Letztes Mal haben wir darüber gesprochen, wie man den Kommunikationsplan für eine Crowdfunding-Kampagne erstellt. Heute geben wir ihm ein bisschen Futter, das bedeutet: Inhalte! In diesem Teil unserer kleinen Serie zum Thema Kampagnen-Kommunikation erklären wir dir, wie du am besten mit der Presse kommunizierst.

Die Pressekommunikation ist der Part, vor dem man beim Planen einer Crowdfunding-Kampagne sicherlich den größten Respekt hat. Für die meisten Menschen ist es nichts Alltägliches, mit der Presse in Kontakt zu treten, entsprechend fragst du dich sicher: Wie baue ich den Kontakt auf? Mit wem rede ich überhaupt? Keine Sorge – mit diesen vier Schritten gelingt dir der Kontakt!

1. Erstelle deine Pressemappe

Bevor du dich an die Presse wendest, solltest du ein bisschen Zeit in die Vorbereitung investieren, damit du dann nicht mit leeren Händen da stehst. Das Zauberwort heißt hier: Pressemappe.

Wir konzentrieren uns hier auf eine Online-Version der Mappe, da diese für dich zu diesem Zeitpunkt am relevantesten ist, solltest du nicht gerade auf Fachtagungen und analogen Events unterwegs sein.

Checkliste: Die Bestandteile der Pressemappe

  • Deckblatt & Inhaltsverzeichnis
  • Deine Pressemitteilung. Diese sollten kurz und knapp gehalten sein und die klassischen W-Fragen beantworten: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Woher? Achte darauf, dass das Wichtigste direkt am Anfang steht, die Sätze kurz und knackig sind und du Fachsimpelei und komplizierte Fremdworte vermeidest. Lasse dich auch nicht dazu verführen, Werbung zu treiben – du sollst Journalisten nicht überzeugen, dein Produkt zu kaufen, sondern ihnen zeigen, welche nachrichtliche Relevanz die Idee hat! Formuliere so, dass die Sätze zitierfähig sind und knallen! ;-)
  • Ein Factsheet mit Zahlen, Daten und Fakten zu deinem Projekt, deinem Unternehmen und dir selbst
  • Hochauflösende Fotos deines Projekts, von dir/deinem Team und dein Crowdfunding-Pitchvideo & Projektlink (Tipp: Unbedingt fragen, ob das Projekt im Artikel verlinkt werden kann!)
  • Deine Kontaktdaten, wobei du hier unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten anbieten solltest. Unverzichtbar sind hier Telefon und E-Mail.

Achte darauf, dass deine Mappe übersichtlich und kurz gehalten ist. Das soll kein Roman werden, die wichtigen Informationen müssen für die Pressevertreter auf den ersten Blick sichtbar sein.

2. Finde die passenden Medien

Welche Medien sind für meinen Presseverteiler relevant?

Vielleicht denkst du: Am wichtigsten ist es, wenn möglichst viel über dein Projekt kommuniziert wird, der Rest läuft dann schon – ganz so einfach ist es aber nicht. Wichtig für dich und dein Projekt ist hier eher, dass jene Medien berichten, die für deine Zielgruppe, die du mithilfe des letzten Blogartikels schon herausgearbeitet hast, ganz besonders relevant sind.

Wenn du zum Beispiel ein Crowdfunding für ein Café oder eine Event-Fläche startest, sind lokale Medien deine erste Anlaufstelle. Wenn es ein Produkt ist, dass du verschicken kannst, sind überregionale Medien zusätzlich deine Go-to-Adresse. Wenn die Kampagne der Auftakt für deine Startup-Gründung darstellt, sind auch Gründermagazine wie Gründerszene, t3n oder StartingUp potenzielle Partner.

Zusätzlich kommen noch die Fachmedien dazu. Du hast ein digitales Gadget entwickelt? Na dann schnell ran an TechCrunch und Co. Du startest ein Soziales Crowdfunding-Projekt? Das enorm-Magazin ist sicher schon gespannt.

Am besten legst du dir eine Liste an, in der du in verschiedene Interessensgruppen unterteilst, z.B. regional, überregional, Gründer, Social und so weiter. Anschließend recherchierst du gründlich und sammelst die Medien, die in die Kategorien passen und für die deine Idee relevant sein könnte.

Das richtige Medium für dein Projekt: Anlaufstellen

Damit dir die Recherche leichter fällt, gibt es bestimmte Stellen, die dir helfen können, das richtige Medium und die richtigen Ansprechpartner zu finden. 

3. Suche den Kontakt zu Journalisten

Die oberste Regel ist: Geh die Extrameile und häng dich rein! Journalistinnen und Journalisten bekommen jeden Tag einen ganzen Berg an E-Mails, in denen Leute verzweifelt um Aufmerksamkeit buhlen. Wenn du eine unpersönliche Massenmail verschickst und mit dem Gießkannenprinzip arbeitest, wirst du vermutlich sehr wenig Erfolg haben. Wenn du jedoch die folgenden drei Punkte beachtest, steigen die Chancen, dass jemand von der Presse auf dich aufmerksam wird, beträchtlich:

  • Vitamin B: Du kennst jemanden bei einem Medium oder jemanden, der jemanden kennt? Super! Frag sie oder ihn, wer in der Redaktion dort für deinen Schwerpunkt zuständig ist und einen Kontakt herstellen kann.
  • Lerne von erfolgreichen Kampagnen: Wenn du keine Medienleute kennst, ist das auch nicht schlimm. Schau dir Crowdfunding-Kampagnen an, die deiner ähneln und tritt mit der Starterin oder dem Starter in Kontakt. Vielleicht sagen sie dir, welche Medien berichtet und mit wem sie gesprochen haben. Wenn du dich dort in der Redaktion meldest mach direkt transparent, wie du auf die Journalistin oder den Journalisten gekommen bist, dass du ein ähnliches Projekt starten möchtest und denkst, dass das deshalb interessant für das Medium ist.
  • Recherchiere Journalisten und ihre Schwerpunkte: Alternativ kannst du auch die Medien aus deiner Liste durchgehen und schauen, wer über Themen berichtet hat, die mit deiner Projekt-Idee in Zusammenhang stehen. Versuche, mit der Person in Kontakt zu treten, zum Beispiel über Twitter oder einer E-Mail-Adresse auf der Webseite des Mediums. Erkundige dich ansonsten einfach bei der Redaktion, wie man ganz gezielt diese Person erreichen kann. Einfach eine Pressemeldung an die Redaktion schicken und hoffen, dass sie den richtigen Ansprechpartner von selbst findet, wird meistens nicht reichen.

Ein kleiner Knigge zum Umgang

Und hier kommt noch ein wichtiger Hinweis zur Kommunikation mit der Presse: Versuche, einen persönlichen Kontakt herzustellen aber vermeide es, zu nerven ;-). Es ist total okay, wenn du eine Pressemitteilung an eine Journalistin oder einen Journalisten verschickst und dann nach ein paar Tagen nochmal telefonisch nachhakst, fang aber auf keinen Fall an, der Person hinterherzurennen und sie zu "terrorisieren".

Sei freundlich und aufgeschlossen am Telefon, stell dich vor und erzähle auch, wie du an die Kontaktdaten der Person gekommen bist, dass du gerade deinen Presseverteiler aufbaust und der Meinung bist, dass das Thema deiner Crowdfunding-Kampagne sehr gut zum Arbeitsbereich dieser Person passt. Erkundige dich auch, wie die Journalistin oder der Journalist am liebsten kontaktiert werden möchte – per Telefon, Mail, Twitter? Ein guter persönlicher Kontakt ist hier das A und O.

4. Baue deinen Presseverteiler auf

Es wird dir nicht viel helfen, wenn du nur den Namen, die Mailadresse und Telefonnummer der Ansprechpartner festhältst. Lege dir am besten eine Excel-Tabelle mit den folgenden Spalten an:

  • Ansprechpartner (Name, Telefon (am beste mit Durchwahl), E-Mail-Adresse, Themengebiete, Adresse, bevorzugte Kontaktform...)
  • Name der Publikation
  • Kategorie/Zielgruppe (Gründer, Food, Wirtschaft, Social...)
  • Größe & Reichweite (Regional, überregional...)
  • Medium (Online, Print, Radio, TV...)
  • Rhythmus (täglich, wöchentlich, monatlich, vierteljährlich)

So kannst du – je nach Bedarf – die Übersicht nach bestimmten Gesichtspunkten sortieren und findest schnell die passende Ansprechperson für dein Anliegen.

Nur ein gut gepflegter Presseverteiler ist auch wirklich hilfreich

Es erfordert ein bisschen Zeit und Mühe, den Presseverteiler aufzubauen, lohnt sich aber auf jeden Fall! Es ist daher einerseits wichtig, dass du schon sehr früh damit beginnst (auf jeden Fall vor Start der Kampagne, damit beim Launch dann alles bereit ist!) und die Kontaktdaten regelmäßig pflegst. Überprüfe daher einmal im Jahr deinen Verteiler auf Aktualität: Gibt es die Publikation noch? Arbeitet die Person noch da? Wenn ja: Immer noch beim selben Themenschwerpunkt? Haben sich irgendwelche Kontaktdaten geändert? Mit wem war die Zusammenarbeit gut, wer hat sich hingegen ablehnend geäußert?


Wenn du diese Punkte beachtest und ein bisschen Zeit und Energie in den Aufbau der Pressekontakte hineinsteckst, wird sich das auf jeden Fall lohnen. Mit der richtigen Presse-Strategie kann deine Crowdfunding-Kampagne über die Ziellinie katapultiert werden und du kannst etwas Großartiges erschaffen!

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