Crowdfunding beendet
Es geht um die Poetisierung der Welt. Viel Wertvolles geht ja zur Zeit in kopfloser Hysterie und belanglosem Social-Media-Geschwätz unter, dabei warten überall kleine schillernde Geschichten und Gedanken auf ihre Entdeckung. So werde ich loslaufen... Von Stadt zu Stadt, immer auf der Suche nach literarischen Schönheiten und philosophischen Schätzen. Eine poetische Wanderung…
5.626 €
Fundingsumme
83
Unterstütz­er:innen
Michael Schmidt
Michael Schmidt Projektberatung "Brillante Crowd-Finanzierungsrunde, ich bin gespannt wie es mit diesem Projekt weitergeht."
04.07.2020

Tag 25 - Treenemündung & Friedrichstadt

Heinz Ratz
Heinz Ratz2 min Lesezeit

Irgendwie beschäftigt mich diese mittelalterliche Ballade, die ich schreiben möchte, angesiedelt an der Treenequelle, dem Treenelauf und schließlich auch an der Flussmündung zu sehr, als dass ich noch länger warten wollte - also fuhr ich heute mit dem Auto die lange Strecke nach Friedrichstadt, wo die Treene in die Eider fließt und wurde schön naßgeregnet - aber das passte gut zu der melancholischen Stimmung der beiden träge dahinfließenden Nordgewässer.

Unterwegs hatte ich noch ein weiteres trauriges Erlebnis, als ich mich in Tetenhusen um einen ganz jungen Vogel kümmerte, der von dem Wagen vor mir erfasst wurde und nun flügelschlagend im Graben lag. Ich konnte ihm aber nicht helfen, er hielt den Kopf völlig verdreht und stürzte immer wieder auf den Rücken, ich vermute, er hatte sich die Wirbelsäule gebrochen. Das stimmte mich traurig - so ein junges kraftvolles Leben... und ich begann eine Geschichte über den Tod in Tetenhusen, in die ich später auch die Beobachtung eines ganz allein im Regen spielenden kleinen BMX-Rad-Künstlers aus Friedrichstadt einfließen ließ.
Die Stadt selbst inspirierte mich zu einer schrägen, ganz lustigen Reiseführerstory und ich wanderte lange kreuz und quer und dann auch lange die breitgezogene Treenemündung hoch. Nun hab ich auch eine Idee, wie ich die Ballade enden lasse.

Die Fotos zeigen den kleinen BMX-Radler im strömenden Regen (sieht man auf dem Foto nicht, aber es regnete wirklich heftig), die aufgestaute Treene dreihundert Meter vor ihrer Einmündung und die Friedrichstädter Innenansicht mit den schönen alten Häusern.

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