Es geht um die Poetisierung der Welt. Viel Wertvolles geht ja zur Zeit in kopfloser Hysterie und belanglosem Social-Media-Geschwätz unter, dabei warten überall kleine schillernde Geschichten und Gedanken auf ihre Entdeckung. So werde ich loslaufen... Von Stadt zu Stadt, immer auf der Suche nach literarischen Schönheiten und philosophischen Schätzen. Eine poetische Wanderung…
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10.07.2020

Tag 28 - In und um Ratzeburg

Heinz Ratz
Heinz Ratz1 min Lesezeit

Heute war also Ratzeburg an der Reihe, das kleine feine Prerlchen bei Lübeck. Eine wohlhabende Stadt, schien mir und ein zumindest beim heutigen Regenwetter recht düsterer See, an dem sie liegt.

Die beiden Seen umwanderte ich fleißig. Hier ist das tolle Paul Weber Museum, das sämtliche Werke des großen sozialkritischen Karikaturisten und Zeichners enthält, hier hat auch Ernst Barlach gewirkt und sein Drama "Der Graf von Ratzeburg" und den Roman "Der gestohlene Mond" geschrieben, schwere Lektüre, aber ich hab sie als Jungspund heiß geliebt… irgendwie bin ich auch glücklich, endlich zur Literatur zurückgefunden zu haben und aus dieser Überlegung heraus beschloss ich, Gedichte zu Karikaturen Webers zu schreiben und mir selbst eine Standpauke zu halten - die Ratzeburger Standpauke, natürlich von einem fiktiven, sehr ruppigen Zeitgenossen gehalten, der mich nicht schont, weil ich die letzten Jahre immer nur Rechnungen und Gemameldungen und Steuererklärungen schrieb, aber so wenig Gedichte und Geschichten.

Das Schimpfen machte großen Spaß und so hab ich diese Geschichte in einem Ratzeburger Café angefangen und auch fast beendet. Als ich Ratzeburg wieder verließ, kam die Sonne zum Vorschein, was auch immer das bedeuten mochte.

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