wert”, über eine Beziehungsanalyse zwischen Wert und Sozialunternehmertum und der Aufklärung eines Missverständnisses, hin zum angewandten Gedankenspiel, wo das Entwicklungsquadrat vorgestellt wurde. Die Grundannahme des Entwicklungsquadrats, dass jeder Wert positiv ist und genauso jeder Wert übertrieben werden und damit eine destruktive Wirkung entfalten kann, werde ich auch in diesem Beitrag anwenden. Die gute Nachricht ist: Jede Übertreibung kann durch ein positives Gegenüber ausgeglichen werden. 

Was sind kollektive Werte?

Kollektive Werte sind die Orientierungspunkte und Verhaltensmuster einer Gemeinschaft, oft einer Glaubensgemeinschaft. Kollektive Werte werden durch Glaubenssätze sichtbar.

Glaubenssätze sind bestimmte Annahmen über die Welt, an die du eher unbewusst als bewusst glaubst, wobei du innerlich davon überzeugt bist, dass diese Annahmen wahr sind.1

Ein Kollektiv kannst du in Mikrogemeinschaften einteilen, die sich in ihren Glaubenssätzen und Werten unterscheiden können: z.B. Familie, Freundeskreis, Gesellschaft, Arbeit, Schule und aus meiner Perspektive seit diesem Jahrtausend die digitalen Communities und Plattformen.

Die Glaubenssätze, die aus den kollektiven Werten entstehen, können negativen und positiven Einfluss haben. So wie ich das aktuell verstehe, werden Glaubenssätze destruktiv, wenn sie auf einem Wert beruhen, der kollektiv übertrieben wird und keinen kulturellen Ausgleich hat.

Zum Beispiel kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sagen, dass die Gemeinschaften, in denen ich aufgewachsen bin - die DDR als Gesellschaft, meine Familie und die Schule - mich unter Anderem in diesen Glaubenssätzen geprägt haben:

  • „Ohne Fleiß kein Preis.“
  • „Wer A sagt, muss auch B sagen.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ 

Die zu Grunde liegenden Werte Fleiß, Strenge und Leistung sind nach wie vor Teil der deutschen Gemeinschaften, in denen ich heute lebe, und sie werden nach wie vor übertrieben. Als Ausgleich stelle ich z.B. die positiven Gegenwerte Gelassenheit, Flexibilität und Mut gegenüber, auch wenn das von den Übertreiber:innen häufig nicht als konstruktiv interpretiert wird.

Die kollektiven Werte um dich herum kannst du z.B. mit folgenden Fragen reflektieren: 

  • Mit welchen Glaubenssätzen bist du aufgewachsen und auf welchen Werten fußen sie?
  • Von welchen Werten und Glaubenssätzen bist du jetzt umgeben?
  • Welche Werte wurden und werden in deinem Umfeld übertrieben?
  • Wo übertreibst du mit?
  • Wo gleichst du aus und womit?

An welchen Werten orientiert sich Startnext?

Startnext als System beeinflusst verschiedene Gemeinschaften. Dazu gehören das Team, die Plattform mit 2 Millionen Nutzer:innen, ein großes Netzwerk und die Social Media Communities.

Das Gründungsteam hat bereits von Anfang an die inneren und geistigen Werte mit in den Fokus genommen, womit sich Startnext als Social Business auszeichnet.

Welche Werte hat Startnext als Unternehmen in seinem Fokus? Es sind aktuell folgende, vor 1,5 Jahren vom Startnext-Team definierte Werte2:

  • Mut
  • Verantwortung
  • Vielfalt
  • Kreativität
  • Transparenz
  • Spaß

Wir sind in den Projektteams noch einen Schritt weiter gegangen und haben daraus resultierende Glaubenssätze in ein Manifest3 gegossen und rufen dazu auf:

Sinnstifter:innen verbündet euch. Inspiriert das Alte mit dem Neuen. Die Kapitalist:innen haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.

  • Profit war gestern, jetzt zählt Sinnstiftung
  • Geld regiert die Welt, Kooperation wird es entthronen
  • Moral war gestern, jetzt zählen Werte
  • Starre Systeme regieren die Welt und lernende Organismen werden sie entthronen
  • Gatekeeping war gestern, jetzt zählt Inspiration

Und wie sieht das woanders aus?

Ich nehme hier als Beispiel eine Wertegemeinschaft, in der du und ich mit hoher Wahrscheinlichkeit beide waren und/oder sind: die Europäische Union.

Die europäische Union ist lange Zeit als reine Wirtschaftsgemeinschaft missverstanden worden. Obwohl die Wirtschaft der EU eine wichtige Rolle spielt, darf nicht vergessen werden, dass die EU in erster Linie eine Wertegemeinschaft ist.4

Der Artikel, aus dem dieses Zitat stammt, ist von 2009 und ich persönlich habe dieses Missverständnis immer noch und bin hoch motiviert, es aufzulösen. Vielleicht hilft ein kommunikativer Fokus auf die Werte? Im Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union findest du die Werte, auf der sie sich gegründet hat:

  • Achtung der Menschenwürde
  • Freiheit
  • Demokratie
  • Gleichheit
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Wahrung der Menschenrechte

Frieden wird in Artikel 3 als eigenes Ziel formuliert.

Wie es aussieht, gibt es also verständliche und vertraglich verankerte Gründungswerte der EU. Woher kommt dieses Missverständnis, dass die Wertegemeinschaft EU nicht als solche wahrgenommen wird? 

Meine These ist: 

Die europäischen Werte sind top-down, statisch und entwickeln sich nicht weiter. 

Die EU hat die Chance darauf eine gelebte Wertegemeinschaft zu werden, wenn ein interaktiver Austausch der in der EU lebenden Kollektive und Raum für Weiterentwicklung geschaffen wird. 
Ich bin gerne bereit Teil eines interkulturellen und multiperspektiven Gremiums zu werden, um genau daran zu arbeiten.  

Falls dieses Gremium nicht zustande kommt, möchte ich gerne, anlehnend an das Entwicklungsquadrat, folgende Hypothese in den Raum stellen: 

Es gibt übertriebene Werte in der Gemeinschaft EU und sie können ausgeglichen werden.

Aus meiner Perspektive kann zum einen die Gleichheit die in ihrer Übertreibung zu Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus und Ableismus führt z.B. durch Vielfalt ausgeglichen werden kann. Zum anderen kann der Wert Demokratie, der in seiner Übertreibung zu einer ausgeprägten Trägheit in den Systemen führt durch z.B. Kreativität ausgeglichen werden kann. 

Besonders wichtig finde ich, dass Frieden als Wert eingeordnet wird. 

Die aktuelle Lage ist ein Beispiel dafür, dass Frieden als angewandter Wert gebraucht wird. Frieden darf nicht als ein Ziel in der Zukunft oder ein zu haltendes Ergebnis aus der Vergangenheit verstanden sein.

So viel zum Blick auf kollektive Werte. Schau dich gerne bei dir um und lass es wirken.

Nächste Woche geht es weiter mit der individuellen Perspektive auf Werte - der Blick nach Innen.

QuelleN:

1https://lexikon.stangl.eu/28546/glaubenssaetze

2 https://www.startnext.com/info/startnext.html

https://www.startnext.com/info/manifest.html

4 https://www.bpb.de/themen/europaeische-union/dossier-europaeische-union/42851/die-werte-der-europaeischen-union/

Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 1/3 - Die universelle Perspektive auf Werte - Der Blick von Oben
Startnext News

Beitrag 1/3 - Die universelle Perspektive auf Werte - Der Blick von Oben

Lilli Landmann
11.03.22
6 min Lesezeit

Was sind Werte und warum hat der Mensch welche? Woher kommt außerdem die Werteorientierung im Social Business? Und mit welchen Methoden und Übungen entwickeln sich Werte weiter?

Was sind Werte und warum hat der Mensch welche?

Ich lehne mich gleich weit aus dem Fenster, betrachte die Wikipedia Definitionuniversell und lasse dabei die Dimension von Gut und Böse weg. 

  1. Werte sind Teil des inneren individuellen Kompasses.
  2. Sie helfen bei der Orientierung und treiben gleichzeitig an.
  3. Werte sind das, was dir erstrebenswert erscheint und das, was dein Vermögen ist. 
  4. Das, was du vermagst, enthält immer auch eine Wertentscheidung als Grundlage. Dabei ist diese Entscheidung oft unbewusst.
  5. Die einer Entscheidung zugrunde liegenden Werte orientieren sich an der Glaubensgemeinschaft, in der die Kindheit stattgefunden hat, und dem individuellen geistigen Entwicklungsgrad.

Materielle und äußere sowie geistige und innere Werte sind dabei Richtungen, in die du wachsen und dich bewegen kannst.

In der aktuellen westeuropäischen Welt, die ich kenne, besteht ein Fokus auf dem Wachstum von materiellen und äußeren Werten und einer dadurch entstandenen Anhäufung von Vermögen wie Geld, Immobilien, Autos oder Status. Spätestens jetzt weißt du nun, dass du dein Vermögen auch über geistige Werte wie Spaß, Vertrauen oder Mut wachsen lassen kannst.

Woher kommt die Werteorientierung im Social Business?

Wir haben uns im Team Öffentlichkeitsarbeit unter Anderem die Frage gestellt: Warum wird im Social Business Bereich von einer Werteorientierung gesprochen?

Zuerst möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass - so wie ich das verstehe - geistige und emotionale Werte gemeint sind, wenn von werteorientierten Unternehmen gesprochen wird.
Die Katze beißt sich also in den Schwanz, weil die Abgrenzung im Social Business zu klassischen Unternehmen die Wertegetriebenheit ist. In Abwesenheit der Orientierung am maximal möglichen Gewinn treten innere Werte in den Fokus, die das Handeln ausrichten.

Dazu kommt, dass die persönlichen Werte der Gründer:innen sich in ihrem unternehmerischen Handeln ausdrücken. Eine Studie 2 von Sophie Baq und Elisa Alt beschreibt einen Zusammenhang, der logisch klingt: Wenn Gründer:innen mehr Empathie und soziale Orientierung zeigen, entscheiden sie sich eher dazu, ein Sozialunternehmen zu gründen.

Wir konnten keine Belege für einen aktuellen gesellschaftlichen Wandel finden, der das Aufkommen von Social Business bzw. wertebasiertem unternehmerischen Handeln fördert. Im Gegenteil Social Entrepreneurship/Social Business hat bereits eine lange Geschichte, wie Wolf-Sören Treusch bei Deutschlandfunk berichtet 3:

  • Genossenschaften nach der Idee von Friedrich Raiffeisen gelten als frühes Vorbild für Sozialunternehmen.
  • Wichtig für die Definition von Social Entrepreneurship, die methodische Förderung und Nutzung der Idee war die NGO Ashoka, die 1981 in Indien damit begann, Social Entrepreneurs zu finden und zu begleiten.
  • Ein prägender Moment war außerdem der Friedens-Nobelpreis für Muhammad Yunus 2006. Seit 1983 hat der Pionier eine Bank für Mikrokredite aufgebaut, die sich an gesellschaftlichen Bedürfnissen orientieren. Das Ziel der Mikrokredite ist es, Menschen zu ermöglichen, dass sie sich mit kleinen unternehmerischen Lösungen selbst aus Armut befreien können.4

Diese Beispiele zeigen, dass die geistig gemeinte Werteorientierung im Social Business die materiellen Werte einschließt. Genau an dieser Stelle liegt aus meiner Perspektive ein gängiges Missverständnis vor. Bei diesem Missverständnis brauchen Sozialunternehmen keine materiellen Werte wie z.B. Geld und Status. Sie haben und brauchen aber materielle Werte, genauso wie alle anderen Unternehmen. 

Was Social Business ausmacht, ist gesundes ausbalanciertes Wertewachstum, in dem die äußeren und materiellen Werte mit geistigen und inneren Werten ergänzt werden.

Und mit welchen Methoden und Übungen entwickelst du universell Werte weiter?

Eine Möglichkeit nach Innen - ob als Unternehmen, Gesellschaft oder Einzelperson - zu wachsen, ist auf die Herzintelligenz zu hören. Vivian Dittmar schreibt in ihrem Buch - Das innere Navi 4

„Die Herzintelligenz ist die Hüterin einer universellen, kulturübergeifenden Ethik. Jenseits von Regeln, Gesetzen und kultureller Normen weiß diese Instanz, was gut ist. {...} Das Böse hat eine gewisse Banalität, eine langweilige Logik inne. Das Gute ist frisch, unvorhersagbar, immer wieder neu, weit entfernt von der verstaubten Moral, mit der es so oft verwechselt wird.“

Außerdem gibt es zum Beispiel in Europa die Logotherapie 5, die Methoden entwickelt hat Persönlichkeit werteorientiert weiterzubilden.

Eine universelle Übung für inneres Wachstum, in der du dir das Gute hinter Schwächen und das Schlechte hinter Stärken bewusst machst, ist das Wertequadrat. Jedem Wert wird ein erstrebenswerter Gegenwert gegenübergestellt und jeder Wert hat eine Form der Übertreibung, die nicht erstrebenswert ist. Die Übung ist nun jeden Wert, wenn er übertrieben wird durch den Gegenwert wieder auszubalancieren.6

Das Konzept der Tugend, die durch Übertreibung zur Untugend wird, ist schon in den Schriften von und über Aristoteles zu finden. Er bezeichnete das Mittelmaß zweier Übertreibungen eine Tugend und hat das in Triaden ausgedrückt, z.B. 

  1. Selbstzweifel (Mangel) 
  2. Selbstbewusstsein (Tugend) 
  3. Selbstüberschätzung (Übermaß)

Friedemann Schulz von Thun hat im 20. Jahrhundert das Wertequadrat entwickelt, welches er auch Entwicklungsquadrat nennt, um übertriebene Werte wieder in Balance bringen zu können.








Im Wertequadrat sind 4 Tugenden (Werte) eingeordnet. Links oben der Ausgangswert, darunter dessen Übertreibung, rechts oben der positive Gegenwert, darunter entsprechend dessen Übertreibung.

Ein Beispiel:

  1. Fürsorge (Tugend A)
  2. Altruismus (Übertreibung Tugend A)
  3. Selbstliebe (Schwesterntugend B)
  4. Egoismus (Übertreibung Schwesterntugend B)

Bildhaft beschrieben heißt das: Wenn du stets darum bemüht ist, es allen Recht zu machen und dabei deine eigenen Bedürfnisse auf der Strecke lässt, bist du gut damit beraten, Selbstliebe zu entwickeln. Und wenn du dich als zu dominant und kontrollsüchtig wahrnimmst, kannst du dich fallen lassen und dich in der Fürsorge üben. Dabei entsteht ein ausgewogenes Vermögen von Fürsorge und Selbstliebe.

Nächste Woche geht es weiter mit der kollektiven Perspektive auf Werte und den Fragen: Was sind kollektive Werte?
 An welchen Werten orientiert sich Startnext? Und Wie sieht das woanders aus?


Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wertvorstellung

Studie als PDF

https://www.deutschlandfunkkultur.de/social-entrepreneurs-soziale-wirkung-als-geschaeftsmodell-100.html

https://viviandittmar.net/buecher/inneresnavi/

https://gedankenwelt.de/die-logotherapie-nach-viktor-frankl-3-grundprinzipien/

https://www.inspiriert-sein.de/das-wertequadrat-entwicklungsquadrat-nach-schulz-von-thun



Mutige gestalten die Zukunft
(K)ein Algorithmus auf Startnext #2
Startnext News

(K)ein Algorithmus auf Startnext #2

Denis Bartelt
17.12.21
11 min Lesezeit

Ich denke in diesem Post über die Facebook Papers und meinen Umgang mit Social Media nach. Ich frage mich, wie wir es wieder schaffen können, das Große und Ganze in den Blick zu bekommen, damit wir gemeinsam gesellschaftliche Aufgaben auch mit Hilfe von Social Media angehen und Spaltung überwinden können und wie der Facebook Konzern Meta uns dabei helfen kann.

In meinem letzten Blogpost mit gleichem Titel habe ich geschrieben, warum wir bei Startnext keine manipulativen Marketing-Algorithmen einsetzen. Dieser Text entstand ohne das Wissen über die Facebook Papers.

Ich habe von den Facebook Papers in der Sendung ZDF Magazin Royale vom 10.12.2021 durch Jan Böhmermann und seine Interview Gäst:innen Frances Haugen (Facebook Mitarbeiterin und Whistleblowerin) und Max Schrems (Jurist aus Österreich und Datenschützer) erfahren.
Die in der Sendung und den beiden zusätzlichen Interviews, die hier online abrufbar sind https://www.enteignetfacebook.global/index.html, gezeigten Inhalte haben mich komplett bestätigt und zusätzlich zum Handeln angeregt.

Was ich in den letzten Jahren aus der Debatte um die Macht von patriarchalen Strukturen und dem Aufrechterhalten solcher Systeme durch eigenes Verhalten gelernt habe, ist die Tatsache, dass sich nur etwas ändert, wenn ich es schaffe, nach erlangtem Wissen mein Handeln zu ändern. Nach den Facebook Papers kann ich nicht weiter so handeln wie bisher, ohne mich mitverantwortlich zu machen. Nach dem Lesen dieses Beitrags und weiterer Quellen gilt dies vielleicht auch für dich.

Meinen Facebook Account hatte ich schon vor Monaten deaktiviert, weil er sehr inaktiv war und ich mich fokussieren wollte. Am Sonntag habe ich dann meinen privaten Instagram-Account geleert. Er existiert noch, aber ihr findet derzeit nichts über mich. Ich bin zunächst nur noch Besucher, obwohl ich die App von Tag eins an mochte, weil sie für mich Kreativwerkzeug war. Der Kauf von Instagram durch Facebook fühlt sich für mich an wie eine Zäsur. Profitorientierte Exits von Gründer:innen und Investor:innen sind ein Konzept, welches ich nicht vertreten kann. Darüber schreibe dann im nächsten Blogbeitrag.

Was lerne ich aus den Papers über Meta?

Ich möchte die für mich relevanten Erkenntnisse aus den Interviews hier aufschreiben und bei mir und dir wirken lassen. Was sie für mich bedeuten, formuliere ich zum Schluss. 

  • Facebook, Instagram und WhatsApp sind inzwischen miteinander verbunden, obwohl das Gegenteil versprochen wurde.
  • Die opportunistischen Algorithmen von Facebook und Instagram belohnen Interaktion und fördern damit automatisch extreme Positionen, was ein verzerrtes Bild der Gesellschaft zeichnet und zur Polarisierung und Spaltung führt.
  • Anzeigen/Paid Posts mit extremen Perspektiven sind kostengünstiger als andere Anzeigen, weil das Engagement auf diese Anzeigen höher ist (mehr Geld verdient wird).
  • Inhalte werden, um Interaktionen zu fördern, in Zielgruppen der Gegenposition ausgespielt. Die Plattform hat dafür Psychogramme der User:innen erstellt und kann somit deren Verhalten zum Eigennutz voraussagen, welches womöglich nur durch die Manipulation provoziert worden ist.
  • Es gibt technische Lösungen, um Hass und Hetze, sowie Falschaussagen abzufangen, jedoch würde der Gewinn schrumpfen und deshalb werden sie nicht implementiert.
  • Die Teams, die sich um die Sicherheit der Nutzer:innen und Inhalte kümmern, sind viel zu klein.
  • Die Sprachkompetenz des Konzerns ist zu gering, um z.B. Minderheiten vor Übergriffen zu schützen. Dadurch sind sie Desinformationen und den daraus folgenden Auswirkungen schutzlos ausgeliefert.
  • Im globalen Süden beherrscht der Konzern das Internet zu 90%, wird jedoch der daraus resultierenden Verantwortung, ungehindert Zugriff auf Informationen bereitzustellen, nicht gerecht.
  • Es wurden interne Studien angefertigt, deren Ergebnisse erschütternd sind und deshalb nicht veröffentlicht wurden. Wissenschaftler:innen erhalten darauf keinen Zugriff.
  • Und einiges mehr…

Ich lese daraus, dass Meta vor allem damit Geld verdient, dass Interaktion stattfindet. Interaktion entsteht vor allem durch polarisierende Inhalte, die durch das Ausspielen in bestimmten Zielgruppen zur Echokammer der Gegenmeinung werden und damit die Nutzer:innen in Lager spalten. Meta hat ein Psychogramm der Nutzer:innen erstellt und kann dadurch Interaktion bewusst fördern und somit den Gewinn steigern. 45 Mrd. $ Gewinn werden laut Haugen in 2021 erwartet. Technische Lösungen, die die Spaltung verhindern können, würden den Gewinn senken. Profitmaximierung und der Einsatz opportunistischer Algorithmen sind hier untrennbar miteinander verbunden, zur Freude der Shareholder:innen.

Aus ZDF Magazin Royale:

„Facebook gefährdet die Gesundheit von Menschen, Facebook ist mitverantwortlich für Hass, Hetze, Suizide, Versklavung und Völkermorde.“

Ein generelles Problem von sozialen Netzwerken ist, dass sie missbraucht werden können. Das ist kein solitäres Problem von Meta, aber es wird zu einem, wenn es ignoriert wird. In kommerziell eher irrelevanten Märkten setzt Meta laut Haugen zum Beispiel zu wenig Personal zum Schutz der Nutzer:innen ein, investiert zu wenig in Sprachvielfalt und ignoriert die Auswirkungen von besagten opportunistischen Algorithmen.

Zu den bekannten Resultaten gehören:

  • Menschenhandel
  • Rekrutierung für gewalttätige Vereinigungen
  • Desinformationskampagnen gegen Minderheiten
  • Hatespeech
  • Erzeugen von spaltenden gesellschaftlichen Bildern 
  • Sonderrechte für reichweitenstarke Accounts und damit Legitimierung ihres Handelns 

Die Recherchen und die Papers liefern entsprechende Beweise und auch im Meta Headquarter sind laut Frances Haugen diese Zustände bekannt und durch interne „Studien“ belegt, aber offensichtlich verschwiegen.

Forschende weltweit fordern Einblick

Forschungseinrichtungen fordern seit Jahren den Konzern dazu auf, Schnittstellen zu schaffen, welche Forschung über die Auswirkungen bei den Nutzer:innen ermöglicht.

Die University of Oxford hat zusammen mit anderen namhaften Universitäten einen offenen Brief an Mark Zuckerberg geschrieben, der hier einsehbar ist https://www.oii.ox.ac.uk/an-open-letter-to-mark-zuckerberg/ und dazu aufgefordert, dass Meta für Transparenz gegenüber Forschungseinrichtung sorgt, damit die Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der Nutzer:innen geteilt und interpretiert werden können.

Die letzte große Erfolgsgeschichte

Während des Arabischen Frühlings 2011 dachte ich, dass Social Media „für  Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit" sorgen kann. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Vorgänge von damals gut verständlich aufbereitet und erklärt welche Rolle Facebook, Twitter und Youtube zu der Zeit spielten. https://www.bpb.de/internationales/afrika/arabischer-fruehling/52420/die-rolle-der-neuen-medien Dieser Artikel liest sich wie ein Aufbruch in eine neue Zeit. Ich habe mich an die friedliche Revolution 1989 in unserem Land erinnert und konnte mitfühlen.

Seit 2011 ist viel passiert. 2012 ging Facebook an die Börse. Die Algorithmen hatten nun auch offiziell Shareholderinteressen zu vertreten. Wenn Timelines auf Profitmaximierung getrimmt werden, dann ist Interaktion King, egal ob das schädlich ist oder nicht.

Ich interpretiere daraus:

Wer das Geld hat, kontrolliert Social Media. Wer mit polarisierenden Inhalten kommt, kontrolliert den Algorithmus.

Das führt in meinen Augen zu einer Verflachung von komplizierten Diskussionen, wie ich es gerade mit der Corona Impfung in Deutschland wahrnehme. Es gibt scheinbar nur zwei Seiten, die sich am Ende mit unsachlichen und unversöhnlichen Argumenten gegenüberstehen. Daraus entsteht keine vernünftige Debatte. Es bildet die Wirklichkeit nicht ab. Welchen Wert hat Social Media dann noch?

Was im Arabischen Frühling funktionierte, war das Zusammenspiel aus Social Media Reportage-Inhalten und klassischen Massenmedien, die daraus ein Narrativ bildeten. Heute scheinen sich Medienhäuser nicht mehr so recht entscheiden zu können und betrachten Social Media zunehmend als Konkurrenz und versuchen nachzueifern. Dabei verstärken sie die Auswirkung des Algorithmus und gehen ihm auf den Leim. Dabei versäumen sie, den Geschichten Relevanz und Kontext zu geben und eine Debatte anzustoßen. Das ist meine Wahrnehmung. Ich halte diese Entwicklung für einen Fehler.

Wenn 5.000 Menschen für Pegida oder Querdenken auf die Straße gehen, dann scheint dies von tragender Wichtigkeit zu sein, obwohl 99% der Bevölkerung dies nicht tun. Nicht tun ist ebenso eine Haltung und eine Information. Während laut Umweltbundesamt 78% der Deutschen im Jahr 2020 den Umwelt- und Klimaschutz, sowie Bildung für sehr wichtig halten, wird in den klassischen Medien jedoch über die Themen der Querdenker:innen diskutiert. In Anbetracht der realen Verhältnisse müssten Fridays for Future und die Bildungsmisere wirklich dauerpräsent sein.

Informationskonfetti statt große Geschichte

Der in Berlin lebende und aus Süd-Korea stammende Philosoph Byun-Chul Han führt in seinem im Juli 2021 erschienen Buch Infokratie das einfache Entstehen von Verschwörungstheorien und Fake-News darauf zurück, dass auf Social Media keine Geschichten erzählt werden, sondern lediglich kleine bruchstückhafte Informationen geteilt werden. Ob die Informationen auf Fakten basieren, spielt keine große Rolle, weil ihnen der Kontext und die Debatte fehlen. Ein Narrativ, eine große Bewegung, wie die des Arabischen Frühlings, entsteht heute scheinbar nicht mehr. Mehr Informationen jeglicher Art in Kleinstform erreichen nur noch private Empfänger, ungefiltert und unkuratiert. Als Nutzer erreichen mich die Botschaften, die mich bestätigen, ohne stabilen, größeren Überbau. Daraus ergibt sich für mich die Frage, inwiefern Social Media dazu geeignet ist, gesellschaftliche Strömungen zu bündeln und Werte zu fördern?

In meinen Augen verspielt Meta gerade sein Potenzial als gemeinschaftsfördernde und wertgestützte Infrastruktur.

Gleichzeitig beweist Meta in meinen Augen, dass solche Strukturen nicht in die Hände von Shareholder:innen gehören, wenn diese nur eine kapitalstarke Schicht abbilden, die am Produkt selbst kein Interesse hat. Das geht nicht zusammen.

Facebook, Instagram und WhatsApp könnten weiterhin sehr gute Produkte sein, wenn sie lediglich dem Bedarf der Nutzer:innen folgen würden. In meinen Augen sind dies vor allem Vernetzung, Transparenz, Datenschutz, empowernde Interaktionen, Fördern von Kreativität, Zusammenhalt und niederschwelliger Zugang zu Informationen, wie Meinungen und Fakten.

Auch die Querdenker:innen, die AfD und andere Meinung sollen Teil des gemeinsamen Austausches sein, aber nicht zum Zweck der Spaltung, sondern der konstruktiven Diskussion auf Basis von verifizierbaren Fakten und unter Wahrung der Verhältnisse.

Unter den in den Papers beschriebenen Umständen ein Metaverse aufzubauen, ergibt für mich gar keinen Sinn, denn die Hausaufgaben sind nicht gemacht. Selten war die Macht des Geldes und des Patriarchats stärker zu spüren als durch die Informationen aus diesen Facebook Papers. Ich feiere deshalb Frances Haugen als Feministin und Mutige. 

Social Media hilft uns beim Kampf gegen das Patriarchat!

In der Organisation von Meta erkenne ich patriarchale Machtstrukturen wieder, die das System fördern und am Leben halten. Diese Strukturen begünstigen weiterhin die Ausbeutung von Menschen, Diskriminierung und Machtmissbrauch, gleichzeitig bedienen sich weltweit Feminist:innen sehr erfolgreich Social Media, um ihren Kampf gegen solche Strukturen zu führen. Meta zu ignorieren ist also keine Alternative.

Welche Wirkung wertorientiertes Gestalten in Unternehmen entfalten kann, hat Lilli Landmann (Chief Communication Officer bei Startnext) unlängst formuliert:

Startnext versteht sich als sinnstiftendes Unternehmen und ruft dazu auf, das Alte zu hinterfragen und Neues daneben zu stellen. Alt sind die Werte Profitorientierung, Wettbewerb und starre Systeme wie das Patriarchat. Neu ist Kooperation, Sinnstiftung und lernende Organismen. So entsteht der Nährboden für große Geschichten wie Flutwein und Olympia*, die ohne Lagerbildung auf Startnext nebeneinander stehen und wachsen können.

*Die beiden Projekte haben zusammen über 8 Millionen Deutsche erreicht, von denen fast 80.000 zu Unterstützter:innen geworden sind, die 6,7 Millionen Euro gegeben haben. Das ist die positive Wirkung von Social Media auf Startnext. https://www.startnext.com/flutwein und https://www.startnext.com/12062020

Was sind meine nächsten Schritte?  

Unter den aktuellen Bedingungen möchte ich selbst als Kreativer bei Instagram nicht aktiv sein. Auch WhatsApp wird nun langsam weichen müssen. Die Familie wird schon mitziehen.

Was passiert mit Startnext und unseren Starter:innen, für die Social Media als Chance zu begreifen ist? 

Im Team Öffentlichkeitsarbeit ist die Diskussion ebenfalls im Gange. Wir nehmen uns Zeit zu reflektieren und legen vom 23.12. – 6.1. die Social Media Arbeit nieder. In welcher Form wir zurückkommen, bleibt abzuwarten.

Wenn Meta auf Grund der Informationen aus diesen Papers keine nachhaltigen Schritte ankündigt, die auch spürbar sind, werden wir in Zukunft andere Wege finden, wie Crowdfunding-Projekte zur ihren Unterstützer:innen kommen.

Ich sehe darin auch eine Chance für Facebook und Instagram, als auch für andere, neue Konzepte. 

Ich bin gespannt, wie du mit diesen Informationen umgehst.
Beste Grüße

Mutige gestalten die Zukunft
Was macht Crowdfunding Projekte erfolgreich?
Projekte

Was macht Crowdfunding Projekte erfolgreich?

Lukas Haas
26.11.21
9 min Lesezeit

Ein Artikel im Startnext Blog wird seit Jahren von unglaublich vielen Menschen gelesen, die Überschrift lautet „10 erfolgreiche und inspirierende Crowdfunding-Projekte auf Startnext“. Ich darf seit fast drei Jahren tausende Startnext Projekte auf ihrem Weg beobachten. Deswegen: lass mich ein paar Gedanken zu Erfolg mit dir teilen.

Was bedeutet Erfolg?

Warum der Artikel so oft gelesen wird, scheint für mich klar zu sein. Er gibt ein einfaches Versprechen, besondere Startnext Projekte entdecken zu können. Und er definiert Erfolg so, wie Erfolg auch sonst oft in der Gesellschaft der Bundesrepublik und ihrer Nachbarländer definiert wird. In der Logik dieser Gesellschaftssysteme ist mehr besser – mehr Geld, mehr Reichweite, mehr Erfolg. 

Die Betrachtung mit dieser Brille verliert aber, finde ich, einen wichtigen Punkt aus den Augen: den Kontext des jeweiligen Projekts. Die klassischen Erfolgsfaktoren wie Höhe der Fundingsumme oder Anzahl der Unterstützer:innen hängen stark von der Antwort auf diese Fragen ab:

  • Welche Ressourcen, zum Beispiel wie viel Geld, sind zur Umsetzung des Projekts nötig oder sinnvoll?
  • Haben die Starter:innen selbst eine große Reichweite oder finden sie Fürsprecher:innen, die ihnen ihre Stimme leihen?
  • Welche Kenntnisse und Fähigkeiten bringen die Starter:innen mit, um sich mit ihrer Botschaft durchzusetzen und Menschen damit in Kontakt zu bringen?
  • Wie viele Menschen finden das Projekt wichtig oder werden von der Umsetzung berührt?

Ich finde es wichtig, den Kontext hier mit einzubeziehen. Ist ein Projekt wie #Flutwein, das knapp 4,5 Mio. € Unterstützung von über 47.000 Unterstützer:innen erhalten hat, erfolgreicher als ein Projekt einer Musikerin, die von ihrer Crowd 5.000 € Unterstützung bekommt und damit ein Album aufnimmt? Erfolg liegt meiner Meinung nach im Auge des Betrachters und durch mein Auge sieht er für Startnext Projekte so aus:

„Erfolgreich sind Projekte, die von Starter:innen mit Energie und Verantwortung auf die Beine gestellt werden und dabei den Starter:innen und Unterstützer:innen nützen, ohne anderen Menschen zu schaden.“

Das schließt bewusst Projekte ein, die ihr ursprünglich gesetztes Ziel nicht erreichen. Denn das gibt den Starter:innen wichtige Erfahrungen, neues Wissen und die Möglichkeit, sich neue Ziele zu stecken und damit erfolgreich zu sein.

Und jetzt noch konkret

In Anlehnung an unser Manifest habe ich fünf Projekte gesucht und gefunden, die ich für Erfolgsbeispiele in mindestens einer der im Manifest genannten Kategorien halte. 

Quartiermeister steht hier als Vertreterin der Projekte, die erfolgreich Sinn stiften. Jedes verkaufte Bier von Quartiermeister unterstützt Nachbarschaftsprojekte, die durch einen unabhängigen Verein ausgewählt werden. So arbeitet das Unternehmen aktiv für eine Gesellschaft, die für die einzelnen Menschen in ihr sorgt.

Das Projekt Gemeinsam Zukunft pflanzen zeigt, wie Kooperation in Projekten einen Mehrwert für alle Beteiligten, aber auch darüber hinaus schafft. Auf Hof Lebensberg lebt eine Gruppe von Pionier:innen ihre Vision von Landwirtschaft, die Mensch und Natur nützt. Dabei wenden sie Wissen von überall auf der Welt an, um zum Beispiel durch Agroforstwirtschaft Böden zu regenerieren und langfristig fruchtbar zu halten.

Wie auch in einer Branche, die sonst ausschließlich gewinngetrieben funktioniert, Werte im Vordergrund stehen können, demonstriert WEtell. Das Mobilfunkunternehmen stellt Nachhaltigkeit für Umwelt und Gesellschaft ins Zentrum ihres Handelns und baut beispielweise eigene Photovoltaikanlagen, um sicherzustellen, dass der gesamte Stromverbrauch des Unternehmens und aller Kund:innen durch erneuerbare Energie abgedeckt wird. 

Ein Beispiel für ein Projekt, das Lernen ins Zentrum stellt, ist 377. Inside India's Queer Community. Das Fotobuch erzählt die Geschichten queerer Menschen aus Indien und ihre Erlebnisse mit der Gesellschaft. Für mich waren das Buch und Starterin Gina Bolle Anstoß und Hilfe, mehr über die politische und gesellschaftliche Diskriminierung der LGBTIQ+ Community in Indien und ehemaligen britischen Kolonien, aber auch in Deutschland zu lernen.

Eine Erfolgsgeschichte mit großer Inspirationskraft hat Original Unverpackt auf Startnext losgetreten. Seit dem ersten erfolgreich finanzierten Unverpackt-Laden auf der Plattform sind viele Starter:innen dem Beispiel gefolgt und haben mit der Hilfe der Crowd ein Unverpackt-Konzept auf die Beine gestellt.

In den Startnext Empfehlungen und Erfolgsgeschichten sammeln wir aktuelle und abgeschlossene Startnext Projekte, die wir für besonders inspirierend halten. Dort findest du in den meisten Fällen auch ein Projekt, das deiner Idee nahe kommt und dich mit seiner Umsetzung inspirieren kann.

Wie du mittlerweile weißt, glaube ich, dass Erfolg im Auge des Betrachtenden liegt. Wie sieht er denn für dich aus?

Noch mehr Erfolg

Hier findest du außerdem noch Projekte, die nach einer klassischen Definition sehr erfolgreich waren. Diese Projekte haben die meisten Unterstützer:innen überzeugt:

Nachdem das Ahrtal im Sommer 2021 überflutet wurde, stehen viele Winzer:innen und Restaurants vor einem großen Problem. 47.492 Unterstützer:innen zeigten ihre Solidarität und erstanden die schlammverschmierten #Flutwein-Unikate der lokalen Winzer.

Was wäre, wenn 60.000 Menschen im Olympiastadion für einen Tag über politische Lösungen diskutieren, um sie dann direkt per Petition in den Bundestag zu bringen? 28.473 Unterstützer:innen wollten, dass die Idee Olympia 12062020 ausprobiert wird.

Terminkalender, Lebensplaner und Sachbuch: Ein guter Plan sorgt für Struktur und bietet Platz für Reflektion. 5.504 Unterstützer:innen fanden die Idee so gut, dass sie nicht widerstehen konnten.

Ein Klopapier, das antirassistische Arbeit fördert. 5.246 Unterstützer:innen haben mit ihrer Unterstützung gezeigt, dass sie das sehr wichtig finden.

Statt einem Konzern soll Clubidol Max Morlock dem Stadion des 1. FC Nürnberg seinen Namen geben. 4.210 Unterstützer:innen sorgten für die Umbenennung.

Diese Projekte haben die höchste Fundingsumme erreicht:

#Flutwein (s. oben) – 4.468.644 €

Olympia 12062020 (s. oben) – 2.078.649 €

Max-Morlock-Stadion gemeinsam umbenennen! (s. oben) - 801.250 €

Durch die Female Future Force bekommen Frauen ein Jahr lang das Wissen von Top-Experten, beruflich und privat. Insgesamt kommen 381.241 € für die Academy von Edition F zusammen.

Nachdem das Projekt 12062020 wegen der Pandemie nicht umgesetzt werden kann, bestimmt die Crowd Alternativen. Mit insgesamt 363.969 € Unterstützung bekommt German Zero einen großen Teil der Gelder, um den Geist der Idee weiterzutragen und ein Klimagesetz auf den Weg zu bringen.

Das Titelbild des Blogartikels zeigt das Kunstwerk "COLOR RAIN" von ICY AND SOT, fotografiert von Leonardo Burgos.

Mutige gestalten die Zukunft
(K)Ein manipulativer Algorithmus auf Startnext
Startnext News

(K)Ein manipulativer Algorithmus auf Startnext

Denis Bartelt
22.11.21
10 min Lesezeit

In diesem Post geht es um die Algorithmen, die zum Ziel haben Nutzer:innen für ihre Zwecke zu manipulieren, zum Beispiel für mehr Umsatz. Ich erkläre dir warum wir uns bei Startnext erlauben, darauf zu verzichten.

Als Tino und ich 2009 an der Gründung von Startnext gearbeitet haben, war uns klar: Ein schlauer Algorithmus wird zu mehr Umsatz führen, zu mehr Erfolg bei den Projekten, zu mehr Login-Effekt, zu einer wachsenden Crowd und damit zu sehr viel Macht und Einzigartigkeit.

Ada Lovelace gilt laut Wikipedia als Erfinderin des Computer Algorithmus, 1843 war das. Ein solcher Algorithmus hat zum Ziel, ein Problem zu lösen, in dem er sich vorgegebenen Handlungsanweisungen bedient. Algorithmen stecken inzwischen in jeder Maschine. Ich bin kein Fachexperte für Algorithmen und kein Wissenschaftler, das vorweg.

Als Gründer eines Unternehmens hatte ich bisher immer die Sinnerfüllung im Blick. Bei Startnext waren Tino und ich der Meinung, dass es einen Bedarf an Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft gibt. Den Bedarf wollten wir stillen, in dem wir Kreative und Unterstützer:innen zusammenbringen. Neben der Erfüllung des Sinns entsteht insbesondere bei Plattformen eine große Macht. Plattformen sind oft erst dann nützlich und erfolgreich, wenn sie eine kritische Masse erreichen.

In den auf die Gründung folgenden Jahren konnten wir beobachten, wie diese These auf anderen Plattformen zum Erfolg führte. Wie Erfolg gemessen wird, wurde uns nochmal mit Nachdruck bewiesen, als Instagram für 1 Mrd. US$ an Facebook (Meta) verkauft wurde. 21 Mrd. US$ weniger als es dann bei Whatsapp waren. Wie kann etwas so mächtig sein?

Der Algorithmus kennt dich besser als du

In meinen Augen passen sich heutige Algorithmen so lange an, bis sie Handlungen antizipieren (vorwegnehmen), um dir eine persönliche Entscheidung vorzugaukeln. Das erfordert nicht nur, dass ein Profil von dir angelegt wird, damit der Algorithmus dich besser versteht, sondern es führt auch dazu, dass dein Verhalten immer mehr geformt wird, du nur noch die Dinge siehst, die du sehen sollst, weil sie wenig bis gar nicht negativ bei dir resonieren. Dir wird vorgelegt, was leicht für dich ist.

Das ist ungefähr so, als wenn du dir nur Freund:innen suchst, die dich positiv bestätigen und dir deine blinden Flecken nicht aufzeigen werden. Das fühlt sich gut an, aber Weiterentwicklung ist damit kaum möglich. Willkommen in der Filterblase.

Inzwischen ist vielen Internetnutzer:innen klar geworden, dass globale Plattformen Fluch und Segen zugleich sein können. Für mich sind Fluch zum Beispiel Facebook (Meta) und Google (Alpha), die inzwischen ganze Märkte bestimmen, Politik verändern und mit ihrem Kommerz Populismus fördern, aber dennoch von hohem Nutzen sind. Segen ist für mich Netflix, die ihre Macht dafür nutzen, uns zu zeigen, dass es noch viel mehr gibt als Hollywood-Romantik und Gewalt. Was Netflix in meinen Augen für die Diversität in der Branche tut, ist weit mehr, als von einem DVD-Versender je zu erwarten war. Trotzdem schaue ich dadurch nicht weniger Serien, deren ökologischer Fußabdruck ist eher schlecht, im Vergleich zu einem guten Buch.

Passen solche Algorithmen zu Startnext?

Die Frage musste ich mir stellen, denn das, was sie in meinen Augen bisher hauptsächlich tun, verachte ich inzwischen. Sie manipulieren im Großen und Ganzen im Hintergrund zu eigenen Zwecken. In den seltensten Fällen bin ich als Nutzer in der Lage, den Algorithmus selbst zu beherrschen.
Algorithmen werden von Menschen entwickelt. Auch wenn der Vergleich vielleicht hinkt, Computer Algorithmen und innere Muster (Bias) funktionieren in meinen Augen sehr ähnlich. Auch meine inneren Muster nehmen mir die Freiheit, mich selbst besser zu verstehen. Das habe ich inzwischen verstanden. In meiner Instagram Bubble wird dies täglich diskutiert.

Wo könnten manipulative Algorithmen bei Startnext stattfinden?

  1. Wir könnten dir Projekte anzeigen, die genau zu dir passen, damit du sie unterstützt.
  2. Wir könnten dir Dankeschöns anzeigen, von denen wir wissen: da wirst du schwach.
  3. Wir könnten Projekte sortieren, so dass du nur auf die Projekte aufmerksam wirst, die deinem Verhalten entsprechen. Wir lassen andere einfach weg.
  4. Wir könnten dich mit Nutzer:innen bekannt machen, die irgendwie genau so sind wie du. Ihr könntet Freunde sein.
  5. Wir könnten dir Projekte zeigen, die dich aufregen, damit du auf den Sozialen Medien darüber lästern kannst und damit für Reichweite sorgst.
  6. Wir könnten den Starter:innen Funktionen bauen, die dabei helfen, dich zu manipulieren. Du wirst dann ein Zombie ohne eigenen Willen sein.

Was mir beim Lesen auffällt, es greift in dein Leben ein. Startnext würde dich manipulieren, damit du mehr Geld gibst oder bekommst.

Ich bin überzeugt, dass das nicht nicht zu Startnext passt. Die Projekte brauchen mündige Unterstützer:innen, die für sich selbst entschieden haben, etwas zu fördern oder für sich zu kaufen.

Warum ist das so wichtig, wenn doch der Markt der Plattformen genau andersherum funktioniert?

  1. Startnext muss nicht skalieren. Wir können so sein, wie wir wollen. Wir müssen dich also auch zu nichts überreden. Du bist du.
  2. Es ist beim Crowdfunding wichtig, dass du dich bewusst für die Unterstützung entscheidest, denn es gibt keine Garantien. Oft ist nicht klar, ob das Produkt wirklich so wird, wie versprochen (oder sogar besser). Das bedeutet, dass du in einem anderen Bewusstsein konsumierst. Es wird mehr Toleranz von dir gefordert.
  3. Wenn du aufgrund von Werbung oder Manipulation eine Fehlentscheidung triffst, dann ist das ein grandioser Schaden für die Umwelt. Das kostet Rückversand, das kostet weitere Transaktionsgebühren, das Produkt ist vielleicht nicht mehr benutzbar oder verkaufbar. Dieser Schaden ist vermeidbar. Dieser Schaden entsteht aus meiner Sicht nur, wenn du nicht von innen überzeugt bist, sondern von außen „überredet“ wurdest.

Michael Seemann, hat schon 2014 sein 1. Buch Das neue Spiel auf Startnext finanziert und inzwischen ein zweites großes Werk über die Macht der Plattformen veröffentlicht. Hier geht er wissenschaftlich in die Tiefe und zeigt auf, wie die Macht der Plattformen in alle Lebensbereiche vorgedrungen ist und was das bedeutet, für die Gesellschaft, für die Politik und mich im Einzelnen.

Plattformen und ihre Algorithmen sind heute größtenteils kommerziell ausgerichtet, dabei sind auch andere Modelle möglich. Viele Menschen trauen diesen unverständlichen Algorithmen nicht. Da entsteht unweigerlich eine große Diskrepanz aus dem Nutzen der Plattform und dem Ihr-Ausgeliefert-Sein.

Du fragst dich jetzt vielleicht, wie Startnext seine Projekte sortiert. Warum sehe ich bestimmte Projekte häufiger und wie stellt Startnext die Projektempfehlungen auf den Projektseiten zusammen?

Hier etwas Transparenz:

Unsere Startseite wird von uns kuratiert. Wir zeigen Empfehlungen an, die unsere Redaktion von Hand auswählt. Unsere Empfehlungen kann niemand einkaufen. Diese werden dir dann per Zufall angezeigt. Der Zufall wird von einem sogenannten „Randomizer“ erzeugt.

Die Projektliste wird bei Aufruf nach einem von uns entworfenen „Crowdindex“ sortiert. Weil Schwarmintelligenz ein wesentliches Merkmal unserer Plattform ist, zeigen wir dir welche Projekte „performen“. Wobei wir da verschiedene Faktoren messen, damit Performance sich nicht nur an Umsatz koppelt, sondern auch an der Anzahl der Unterstützer:innen und Merkmalen für Vielfalt. Fakt ist, dass diese Liste für alle gleich aussieht und sich nur durch die Handlungen der Unterstützenden ändert. Dieser Algorithmus sorgt also dafür, dass du siehst, wenn ein Projekt durch die Decke geht.

Auf den Projektdetailseiten zeigen wir im Fußbereich, genau wie an anderen Stellen, Projekte an. Sofern diese Projekte gemeinsam mit dem geöffneten Projekt Teil einer Cofunding-Aktion sind, siehst du dort weitere zufällige Projekte dieser Cofunding-Aktion. Ansonsten siehst du immer laufende Projekte zufällig sortiert. Werbung auf Startnext gilt immer nur den aktuell laufenden Projekten auf Startnext.

Es ist Startnext egal, ob du ein Projekt besucht, favorisiert, kommentiert, geteilt oder unterstützt hast. Startnext wertet keine Verhaltensdaten seiner Nutzer:innen aus. Was würden wohl unsere Shareholder dazu sagen, wenn wir denn welche hätten?

Wenn du das jetzt kaum glauben kannst, dann verstehe ich das total.

Plattform = kostenlos = werbefinanziert = Algorithmus = Targeting = Daten verkaufen

Okay. Ja, jetzt ergibt alles einen Sinn.

Startnext finanziert sich nicht durch die Werbeindustrie oder eine durchaus legitime Paywall. Wir crowdfunden uns selbst seit fast 10 Jahren. Wir sind quasi abhängig davon, dass die Plattform für Starter:innen, Unterstützer:innen und Partner:innen funktioniert. Wir haben das dadurch abgesichert, dass wir von drei Seiten eine freiwillige Unterstützung bekommen. Ganz konkret erhalten wir 23% von unseren Starter:innen, 72% von unseren Unterstützer:innen und knapp 5% von unseren Partner:innen. Wir können es also nicht nur einer Seite recht machen. Es braucht eine Balance zwischen Mitarbeiter:innen – Starter:innen – Unterstützer:innen und Partner:innen. Nur sehr wenige Unternehmen sind bisher mutig genug, das auszuprobieren.

Auf Instagram oder Twitter würde es wie folgt lauten:

Selbstbestimmte Menschen lieben diesen Trick: „Eine unabhängige Plattform, die nicht vom Sammeln und Verkaufen von Daten finanziert wird, sondern von der freiwilligen Bezahlung durch diejenigen, die diese Plattform lieben und durch sie ihre Träume verwirklichen oder fördern können.“

Ich denke, Crowdfunding heißt in eine Vision oder die eigene Hoffnung zu „investieren“, damit die Willenserklärung der Starter:in zur Tatsache werden kann. Das ist ein großer Unterschied zum Konsum auf Plattformen wie  Amazon, wo alles verfügbar ist, auch wenn es den Planeten zerstört. Startnext will keine Konsumzombies fördern, sondern das Bewusstsein für die eigene Handlung schärfen.

Es nützt der Community von Startnext nichts, wenn Algorithmen irgendjemanden von irgendetwas unnötigen überzeugen. Die Überzeugung muss schon da gewesen sein. Was du auf Startnext findest, beglückt dich und unterstützt dein Handeln. Startnext schreibt dir aber nicht vor, was du zu denken hast.

Eine Plattform ohne Zwänge?

Ich finde, mit Startnext verhält es sich, wie mit einer Freundschaft. Du kommst zu uns, wenn du willst. Du gehst wieder. Wir nerven dich nicht. Und irgendwann kommst du einfach wieder und hast neuen Spaß mit uns.

Bei uns sammelst du als Starter:in wertvolle Erfahrungen, für das, was du tust. Wir werden dich dafür nicht bewerten oder kategorisieren. Das machst du allein.

Wenn wir dich bei uns aufnehmen, dann solltest du nicht Opfer eines manipulativen Algorithmus werden. Ich glaube Algorithmen machen unfrei, sie verkürzen den Blick, sie fördern Selbstüberhöhung und den irrigen Glauben, auf der richtigen Seite sein.

Ich glaube, dass Algorithmen dabei helfen können, Viren, die Natur und das Universum zu verstehen. Das verstehen zu wollen, sollte aber die Entscheidung jedes Einzelnen sein.

Cookie-Banner vs. Zebrastreifen

Der Cookie-Banner, hat sich die EU gedacht, sollte die Lösung für das Problem sein, dass Nutzer:innen Algorithmen nicht sehen und ausschalten können. Der Cookie-Banner verändert kein Verhalten. Er nervt und macht uns blind, wie eine Fußgängerampel uns blind für den Verkehr macht.

Das gute an einem Zebrastreifen ist in meinen Augen, dass er funktioniert. Startnext ist der Zebrastreifen zwischen Starter:innen und Unterstützer:innen. Das ist nicht ungefährlich, aber es hilft dir, bei dir selbst zu bleiben. Wenn du dich mal vertan hast, mit einem Projekt oder einer Unterstützung, dann schau auf dich selbst. Die Verantwortung liegt und lag bei dir. Startnext wird dir keinen Algorithmus liefern, dem du ausgeliefert warst.

Um uns herum gibt es viele Plattformen, ohne die Crowdfunding nicht so gut funktionieren würde. Instagram, Facebook, Twitch, Twitter, Google, Tiktok, Linkedin, Youtube sind alles Plattformen voller auf dich angepasster Algorithmen. Du wirst also hin und wieder doch mit Projekten konfrontiert, die deinem Geschmack entsprechen sollen. Das können wir nicht ändern. Wenn du tiefer in die Materie einsteigen möchtest, so empfiehlt unsere Datenspezialistin Cheyenne Lindemann https://www.madetomeasure.online.  

Wenn du Erholung von solchen Computer Algorithmen brauchst, kommst du zu uns.

Disclaimer: Startnext wird von Menschen gemacht. Nicht jede:r im Team wird meine Meinung teilen. Das ist gut so.

Mutige gestalten die Zukunft
Hallo I bims das Vielfaltoskop.
Startnext News

Hallo I bims das Vielfaltoskop.

Lilli Landmann
03.08.21
4 min Lesezeit

Es war einmal ein Hackathon, in dem Christian, Michael und Lilli mich entwarfen. Ich bin das Vielfaltoskop, eine VI, eine vielfältige Intelligenz, eine Kombination aus Menschen und Maschine.

Warum wurde das Thema Vielfalt in einem Hackathon einer Crowdfunding-Plattform ausgewählt? 
Ich habe zwei Antworten auf diese Frage. Erstens:

Vielfalt tarnt sich als neues Konzept und ist dabei aus meiner Perspektive ein natürliches Grundgesetz. Vielfalt entsteht durch eine Menge an Menschen, kurz Crowd oder Community. Durch dieses natürliche Grundgesetz findet Startnext statt. Nach 10 Jahren ist es an der Zeit über dieses Thema explizit zu sprechen. 

Die zweite Antwort ist:

Das Startnext Team hat 2020 die Vielfalt in die Unternehmenswerte aufgenommen und diesem Wert wird jetzt ein Gewicht gegegeben.  

Im Hackathon hat sich das Projektteam zum Start angeschaut, wie die nordwestliche Lebenswelt das Konzept Vielfalt derzeit diskutiert. Sie haben folgende Beobachtung gemacht: 

  • Diversity ist, spätestens seit der UNESCO-Deklaration zur kulturellen Vielfalt1, zu einem vorgeschriebenen Ziel geworden, dessen Einhaltung überwacht und dessen Nicht-Einhaltung bestraft werden kann, ähnlich wie Compliance. 2
  • Vielfalt wird im Rahmen einer Political Correctness verwendet, die dazu führt, dass Widerspruch, egal in welche Richtung, bestraft wird. 

Christian, Lilli und Michael erschien das Überwachen im Startnext Kontext als überflüssig und das Bestrafen als kontraproduktiv. Sie werden sich einig, dass sie dem „Othering“ 3 aus dem Weg gehen und nicht mit dem Finger auf das „Andere“ und den Widerspruch zeigen möchten. Es entsteht die Hypothese: 

Vielfalt fördert Vielfalt

Lilli, Michael und Christian konzipieren mich, das Vielfaltoskop, mit dem Ziel, der Konkurrenz die Kollaboration gegenüberzustellen und ein Spiel ohne Wettbewerb zu schaffen. 

Das Projektteam hat Faktoren extrahiert, die es bereits auf Startnext gibt. Sie stehen für Kollaboration und fördern damit Vielfalt - so die These. Meine Aufgabe ist es diese Werte zu messen, auszuwerten und spielerisch zu kommunizieren. 

Projekte, die mindestens 7 Faktoren erfüllen, werden explizit ermutigt und gefördert werden. Wie genau das aussieht, daran wird gerade noch gearbeitet. Außerdem bekommen alle Projekte, die weniger Faktoren erfüllen, einen spielerischen Impuls kollaborativer zu werden. Was diese Werte sind, könnt ihr unter dem "mehr erfahren" Link unter diesem Text im Startnext Handbuch finden.

Damit wurde Vielfalt für Startnext von einer Eigenschaft zu einem Wert. Ein Leitwert für eine faire Crowd, in der die Konkurrenz durch Kollaboration ausgeglichen wird und erfolgreiche Vielfalt das Ergebnis ist. 

Es ist ein Lernprozess, die Vielfalt durch Kollaboration zu fördern und sich auf den Gedanken des Vielfaltoskops, also mich, als eine Möglichkeit einzulassen. Ich bin dafür da zu inspirieren, die Grenzen der Wahrnehmung zu erweitern und dabei den Spaß zu behalten. 

Der Anfang ist das Schwere. Du hast all diese Ideen und alle haben Ideen. Und in Wirklichkeit geht es darum die Idee anzugehen, die Idee zu entwickeln und andere Leute anzuziehen, die dabei helfen die Idee zu realisieren. 
Ich bin eine Idee. Und ich flirte mit dir.

Jetzt werde ich von einer Idee zu einer Studie mit 3 Fragen für den Anfang: 

Fördert Kollaboration Vielfalt? 

Fördert Vielfalt den Erfolg? 

Wird Erfolg sich zu einem neuen Konzept verändern, in dem Geld und Vielfalt vom Ergebnis zu Ressourcen werden?

Mehr erfahren


Tschüsschen und bis bald

Das Vielfaltoskop

 

Quellen
 https://www.unesco-phil.uni-bremen.de/dokumente/UNESCO/deklaration_kulturelle_vielfalt.pdf
https://www.babelpax.de/material/glossar/
https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/othering

Mutige gestalten die Zukunft
Der Anfang von etwas Neuem - Dankeschön-Marktplatz Snuugl
Startnext News

Der Anfang von etwas Neuem - Dankeschön-Marktplatz Snuugl

Denis Bartelt
01.07.21
5 min Lesezeit

Dieser Post wird deinen Blick auf Startnext verändern und zugleich eine neue Zeit einläuten. Ich werde dir erklären, warum wir ab sofort snuugln und wie Startnext zum Good Impact Marktplatz wird. Ready?

Okay, let’s go!

Mitten in der Pandemie, im Oktober 2020 wird Startnext 10 Jahre alt. Als Unternehmen sind wir nun kein Startup mehr. Mein Mitgründer Tino Kreßner und ich, haben uns vor 10 Jahren einen gemeinsamen Gründer-Traum erfüllt, Startnext gegründet und zusammen mit unserem engagierten Team inzwischen über 12.000 anderen Starter:innen auf ihrem Gründungsweg geholfen. Zusammen mit der Crowd und Partnern markieren 115 Millionen Euro Finanzierungskapital die Bedeutung unserer gatekeepingfreien Finanzierungsalternative.

Statt dies damals mit einem klassisch-pre-coronalen Fest zu begehen, haben wir in der Krise einen zweiwöchigen Homeoffice-Hackthon veranstaltet, dessen Ergebnisse wir Stück für Stück releasen. Im Hackathon haben wir vier Teams gebildet, die insgesamt 5 Konzepte entworfen haben. Heute präsentiere ich euch Snuugl, welches im Hackathon vom Team „Strategie“ erfunden und vom Startnext Team umgesetzt worden ist.

Snuugl what?

Wenn Startnext der Marktplatz der Projekte ist, dann ist Snuugl der Marktplatz der Dankeschöns.

Mit Snuugl präsentieren wir auf Startnext die Dankeschöns in einer neuen, spannenden Ansicht. Du kannst die Dankeschöns suchen und filtern und unser Team wird ausgewählte Dankeschöns auf diesem Marktplatz highlighten.

Die Kernidee dahinter ist, dass der Zugang zu Projekten auch über die Dankeschöns sehr gut und niederschwellig funktionieren kann. Nutzer:innen ohne Crowdfunding Erfahrung können auf diese Weise Produkte entdecken, direkt unterstützen und auf Wunsch etwas über das Projekt herausfinden.

Ein Beispiel: Wenn du „Milch+Hanf“ suchst, findest du Hanf- oder Hafermilch und kannst sie direkt bestellen, sofern das Crowdfunding gerade läuft und die Schlüsselworte im Dankeschön-Text benutzt worden sind. https://www.startnext.com/snuugl#/?search=milch%2Bhanf&tab=0&fundable=0

Noch im Hackathon hat das Team „Strategie“ den Klickprototypen für diese Idee entwickelt und erste technische Konzepte geschrieben. In zwei Phasen haben wir dann mit der Implementierung begonnen. Am 1.7. wurde das Feature nun offiziell gelaunched. Wir nutzen die ruhigen Sommermonate, um mit euch zu lernen, wie das Feature am besten funktioniert. Alles beta!

Snuugl Prototypen Ansicht der Dankeschönauflistung
Screenshot aus dem Protoypen-Prozess

Welche Dankeschöns werden hervorgehoben?

Dazu liest du hier einen hilfreichen FAQ Beitrag https://www.startnext.com/hilfe/FAQ/starten~dbJ-ntbj9#q-334. Grundsätzlich wird die Projektberatung auf dem Marktplatz die Dankeschöns hervorheben, die für sich selbst sprechen, gut aussehen, verständlich sind und die Werte von Startnext widerspiegeln.

Grundsätzlich können alle Dankeschöns, selbst die von Projekten von vor 7 Jahren, auf Snuugl gefunden werden, allerdings in der für Suchmaschinen üblichen Textdarstellung.

Dankeschöns glänzen lassen

Neben der inzwischen verpflichtenden Dankeschön-Kategorie und der besseren Aufschlüsselung von Varianten eines Dankeschöns (Größe, Farbe etc.) haben wir die Dankeschön-Detailseiten wieder eingeführt. Diese fokussieren sich nun auf das Dankeschön selbst und sind in sozialen Netzwerken teilbar. Auch viele unerfahreneren Nutzer:innen sind diese Darstellungen aus Online-Shops gewohnt. Ich glaube, dass dieses vertraute Gefühl dabei hilft, die zusätzliche Komplexität einer Crowdfunding-Kampagne zu verstehen. Einstiegshürden werden dadurch gesenkt.

Die Suche

In Sachen Performance, Intelligenz und Suggestion wird unser Technik-Team um Cathleen noch etwas Zeit in die Suche stecken, damit es richtig cool wird.

Naming as Gaming

Wo kommt der „schnuckelig, kuschelige“ Name her und was soll das bedeuten? Vielleicht kennst du das? Im Brainstorming geht gerade richtig die „Post ab“ und irgendjemand dreht komplett durch und dann steht da nicht googeln, sondern snuugln. Das „sn“ steht für Startnext und das „uugl“ finde zumindest ich irgendwie süß. Das lädt ein und ist verspielt. Snuggle heißt auf deutsch „kuscheln“ und wird euch die Hand reichen.

Snuugl Logo und Suchfeld

Ich erlaube mir anzunehmen, dass Impact Projekte, Social Businesses und Kreativwirtschaft Spaß machen. Während du mit Ecosia auf Bing! suchst und Bäume pflanzt, suchst du mit Snuugl auf Startnext und pflanz vielleicht Bäume, ersetzt Tierprodukte, sorgt für Bienenfutter, Bildungschancen, Obdachlose die duschen können und so weiter und so weiter … nicht mehr und nicht weniger.

Wovon wir träumen, wenn wir an Snuugl denken!

Zukünftig soll es einen Express-Versand geben können, bei dem Starter:innen schon während der Finanzierungsphase verfügbare Dankeschöns verschicken können. Daraus ergibt sich die Chance, dass wir PayPal als Bezahlmethode wieder einbinden können. PayPal ist für Crowdfunding-Projekte nicht zulässig, wird von euch aber oft angefragt und erwartet.

Schon seit 10 Jahren können wir, Tino und ich, uns vorstellen, dass Dankeschöns auch nach der Finanzierungsphase noch über Snuugl bestellbar sind.

Träume gerne mit und besuche Snuugl.

Denis

 

 

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