Wo manche die antiken Stätten fotografierten, suchten andere die Zeichen einer neuen Zeit. Zwischen Aleppo und Alexandria griffen deutsche Reisende im 20. Jahrhundert oft und gerne zur Kamera. Ihre Aufnahmen speichern Erinnerungen, wecken Sehnsüchte und dokumentieren eine Kulturlandschaft an der Schwelle zur Moderne. Für das Buch "Das gelobte Land der Moderne" (Jovis-Verlag) wurden 50.000 Reisebilder aus 100 Jahren gesichtet – und die 170 schönsten ausgewählt.
8.047 €
Fundingsumme
64
Unterstützer:innen
Michael Schmidt
Michael Schmidt Projektberatung Die Kampagne ist ein toller Erfolg! Ich freue mich mit dem Projekt!
15.12.2020

Besser als geplant

Dr. Karin Berkemann
Dr. Karin Berkemann2 min Lesezeit

Bei diesem Projekt lief kaum etwas nach Plan. Wie auch, lagen doch zwischen den ersten Layoutentwürfen im Frühjahr und der Buchvorstellung im Winter eindreiviertel Lockdown und viele Zitterpartien. Aber es ging am Ende mehr und manches besser als gedacht: Das Crowdfunding hat sein Ziel übererfüllt. Die analoge Ausstellung in Rostock konnte (trotz Corona und der traditionell eher flauen Sommermonate) die Besucherzahlen im Vergleich zur dortigen Winterausstellung 2019/20 um gut 10% steigern. Und die virtuellen Angebote (u. a. mit der Deutschen Digitalen Bibliothek) erreichten ungeahnte 12.000 Klicks.

Selbst Veranstaltungsformate wurden in den Corona-Verschnaufpausen möglich: der Finissage-Vortrag in Rostock, der Trailer, eine kleine Illumination mit digitalem Beiprogramm – und nicht zuletzt die virtuelle Buchvorstellung in den heiligen Hallen für Bibliophile: im Berliner Bücherbogen. Das gute fachliche Feedback hat mich ermutigt, die Arbeit nun zum Jahreswechsel als Habilitation einzureichen. Dass ich dafür (da es sich damit um den Druck einer Qualifikationsarbeit handeln wird) auf auf einen Teil der Fördermittel verzichten und stattdessen eigene Rücklagen einbringen muss, ist nur ein kleiner Preis. Denn der Gedanke, ein wenig Kunst in die theologische Ausbildung einschleusen zu können, ist überraschend reizvoll.

Am Ende sind es die Begegnungen, die mir am stärksten im Gedächtnis bleiben werden: Die Bildgeber:innen, die ihre Reisegeschichten erzählten. Der Fotograf des titelgebenden Kaktus, der aus Tübingen an die Küste kam, um nach 60 Jahren stolz vor seinem Ausstellungsmotiv zu stehen. Und die aktuelle Kooperation zwischen Greifswalder und Berliner Studierenden, um die bei der Buchrecherche wiederentdeckten Dalman-Originalnegative konservatorisch zu bearbeiten. In diesem Sinne noch einmal mein herzlicher Dank an alle Mitwirkenden und Untertützer:innen. Nach den vergangenen Monaten bin ich mir sicher – wenn wir gemeinsam sogar im Corona-Jahr so viel auf die Beine stellen konnten, bekommen wir auch 2021 mit Würde über die Bühne.

Bilder: links: Buchvorstellung im Berliner Bücherbogen mit Kirsten Angermann und Andreas Butter, rechts: Gil Hüttenmeister vor seinem Kaktus-Foto von 1960 (Fotos: privat)

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