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Den meisten von uns ist der Begriff des „Bienensterbens“ geläufig. In der Regel wird damit das Sterben von Bienenvölkern der Honigbiene gemeint. Weniger Beachtung findet allerdings das Bienensterben im Bezug auf ein tatsächliches Aussterben unserer Wildbienen-Arten – eine Entwicklung, die wir unbedingt aufhalten sollten. Genau das dachte sich auch die Gestalterin Anja Eder, die mit ihrem Projekt zur Wildbienen-Rettung unsere heutige Vordenkerin ist.

„Ich wollte einfach den Bienen helfen“, erzählt uns Anja. Eigentlich führt sie gemeinsam mit ihrem Partner Michael Picnic, ein Büro für Visuelle Kommunikation. Zu ihrem Arbeitsalltag gehört es, Kampagnen für Kunden wie Esprit zu entwerfen oder Lichtobjekte zu gestalten und zu vertreiben. Das klingt erst einmal nicht nach Indiana Jones, Expeditionen und Biologie.

Alles begann im Baumarkt...

Den Startschuss für die Idee setzte ein Besuch im Baumarkt. Dort fiel ihr auf, dass sich Pflanzen im Angebot befanden, die schädlich für Bienen sind. Anja meldete diese Tatsache bei der Filiale in der Hoffnung, dass die Blumen aus dem Sortiment genommen werden – vergeblich. Sie wurde barsch abgewimmelt, sodass sie sich erst einmal dachte: Ich gebe auf.

Doch irgendwie ließ sie das Thema nicht los, sodass sie einen anderen Zugang dazu suchte und auch fand. Als sie aufmerksam durch ihren Garten ging, stellte sie fest, dass die Bienen dort ganz unterschiedlich aussahen – es waren verschiedene Wildbienenarten, von denen es in Deutschland über 500 gibt. Leider stehen viele von ihnen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. „Ich habe schon immer darüber nachgedacht, diese Schönheit einfach mal festzuhalten.“ Gesagt, getan: Anja besorgte sich ein gutes Objektiv für die Kamera und ging auf Entdeckungsreise. Zuerst fotografierte sie einfach alles, was nach Biene aussah. Außerdem fotografierte sie die Pflanzen, die die Bienen angesteuert haben. Dann kam die schwierigste Arbeit: die Bestimmung der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten.

"Das war auch das Anstrengendste, also alles neben dem Beruf zu machen. Für meinen Job bleiben aktuell nur 20% Zeit – doch es lohnt sich!"

„Es hat dann schon mal 2-3 Tage gedauert, bis ich eine Biene zugeordnet habe. Ich habe in Büchern nachgeschlagen, im Internet recherchiert und versucht, möglichst viel möglichst schnell zu lernen. Ich dachte mir: Ich mach das jetzt einfach, auch, wenn ich keinen wissenschaftlichen Background habe. Fotografieren kann ich mir selbst beibringen und Gestaltung kann ich ja auch. Fehler macht jeder, und mit einem eigenen Buch erreiche ich einfach viele Leute.“ Das geeignete Medium war also schnell gefunden: Anja beschloss, ein Buch zu machen. Sie suchte sich Mitstreiter, die sie bei ihrer Mission unterstützen. So lässt sie noch einmal Biologen drüberschauen, ob sich nicht doch Bestimmungsfehler eingeschlichen haben und auch ihr Partner hält ihr den Rücken frei.

Von der Gestalterin zur Hobby-Biologin

Ihre Crowdfunding-Kampagne findet großen Anklang, doch es steckt auch viel Arbeit dahinter. Da sie sich das ganze Wissen erst einmal aneignen muss, verbringt sie viel Zeit mit Recherche. Für ihren eigentlichen Job als Gestalterin bleiben ihrer Aussage nach nur noch 20% der Zeit übrig. „Das war auch das Anstrengendste, also alles neben dem Beruf zu machen“, erzählt die Starterin. „Ich bin auch immer mit dem Auto herumgefahren und habe geschaut: Wo wächst was? Gibt es da Bienen? Einmal bin ich fast von einem LKW überrollt worden, weil ich am Straßenrand stand und eine Pflanze gepflückt habe! Diese Phase ist jedoch zum Glück vorbei, da ich mittlerweile alle Fotos habe.“

Das klingt nach viel Stress, dennoch ist Anja absolut überzeugt davon, dass sich der Aufwand lohnt – und mit Crowdfunding hat sie das richtige Tool gefunden, um ihre Idee bekannt zu machen.

Crowdfunding bedeutet für Anja Unabhängigkeit

Die Gestaltung von Büchern ist kein Neuland für Anja. Sie hat schon Kinderbücher gemacht, wobei sie hier die vielen Einschränkungen und Auflagen in ihrem kreativen Prozess gestört haben. „Bei meinem Herzensprojekt wollte ich es genau so machen, wie ich will!“, sagt sie. Damit sie diese Unabhängigkeit finanzieren kann, hat sie sich für eine Kampagne auf Startnext entschieden.

"Wenn man einmal so tief eingestiegen ist, kann man nicht einfach wieder damit aufhören."

„Es macht Spaß, das ganze Feedback direkt zu bekommen und so viel Kontakt mit den Fans zu haben. Das hat man ja so gar nicht, wenn man ein Buch an einen Verlag abgibt. Man bekommt dann Geld, aber dieser direkte Kontakt zu den Leuten fehlt da eben. Natürlich war das auch viel, all die E-Mails mit Feedback und Fragen, aber dadurch lerne ich eben auch eine Menge.“

Und wie geht’s weiter? Anja hat auch schon Ideen für die Zeit nach dem Buch. „Erst einmal bin ich ausgepowert und brauch nach dem Buch eine Pause. Dennoch habe ich schon weitere Ideen – ich seh ja weiterhin die ganzen Insekten und alles um mich herum. Wenn man einmal so tief eingestiegen ist, kann man nicht einfach wieder damit aufhören.“

Hier könnt ihr die Kampagne unterstützen und euch ein Exemplar des Wildbienenretter-Buchs sichern >>

Fotos: (c) Anja Eder

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