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Projekte / Literatur
Das Tal der Glückseligen. Band I: Spurenwende.
Das "Tal der Glückseligen" ist ein genreübergreifender Roman, der seine geschichtlichen Fäden über drei Bände spannt. Mittels unablässiger literarischer, wissenschaftlicher und spekulativer Innovation wird der Roman ausgehend von der Gegenwart (Bd. 1), über die 2080er (Bd. 2), bis in die 2230er (Bd. 3) einen utopischen Realismus entwerfen, der Ihnen zur Not nicht nur Vater und Mutter, sondern auch die Identität ersetzen kann.
Wien, Österreich
12.017 €
12.000 € Fundingziel
120
Fans
98
Unterstützer
Projekt erfolgreich
 Das Tal der Glückseligen. Band I: Spurenwende.

Projekt

Finanzierungszeitraum 29.07.14 10:04 Uhr - 21.09.14 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum 10.2014 bis 10.2015
Fundingziel 12.000 €
Stadt Wien, Österreich
Kategorie Literatur

Worum geht es in dem Projekt?

Das Tal der Glückseligen nahm seinen Anfang an einem Frühlingstag im Jahre 2002. Der äußeren Gestalt nach handelt es sich um einen Romanzyklus, der in drei aufeinanderfolgenden Bänden publiziert werden soll, von denen jeder den Umfang von 400-600 Normseiten umfassen wird.

Der erste Band (Spurenwende) beginnt in unserer Gegenwart und erstreckt sich bis ins Jahr 2019. Er bildet das erzählerische Fundament des Romans, in dem die Geschichten von acht Protagonisten in variierenden Perspektiven verhandelt werden, Personen unterschiedlicher Gesinnung, Abkunft und Sexualität, die zunächst alle in mehr oder minder umtriebigen Ab-, Auf- oder Umbruchs-Situationen angetroffen werden.
Da ist zunächst Gideon, ein windiger Charakter, der beherzt zwischen den Empfindungslagen der All- und Ohnmacht schwingt. Kurz vor dem Abschluss seiner Doktorarbeit in Psychologie begibt er sich unglücklicherweise in eine ihn vollkommen überfordernde Affäre mit der Frau seines Professors, was letztlich dazu führt, dass er die Universität verlässt und sich wieder zu den Niederungen seiner Eltern begibt, Leitern eines Kleinunternehmens für Eigenheimsicherheitstechnik in St. Georgen, die einstmals tief in der Konventionalität der neapolitanischen Mafia verwurzelt waren. Nach einjähriger Resignationsphase rafft er sich jedoch eines Morgens auf und macht sich ohne Plan, Ziel oder Zeitvorgabe einfach und vermutlich endgültig davon. Jamal ist ein passionierter, queerer, links-libertärer Pharmakologe aus Manama, der den Lehren Ibn 'Arabīs zugeneigt ist und durch widrige Umstände mehr oder minder unfreiwillig zu einem Protagonisten der Bahrainischen Proteste mutiert. Was entschieden gegen seinen Willen beinhaltet, dass er seinen verehrten Arbeitsplatz verliert und sich unschlüssig über die weiteren politischen und persönlichen Entwicklungen dazu entscheidet, ein letztes pharmakologisches Selbstexperiment in der Wüste zu absolvieren, bevor er schweren Herzens einer Stelle in Minnesota nachgehen will.
Bei Sualayka haben wir es mit einer Frau zu tun, die am besten als ein galantes, abgefeimtes, multinationales Konglomerat beschrieben ist, dessen Hintergründe von Haiti, England, Indien über Frankreich und Peru bis nach Deutschland reichen. In letzterer Destination arbeitet sie mittlerweile seit einigen Jahren an einer dubiosen Privatuniversität namens "Akademie der fröhlichen Wissenschaft" im Bereich der "Interkulturellen Zukunftsforschung", eine Tätigkeit, die ihren globalwissenschaftlichen Interessen zwar immense Lust bereitet, sie jedoch nicht nur dazu verdammt, ihr Anerkennungsbegehren runterzuschrauben, sondern auch eine deutsche Kleinstadt zu beziehen; dramatische Umstände, deren sie im Grunde erst inne wird, als sie eines Tages Gideon, vielleicht etwas zu unbedarft, am Straßenrand aufsammelt. Ephitas ist ein Streuner. Ein waghalsiger, relativ erfolgreicher aber auch recht desperater Butoh-Tänzer, der sich nach der finalen Trennung von seiner Ex-Frau gänzlich der reflektierten Enthemmung gegenüber seines Substanz- und Sexualitätsgebrauchs ergibt. Weil ihm vollkommen klar ist, dass es nur noch eine Frage von kurzer Zeit ist, bis ihn entweder seine Gläubiger, seine Leber oder jemand Rach- bzw. Eifersüchtiges an den Arsch kriegen werden, plant er noch eine letzte, fulminante Tanzperformance, bevor er sich entschieden aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen gedenkt.
Bei Haname handelt es sich um den Realtypus einer Radikalsoziophobikerin oder Hikikomori; außer ihrer Verwaltungsarbeit bei einer Imbisskette in Kyoto vermeidet sie jegliche soziale Interaktion. Allerdings hat sie sich eine besondere Methode angeeignet, eine extreme Steigerungsform der Einbildungskraft, die es ihr ermöglicht ihre Tage im Kreise der aufregendsten Personen und Ereignisse zu verbringen: das Treapen, eine Technik, die sie auf einen Weg zwischen "Trips" (im realen sowie psychedelischen Sinne) und "Dreams" wandeln lässt. Eines Tages wird sie jedoch sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Treaps von einem älteren Mann verfolgt, der nicht mehr aufhört, sie aufzufordern, tatsächlich eine öffentliche Rede am Speakers' Corner zu halten. Der Ethologe Rüdiger hat sich auf ein langes, sexuell befriedigendes Leben ausgerichtet, das er mit dem gleichen analytischen Elan verfolgt wie seine tierlichen Studien. Und er hat ein ausgereiftes, sexologisches Modell erarbeitet, das es ihm erlaubt, den Objekten seiner Begierde nachzugehen, ohne sie darauf zu reduzieren. Man kann beinahe sagen, dass ihm der Grätschsprung zwischen Objektivierung einerseits und dem Aufrechterhalten einer leeren, möglichkeitsbrodelnden Kontingenz andererseits gelungen war. Bis er eines Tages Dagmar begegnet, ein Ereignis, das ihn dazu bringt sich für Jahre in die Wälder zurückzuziehen, bevor er plötzlich dem Impuls nachgeht, sich auf die Suche nach seiner hypothetischen Tochter zu begeben, die er mit einer seiner unzähligen Affären gezeugt zu haben glaubt.
Raimundo wiederum ist ein richtiger Allerweltskerl, ein Eisenbeißer und Kampfhahn, dem die Gunst wirklicher Gleichgültigkeit auferlegt ist, einer Gleichgültigkeit, die nichts mit Desinteresse oder Lethargie zu tun hat, sondern ihm gestattet, das herauszufinden, was er, in welchen Momenten auch immer, tun will. Denn seine Gleichgültigkeit reicht derartig weit, dass sie auch der Ungleichgültigkeit des Scheiterns standhält. Nach seinen jugendlichen Lehrjahren in Hebron und Wien und einem kurzen Aufenthalt an jenem dubiosen Institut namens "Akademie der fröhlichen Wissenschaft" zieht er zu seiner Cousine Pandora nach L.A. und steigt sukzessive zu einem begehrten, international agierenden Auftragsdelinquenten auf. Und letztlich haben wir da Hoé, der eigentlich erst Protagonist des 2. Bandes ist, dem hier aber bereits eigene "pränatale" Kapitel zugeordnet sind. Bei diesen Kapiteln handelt es sich der Form nach umso benannte Treaps (s.o.), brüchige Prosaentfaltungen, in denen er sich in einem reinen Werden bewegt, die Geschichten des thrakisch-griechischen Zagreus wiederbelebt und in träumerischen Strömen durch Meere, Metropolen und Labyrinthe watet, wobei er unentwegt Spuren aus den Archiven der anderen Protagonisten verarbeitet, de- und rechiffriert und auf die Zukunft der folgenden Bände hinschreibt.
Im Laufe des ersten Bandes stoßen die sieben Protagonisten in unterschiedlichen Weisen immer stärker aufeinander und kommen zum Teil gemeinsam, zum Teil ganz unabhängig voneinander auf die Idee einen Ort zu suchen, an den sie bisher noch nie gedacht hatten, einen Ort, der sich vielleicht auch gar nicht denken lässt, ein "Realphantasma", über das sehr verschiedene Vorstellungen herrschen. Als sie im letzten Teil dieses Bandes auf der Suche nach jenem Ort schließlich alle zusammenstoßen, verschwinden sie jedoch kurze Zeit später in den Sandseen der libyschen Wüste.
Der Tag ihres Verschwindens, der nachträglich als der 21.11.2019 bestimmt und von den Medien unter dem Namen unfathomable day popularisiert wird, stößt im weiteren Verlauf des 21. Jhdt. einige maßgebliche wissenschaftliche, politische und weltanschauliche Umwälzungen an. Denn die "erschütternden" Spuren ihres Verschwindens können weder erklärt noch geleugnet werden. Um nur drei von über zwölf gravierenden Sinnwidrigkeiten zu nennen, sei erwähnt, dass die forensischen Untersuchungen keinerlei Hinweise dafür finden, wie diese Personen von einem Ort verschwinden konnten, an dem sie sich einige Minuten zuvor noch nachweislich aufgehalten hatten. Dafür werden aber genetische Spuren entdeckt, die es tatsächlich nahelegen, dass sich einer der Verschwundenen, der relativ bekannte Butoh-Tänzer Ephitas, nur einige Tage vor seinem Verschwinden ganz und gar körperlich zu einem Wolf, genauer einem Canis lupus lycaon gewandelt haben musste - und ironischerweise trug seine letzte dokumentierte Tanzperformance auch noch den Namen "Wolfsgesänge" (Cantiques d'un Loup).
Diese abwegige Genommutation ging allem Anschein nach auch noch mit einer gonosomalen Aberration einher, die Ephitas' genetisches Geschlecht mit einem XX-Chromosomenpaar versehen haben musste. Zunächst wird heftig darüber gestritten, ob es sich bei Ephitas womöglich schon zu seiner Menschenzeit um eine intersexuelle Person, einen sog. XX-Mann o.ä. gehandelt haben könnte. Allerdings geben die Gewebeproben, die man vom Menschen-Ephitas bisher gesammelt hat, keinerlei Hinweise darauf, und die wenigen Proben, die vom Wolf-Ephitas zur Verfügung stehen, weisen nun einmal eindeutig einen 78, XX Karyotyp auf. So ist nicht einmal klar, ob es sich bei dem Wolf tatsächlich um einen "weiblichen Wolf" handelte oder um einen intersexuellen XX-Wolf, der unter Umständen selbst die äußerlichen Geschlechtsmerkmale eines "männlichen Wolfes" aufwies. Und ebenso unsicher ist, was zu mehr Aufregung Anlass geben soll: die dreiste artübergreifende "Mensch-Tier-Verwandlung" oder die diffuse "Mann-Frau-oder-was-auch-immer-Transformation"…

Im Folgenden werden Ausblicke auf die zwei weiteren Bände präsentiert, da es in diesem Projekt um den ersten Band geht, können Eilige diese natürlich auch überspringen.

Die Handlung des 2. Bandes setzt in den 2080ern ein und beginnt mit dem vierten Arbeitstag Hoés an der Universität Bristol. Er, Anfang dreißig und in desillusionierter akademischer Orientierung, hat gerade seine Stelle bei einem dreijährigen Forschungsprojekt im Department für "Psychophysiologie und Somatechnik" angetreten, in dem er mit einer Gruppe junger Forscher einer auch für diese Zeit noch recht zwielichtigen Untersuchung nachgehen soll. Gegenstand bilden dabei u.a. die Begebnisse um Ephitas und die Frage, ob und wenn wie bzw. in-wie-weit es ohne Gentechnik, Strahlenbiologie, Neuroprothesen, Bodyhacking o.ä. sondern ausschließlich mittels komplexer Körper- und Psychotechniken und psychotroper Substanzen möglich ist, die genetische, organische und materiale Struktur des eigenen Leibes gegebenenfalls sogar geschlechts- oder artübergreifend zu verändern.
Dem Projekt wohnt aber nicht nur wegen seines Inhalts ein suspekter Charakter inne. Ursprünglich wurde es in den 2050ern unter der Bezeichnung Body-Shifting von einer gewissen Prof. Megan Faunsteen ins Leben gerufen, einer zweifelhaften Koryphäe auf dem Gebiet endogener Körpertechniken und ehemalige Sachverständige für die Erforschung der Hintergründe des unfathomable day . Im Juni 2067, kurz nach ihrer Publikation, gelinde gesagt, waghalsiger Hypothesen zum unfathomable day, verschwand sie während eines ihrer Experimente und in Anwesenheit mehrerer Kollegen spurlos. Der Vorfall zog natürlich vielerlei Verdächtigungen nach sich, vor allem die Vermutung, sie hätte ihr "Verschwinden selbst inszeniert", um ihren "haltlosen Spekulationen" mit dieser "einfallslosen Strategie eine rätselhafte Aura historischer Wahrhaftigkeit zu verleihen".
In den 2080ern hat sich jedoch längst wieder Ruhe über diesen Vorfall gelegt, weswegen Faunsteens ehemaliger Assistent (und einstmals blutjunger Geliebter), Murdoch Sullivan, beschließt, an ihre Forschungen wieder anzuknüpfen und das neue Projekt ins Leben ruft - weniger aus wissenschaftlichen Gründen als in der Hoffnung, seiner einstigen Intima irgendwie wieder nahe zu kommen. Aber Sullivans Erwartungen werden in eine gänzlich andere Richtung gelenkt. Denn Hoé und seine Arbeitskollegen beginnen im Laufe der Experimente, die zum Teil, woran Sullivan durchaus nicht unbeteiligt ist, ein ethisch sehr bedenkliches Ausmaß annehmen, sich zunehmend mehr mit den Ereignissen und Protagonisten des unfathomable day zu identifizieren. Während Hoé von Anfällen heimgesucht wird, in denen er sich als dionysischen Propheten durch die Lande streifen sieht, offenbart eine seiner Kolleginnen eines Tages den Ansatz für eine gänzliche neue Interpretation des unfathomable day. Denn inmitten eines sorgfältig geplanten sexualtechnischen und alkaloidreichen Experiments, spricht sie in sehr entrücktem Zustand und mit erschreckend vielfältigen Stimmen plötzlich Worte aus, die bisher noch nie im Kontext des unfathomable day gefallen waren, Worte, die einen "orakelhaften" Schauer durch das Laboratorium jagen, Worte, nach denen bisher niemand gesucht hatte: "Das Tal der Glückseligen". Bisher war man davon ausgegangen, dass die Verschwundenen entweder Opfer oder selbst Teil einer entgleisten terroristischen Organisation geworden waren, worüber es seit Jahrzehnten unzählige anhaltende Spekulationen gab. Aber dass sie vielleicht einfach durch eine kleine, simple und vor allem harmlose Idee zusammengefunden hatten, war anscheinend niemanden in den Sinn gekommen…

Der 3. Band ist in den 2230ern angesiedelt, einem Zeitraum, den man durchaus als "utopisch" bezeichnen könnte. Auch wenn es sich natürlich nicht um eine ätherische Ermüdungs-Utopie handelt, in der niemand mehr (im praktisch positiven oder metaphorisch negativen Sinne) gefickt wird, und ebenso wenig um eine "totalitäre Dystopie" der "Schreckensherrschaft". Nein, einige Sachverhalte haben sich tatsächlich zum "Besseren" entwickelt. Ohne hier ins Detail zu gehen, sei nur erwähnt, dass man es in weiten Teilen der Erde mit nicht mehr ganz so grauenhaften soziopolitischen Ausgangssituationen zu tun hat. Denn die fatalistischen Würgegriffe identitätssetzender Geburts- und Entwicklungskategorien, wie jene der Herkunft oder Schicht, der "Behinderung", "Begabung" oder "Intelligenz", der sexuellen Identität und Orientierung, der Nation oder des Berufs, sind zwar nicht gänzlich verschwunden, aber weitaus wandlungsfähigeren Definitionen überantwortet. Gestützt wurde diese Entwicklung durch die sukzessive Aufgabe fundamentaler Zweiteilungen, die nicht wenige Gesellschaften der Weltgeschichte, wie etwa die europäische Moderne, immer wieder durchzogen. Denn solch simple, sagenhafte Oppositionen, wie die zwischen Geist/Materie, Kultur/Natur, Mensch/Tier oder Weiblich/Männlich, Wissenschaft/Kunst, Technik/Physis, Affekt/Ratio etc. erregen kaum noch Interesse und wurden zugunsten differenzierterer Unterscheidungsprozesse weitgehend aufgegeben.
Die zentrale Gestalt des dritten Bandes ist Keyah, eine junge Person aus Ondjiva, einer Mittelstadt im Süden Angolas, die zu dieser Zeit die Existenz einer recht schüchternen, trisexuellen und kunstnerdigen "Frau" führt. Zu Beginn der Erzählung ergeht sie sich in endlosen Klagen über ihr borniertes, pseudolibertäres Umfeld, über die betulichen Anmaßungen Ondjivas, sich trotz aller offenkundiger Mittelmäßigkeit als eine "führende Speerspitze" künstlerischer Avantgarde zu begreifen, sowie die beschämende Unfähigkeit ihrer Mitschüler, auch nur einen Funken kühnen Stils in ästhetische oder sexuelle Belange einfließen zu lassen. Ihr Begehren richtet sich danach gen Benguela zu ziehen, einer florierenden Küstenstadt im zentralen Westen Angolas, die von kreativem Overload, unkeuschem Charme und experimentellen Stilen nur so sprudelt. Dem steht allerdings ihr ausdauerndes Schulabschlussprojekt gegenüber. Nach etlichen, ausufernden Recherchen stößt sie jedoch auf eine legitime Möglichkeit diesen Zwist zu vereinbaren. Denn seit bald 150 Jahren befindet sich in Benguela eines der zentralen Dokumentationsarchive zum unfathomable day, der zu dieser Zeit zwar noch eine gewisse Bekanntheit aufweist, aber von anderen Ereignissen schon lange in den Schatten gestellt wurde. Daher meldet sie kurzerhand ein geschichtswissenschaftliches Abschlussprojekt zum Thema an, das selbstverständlich seriöser Vor-Ort-Recherche bedarf.
Während sie in den ersten Wochen ihres Aufenthalts in Benguela das Archiv quasi ausschließlich als Entnüchterungsstation für ihre abendlichen Eskapaden nutzt, entwickelt sie allmählich ein obsessives Interesse an den Phänomenen des unfathomable day. Wobei insbesondere die einstigen Protagonisten - von denen zwar schon lange bekannt ist, wie sie verschwanden, aber nicht, wohin sie verschwanden - einen unwiderstehlichen Sog auf sie ausüben. So beginnt sie zunächst Gideon, Su und Ray, Ephitas, Rüdiger, Jamal und Haname aus den Archiven zu wieder-holen; sie stellt ihnen ihren Leib als Bühne zur Verfügung, auf der sie ausgiebig mit ihnen zu spielen und denken, ficken und reden beginnt. Bis sie eines Tages auf einen kleinen Apparat stößt, ein Ding, das noch aus dem 21. Jahrhundert stammte und, wie es die Archivierungsnotiz einer gewissen Megan Faunsteen nahe legt, als "Shifting-Stimulator " bezeichnet wurde. Gemäß der Anleitung sollte man das Gerät mit einer genau definierten Menge verschiedener Tryptamine und Phenethylamine füllen, es sich auf die Wirbelsäule binden und die Injektionsnadel unter der Dornfortsatzspitze des elften Brustwirbels, genau auf den Punkt des Jĭ Zhōng anbringen.
Und natürlich ergibt sie sich unmittelbar nach den anfälligen Besorgungen diesem Experiment, das sie nach einer etwas schmerzhaften Induktionsphase in einen äußerst lustvollen Rausch katapultiert, aus dem sie erst fünf Stunden später, in eine echsenhafte Position eingerollt, wieder erwacht, fast ohne Erinnerung, aber mit vier einfachen Worten auf den Lippen, die sie laufend, mehr krächzend als sprechend wiederholt: Das Tal der Glückseligen. Schlichte, befremdliche und irgendwie lächerliche Worte, auf die sie bisher noch nie gestoßen war. Ihre Nachforschungen ergeben schließlich, dass mit dem Namen Tal der Glückseligen Ende des 21. Jhdt. ein Forschungsprogramm unter der Leitung eines Prof. Sullivan angemeldet, allerdings schon bald wieder abgebrochen wurde, da der führende Forschungsassistent (Hoé) unter ungeklärten Umständen irgendwo in den Ausläufern der Anden verschwunden war. Und darauf beginnt Keyah sukzessive ihren Körper auszurichten, und versteift sich auf den Gedanken, diese phantasmatische Idee, dieses Tal, nicht nur wörtlich zu nehmen, sondern es auch noch finden zu wollen…

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Die Ziele dieses Crowdfunding-Projekts lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:
1., soll der erste Band meines Romanzyklus nach erfolgreicher Finanzierung innerhalb von 12 Monaten beendet und noch im Jahr 2015 publiziert werden. Im Idealfall möchte ich daran anschließend 2016 den zweiten und 2017 den dritten Band publizieren.
2., möchte ich mit diesem Roman einem Stil zur Verbreitung verhelfen, der im deutschsprachigen Roman in den letzten Jahrzehnten etwas zu verkümmern droht: nämlich der Synthese aus ästhetischer, wissenschaftlicher und politischer Innovation, die keine Scheu vor narrativer Sexyness, Slang und Utopien hat.
3., werde ich in diesem Sinne den Roman auch als ein Medium subversiver und progressiver Arbeit nutzen, dessen Vorzüge gerade darin liegen, subtil über die Grenzen des jeweilig vorherrschenden Commonsense hinauszugelangen. Zudem können durch die Anwesenheit heterogener Charaktere, Perspektiven und Situationen in einem Roman Vielheiten herrschen, es kann gespielt, spekuliert und erfunden werden, es können gegeneinanderstehende Anschauungen miteinander verknüpft werden, ohne die "Richtigkeit" oder "Falschheit" der jeweiligen Positionen endgültig konstatieren zu müssen.
Als primäre "Zielgruppen" können gelten:
- Jene, die Muße an ausufernden Geschichten, literarischer Stilistik und einer einfach erregenden Story empfinden.
- Jene, denen Weltabgewandtheit gegenüber belangvollen, aktuellen künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Entwicklungen ein Gräuel ist, die dürstend Ausschau halten nach galanten Verknüpfungen und sich gelangweilt fühlen von den biederen Feindschaften oder vermeintlichen "Unvereinbarkeiten" lokaler intellektueller Traditionen.
- Jene, die sich einer progressiven, mondänen, ökologischen, queeren Öffentlichkeit und/oder einer subversiven, experimentellen, anstößigen, nomadischen Subkultur zugehörig fühlen.
- Schließlich jene eingefleischten Literatur-Fetischisten, Stilisten und Wortklauber, die jeden Hoffnungsschimmer nutzen, die Literatur fortlaufend vor ihrer Verödung zu schützen.
- Und letztlich jene, die einige oder mehrere Motivationen mit dem Autor teilen oder welche die hier oder andernorts gebotene Präsentation desselben schlicht sympathisch finden.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Wer an den behandelten Inhalten oder Stilen interessiert ist, wird sich durch seine Unterstützung unmittelbar befähigt wissen, einem Roman zur Geburt zu verhelfen, welcher der Gegenwartsliteratur eine erfrischende Brise zufächeln wird. Zudem erhält man für jede Unterstützung ein erlesenes "Dankeschön". Wobei zuvorderst die besondere Möglichkeit zu nennen ist, sich mit seinem Vor- und Nachnamen (oder einem beliebigen Kunstnamen) als eine Nebenfigur im Roman zu installieren, deren Raum, Auftreten und Eigenschaften - je nach "Dankeschön" - entweder ganz dem Autor überlassen wird oder mit ihm innerhalb eines gewissen Spielraums verhandelt werden kann. Weitere "Dankeschöns" sind z.B. frei wählbare Kostproben einzelner Kapitel, die der Autor auch als individuelle Ton- und Videoaufnahmen anbietet, eine Namensnennung in den Dankesworten, ein speziell signiertes Exemplar des Romans, eine private Lesung oder ein Interview mit dem Autor.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Der erste Band meines Romanzyklus steht mittlerweile kurz vor seiner Fertigstellung, für die ich noch acht bzw. zwölf Monate ausschließlicher Konzentration benötige. In diesem Sinne würden die anvisierten 12000 € dazu verwendet, mich in dieser Zeit von meinen diversen Job-Aktivitäten und akademischen Beschäftigungen zu entbinden, sowie Material- und Recherchekosten für den Schreibprozess zu finanzieren. Bei erfolgreicher Finanzierung sieht mein Zeitplan folgendermaßen aus: acht Monate wird sich meine Aufmerksamkeit ganz und gar darauf richten, die Rohfassung des ersten Bandes fertig zu stellen, die daran anschließenden vier Monate werden für Korrekturen und Lektorate sowie für die Auseinandersetzung mit Publikationsoptionen und Verlagen genutzt. Die Summe von 12000 € ergibt sich dabei aus dem Umstand, dass ich für o.g. Aufwände im Minimum 1000 € pro Monat benötige. Alle finanziellen Mittel, die über das Fundingziel hinausgehen, werden in die Fertigstellung der zwei folgenden Bände des Romanzyklus fließen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Ich bin gegenwärtig Doktorand der Philosophie an der Akademie der bildenden Künste Wien, 31 Jahre alt und arbeite an meinem Roman seit Frühling 2002. In den ersten Jahren der Niederschrift hatte ich noch das Vorhaben, ihn innerhalb weniger Jahre abzuschließen und ging dementsprechend etlichen Lesungen und literarischen Engagements in Mainz, Berlin, Frankfurt und Marburg nach, musste aber schließlich anerkennen, dass mein Roman einfach nicht darauf angelegt war "schnell" geschrieben zu werden, auch weil er sich einfach in zu vielen künstlerischen und wissenschaftlichen Gewässern suhlte. Nachdem ich dann über sieben Fächer an fünf verschiedenen Universitäten studierte und schließlich 2012 mein Doktorstudium begann, kam ich dem Ziel, meinen Roman zu beenden, allmählich näher. Ich erhielt ein Literatur-Stipendium der Stadt Wien, welches mir half, meine Pläne zu schärfen, aber finanziell nicht ausreichte, um meinen ersten Band einem tatsächlichen Ende zuzuführen. Erst als ich im Herbst 2013 auf die positive Entwicklung des deutschsprachigen Crowdfunding aufmerksam wurde, erahnte ich schließlich eine finanziell realistische Möglichkeit, selbst ein literarisches Großprojekt wie das meine, mittels solch eines Mediums verwirklichen zu können. Unabhängig meiner literarischen und wissenschaftlichen Beschäftigungen arbeite ich u.a. als freier Journalist, gehe ambitioniert den Kampf- und Körperkünsten nach und begreife die meisten meiner Gesinnungen als durchaus politisch, und fasse sie derzeit gerne unter den Begriffen "global-eco-queer" zusammen.
Zum Abschluss sei noch eine Auswahl an SchriftstellerInnen in alphabetischer Reihenfolge genannt, die mir zumindest mit einem ihrer Romane bzw. Erzählungen große Bewunderung abgerungen haben (wobei hier aus Platzgründen nur Autoren ab dem 20. Jhdt. genannt werden): C. Abani, C. Achebe, M. de Andrade, I. Asimov, G. Bataille, S. Beckett, G. Belli, M. Blanchot, R. Bolaño, H. Broch, M. A. Bulgakow, J. L. Borges, W. S. Burroughs, I. L. Brandão, K. Čapek, I. Calvino, E. Canetti, A. B. Casares, D. Charms, J. Cocteau, J. Cortázar, D. Dath, P. K. Dick, L. Durrell, O. Egger, G. Ekelöf, W. Faulkner, H. Fichte, M. Frisch, E. Galeano, J. Genet, A. Gide, W. Gombrowicz, J. Goytisolo, H. H. Jahnn, W. W. Jerofejew, F. Kafka, N. Kazantzakis, N. Kermani, A. Kubin, J. Laederach, J-M. G. Le Clézio, U. Le Guin, S. Lem, J. Lethem, C. Lispector, H. P. Lovecraft, , G. Manganelli, G. Meyrink, H. Michaux, H. Miller, D. Mitchell, R. Musil, W. O. Pelewin, G. Perec, T. Pynchon, D. Ribeiro, J. U. Ribeiro, S. A. Roy, M. Rubião, S. Rushdie, G. Saiko, A. Schmidt, B. Schulz, M. Scorza, W.G. Sorokin, W. Soyinka, D. F. Wallace, H. G. Wells, O. Wiener, R. A. Wilson, J. Winterson.

Für weitere Informationen zu meinem Romanprojekt sei auf meine Website und meine Facebookseiten verwiesen (alle Links hier auf meiner Profilseite oder im Abspann des Präsentationsvideos), die ab jetzt aufgebaut und kontinuierlich mit neuen Videos und Romanauszügen zum Nachlesen fortgeführt werden. Wer spezielle Fragen zu meinem Projekt, meiner Person oder allgemeinen weltlichen und nicht-weltlichen Dingen hat, kann mich auch gerne unter folgender Email-Adresse kontaktieren: spurenwende@gmail.com

Projektupdates

17.08.14

Zur Übersicht, im Folgenden all jene Destinationen, die weiterführende Informationen, Texte, Videos u.ä. darbieten:
www.spurenwende.jimdo.com
- Die Website zum Projekt - laufend weitere Textauszüge aus dem Roman, Videos, Lesungen etc.
www.facebook.com/spurenwende
- Die Facebookseite zum Roman
www.facebook.com/christian.gross.strahlenbach
- Die Facebookseite des "Autors"
https://akbild.academia.edu/christiangroßstrahlenbach
- Die akademische Website des "Autors"

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