Mutige gestalten die Zukunft
Beitrag 3/3 - Die individuelle Perspektive auf Werte - Der Blick nach Innen
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Beitrag 3/3 - Die individuelle Perspektive auf Werte - Der Blick nach Innen

Lilli Landmann
25.03.22
7 min Lesezeit

Warum kann es eine gute Beschäftigung sein, wenn du dich mit deinen eigenen Werten auseinandersetzt? Wie kannst du deinen inneren Kompass lesen und ihm folgen lernen? Und wie kannst du über Nichtwissen kommunizieren?

Warum kann es eine gute Beschäftigung sein, wenn du dich mit deinen eigenen Werten auseinandersetzt?

Wie du im ersten Beitrag zum Thema Werte nachlesen kannst, ist dein eigenes Wertevermögen dein persönlicher Kompass. Diesen inneren Kompass lesen und diesem folgen zu können hat zwei, wie ich finde, unbestechliche Vorteile:

  • Deinen inneren Kompass zu kennen, gibt dir einen Sinn im Leben.
  • Deinem inneren Kompass zu folgen, heißt, dass du dich frei fühlst.

Wie kannst du deinen inneren Kompass lesen lernen?

Die Werte, die dich ausmachen, kannst du durch Ausschlussverfahren, also dem was sie nicht sind, erkennen. Sie sind zum Beispiel nicht an Situationen oder Handlungen geknüpft. Sie unterscheiden sich dadurch von Normen. Normen sind kollektiv. Wenn du dich nicht an Normen hältst, wirst du zum Beispiel gesellschaftlich bestraft oder ausgegrenzt. Wenn du fleißig bist, frage dich, ob es einen gesellschaftlichen Nach- oder Vorteil für dich hat, nicht fleißig zu sein. Und wenn ja, dann frage dich, ob dieser gesellschaftliche Nachteil dich davon abhält diesem Wert zu folgen oder du den Vorteil für dich nutzen möchtest. Wenn ja, dann ist dieser Wert nicht Teil deines inneren Kompasses, sondern ein Wert, der dich von außen zieht.

Dein Wertevermögen ist deine innere Quelle und du kannst sie kennenlernen, indem du dich nach Innen wendest. 

Dass es Antworten gibt, die aus deinem Innern kommen, erscheint in der heutigen Gesellschaft ein streng gehütetes Geheimnis. Es wird nicht als normale menschliche Fähigkeit betrachtet. Und weil sie nicht kultiviert wird, ist sie vielen Menschen nicht zugänglich.1

Hier komme ich an die Grenzen dessen, was der Verstand als rational versteht.

Wenn du also gerade merkst, dass dein Verstand sich zu sehr ins Verstehen-Wollen beißt, gehe wie folgt vor: Halte inne, schließe für einen Moment die Augen, atme tief durch und lass das Verstehen-Wollen los. Lass zu, dass in dir alles eine Ebene tiefer sinkt und beobachte, ob es eine Resonanz jenseits des Verstandes gibt.

Dieser Moment ist ein Hinweis darauf, dass du einen inneren Kompass hast und du ihn kennenlernen kannst, wenn du magst.

Wie kannst du deinem inneren Kompass folgen?

Das weiß ich nicht. 


„Ansichten fühlen sich nur entweder „richtig“ oder „falsch“ an. Bewusste Ignoranz - die Einsicht, etwas nicht zu wissen - hat keinen Platz in unserer Gefühlswelt. Wir wissen nicht wie sich das Nichtwissen anfühlt. Darum sind wir besser im Theorien erfinden als im Zugeben unserer Ignoranz.“2

Deswegen erfinde ich hier keine Theorie und überlasse dich und mich dem Nichtwissen, dem Ort zwischen zwei Ansichten.

Und gehe über zu der Frage:

Und wie kannst du über Nichtwissen kommunizieren?

Im Team Öffentlichkeitsarbeit haben wir mit der Dragon Dreaming Methode gemeinsam darüber geträumt, was und wie wir über Werte kommunizieren wollen. Dabei entstand die Idee der Wertetiere.

Die Wertetiere sind semantische Bilder. Dabei zeigen die Bilder Tiere, denen Eigenschaften zugeschrieben werden, die diesen Wert symbolisieren.

Die Idee der Wertetiere geht die Herausforderung an miteinander über Werte zu kommunizieren. Es ist schwer zu erkennen, ob du und ich zum Beispiel über den gleichen Mut sprechen. Also können die Wertetiere dafür eingesetzt werden, uns gegenseitig ein Bild von dem zu vermitteln, was du und ich jeweils meinen, wenn wir über Mut sprechen.

Ich gehe dabei von zwei Annahmen aus:

  1. Es gibt viele Antworten darauf, welches Tier für einen Wert stehen kann.
  2. Die Frage ist nicht "Bist du mutig?" sondern "Was ist Mut für dich?“.

Es ist also eine spielerische Annäherung an das Thema Werte entstanden: Ein Entweder-Oder-Spiel. Mit den Antworten und vielleicht daraus entstehenden Debatten kannst du ein Bild von dir und deinem Umfeld bekommen.

Du fängst an.

Bist du mutig wie ein Honigdachs oder eine Schildkröte?

Ein Honigdachs ist mutig, weil er gegen Löwen kämpft und obwohl er viel kleiner ist dabei auch gewinnt.

Eine Schildkröte ist mutig, weil sie ihre Nachkommen allein sich selbst überlässt und damit als Spezies schon Millionen Jahre auf der Erde lebt. Mit ihrem Schutzpanzer geht sie einfach ihren Weg und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen.


Bist du transparent wie eine Qualle oder eine Schnecke?

Es ist leicht zu sehen woraus eine Qualle besteht und sie schützt diese Informationen kaum.

Eine Schnecke zeigt dir durch ihre schön glitzernde Spur, genau wo sie lang gegangen ist.



Bist du kreativ wie ein Borkenkäfer oder ein Krake?

Ein Borkenkäfer ritzt in seinem Borkenfutterflow wunderschöne Muster in das Innere einer Rinde. Das so entstehende Kunstwerk ist der ergebnisoffene Effekt seines Lebenssinns.

Ein Krake ist als Weichtier hochverletzlich und hochinnovativ, wenn es darum geht plötzliche Gefahrensituationen zu lösen. Er baut sich zum Beispiel in Sekundenschnelle ein Schutzschild aus herumliegenden Steinen, Muscheln und Müll.


Bist du spaßig wie ein Kuckuck oder ein Katzenbaby?

Der Spaßvogel Kuckuck macht es sich leicht im Leben und legt seine Eier in andere Nester. Er genießt sein Leben weiter und die neuen Eltern sind leicht verwundert über das eine übergroße Kind.

Ein Katzenbaby ist in seinem ganzen Sein Spass. Es tollt herum, interessiert sich für alles, schläft überall, sieht entzückend aus und erweckt durch seine Anwesenheit gefühlvolle Wallungen.


Bist du vielfältig wie ein Chamäleon oder ein Schmetterling?

Ein Chamäleon meistert nahezu magisch, die optische Verwandlung und kann sich damit vielen Umgebungen jederzeit anpassen.

Ein Schmetterling durchläuft drei Perspektiven im Laufe seines Lebens. Die gemächliche, am Boden verhaftete Raupe. Die meditierende sich im Innen wandelnde Puppe. Der leichte Schmetterling, der die Welt von oben sieht.


Bist du verantwortungsvoll wie ein Papagei oder eine Biene?

Ein Papagei antwortet gerne und wiederholt mit großer Verantwortung das Gesagte. Er trägt damit Inhalte unverfälscht und loyal weiter.

Eine Biene kennt ihre Rolle genau und stellt sie nie in Frage. Sie erfüllt ihre Aufgaben mit vollem Einsatz bis in den Tod hinein.


Ich fühle mich gerade in diesem Moment mutig wie eine Schildkröte, transparent wie eine Schnecke, kreativ wie ein Borkenkäfer, spaßig wie ein Katzenbaby, vielfältig wie ein Schmetterling und verantwortungsvoll wie eine Biene. 

Ende


Quellen:

Das innere Navi - Vivian Dittmar 

Die Kunst des klugen Handelns - Rolf Dobelli

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