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Egal in welchem Supermarkt wir einkaufen, das Gemüse sieht zwar lecker aus, hat in der Regel aber kaum Geschmack. Geht es nicht anders, fragen wir uns und denken an Omas Gemüsegarten. Der Verein Tomatenretter handelt entsprechend. Seine Mitglieder hegen und pflegen weit über 120! verschiedene Tomatensorten. Um den Bestand zu erhalten und zu erweitern, machen sie nun - hier passt die Verballhornung ausnahmsweise - Krautfunding. Im Interview erzählen uns die Projektstarter mehr über nachhaltige Landwirtschaft und urbane Selbstversorgung.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Die Tomatenretter bestehen aus einer Gruppe von 10 Personen, die sich als eingetragener Verein organisiert haben. Ein Förderkreis von über 100 Personen unterstützt das Projekt. Durch unsere Arbeit erhalten wir alte Gemüsesorten - insbesondere Tomaten - und erforschen praktische Ansätze zu den Themen: Saatgut- und Ernährungssouveränität und (peri-) urbane Selbstversorgung.


Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Durch die industrialisierte Landwirtschaft, globalisierte Handelsbeziehungen und ausbeuterische Arbeitsbedingungen ist das Preisniveau von Grundlebensmitteln so niedrig, dass ein ökologischer, kleinbäuerlicher Anbau damit kaum noch konkurrieren kann. Dazu kommt noch die desaströse Saatgutgesetzgebung der EU, die die Nutzpflanzenvielfalt dem Aussterben preisgibt, durch wenige patentierte Hybridsorten ersetzt und somit die globale Ernährungssouveränität untergräbt. Da war die Idee klar: Schließen wir uns zusammen und retten die Vielfalt von Gemüsen, die köstlich schmecken und gleichzeitig die globale Ernährungswende hier und jetzt in die Tat umsetzen. Ökologisch, sozial und kulinarisch würdevolle Tomaten sind erst der Anfang …


Wie habt ihr zusammen gefunden?

Der „Hof vorm Deich“ im Süden von Hamburg hat sich seit einigen Jahren zu einem wunderbaren Ort des Lernens und Austauschens entwickelt, für alle Menschen die sich für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssouveränität interessieren. Einige von uns haben sich als freiwillige Helfer auf dem Hof kennengelernt, in der gemeinsamen Arbeit voneinander gelernt und eine gemeinsame Vision entwickelt. Einige waren vorher in anderen innerstädtischen Urban Gardening Projekten in Hamburg aktiv - etwa der Keimzelle - und haben aus den dortigen Erfahrungen heraus beschlossen, den Tomatenretter e.V. mit zu gründen. Zusammen wollen wir diesen Ort als Verbindung aus einer Art nichtkommerzieller, experimenteller Mitmach-Gärtnerei und lokaler kooperativer Selbstversorgung von Großstädtern erhalten und weiter entwickeln.

 


Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Der gesellschaftspolitische Hintergrund der Tomatenretter-Aktivitäten ist die globale Ernährungskrise. Biodiversitätsverluste gehören zu den problematischsten Symptomen der industriellen Landwirtschaft. Inzwischen sichern nur noch wenige Getreidesorten weltweit das Überleben der Menschheit. Doch Monokultur sowie Arten- und Sortensterben bieten keine nachhaltige Nahrungsproduktion für die Zukunft – eine ernährungsethische Erkenntnis, die sich mittlerweile von vielen unabhängigen Studien bestätigt wird. Doch, frei nach den Worten des Dichters Hölderlin, „wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“: Unter dem Stichwort der Saatgutsouveränität werden weltweit praktikable Alternativen erforscht und aktiviert. Der Schutz und die Förderung einzelner rekultivierter Sorten stellt einen unbedingten Lösungsansatz dar. Wir verstehen das Tomatenretten als direkte Aktion, durch die auf lokaler und selbstorganisierter Ebene der Nährboden eines besseren Miteinanders von Menschen, Pflanzen und Erde beackert wird. Außerdem: Wer einmal eine sonnenwarme, vollreife Tomate frisch vom Strauch gekostet hat, wird verstehen, was uns antreibt.


Mit wem möchtet ihr gern zusammenarbeiten?

Ehrlich gesagt haben wir gerade mit der Planung für die Saison 2016 so viel um die Ohren, dass wir kaum dazu kommen, über den Tellerrand zu schauen. Wir gehören zum Netzwerk der Stadtgärten Hamburgs „Solidarisches Gemüse“. Initiativen, mit denen sich eine Zusammenarbeit definitiv lohnen würde sind die Kampagne für Saatgut-Souveränität und der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN. Wir stehen außerdem in informellen Kontakt mit The Land (Chiang Mai, Thailand) und Urban Gardening Aktivitäten in Japan.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Projekt!

Hier könnt ihr das Projekt unterstützen.

© Bilder: Tomatenretter

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