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Die Hooligans Gegen Satzbau engagieren sich vor allem durch Kommentare in Sozialen Netzwerken, mit denen sie auf menschenfeindliche Aussagen aufmerksam machen. Sie wollen ermutigen und Zivilcourage f├Ârdern, damit sich viele in den Weg stellen, wenn Unrecht passiert. Wie sie dazu gekommen sind und wie es weitergeht, erz├Ąhlen euch die Hools im Interview.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind die Drei von den Hooligans Gegen Satzbau, genauer gesagt Kiki Klugschei├čerhool (Diplom P├Ądagogin), Elsbeth Grammatikhool (Kulturwissenschaftlerin) und unser Hahn im Korb, der Grafikhool (Creative Director), K├Ąmpfer gegen Menschenfeindlichkeit und f├╝r mehr Zivilcourage.
Wir korrigieren und wir machen Mut. Oder besser andersrum: Wir machen Mut, indem wir korrigieren und lachen. Wir springen ein, wenn selbsternannte Politexperten in sozialen Netzwerken einer gef├╝hlten Mehrheit imagin├Ąre Wirklichkeiten als absolute Realit├Ąt verkaufen und hierbei eine katastrophale Rechtschreibung verwenden. Unser Lebensraum ist in erster Linie Facebook. Hier ist unser Hauptschauplatz.

Konkret sieht das so aus:
Ein besonders stolzer Deutscher verfasst ein menschenfeindliches, hetzendes, zu Gewalt aufrufendes Posting mit diversen Rechtschreibfehlern. Wir st├Âbern dieses auf, recherchieren Hintergr├╝nde des Verfassers und korrigieren das Geschriebene, stets um absolute H├Âflichkeit bem├╝ht, hinsichtlich der Orthografie. Umrahmt wird eine solche Korrektur mit Tipps zur deutschen Rechtschreibung und der ein oder anderen Information zur Demokratie, ├╝bers Grund- oder Strafgesetz, zur deutschen Geschichte und Menschlichkeit.
Vordergr├╝ndig korrigieren wir, um Aufrechtdeutschen zur absoluten ÔÇ×DeutschnessÔÇť zu verhelfen, die diese propagieren. Eigentlich geht es uns jedoch mehr darum, auf die Inhalte aufmerksam zu machen und Reaktionen zu provozieren. Nachdem wir mit dem Finger auf Hassbotschaften aufmerksam gemacht haben, kann man nicht mehr an diesen vorbei gehen. Wir sensibilisieren f├╝r die allgegenw├Ąrtigen mit Hass und Verachtung gespickten Kommentare, die mittlerweile wieder salonf├Ąhig zu sein scheinen.

Auch geht es uns darum, Mut zu machen. Mut, sich gegen diese menschenfeindliche Aussagen zur Wehr zu setzen. Daf├╝r nehmen wir den Kommentaren die Bedrohlichkeit, indem wir gemeinsam ├╝ber den Verfasser schmunzeln, die Drohgeb├Ąrde nicht als solche hinnehmen, sondern ├╝ber sie l├Ącheln.
Wir m├Âchten, dass die Menschen wieder mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich in den Weg stellen, wenn Unrecht passiert und das Gespr├Ąch suchen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir, das hei├čt Kiki Klugschei├čer und Grafikhool, haben, nachdem wir uns unz├Ąhlige Male ├╝ber die katastrophale Rechtschreibung der arischen Hasspostings aufgeregt haben, irgendwann angefangen, unter unseren Klarnamenprofilen Neonazis zu korrigieren. Ein gef├Ąhrliches Unterfangen, wie wir schnell merkten, da sich die stolzen Deutschen ordentlich "an den Eiern" gepackt f├╝hlten und uns bedrohten und beschimpften. Nach ein paar Korrekturen war uns klar, dass wir einen Nerv getroffen haben und dass wir an die ├ľffentlichkeit damit sollten, um auch andere zu motivieren, mitzumachen. Das war die Geburtsstunde der Hooligans im Oktober 2014.

Wie habt ihr zusammengefunden?

Grafikhool und Kiki sind seit einigen Jahren verheiratet, sie haben sich also bereits vor dem Hooligandasein gefunden. Elsbeth kam dann kurze Zeit sp├Ąter zu uns, als wir merkten, dass uns die Arbeit ├╝ber den Kopf wuchs. Der Grafikhool schrieb sie an und fragte, ob sie Lust hat uns zu unterst├╝tzen. Sie war damals im Mutterschutz, hatte sehr viel Zeit und fiel uns durch ihre direkte und sympathische Art und Weise auf, wie sie jedes unserer Postings kommentierte.

Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Wir sind jetzt innerhalb von 18 Monaten von null auf ├╝ber hunderttausend Follower auf unserer Facebookseite gewachsen, haben zeitweise eine Reichweite von mehr als zwei Millionen Menschen und dementsprechend viele Nachrichten und Kommentare zu bearbeiten. An sich eine tolle Sache, vor allem, weil wir unglaublich viel positives Feedback bekommen. Viele Menschen bewegen sich durch uns wieder aufmerksamer durch die Informationsflut im Internet und protestieren, wenn Hass ges├Ąt wird. Das macht uns stolz und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Mit dem Crowdfunding, wir nennen es im ├ťbrigen liebevoll KRAUTPFANDING, m├Âchten wir unsere Arbeitskraft sichern. Wir haben alle drei unsere Arbeitsstellen, unsere Familien und unsere Kinder, die Minihools. Da bleibt einfach manchmal nicht mehr viel Zeit f├╝r die HoGeSatzbau, oder etwas anderes muss zur├╝ckstecken oder bleibt gar auf der Strecke. Das ist nicht gut. Wir w├╝rden uns gerne, unterst├╝tzt von der Amadeu Antonio Stiftung, voll auf unsere Arbeit als Hooligans Gegen Satzbau konzentrieren und mit der Krautpfandingsumme unsere Arbeitskraft f├╝r vorerst ein Jahr sichern, um noch mehr Menschen zu erreichen, noch weitere Ideen, wie ein Aufgabenbuch f├╝r Schulen oder eine Schulhof-CD, zu entwickeln und endlich alle Nachrichten, die wir erhalten, beantworten zu k├Ânnen.

Welchen Crowdfunding-Tipp k├Ânnt ihr zuk├╝nftigen Startern weitergeben?

Ein Video, das einschl├Ągt und viral verbreitet wird, ist unbezahlbar und absolut hilfreich, um auf ein Projekt aufmerksam zu machen. Das ein oder andere bekannte Gesicht kann dabei sehr n├╝tzlich sein.

Danke f├╝r das Interview und viel Erfolg f├╝r euer Projekt!

Hier kannst du das Projekt unterst├╝tzen.

┬ę Fotos: Hooligans gegen Satzbau

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