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Projekte / Wissenschaft
Datierungen eisenzeitlicher Feldfluren in Schleswig-Holstein
Eisenzeitliche Feldfluren, die mehr als 2000 Jahre alt sein dürften und deren Spuren sich in Altwäldern Schleswig-Holsteins erhielten, sind bisher nur in einem Einzelfall datiert worden, und das nur unzureichend. Zahlreiche geborgene und noch zu bergende Holzkohleproben aus den Wällen zwischen den Parzellen sollen Radiokarbon datiert werden. Damit soll die Einschätzung des Alters dieser Feldfluren auf eine breitere statistisch abgesicherte Grundlage gestellt werden. ENGLISH VERSION: SEE BLOG!
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05.04.19, 05:33 Dr. Volker Arnold
Nach langer Zeit: Meine neue Website www.celtic-fields.com ist nun zumindest so weit fertiggestellt, dass 161 jüngerbronzezeitliche/eisenzeitliche Feldfluren (Celtic Fields) für Schleswig-Holstein abgerufen werden können (über "interaktive Karten"). Die Website wird in den nächsten Monaten weiter ausgebaut, z. B. um zahlreiche Celtic Fields in Dänemark, und der allgemeine Teil soll noch erheblich erweitert werden. Nachdem Dropbox sein Verfahren geändert hat und viele Links dieses Blogs nun in Leere laufen, kann man z. B. unter "Downloads" drei Poster und eine ausführliche Präsentation zum Thema finden. Publikationen auch unter academia.eu, Volker Arnold
06.04.16, 05:14 Dr. Volker Arnold
Eine Ansiedlung mit Flur aus Mali an einem Nebenarm des mittleren Niger inmitten der Trockensavanne in gut 250 m Meereshöhe. Oben ein geschlossenes Dorf, unten eine lockere Häusergruppe mit umliegenden rundlichen Einhegungen verschiedenster Größe. Links unten ein ringsum eingehegtes landwirtschaftlich genutztes Areal in niedriger Lage, das in kleinste Parzellen aufgeteilt ist, die zum Teil die Größe der Lehmhäuser nur knapp überschreiten.
18.03.16, 18:27 Dr. Volker Arnold
Ein Beispiel aus einer gut 1100 m hoch gelegenen, leicht welligen und offenbar ziemlich trockenen Hochfläche in Simbabwe zeigt das Nebeneinander zweier Parzellenformen. Zum einen sind lange, schmale Streifen hangparallel angelegt und bilden trotz der relativ geringen Hangneigungen Terrassensysteme, die von vergleichsweise wenigen Fahrwegen erschlossen werden. Größere rechteckig-rundliche Parzellen, von Wällen eingefasst, grenzen dagegen im allgemeinen nicht unmittelbar aneinander, sondern lassen schmale Durchfahrten frei. (Die lange Pause tut mir leid, ich hatte einen PC-Wechsel zu verkraften und auch sonst allerhand um die Ohren...)
25.01.16, 10:28 Dr. Volker Arnold
Ein Beispiel aus dem westlichen Pakistan zeigt eine ca. 950 m hoch liegende Feldflur mit sehr unterschiedlichen Parzellengrößen. Die Parzellen sind mit Baumreihen gesäumt. Das ganze ist eine Art Wüstenoase. Z. B. rechts oben sind Baumreihen offenbar neuerdings angepflanzt worden. Nur wenige Fahrwege durchziehen die Flur. An einigen Stellen sind Parzellen durch Stein(?)-Wälle eingefasst; weitere Steinwälle scheinen sich unter einzelnen Baumreihen hinzuziehen.
19.01.16, 04:45 Dr. Volker Arnold
In Kambodscha finden wir diese Feldflur, deren Parzellen eher selten über 100 m Kantenlänge erreichen, in einer Aufschüttungsebene eines Flusses in 20 m Meereshöhe. Sie sind durch teilweise lockere Baum- bzw. Buschreihen eingehegt. Die eigentliche Feldmark im oberen Bildteil verzichtet völlig auf eingeplante Fahrwege. Deutlich ist dort zu sehen, wie sich eine Menge Wegspuren entwickelt haben, die die Parzellengrenzen völlig ignorieren.
01.01.16, 18:27 Dr. Volker Arnold
Im Iran finden sich in einer fast 1300 m hoch gelegenen Hochebene diese unregelmäßig umwallten Parzellen, die großenteils Anpflanzungen tragen. Zwar durchziehen hier zahlreiche mit Wällen gesäumte Fahrwege die Parzellen, aber lange nicht jede ist direkt auf einem Fahrweg erreichbar. Die Kantenlängen überschreiten nur in Ausnahmefällen 100 m.
27.12.15, 10:39 Dr. Volker Arnold
Ein ganz seltenes Beispiel aus Europa, wieder Irland: Steinwallsysteme von den Aran-Inseln im Westen von Irland, hier von der Mittelinsel Inishmaan. Die Inseln bestehen aus plattigem Kalkgestein, das überwiegend parallel zur Oberfläche geschichtet ist. Daraus sind auch die Trockenmauern aufgebaut, die die Parzellen begrenzen. Durch Beweidung, Karsterscheinungen (das viele Oberflächenwasser versickert in Spalten, statt Bäche zu bilden) und die lang andauernde intensive Nutzung wachsen hier heute praktisch keine Bäume mehr. Heute werden die Parzellen als Weideland genutzt. Früher wurde in einem Teil Roggen und Kartoffeln angebaut, wobei mit Tang und Sand gedüngt wurde. Im höher gelegenen Südteil der Insel (im Bild oben) kann man Stellen erkennen, wo die Parzellen örtlich kleiner sind und sich verdichten: Dort dürften ehemals Häuser gestanden haben. Die sehr unregelmäßigen Parzellen werden nur durch wenige enge Fahrwege durchzogen. Die Wallsysteme sollen in der heutigen Form nicht vor dem 17. Jh. entstanden sein. Übrigens: allen Unterstützern und Fans alles Gute für 2016!
23.12.15, 17:31 Dr. Volker Arnold
Am oberen Niger in Guinea liegt dieses Dorf mit seiner Flur in ca. 350 m Meereshöhe in einer Flussebene. Die meistens ungefähr quadratischen, selten langgestreckten Parzellen mit einer Kantenlänge um 50 m sind großenteils mit Wällen eingehegt. Nur wenige zwischen den Wällen angelegte Wege sind zu erkennen. Wegspuren, die die Parzellen ignorieren, scheinen sich auf die nicht eingewallten Parzellen zu beschränken.
18.12.15, 19:44 Dr. Volker Arnold
Unregelmäßige Parzellen mit im allgemeinen mehr als 100 m Kantenlänge finden wir bei diesem Dorf in Myanmar in 320 m Meereshöhe, eingefasst durch Baum- bzw. Buschreihen. Nur in der Nähe des Dorfes sind manche Parzellen kleiner. Nur wenige von vorneherein angelegte Fahrwege sind erkennbar, beiderseits von Baumreihen begleitet. Dafür sind einige Wege bzw. Fahrspuren erkennbar, die das Parzellensystem völlig ignorieren.
15.12.15, 11:02 Dr. Volker Arnold
Ein Beispiel aus Tansania in über 800 m Meereshöhe zeigt in der Randebene des Rukwasees um die Wohnhäuser herum eingehegte Parzellen, die einen eher rundlich-abgerundeten Umriss haben. Außerdem sind an mehreren Stellen Systeme von kleinen, ca. 30 x 30 m messenden Parzellen zu erkennen. Eines davon, oberhalb der Bildmitte, scheint aufgelassen zu sein. Zwischen den Parzellen gibt es keine Bewirtschaftungswege.
10.12.15, 17:21 Dr. Volker Arnold
Ein Beispiel auf dem Bundesstaat Bihar in Indien zeigt in ca. 250 m Meereshöhe eine relativ ebene Agrarlandschaft mit kleinen Parzellen, die durchweg unter 1 ha groß sind, oft sogar kleiner als 1000 qm. Ein Teil der Parzellen ist mit Baum- und Buschreihen bestanden. Nur ein Teil der Parzellen ist auf Fahrwegen erreichbar.
06.12.15, 21:53 Dr. Volker Arnold
Es ist erstaunlich, wie viele traditionell-archaische Landbausysteme man selbst heutzutage noch auf der Erde aufspüren kann, deren Strukturen den Feldfluren eisenzeitlichen Typs mindestens teilweise ähneln. Freilich wird man in Bereichen, deren Klima dem unseren entsprechen, fast nicht mehr fündig, desto mehr in abgelegenen Gebieten Afrikas und Asiens. In den nächsten Blogeinträgen möchte ich solche Fluren vorstellen, ohne dass ich weiß, was dort angebaut wird. Vor allem hat mich überrascht, dass Feldfluren ohne oder mit nur wenigen eingeplanten Fahrwegen noch häufiger anzutreffen sind als erwartet. Manche dieser Fluren sind offenbar bereits aufgegeben oder werden früher oder später modernem Ackerbau weichen. Dazu ein gutes Dutzend Beispiele aus Google Earth. Hier ein Beispiel mit überwiegend quadratischen, manchmal auch rechteckigen Parzellen aus dem westlichen Afrika. Es ist an einer sehr tiefen und feuchten Stelle im Schwemmland eines großen Flusses (Central River in Gambia) angelegt worden, die zuvor wahrscheinlich unter Wasser stand und nun entwässert wurde, denn sie befindet sich aktuell 3 m unter dem Wasserstand des Flusses. Trotz aller Unregelmäßigkeiten sind hier die Parzellengrenzen nach den Haupt-Himmelsrichtungen ausgerichtet, was aber bei vergleichbaren Anlagen in der Nähe nicht der Fall ist. Die Parzellengrößen entsprechen denen der hiesigen Celtic Fields. Eine besondere äußere Einfassung der Flur ist nicht auszumachen. Insgesamt sind die Entsprechungen eher formaler Art, da in diesen westafrikanischen Fluren wohl kein üblicher Ackerbau betrieben wird, sie dürften wassergebundenen Sonderkulturen dienen.
02.12.15, 19:54 Dr. Volker Arnold
Auch hier geht es um offenbar urgeschichtliche Feldfluren im Burren im westlichen Irland, eines Kalkkarstes, dessen hier nordsüdlich verlaufende Klüftung man gut erkennen kann. Dieser Bereich liegt 9 km nördlich vom zuvor beschriebenen Roughan Hill. Detaillierte archäologische Informationen liegen mir zu diesem Bereich nicht vor. Die hier viel klarer sichtbaren Spuren dürften aber ganz überwiegend urgeschichtlich sein. Vor allem fallen hier die vielen ringförmigen Wälle auf, die in Irland insgesamt sehr häufig sind und verschiedenen Perioden der Ur-und Frühgeschichte zuzuordnen sind. Im rechten unteren Viertel des Bildes durchzieht diagonal ein Weg das Gelände und setzt etwa in Bildmitte im Bereich einer ost-westlich verlaufenden hohen Mauer aus, ist aber weiter links wieder zu erkennen. Mindestens dreimal wird er von jüngeren Wällen durchschnitten, was auf sein hohes Alter hinweist. Ein Teil seines unteren Randwalls scheint später zu einer der hohen und sehr deutlichen erkennbaren Mauern frühneuzeitlichen Typs ausgebaut worden zu sein. Im gesamten Bereich kann man zahlreiche winzige Wallvierecke entdecken, die das Format der heutigen Häuser am oberen Bildrand haben oder noch kleiner sind. Die meisten werden von ehemaligen Häusern stammen. Die Bewirtschaftung des seit dem Neolithikum zunehmend entwaldeten Burrens muss man sich zu allen Zeiten überwiegend als Weidewirtschaft vorstellen. – Eins steht schon fest für mich: den nächsten Urlaub werde ich in dieser hochinteressanten Landschaft verbringen!
29.11.15, 02:47 Dr. Volker Arnold
Hier ein paar Links zur Urgeschichte (überwiegend Neolithikum) Irlands: http://www.nuigalway.ie/colleges-and-schools/arts-social-sciences-and-celtic-studies/geography-archaeology/disciplines/archaeology/research/ireland-atlantic-europe/roughanhill/ https://www.jstor.org/stable/30001691?seq=1#page_scan_tab_contents (zum kostenlosen Ansehen des gesamten Textes muss man sich bei jstor.org registrieren!) http://www.burrenbeo.com/burren/archaeology/neolithic http://www.researchgate.net/publication/253494382_Farming_and_woodland_dynamics_in_Ireland_during_the_Neolithic Der vorige und die zukünftigen Blogeinträge beziehen sich auf Satellitenbilder, die über Google Earth einsehbar sind (z. T. nur über Ansicht/Historische Bilder). Die UTM-Koordinaten gehen aus dem Link hervor. Wenn man selbst auf Google-Earth-Suche gehen möchte, empfiehlt es sich zunächst, unter Tools/Optionen/3D-Ansicht auf universales transversales Mercator-Koordinatensystem einzustellen. Dann setzt man an beliebiger Stelle mittels Hinzufügen/Ortsmarkierung einen Punkt, ändert aber dessen Koordinaten. So müsste man für den bisherigen Blogeintrag die Zone 29 U eingeben, für den Rechtswert 492833 m E und den Hochwert 5870682 m N. Anschließend kann man über Anklicken dieses Punktes in der Seitenleiste dorthin kommen.
28.11.15, 19:02 Dr. Volker Arnold
In den folgenden zwei Blogbeiträgen geht es um urgeschichtliche Feldfluren im Burren, einer verkarsteten Kalklandschaft im westlichen Irland, Clare County: zunächst das archäologisch einigermaßen durchforschte Gebiet von Roughan Hill. In diesem Gebiet finden sich zahlreiche megalithische Grabkammern. Bei der systematischen Aufnahme der vielen das Gebiet durchziehenden Steinmauern und -wälle ist Carleton Jones zu dem Ergebnis gekommen, dass die schwächer erhaltenen, oft kurvolinearen Wälle (mound walls) die älteren sind, während z. B. geradlinie, sauber aus Kalksteinen aufgesetzte und oft vergleichsweise hohe Mauern die jüngsten sind und in historische Zeit datieren. Es besteht die gut begründete Annahme, dass die hier gezeigten Hausstellen (1, 2 und 5) bereits neolithisch sind, ebenso ein großer Teil der schwächer erhaltenen Wälle. Norden ist unten, damit das Licht in gewohnter Weise von oben kommt. (Die UTM-Koordinaten des Bildes gehen aus dem Dateinamen im Link hervor.)
21.11.15, 12:08 Dr. Volker Arnold
Dies statt einer Antwort auf der Pinnwand (Christians Frage): Ich habe mal (auf Grundlage einer Zeittabelle zur Nacheiszeit in Dithmarschen) eine Grafik sämtlicher 29 hier gemessener C14-Daten zusammengestellt (oben, siehe auch Link). Die Interpretation von Radiokarbondaten zeigt immer wieder, wie weit die Archäologie von einer „exakten Wissenschaft“ (was sie nie erreichen wird) entfernt sein kann. Oft genug werden unliebsame Daten einfach unter den Tisch gekehrt und es wird nur mit den „plausiblen“ Daten gearbeitet. Das mache ich nicht, alle Daten werden berücksichtigt. Trotzdem habe ich die Daten in der Tabelle gekennzeichnet, die außerhalb (schwarz) oder weit außerhalb (grau) meines Erwartungshorizonts liegen. Bei einer der Datierungen (Kellenhusen/Guttau) hatte ich von vorneherein mit der Möglichkeit eines jungen Datums gerechnet. Außerdem ist damit zu rechnen, das bei 29 Daten eines oder zwei schon aus statistischen Gründen außerhalb des angegebenen Konfidenzinterwalls liegen. Zudem kann bei den Daten nicht entschieden werden, wie weit sie die Entstehungszeiten der Feldfluren oder ihre ggf. recht langen Nutzungszeiten widerspiegeln. Für unerwartete Daten nicht nur außerhalb des erwarteten Bereichs (rot) kann es viele Möglichkeiten geben. Es kann einerseits sein, dass es entsprechende Feldfluren tatsächlich auch vorher oder nachher gegeben hat. Andererseits kann es natürlich im Einzelfall auch eine mit Holzkohlebildung verbundene Rodungsphase lange vor Anlage der Feldfluren gegeben haben, oder weit nach der Nutzungsphase der Feldfluren ist dort im Wald Holz verbrannt oder verkohlt worden. Man kann schließlich einwenden, dass bei Grabungen gewonnene Proben besser geeignet sind als die vorliegenden Bohrproben. Dem ist zu entgegnen, dass die zahlreichen dazu notwendigen Kleingrabungen den zeitlichen, personellen und genehmigungstechnischen Aufwand und damit die Kosten vervielfacht hätten, aber wohl nur im Einzelfall geeignetere Proben ergeben hätten. Das Problem kann am besten durch eine beträchtliche Erhöhung der Datierungen gemindert werden: 50 oder 100 Probenmessungen im Rahmen eines (kleineren) Forschungsprogramms. Ich hoffe, dass die vorliegenden Daten dazu letztlich einen Anstoß geben werden.
18.11.15, 17:51 Dr. Volker Arnold
Hier nun das dritte und letzte Poster zur Datierung der Feldfluren eisenzeitlichen Typs in Schleswig-Holstein, mit dem Guttauer Gehege, dem Sachsenwald und dem Schierenwald. Das Datum vom Schierenwald erscheint recht früh. Die Daten vom Guttauer Gehege bei Kellenhusen entsprechen Spätmittelalter und früher Neuzeit, zumindest letztes dürfte auf Vermeilerung von Holzkohle zurückgehen, die dann aber keine Spuren im Bodenrelief hinterließ. Von den vielen Spuren im Sachsenwald waren nur zwei Datierungen möglich. Eine an dem schon in einen früheren Blogbeitrag beschriebenen Altweg liegt um Christi Geburt, während das zweite Datum aus den regelmäßigeren Strukturen im Norden ein möglicherweise zu junges Datum ergeben hat.
11.11.15, 17:32 Dr. Volker Arnold
Endlich die Fortsetzung der Datierungs-Poster (Link siehe oben). Die optimale Betrachtung der Feldfluren bzw. deren erhaltenen Reste ist nur mit einer Rot-Grün-Brille bzw. einer Rot-Cyan-Brille möglich. Für die Datierungen gilt das, was ich im vorherigen Blogeintrag schon gesagt habe. Allerdings ist es bei Glücksburg erfreulich, dass das Datum in die sog. "siedlungsleere" Zeit bei beiden dort vorgenommenen Datierungen übereinstimmt.
14.08.15, 21:57 Dr. Volker Arnold
Obiger Link zeigt ein Poster mit den Datierungsergebnissen aus Dithmarschen. Bei den ältesten Daten habe ich ziemliche Zweifel, dass sie mit den Celtic Fields zu tun haben oder ob sie nicht von älteren Rodungs-, Bewirtschaftungs- oder Siedlungstätigkeiten stammen. Bei den Datierungen von der mittleren Bronzezeit bis in die "dunkle Periode" vor dem Frühmittelalter glaube ich, dass die Daten im allgemeinen zutreffen. Ein frühmittelalterliches Datum bei der vermutlich wiederverwendeten Flur von Sarzbüttel hatte ich schon vorher in Erwägung gezogen. Was sich ziemlich klar zeigt: die Celtic Fields beschränken sich nicht auf die Jahrhunderte um Christi Geburt. Andererseits braucht man mehr Datierungen und Untersuchungen, um sich der Sache sicher zu sein. Wenn Sie die PDF ausdrucken wollen, am besten auf A3 Hochformat einpassen (bei A4 ist die Schrift zu klein: das Originalposter ist für 144 cm Höhe angelegt!
08.08.15, 18:46 Dr. Volker Arnold
Bernd Eschenbach machte mich freundlicherweise auf zwei Perioden-Zuordnungsfehler in der Tabelle aufmerksam. Ich hatte schlicht AD und BC verwechselt. Inzwischen ist die Tabelle korrigiert und kann unter dem unten angegebenen Link erneut heruntergeladen werden.
05.08.15, 03:33 Dr. Volker Arnold
Endlich sind die C14-Daten gekommen! Für ganz Neugierige möchte ich sie hier als Tabelle mit diesem Link: https://dl.dropboxusercontent.com/u/62295188/ErgebnisseCF-C14.xls schon mal vorstellen. Die Ergebnisse überraschen mich zum Teil sehr und werden in den nächsten Tagen von mir gruppenweise kommentiert. Zum Trost: Daten aus der Zeit neuzeitlicher Forstwirtschaft sind nicht dabei...
25.03.15, 10:03 Dr. Volker Arnold
Nun habe ich 100 Holzkohlen von dem südwestlichen Probenpunkt im Guttauer Gehege auf Holzarten bestimmt. Ergebnis: Weißdorn/Wildapfel: 49 Hainbuche 31 Hasel 8 Erle 3 Buche 1 Stechpalme 1 Fast alles ist Holzkohle von dünneren Ästen oder Zweigen. Diese Holzartenzusammensetzung weicht völlig von der des heute dort stehenden Waldes ab. Denkbar wäre Holzentnahme aus einer halboffenen Weidelandschaft oder aus einem durch Niederwaldnutzung und Waldbeweidung extrem veränderten Wald. Umso interessanter verspricht das C14-Datum zu werden.
13.03.15, 21:23 Dr. Volker Arnold
Guttauer Gehege bei Kellenhusen/Ostsee: Probenpunkte. Schwarz / grau umrandet: Proben mit auffällig viel Holzkohle. Zur Messung eingesandt sind die rot gekennzeichnete Probe sowie ein Stück aus der links unten eingezeichneten schwarz gekennzeichneten Probe. Insgesamt umrandet: Bereiche mit Celtic Fields. Endlich sind sämtliche Proben zur Datierung eingeschickt. Die Probengewinnug war eine ganz schöne Fahrerei, und ohne die Hilfe von Fynn Wilkes, Hans Starp und Hans Ohlsen und der bereitwilligen aktiven und passiven Mitarbeit vieler freundlicher Förster wäre ich lange noch nicht so weit. Vielen Dank! Ein paar Besonderheiten sind schon dabei gewesen. So im Sachsenwald das von Celtic-Fields-Wällen eingerahmte Wegstück (siehe weiter unten): Hans Starp, Fynn Wilkes und ich hatten das berechtigte Gefühl, diesen Altweg als erste seit mindestens 1500 Jahren gezielt abgegangen zu sein. Man kann den Verlauf schwach, aber eindeutig erkennen – aber nur, wenn man die Laserdaten vor sich hat. Im Guttauer Gehege bei Kellenhusen/Ostsee stießen wir auf unerwartet viel Holzkohle gleich beim ersten Termin dort mit zwei 30 m voneinander entfernten Proben. Zu Hause dann die Sache überdacht: haben wir eventuell zufällig eine Stelle beprobt, wo im Spätmittelalter oder in der Neuzeit Holz zu Holzkohle vermeilert wurde? Normalerweise bleibt von solch einem Standmeiler in den Laserscandaten ein erkennbarer Ring von ca. 15 m Durchmesser. Es gibt aber auch nachweisliche Meilerstellen, die keine Spur in den Laserdaten hinterließen. Auch fehlten in der Holzkohle Reste der Meilerabdeckung, wie ich sie von Meilerstellen des Riesewohldes kenne: dort sind es verkohlte Ästchen, die von Soden mit Heide oder Blaubeeren übrig blieben. Außerdem ist merkwürdig, dass eine Meilerei die Spuren der Celtic Fields nicht weiter beieinträchtigt hätte. Zudem fand sich eine Scherbe urgeschichtlicher Machart. Gehörte die viele Holzkohle zur Bodenbearbeitung dieser Celtic Fields? Eine Art Terra Preta? Also: noch eine zweite lange Fahrt nach Kellenhusen und noch mehr Stellen beprobt. Die meisten hatten „normal“ wenig Holzkohle, aber eine weitere hatte extrem viel. Nun habe ich mich dazu durchgerungen, zwei Proben vom Guttauer Gehege zu datieren, irgendwie werde ich das mit Eigenbeteiligung finanziert bekommen. Und im Guttauer Gehege werde ich sicher nicht das letzte Mal sein...
22.02.15, 12:35 Dr. Volker Arnold
Scherben, geglühter Flint und Holzkohle aus einer Altacker-Terrassenböschung von Idstedt-Karrenberg bei Schleswig. Die verzierte Scherbe ist 34 mm hoch. Alles (und noch mehr) aus nur einem 10-cm-Bohrloch! Eine zweite Tour in Südwestangeln war erfolgreich, was die gewonnenen Proben betraf. Es ging um vier Stellen mit Altäckern: Idstedt-Karrenberg, Schuby-Pöhl, Poppholz-Pflanzkoppel/Westerholz und Ülsby-Außelbek. An allen vier Punkten hatten wir in der Bohrung / den Bohrungen nicht nur genügend Holzkohle, sondern auch geglühten Flint bzw. Quarzit sowie kleingepflügte Scherben, allerdings nirgends so viel wie in Karrenberg, wo außer dem gezeigten Material noch zwei winzige Randscherben-Bruchstücke sowie ein Stück Bronze zu Tage kam. Mein Datierungsvorschlag nach Gefühl und Wellenschlag: jüngere vorrömische Eisenzeit, also letztes Jahrundert vor Christi Geburt. Im übrigen habe ich besten Kontakt zu den Förstern der Landesforsten und des Klosterforstes Preetz, vielen Dank!. Leider hakt es noch beim Sachsenwald. Nächsten Mittwoch ist die nächste Tour dran. Gruß, Ihr/Euer Volker Arnold
07.02.15, 22:22 Dr. Volker Arnold
Waldflächen des Sachsenwaldes, Höhendaten © LVermGeo SH. Eine detaillierte Klassifikation der Spuren (noch geringfügig verbesserungsfähig) zeigt, das der tatsächliche Anteil der Flächen mit "Celtic Fields" irgendwo zwischen der Hälfte und einem Drittel des Geländes liegt. Der oben angegebene Link führt zu einer derart detaillierten Version dieses Plans, dass darauf sämtliche urgeschichtlichen Ackerwälle erkennbar sind. Nach einer krankheitsbedingten Pause (leider bin ich den Infekt noch nicht los) habe ich die Spuren im Sachsenwald noch einmal neu dargestellt und analysiert. Immerhin ist es, soweit bekannt, das größte zusammenhängende Gebiet Deutschlands mit erkennbaren urgeschichtlichen Feldfluren. Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass alle erkennbaren Formen, die unter "grün" und "blau" vereint sind, gleichalt sind, dazu sind sie allein viel zu verschieden vom Typ. Mit rot sind Wölbbeetfluren gekennzeichnet. Mindestens ein Teil davon dürfte hochmittelalterlich sein, aber auch frühe Neuzeit ist nicht ausschließbar. Auf jeden Fall ist sie älter als manche Walleinhegungen und vor allem Kohlenmeilerplätze, die später angelegt wurden. Stellenweise scheint es Flurrelikte zu geben, die zwischen der Celtic-Fields-Blockflur und den klassischen Wölbbeetfluren zu stehen scheint (blau). Sollten dieses Fluren sein, die auch zeitlich dazwischen stehen?? Wer Zeit hat, sollte sich mit dem oben angegebenen Link die große Grafik herunterladen und mal selbst ausführlich auf die Suche gehen. Natürlich kann man im Einzelfall die angegebenen Grenzen auch anders setzen!
21.01.15, 10:53 Dr. Volker Arnold
Nun habe ich bereits ca. 20 Proben entnommen (es werde insgesamt ca. 30-35, aus denen ich die zu datierenden dann aussuchen werde). Tatsächlich habe ich bisher bei jeder Probennahme Holzkohlestücke erwischt, wenn auch in sehr unterschiedlicher Anzahl. Was aber bemerkenswert ist, dass ich auch bei jeder Probennahme mindestens ein Stückchen geglühten Feuerstein gefunden habe, in den meisten Proben auch mindestens eine kleine Tonscherbe urgeschichtlicher Machart und in einem Fall statt einer Tonscherbe ein Stückchen geglühten Knochens. Alles ganz winzig, die Scherben offensichtlich kleingepflügt. (Der Feuerstein ist hier ja allgegenwärtig und wohl zufällig in ein Feuer geraten.) Da es nun ganz unwahrscheinlich ist, dass ich jedesmal einen Siedlungsbereich oder die Umgebung einer Feuerstelle erwischt habe, ist es am wahrscheinlichsten, dass mit irgendeiner Art von Düngung Siedlungsabfälle auf die Felder gelangten und dort untergepflügt wurden. Ein Satz von 10 Proben geht noch diese Woche heraus zum Datieren. Dann heißt es warten! Ihr/Euer Volker Arnold
16.01.15, 18:02 Dr. Volker Arnold
Liebe Unterstützer und Fans, sehr erfolgreich ist das Projekt bezüglich der Unterstützungen zu Ende gegangen. Noch einmal vielen Dank an alle Unterstützer, vor allen denen der letzten Tage! Ich warte noch auf eine Sendung Rotgrünbrillen, dann können die Dankeschön-Sendungen fertig gemacht werden. Dazu brauche ich aber von jedem, der ein Dankeschön haben möchte (ab 50 € - es sind genügend Kataloge da) eine Postadresse, falls ich Sie/Euch nicht persönlich mit der Adresse kenne. Meine Mailadresse ist [email protected] Die Genehmigungen zur Probennahme habe ich in ungeahnter Schnelle sowohl vom Archäologischen Landesamt SH wie auch von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten erhalten. Auch dafür vielen Dank! Eine erste Probencharge von 8 Proben ist bereits gemessen, eine zweite von 10 Proben geht noch im Januar raus. Die letzte Charge werde ich erst während der Semesterferien bergen können, dazu gehört viel Fahrerei an die "anderen Enden" des Bundeslandes. Grüße, Ihr/Euer Volker Arnold
05.01.15, 09:55 Dr. Volker Arnold
Die 6300 € sind bereits überschritten, und das eine Woche vor Schluss der Finanzierungsphase! Also: Für das Mehr an Unterstützung gibt es auch ein Mehr an 14C-Daten. Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer!! Ihr/Euer Volker Arnold
05.01.15, 09:52 Dr. Volker Arnold
Beispielmodell eisenzeitlicher Feldflurentypen in Schleswig-Holstein. Am Beispiel eines selbst gefertigten Modells lassen sich am besten die verschiedenen Typen eisenzeitlicher Feldfluren darstellen. 1 und 2 bezeichnet klassische „Celtic Fields“ mit den in Schleswig-Holstein typischen breiteren Wällen. Feldfluren mit langgestreckten Parzellen (2) sind eher seltener. Beide dominieren in nicht zu bewegter Alt- und Jungmoränenlandschaft sowie in den flachen durch Schmelzwasserablagerungen gekennzeichneten Sandergebieten. Allerdings gibt es auch dort, vor allem im Sachsenwald, gelegentlich sehr unregelmäßig geformte Parzellen (nicht dargestellt). 3 zeigt Terrassierungen in bewegter Alt- und Jungmoränenlandschaft mit starken Hangneigungen. 4 zeigt eine Feldflur in kuppiger Jungmoränenlandschaft, die durch die vielen abflusslosen Senken unregelmäßig parzelliert ist, wie sie besonders häufig in Angeln und Schwansen vorkommt. Bei 5 ist es nicht ganz sicher, ob hier gewirtschaftet wurde: die Kuppen erscheinen „flachgebügelt“ und die Senken haben oft eckige Umrisse. 6 zeigt unmodifizierte Jungmoränenlandschaft, 7 eine natürliche, nicht umgefomte abflusslose Senke.
03.01.15, 22:53 Dr. Volker Arnold
Lage des unten gezeigten Pollendiagramms im Außelbeker Gehege bei Ülsby, Angeln. Pollendiagramm (Auswahl) vom Rand einer Senke inmitten der „Celtic Fields“ im Außelbeker Gehege. Wegen der beschränkten Gestaltungsmöglichkeiten im Sciencestarterblog ist unten ausnahmsweise links, oben rechts. Die Ablagerungs- und Zeitfolge geht also von links nach rechts. (Der obere Teil bezieht sich auf die Gesamtsumme des Pollens, der untere nur auf den des Eichenmischwaldes incl. Buche und Hainbuche.) Umzeichnung nach Menke 1995. 1989 analysierte Burchard Menke Profilsäulen aus Bohrungen in den Senken zwischen den Celtic Fields im Außelbeker Gehege und erstellte Pollendiagramme, von denen hier ein Ausschnitt mit ausgewählten Arten gezeigt wird. Die älteren, unteren Ablagerungen (am linken Rand) liegen irgendwo im ersten vorchristlichen Jahrtausend, die jüngeren oberen Ablagerungen (am rechten Bildrand) irgendwo um die Mitte des ersten nachchristlichen Jahrtausend. Abgelagert hatte sich stark saurer Rohhumus, in dem Pollenkörner hervorragend erhalten waren. (Der graue Streifen bezeichnet eine Unterbrechung der Ablagerung.) Unterhalb von 39 cm beherrscht ein einigermaßen natürlicher Eichenmischwald die Vegetation. Er ist reich an Linden und arm an Eschen und Ulmen (nicht dargestellt), an feuchteren Stellen wachsen auch Erlen, und einige Hasel stehen im Unterstand. Die Buche spielt nur eine verschwindend geringe Rolle. Dann setzt schlagartig die Kultivierung ein: der Pollenniederschlag der Waldbäume geht um knapp 2/3 zurück. Aus dem neu geschaffenen Kulturland sorgen nun vor allen Gräser und Kräuter, aber auch Getreide für Pollenflug. Noch vor der Sedimentationsunterbrechung bei 24 cm dringt der Wald wieder vor, wobei zuerst die Weide, dann die Birke als vorübergehende Pioniergehölze in Erscheinung treten. Die Wiederbewaldung erreicht nicht ganz wieder die alte Dichte; vor allem setzt sich nun die Buche auf Kosten der anderen Laubhölzer durch (ebenso die hier seltenere, nicht dargestellte Hainbuche). Dieses Pollenprofil ist extrem von lokalen Faktoren bestimmt und lässt sich deshalb nicht sicher in ein Zeitschema einhängen, wie es bei regionalen Profilen (z. B. aus größeren Seen) zum Teil möglich ist. Umso wichtiger wären hier zusätzliche Radiokarbondatierungen.
01.01.15, 07:23 Dr. Volker Arnold
Noch 11 Tage können Unterstützungen gezeichnet werden. Also: wer noch jemanden weiß.... Ich bitte zu beachten, dass klassische Banküberweisungen ("Vorkasse") nur noch bis spätestens 6. Januar bei der Bank eintreffen sollten – später empfehlen sich nur die drei anderen Zahlungsmethoden. Alles Gute für 2015, Ihr Volker Arnold
01.01.15, 07:15 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ im Ornumer Holz bei Kosel in Schwansen. Die Parzellen haben hier überwiegend eine längsrechteckige Form, wie sie auch in den wenigen eisenzeitlichen Feldfluren der schleswigschen-nordfriesischen Geest auftritt. An vielen Stellen wird die wannenartige Form der Parzellen deutlich, die auch im 5-fach überhöhten Schnitt klar wird. Die eisenzeitliche Feldflur im Ornumer Holz bei Kosel östlich von Eckernförde ist in dreifacher Hinsicht bemerkenswert. Sie ist nicht nur besonders gut erhalten, sondern liegt auch in einem Gebiet, das durch Ausgrabungen und Pollenanalysen gut untersucht ist. Die Form der Parzellen ist hier bevorzugt längsrechteckig. Ein Großteil der Parzellen weist einen deutlich wannenartigen Querschnitt auf, der meiner Meinung nach erst im Laufe der Bewirtschaftung in dieser Form entstanden ist. Solche längrechteckigen Parzellen gibt es auch in der schleswigschen-nordfriesischen Geest sowie in Einzelbeispielen in Angeln und im nördlichen Dithmarschen. Ich bin gespannt, ob die Datierung dieser längsrechteckigen Feldflur von denen der üblichen Formen abweicht.
30.12.14, 19:01 Dr. Volker Arnold
Meine CNC-Fräse bei der Arbeit (oben), eine ziemliche staubige Angelegenheit bei größeren Reliefs Fertig gefräst: „Celtic Fields“ von Odderade in Dithmarschen, 6-fach überhöht Mittels eines selbst geschriebenen Programms wurden hier an Hand der Laserdaten direkt ein 6-fach überhöhtes Schaumrelief der „Celtic Fields“ von Odderade gefertigt. Durch die Überhöhung und das schräg einfallende Licht wird nicht nur die oft wannenartige Form der Parzellen deutlich: man kann keine eindeutige Abgrenzung zwischen Wall und Parzellenfläche festlegen. Aber auch die Überhöhung der Kreuzungspunkte tritt klar hervor, und man versteht, dass derartige „Hügel“ schon mal als Grabhügel klassifiziert wurden. Bis heute ist nicht ganz klar, durch welche Art der Bewirtschaftung es zu dieser Ausformung der Parzellen gekommen ist, auch wenn klar erscheint, dass mit einem Haken gepflügt wurde – der schollenwendende Pflug spielte noch keine Rolle.
28.12.14, 17:03 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ in Sylt (oben) und Amrum (unten) sind die einzigen in Schleswig-Holstein, die nicht in Wäldern, sondern in offenem Heideland erhalten sind. In beiden gibt es auch ältere Grabhügel. In Amrum setzt im linken Bildteil die Dünenlandschaft ein, während die nordsüdlich ausgerichteten Dämme am rechten Bildrand neueren Ursprungs sein dürften. Daten © LVermGeo SH. Die „Celtic Fields“ in einem Heidestück bei Kampen (Sylt; oben) liegen nahe des Roten Kliffs (links) und sind im Süden und Osten von der heutigen Bebauung eingegrenzt, im Norden von der Dünenlandschaft. Auch der Heiderest ist nicht unberührt: Neben einer Bahntrasse und zahlreichen Wegen liegt vor allem das Ausflugslokal Sturmhaube inmitten der Fläche. Im nordöstlichen Teil liegen einige größere Grabhügel älterbronzezeitlichen Typs. Schlechter sind die „Celtic Fields“ bei Nebel auf Amrum (unten) erhalten. Die östliche Hälfte liegt inzwischen in Ackerland und ist dementsprechend nur schemenhaft erhalten. Auch die westliche Hälfte ist nicht ungestört, da einige Heidepartien durch Abplaggung in jüngerer Zeit tiefer gelegt wurden. Weiter nach Westen und Norden scheinen sie in der dort einsetzenden Dünenlandschaft zu verschwinden. Auch hier gibt es einige zum Teil überpflügte Grabhügel. Bei einer längsovalem Struktur nordwestlich der Bildmitte könnte es sich um die Einhegung einer Siedlung oder eine natürliche Düne handeln.
25.12.14, 11:01 Dr. Volker Arnold
Allen Unterstützern (auch den ungenannten) und Fans wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2015!
25.12.14, 11:00 Dr. Volker Arnold
Fragmente eisenzeilicher Feldflur in Waldresten bei Wollhagen, Gem. Gammelby in Schwansen (markiert). Daten © LVermGeo SH. In Angeln und Schwansen wurden die Altwälder vor allem durch die Gutswirtschaft stark dezimiert und verkleinert, so dass viele einstmalige eisenzeitliche Feldfluren nur in kleinsten Ausschnitten bis heute überkommen sind. In den riesigen Gutsäckern dazwischen schimmern neben letzten Spuren mittelalterlicher Wölbbeete (östlich der Bildmitte) an manchen Stellen noch flachgepflügte Wallreste und Absätze durch, die zur ehemals größeren eisenzeitlichen Feldflur gehören könnten. Die gut erhaltenen Reste liegen durchweg im Wald.
20.12.14, 11:15 Dr. Volker Arnold
Celtic Fields bei Nindorf in Dithmarschen. Daten © LVermGeo SH. Zur Animation bitte den Link darüber anklicken! In der Animation dieses Bildes sind Celtic Fields bei Nindorf (Dithmarschen) dargestellt. Dort ist der Randwall der Celtic Fields (vorne querlaufend) gut zu erkennen; ein erhöhter Kreuzungspunkt der Wälle weiter hinten mittig unter der Einblendung ist allerdings kaum noch auszumachen. In den Wurzeltellern zweier während der letzten Stürme umgeworfenen Bäume fanden sich einige völlig kleingepflügte Tonscherben urgeschichtlicher Machart. Übrigens ist der Randwall eine echte Begrenzung der Feldflur zur angrenzenden feuchteren und quelligen Niederung hin.
18.12.14, 18:03 Dr. Volker Arnold
Ackerterrasse in Heide-Süderholm in Dithmarschen. Zur Animation bitte den Link darüber anklicken! Stereo-Bildpaare können zwar leicht z. B. für Rot-Grün- bzw. Rot-Cyan-Brille erzeugt werden, aber wer hat schon so eine Brille? Einen Ausweg bildet eine bewegte Gif-Animation. In der Animation des Bildes (Link über dem Foto, bitte so lange Zeit lassen, bis sich das Bild bewegt!) ist eine deutliche eisenzeitliche Ackerterrasse bei Heide-Süderholm (Dithmarschen) zu sehen (siehe Blog weiter unten); der Erdhaufen ist ausgesiebtes Material aus dem Wurzelteller eines kleinen durch Sturmtief Christian 2013 umgeworfenen Baums.
13.12.14, 19:00 Dr. Volker Arnold
Im Rülauer Forst, Kr. Hgtm. Lauenburg, können an einigen Stellen noch schemenhaft „Celtic Fields“ erkannt werden, obwohl nahezu das gesamte heutige Waldgebiet im Mittelalter eine Wölbackerflur wurde, die später, wohl in der Pestzeit, aufgelassen wurde und wiederbewaldete. Daten © LVermGeo SH. Wie viele Wälder Südost- und Ostholsteins ist der Rülauer Forst / Gülzower Holz südlich von Schwarzenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg von Wölbackerfluren hochmittelalterlichen Typs durchzogen. Sie enstanden im Zuge der „Ostkolonisation“ ab der Mitte des 12. Jahrhunderts, als die zuvor slawischen Gebiete von eingewanderten Holsteinern, Westfalen und Holländern landwirtschaftlich intensiv erschlossen wurden. Vor allem in der Folge der Pest um 1350 wurden viele vorher angelegte Fluren wieder verlassen, weil die zugehörigen Dorfgemeinschaften aufgegeben wurden, und Wald breitete sich auf den vorherigen Ackerflächen aus. In diesem Fall hat die mittelalterliche Bewirtschaftung nicht ganz ausgereicht, um die älteren „Celtic Fields“ völlig verschwinden zu lassen. In einigen Partien (umrandet) sind sie noch ganz gut zu erkennen, in anderen kann man sie noch erahnen.
13.12.14, 18:53 Dr. Volker Arnold
Der Verein für Dithmarscher Landeskunde hat für eine Unterstützung von 2500 € gezeichnet: dafür ihm und allen seinen Mitgliedern herzlichen Dank! Nun fehlen "nur" noch ca. 1500 €. Wenn jeder noch mal überlegt, wen man noch für eine Unterstützung gewinnen könnte, sollte das doch machbar sein. Ich hoffe sehr, dass dadurch eine neue Welle von Unterstützungen einsetzt. So könnte man z. B. statt eines Weihnachtsgeschenkes an Leute, die ohnehin alles haben, auch z. B. ein Kärtchen verschenken mit der Aufschrift: Ich habe für Dich (Sie, Euch) dem Projekt "Datierung eisenzeitlicher Feldfluren in Schleswig-Holstein" eine Summe von xx Euro zukommen lassen. , dazu die Linkadresse https://www.sciencestarter.de/datierungen-feldfluren ... Eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht Volker Arnold
07.12.14, 11:52 Dr. Volker Arnold
Pollendiagramm (ausgewählte Arten) inmitten einer ausgedehnten eisenzeitlichen Feldflur im Ostteil des Klosterforstes Preetz südlich von Kiel. Rot unterlegt: Einzelprobe aus der Beackerungsphase. BP: Baumpollen, NBP: Nichtbaumpollen = Sträucher, Stauden und Kräuter. Laserdaten © LVermGeo SH. Pollenanalyse nach Glos 1992. In einer Diplomarbeit von 1990 (Glos 1992) wurden einige Kleinmoore in abflusslosen Senken des Klosterforstes Preetz untersucht, darunter das „Seggenmoor“, das inmitten einer eisenzeitlichen, in diesem Bereich aber nicht besonders gut erhaltenen eisenzeitlichen Feldflur liegt. Ausgewählte Arten des oberen Profilbereichs sind hier dargestellt. Die unteren drei Proben zeigen einen Eichen-Linden-Wald mit etwas Haselunterwuchs und anfänglich noch etwas Ulmenbeimischung. Die rot unterlegte vierte Probe zeigt sehr deutlich die Folgen der Bewirtschaftung: Der Baumpollen geht stark zurück, Süßgräser nehmen stark zu und der Pollen von Getreide und dem Siedlungsanzeiger Spitzwegerich erreichen hohe Werte. In den darüberliegenden Proben zeichnet sich eine Wiederbewaldung ab, die bis heute Bestand hat. Allerdings kann sich die Linde nicht wieder ausbreiten, statt dessen machen sich Buche und Hainbuche breit, die erst in der neueren Forstwirtschaft zu Gunsten der Eiche wieder zurückgedrängt wurden bzw. wie die Hainbuche wieder verschwinden.
30.11.14, 11:46 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ bei Odderade in Dithmarschen. Links virtuelles Relief mit „Beleuchtung“ (Hillshading) von Nordwest. Rechts Differenz vom Mittelwert, ohne Hillshading, aber farblich optimiert. Unten wurden die beiden Bilddarstellung per Bildbearbeitungsprogramm kombiniert. Daten © LVermGeo SH. Am Beispiel von „Celtic Fields“ in einem kleinen Bauernwald bei Odderade, Dithmarschen, wird eine optimierte Form der Darstellung gezeigt. Ausgangspunkt ist ein aus Nordwest „beleuchtetes“ virtuelles Reliefbild nach den leicht geglätteten Laserscandaten. Dieses „Hillshading“ ist hier mit Global Mapper erzeugt, wird aber auch von vielen anderen Geo-Programmen dargestellt. Der Nachteil des Hillshading ist, dass man lineare Strukturen, die genau in Beleuchtungsrichtung liegen, kaum erkennen kann. Zur optimierten Darstellung werden die Daten umgerechnet: eine deutlich geglättete Datenmatrix wird hier von den Originaldaten abgezogen. Die Glättung erfolgt dermaßen, dass leichte Erhebungen, die 8-20 m breit sind, besonders deutlich werden. Hillshading bringt bei den umgerechneten Daten nur ein verwirrendes Bild, besser ist es hier, einen Farb-„Shader“ selbst zu definieren, der in diesem Fall leichte Werte über Null rot darstellt, stärkere dagegen gelb. Nur stärkere Werte unter Null werden blau getönt. So erhält man die oben rechts dargestellte Grafik, die allerdings keine Talzüge und größeren Erhebungen in der Landschaft mehr erkennen lässt. In einem weiteren Schritt werden diese beiden Darstellungen per konventioneller Bildbearbeitung kombiniert, wodurch eine Grafik entsteht, die sowohl die Plastik der Landschaft wie auch die leichten Erhebungen (Parzellengrenzen) deutlich darstellt.
25.11.14, 12:30 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ in der Hahnheide östlich von Hamburg (markiert). Die Probennahme ist bei P vorgesehen. Unter anderem 250 m südöstlich davon ist eine kleine kreisrunde Struktur erennbar: die Stelle eines frühneuzeitlichen Kohlenmeilers. Daten © LVermGeo SH. In der Hahnheide ostnordöstlich von Hamburg gibt es bemerkenswerte Reste von „Celtic Fields“, die in etwas ebeneren Lagen anzutreffen sind und den sehr bewegten zentralen Teil der Hahnheide weitestgehend meiden. Sie sind nur schwach ausgeprägt. Zur Probennahme empfiehlt es sich, deutliche, gut zugängliche und lokalisierbare Wälle bzw. Randböschungen aufzusuchen, z. B. bei P oder östlich davon. Nach den bisherigen Erfahrungen ist in den Wällen bzw. Böschungen in fast jedem Bohrloch Holzkohle zu erwarten. An einigen wenigen Stellen erkennt man als kleine Kreise die Spuren frühneuzeitlicher Kohlenmeiler. Eine davon 250 m südöstlich von P durchbricht einen Parzellen-Randwall und ist deshalb jünger als die „Celtic Fields“.
22.11.14, 17:14 Dr. Volker Arnold
Ein Ausschnitt von „Celtic Fields“ im Klosterforst Preetz südlich von Kiel. Hier sind die Parzellengrenzen eher als Terrassenböschungen ausgeprägt. Dicht über W ist deutlich ein Altewegefächer erkennbar, der zwei Randböschungen von Parzellen durchschneidet. Maßbalken 200 m. Daten © LVermGeo SH. Im Klosterforst Preetz finden sich, in überwiegend sehr bewegter Jungmoränenlandschaft, zahlreiche eisenzeitliche Feldfluren. Der 5-fach überhöhte Schnitt, oben als gelbe Linie eingezeichnet, zeigt deutlich nicht nur die Terrassenböschungen, sondern auch den wannenartigen Querschnitt der Parzellen. Dicht über W sind ostwestlich verlaufende Wegspuren erkennbar, die sich in diese Böschungen einschneiden, also jünger als die Feldflur sein müssen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Altweg des Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit, der in den abwärts führenden Bereichen stark erodiert ist. Der Fächer entsteht dadurch, dass man seitlich parallel zur alten Spur fuhr, wenn diese zu mühselig zu durchfahren war.
19.11.14, 09:54 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ im Friedeholz bei Glücksburg in Angeln. Hier sind die schwachen Parzellengrenzen kaum mal als Wälle, sondern fast nur als Terrassenböschungen ausgeprägt. Daten © LVermGeo SH. Im Friedeholz bei Glücksburg lassen sich Parzellen und Überformungen von Geländekuppen beobachten, die im allgemeinen schwach ausgeprägt sind, sich aber im Einzelfall auch z. B. durch eine 1.5 m hohe Geländestufe dokumentieren. Einige ältere Grabhügel wurden während der Bewirtschaftung der Parzellen geschont oder, wie unten in Bildmitte nahe am Waldrand, in die Parzellenbegrenzung einbezogen. Rechts unten sind schwach erhaltene, nord-südlich ausgerichtete längliche Parzellen erkennbar. Mitten darin liegen zwei Toteislöcher, die offenbar noch nie entwässert wurden und mit Sicherheit ein wertvolles Pollenarchiv darstellen, dessen Untersuchung die örtliche Vegetation vor, während und nach der Bewirtschaftung klären könnte.
12.11.14, 09:38 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ im Drülter Holz in Angeln. Die Skizze aus der gedruckten archäologischen Landesaufnahme zeigt gegenüber dem heutigen Bild nach Laserscandaten, wie schwierig die Kartierung der Kulturspuren damals war. Maßbalken 200 m. Daten © LVermGeo SH. Das Drülter Holz im Südosten Angelns ist nahezu ganz von einer eisenzeitlichen Feldflur durchzogen, die überall am heutigen Waldrand endet, also offenbar ursprünglich viel umfangreicher war. Westlich des Waldes sind noch ganz schemenhaft Spuren davon erkennbar, die durch langjähriges Pflügen bereits fast ganz eingeebnet sind. In der archäologischen Landesaufanahme von Röschmann ist eine Skizze abgedruckt, die die Lage der damals entdeckten Teile der „Celtic Fields“ wiedergibt. Man erkennt gleich, wie schwierig es war, die wenigen erkannten Spuren im Wald maßstabgerecht zu kartieren. Trotzdem ist zu bewundern, dass die damaligen Kollegen die im Gelände kaum erkennbaren Spuren überhaupt bemerkt haben.
10.11.14, 13:45 Dr. Volker Arnold
„Celtic Fields“ im Guttauer Gehege nahe der Ostsee bei Kellenhusen. Blau sind Bereiche unter dem heutigen Meeresspiegel dargestellt. Daten © LVermGeo SH. Im Guttauer Gehege finden sich zahlreiche Spuren eisenzeitlicher Feldfluren. Dabei sind zwei Dinge besonders bemerkenswert: · Ganz im Südwesten des Ausschnittes reichen die Wälle noch bis in eine Meereshöhe von 1.40 m NN herunter. Heutige Ostseewasserstände vorausgesetzt, wäre dies eine nicht mehr hochwasserfreie Lage. Allerdings dürfte der Wasserstand zur Kultivierungszeit einige Dezimeter tiefer gelegen haben. · Die Parzellen bilden keine scharfe Abschlussgrenze, sondern scheinen sich in alle Richtungen zu verlieren. Das bedeutet, dass die einstmals bewirtschafteten Flächen erheblich größer waren, aber nur noch dort auszumachen sind, wo die Wälle am deutlichsten ausgeprägt waren. Auch ist dies ein Indiz dafür, dass die Wälle nicht von vorneherein in der endgültigen Höhe angelegt waren, sondern diese erst im Laufe der Bewirtschaftung erreichten.
08.11.14, 06:00 Dr. Volker Arnold
Im Südwesten des Sachsenwaldes östlich von Hamburg (der in diesem Bereich erst in historischer Zeit aufgeforstet wurde) greifen die Fluren paralleler Wölbbeete mittelalterlichen Typs in die älteren „Celtic Fields“ ein und haben sie vollständig beseitigt. Daten © LVermGeo SH. Im Südwestteil des Sachsenwaldes östlich von Hamburg (der in diesem Bereich erst in historischer Zeit aufgeforstet wurde) hat sich eine vermutlich eisenzeitliche Ackerflur (Celtic Fields) mit z. T. ungewöhnlich großen und unregelmäßig begrenzten Parzellen erhalten. Sie endet heute schlagartig dort, wo Gruppen paralleler Wölbbeete mittelalterlichen Typs erhalten sind, die die älteren Spuren vollständig beseitigt haben. In der nahen Avendorfer Heide entstand die Wölbackerflur noch vor der Mitte des 13. Jahrhunderts, vermutlich im 12. Jahrhundert und dürfte hier ein ähnliches Alter haben. Nach dem Auflassen der Wölbackerflur bildeten sich dort mancherorts kleine Areale mit vielen südwest-nordöstlich ausgerichteten Kleindünen.
06.11.14, 09:36 Dr. Volker Arnold
Augenpulver: Kulturspuren im Südwesten des Riesewohldes, Dithmarschen. Die Holzkohleproben für die Altersbestimmung sollen bei der Markierung oben entnommen werden. Daten © LVermGeo SH. Im Südwestteil des Riesewohldes, Kr. Dithmarschen, sind mehr oder weniger deutlich alte Bewirtschaftungsspuren im Wald zu erkennen. Meine Theorie ist, dass eine ältere, vermutlich eisenzeitliche Feldflur großenteils im Hochmittelalter noch mal kultiviert wurde, dabei entsanden die parallelen Wölbbeete: eine typische mittelalterliche Flur, wie sie bis Ende des 18. Jahrhunderts im Lande noch überall anzutreffen war. Einige wenige Böschungen bzw. Wälle grenzen jedoch an Parzellen, die keine Wölbbeete aufweisen, so bei der Markierung oben im Bild. Dort sollen Holzkohleproben geborgen und datiert werden, auf deren Alter ich natürlich besonders gespannt bin: ich hoffe, dass die eisenzeitlich sind. Übrigens gibt es auch Parzellen, die tiefer liegen als die Umgebung, so am unteren Bildrand zwischen Waldrand und Waldbach. Ist hier Erdreich abgetragen worden, um andere Parzellen mit Streu und unverbrauchter Erde aufzuhöhen bzw. zu düngen?
28.10.14, 03:18 Dr. Volker Arnold
Nördlich von Poppholz in West-Angeln durchschneidet der alte Heerweg einen Wald, kenntlich auch an der Reihe großer Grabhügel vom älterbronzezeitlichen Typ. Die Grabhügel wurden bei der Anlage der „Celtic Fields“ weitgehend verschont. Oben: Schnitt durch einen erhaltenen und einen damals teilplanierten Grabhügel. Eingezeichnet sind auch die Wälle, die bei Rodungsarbeiten vor Anlage der Bundesstraße (Bildmitte) beobachtet wurden. Daten © LVermGeo SH. Nochmal im Sachsenwald bei Hamburg: Ausschnitt aus der Mitte des Waldes, durchschnitten von einer Bahntrasse. Viele kleinere Grabhügel sind in die urgeschichtliche Feldflur mit einbezogen. Unmittelbar westlich der neuzeitlichen halbkreisförmigen Struktur verläuft von Nord nach Süd ein von Celtic-Fields-Wällen begleiteter Altweg, der sich über gut 600 m verfolgen lässt. Dieser von H. Erlenkeuser entdeckte Weg ist in Schleswig-Holstein bisher einzigartig. Daten © LVermGeo SH. Bei der Anlage der urgeschichtlichen, vermutlich eisenzeitlichen Feldfluren nahm man im allgemeinen auf bestehende Grabhügel Rücksicht, so dass sie im Regelfall an den Parzellengrenzen erhalten blieben. Eine Ausnahme bildet ein Großgrabhügel älterbronzezeitlich Typs inmitten der Feldfluren in einem Wald nördlich von Poppholz in Angeln, der teilplaniert und offenbar bewirtschaftet wurde (Bild oben, siehe auch den eingeblendeten Schnitt und die als hellen Strich eingeblendete Lage des Schnittes). Dabei kamen offenbar Steinpackungen und Einfassungssteine zum Vorschein, die in einem großen Steinhaufen an der nordöstlichen Parzellenecke abgelegt wurden. Die anderen, den Heerweg begleitenden Großgrabhügel wurden aber von der damaligen Kultivierung verschont. Im Gegensatz dazu wurden anderenorts Grabhügel bei der Anlage mittelalterlicher Wölbackerbeete überpflügt.
26.10.14, 18:52 Dr. Volker Arnold
Mehr als 12 qkm urgeschichtlicher Feldfluren (Celtic Fields) im Bereich des Sachsenwaldes östlich von Hamburg. Kartengrundlage Bundesamt f. Kartografie u. Geodäsie. Der in der Karte markierte Ausschnitt nördlich und südlich der Autobahn 23. Nördlich um S besonders unregelmäßige Parzellenaufteilung, unten um K „Kolonisationsgebiet“: planmäßig angelegte und sehr regelmäßige Parzellen. Daten © LVermGeo SH. Der Sachsenwald ist der größte historisch alte Wald Schleswig-Holsteins. Dort entdeckte ich in den Laserscandaten mindestens 12 qkm urgeschichtliche Feldfluren. Ursprünglich wird es mehr gewesen sein, da einige Teile des Waldes durch neuzeitliche Forstwirtschaft stark verändert wurden und andere Bereiche durch hochmittelalterliche Wölbbeetfluren überformt sind. Im markierten Bereich im Nordwesten, der an die Bille grenzt, stellen sich die Fluren nördlich und südlich der durchquerenden Autobahn verschiedenartig dar. Nördlich davon gibt es Bereiche mit auffallend unregelmäßigen bzw. größeren Parzellen – um Siedlungskerne? Im „Kolonisationsgebiet“ südlich der Autobahn könnte die dort viel regelmäßigere Flur ggf. zu einem etwas späteren Zeitpunkt planmäßig angelegt worden sein.
23.10.14, 09:32 Dr. Volker Arnold
Heide-Süderholm, Ackerterassen aus Stadtwald, darunter Schnitt. Verkohltes Getreide (Nacktgerste) aus der obersten Böschung. Die letztjährigen Herbststürme förderten es zu Tage: Verkohlte Getreidekörner aus einer der wenigen deutlich erkennbaren Ackerterrassen aus Heide-Süderholm, also ausgerechnet dem Fundort, der am dichtesten an meinem Wohnort liegt. Dazu gab es einige kleingepflügte Tonscherben, die offenbar aus der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. stammen. Auf die C14-Daten dieser Körner bin ich besonders gespannt. Übrigens: Es fehlen nur noch zwei Fans!
22.10.14, 10:13 Dr. Volker Arnold
Vermutlich eisenzeitliche Feldfluren in teils sehr hügeligen Stauch-Endmoränen im Gehege Karrenberg bei Idstedt in West-Angeln. Daten © LVermGeo SH. Lesesteinhaufen im Wald: zwei Jahrtausende unberührt. In dem teils sehr bewegten Gelände zeichnen sich die Reste der eisenzeitlichen Feldflur überwiegend als Terrassen mit Böschungen ab, nur in ebeneren Partien als eher längsrechteckige Parzellen, die durch breite Wälle begrenzt sind. Auch wenn man bedenkt, dass außerhalb des Waldes, der dunkler gehalten ist, neuzeitliche Landnutzung evtl. Spuren völlig beseitigt haben dürfte, zeichnen sich vier voneinander getrennte Bereiche ab. (Der „Vulkan“ in Bildmitte ist eine alte kleine Kiesgrube.) Dabei könnte es sich um die Wirtschaftsflächen von vier Hofstellen handeln. Vor allem sind die östlichen Bereiche interessant. Zwei natürliche, tief eingeschnittene vermoorte abflusslose Senken (A) dürften die Zeit vor, während und nach der Kultivierung als Blütenstaubarchiv bewahrt haben, so dass hier eine Pollenanalyse äußerst lohnend wäre. Bei S wurden zur Zeit der Nutzung aus den Äckern ausgelesene Steine in Haufen aufgeschichtet: Sie liegen heute noch da, wo sie vor zwei Jahrtausenden abgelegt wurden!
21.10.14, 12:01 Dr. Volker Arnold
Schon nach einem Tag mehr als die Hälfte der Fans erreicht: vielen Dank an alle, aber bitte noch weiterempfehlen! Ihr/Euer Volker Arnold
19.10.14, 21:48 Dr. Volker Arnold
Im Gehege Außelbek bei Ülsby in Angeln sind die Ackersysteme besonders gut erhalten und auch gut untersucht. Allerdings beruhen die Datierungen auf den wenigen gefundenen Tongefäßscherben; eine C14-Alterdatierung steht noch aus. Man kann gut beobachten, dass die Ackerformen im zentralen, flacheren Bereich regelmäßiger sind als in den unregelmäßg-kuppigen Bereichen ringsum. Daten © LVermGeo SH.
19.10.14, 15:37 Dr. Volker Arnold
Daten © LVerm Geo SH Traces of iron age „Celtic fields“ probably older than 2000 years are preserved in historically ancient forests in Schleswig-Holstein. Only one example of it is (insufficiently) dated. Numerous chaircoal samples which have or should been taken from the walls between the parcels shall be dated by radiocarbon method. So the estimation of the age of those Celtic Fields should be posed on a more fundamental basis. The ancient fields which were installed obviously two millenniums ago after clearance of the then overall forests, seem to represent the first kind of agriculture which remained stationary over a long time. So it could leave traces in the landform relief. Those traces are known since longer time especially from England, north-western Danmark and the Netherlands and are called (not quite correctly) „Celtic fields“. Since 2011 I discovered much more than 100 field systems containing several thousand parcels in the relief pictures which can be generated by the laserscan elevation dates of Schleswig-Holstein. Up to then only a part of it was known, mostly fragmentarily. Nearly all field systems were preserved in historcally ancient forests, where the surface did not change since the iron age for more than 2000 years. The traces of the field systems are normally bathtub-formed parcels , which are limited by broad and very flat walls . The parcels form an irregular systems of rectangles, were parcel lies next to parcel – without tracks between. The sizes of the parcels are very different, but include commonly areas of 1000 – 2000 qm. Only one single field system was investigated intensively, but 25 years ago. The estimated age of those field systems is based of the forms of few ceramic sherds found there. It was and is still a relatively simple task to collect chaircoal samples from the walls in order to gain radiocarbon dates of the phase of use. At least 20 of them should be dated. Why so many? A single sample may result from a much later ord much older activity (stone age) by chance. However, the weitaus major part of it should date the phase of origin and use, which is estimated shortly before birth of Christ up to now according to few ceramic sherds of a single field system. But it could also be half a millenium older. If the latter is correct, the innovative agricultural systems which result in the preserved fields could be a human reaction to a striking climatic change which is proved for that time: it became wetter and cooler. 6300 € are needed for the dating of 20 samples, 315 € each.