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Projekte / Wissenschaft
Alles eine Einstellungsfrage – Deutschunterricht in China
Unser Forschungsprojekt soll ein umfassendes Bild des Deutschunterrichts kleiner, junger Abteilungen an chinesischen Universitäten geben. Wir möchten die zwei sehr verschiedenen Unterrichtssituationen untersuchen, denen chinesische Studierende begegnen: den zweisprachigen Unterricht mit chinesischen Muttersprachlern und den einsprachigen mit deutschsprachigen Lehrkräften. Dabei geht es um die Frage, wie Lehr- und Lernkulturen zusammenspielen und der Sprachgebrauch den Unterricht beeinflusst.
2.065 €
2.000 € Fundingziel
114
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21
Unterstützer
Projekt erfolgreich
 Alles eine Einstellungsfrage – Deutschunterricht in China

Projekt

Finanzierungszeitraum 17.07.13 08:31 Uhr - 15.09.13 23:59 Uhr
Fundingziel 2.000 €
Stadt Berlin
Kategorie Wissenschaft

Worum geht es in dem Projekt?

Ausgangspunkt
Deutschstudierende in China treffen in ihrem Studienalltag häufig auf zwei Unterrichtssituationen:

1. den meist zweisprachigen Unterricht mit chinesischen Deutschlehrkräften, mit denen sie Muttersprache sowie Lehr- und Lernkultur teilen.

2. sowie den meist einsprachigen Unterricht mit deutschsprachigen Lehrkräften, die oft kein Chinesisch sprechen und einer anderen Lehr- und Lernkultur als ihre Studierenden entstammen.

Untersuchungsfragen
Uns interessiert, ob ein solcher Unterrichtsalltag vor allem Potential für methodische und interkulturelle Konflikte oder eher Raum für Innovationen birgt. Deshalb wollen wir chinesische Studierende befragen, wie sie diese beiden Unterrichtssituationen wahrnehmen: Wie sind sie gegenüber zweisprachigem bzw. einsprachigem Unterricht eingestellt? Wie bewerten sie den Einsatz der chinesischen Muttersprache im Unterricht? Was erwarten sie von deutschsprachigen Lektoren? Ebenso möchten wir die Lehrerseite beleuchten und ergründen, welche Erwartungen chinesische und deutsche Lehrkräfte an den Deutschunterricht haben. Wie erleben sie das Unterrichtsgeschehen? Sehen sie Probleme oder Schwierigkeiten oder ist das Zusammenspiel von Lehrenden und Studierenden alles einfach eine Frage der Einstellung?

Untersuchungsdetails - Zwei in Einem
Diesen Fragen gehen wir in zwei getrennten Promotionsvorhaben nach, die aber unter dem gemeinsamen Dach des Forschungsprojekts Alles eine Einstellungsfrage? angesiedelt sind und das gemeinsame Ziel verfolgen, ein möglichst genaues Bild des Deutschunterrichts an kleinen, jungen chinesischen Deutschabteilungen zu geben.
Das Promotionsvorhaben von Janina Jasche untersucht den Gebrauch der chinesischen Muttersprache im Unterricht sowie die Einstellungen von Lehrenden und Lernern gegenüber diesem Gebrauch. Während die Forschungsarbeit von Johanna Varuzza ermitteln möchte, wie chinesische Studierende die Lehrweise deutschsprachiger Lektoren im Unterricht wahrnehmen und welche Einstellungen und Erwartungen sie gegenüber einsprachigem Unterricht eurozentrischer Prägung haben. Unserem jeweiligen Schwerpunkt möchten wir in direkten Interviews und durch eine schriftliche Befragung Lehrender und Studierender an zehn verschiedenen Universitäten in China nachgehen. Anhand unserer Ergebnisse hoffen wir einschätzen zu können, in wie weit es einen Bedarf an Unterstützung bei chinesischen und deutschen Lehrkräften gibt. Wünschen sich die einen Hinweise zum effizienten Umgang mit der chinesischen Sprache im Deutschunterricht? Benötigen die anderen eine intensivere methodisch-didaktische Vorbereitung auf die spezifische Unterrichtssituation in China? Kurz, wie kann Deutschunterricht an unerfahrenen, in ihren Ressourcen beschränkten Abteilungen so effektiv und gewinnbringend wie möglich für alle Beteiligten umgesetzt werden?

Mehrperspektivität
Die Besonderheit, dass Untersuchungsorte und -personen in beiden Forschungsvorhaben übereinstimmen, erlaubt es, die jeweiligen Ergebnisse direkt aufeinander zu beziehen und somit zu einem umfassenderen, mehrperspektivischen Verständnis der Bedürfnisse von Lernenden und Lehrenden zu gelangen.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Zielgruppe 1 - Lehrende und Lernende
Die Ergebnisse unserer Untersuchung richten sich zuallererst an diejenigen, die Deutsch in China lehren und lernen . Ziel unserer Arbeit ist es, unsere empirischen und theoretischen Erkenntnisse direkt in die Praxis einfließen zu lassen. Dazu wollen wir Handreichungen entwickeln, die einen effektiven, Lehrenden und Studierenden angemessenen ein- und zweisprachigen Unterricht ermöglichen und situationsspezifischen oder methodischen Problemen entgegenwirken können.
Gleichzeitig richtet sich unsere Studie aber auch an Lehrkräfte, die an deutschen Hochschulen chinesische StudentInnen in Deutsch als Fremdsprache unterrichten . Sie bilden die größte Gruppe unter den ausländischen Studierenden und kommen jedes Jahr zahlreich nach Deutschland, um zu studieren und die Sprache zu erlernen. Das Lehrpersonal der deutschen Universitäten sieht sich insofern mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert, auf die auch die deutschen Lehrkräfte in China treffen.

Fachliches Ziel
Neben dem pragmatischen Ziel, Handreichungen für den Unterricht zu entwickeln, erhoffen wir uns zur Fachdiskussion über den Stand des Deutschunterrichts in China beitragen zu können, indem wir die bisher unerforschte Lage kleiner, junger Deutschabteilungen beleuchten. Damit soll unsere Arbeit auch einen theoretischen Nutzen für die Vorbereitung und Umsetzung der akademischen Sprachausbildung chinesischer Studierender in China und Deutschland bieten und die Fachdidaktiker beider Länder erreichen.

Zielgruppe 2 - Wirtschaft und Politik
Zuletzt aber kommt unser Forschungsvorhaben auch denjenigen zu Gute, die mit China auf wirtschaftlicher oder politischer Ebene kooperieren , denn schließlich hat unsere Untersuchung die Förderung des Deutschunterrichts im Ausland zum Ziel. Für Unternehmen und Institutionen ist es von Vorteil, wenn sie auf der anderen Seite des Verhandlungstisches gut ausgebildete Dolmetscher und Übersetzer sitzen haben, wenn der wissenschaftliche Nachwuchs Chinas die deutsche Sprache beherrscht und sein Studium in Deutschland fortsetzen bzw. eine Arbeit in Deutschland aufnehmen kann und wenn sich die deutsche Sprache und Kultur im Ausland neben dem dominanten Englisch als ebenso interessantes und attraktives Studienobjekt beweisen kann. Um diese Ansprüche verwirklichen zu können, ist ein Wissen über Lehr- und Lernbedingungen an ausländischen Instituten notwendig. Nur wenn es ein Bewusstsein dafür gibt, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Erwartungen und Einstellungen auf Seiten der Studierenden und Lehrenden Deutschunterricht stattfindet, können Maßnahmen und Angebote entwickelt werden, um die Lehre der deutschen Sprache erfolgreich zu fördern. Daher sind wir überzeugt, dass die von uns geplante Untersuchung zu Lehrer- und Lernereinstellungen sowie Lehr-und Lernkulturen und die daraus zu entwickelnden Handreichungen über die chinesischen Hochschulen hinaus auf ein breites Interesse stoßen wird.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Aktualität
Die letzte größere Studie, die sich mit der Germanistik und den Germanistikstudierenden in China befasste, stammt von 2003. Seitdem sind 10 Jahre vergangen und es hat sich so einiges in der chinesischen Germanistiklandschaft verändert. Die Studierendenzahlen im Fach Deutsch sind im Zuge wachsenden wirtschaftlichen und politischen Austauschs zwischen Deutschland und China massiv angestiegen, so dass in den letzten Jahren viele neue Deutschabteilungen auch fern ab von den Eliteuniversitäten in Beijing und Shanghai gegründet wurden.

Innovation
Während die großen Institute auf eine lange Tradition des Deutschunterrichts zurückschauen können, seit Jahrzehnten deutschsprachige Lehrkräfte engagieren und enge Kooperationen mit deutschen Universitäten pflegen, haben es die kleinen, unbekannten Abteilungen oft schwer, stabile Kontakte mit Deutschland zu knüpfen, motivierte Studenten zu finden und deutsche Muttersprachler für ein Unterrichten in der Provinz zu begeistern. Diese besondere Situation blieb bisher unbemerkt und es gibt keine Studien, die sich mit der Lage junger chinesischer Deutschabteilungen und den an ihnen herrschenden Lehr- und Lernbedingungen beschäftigen. Wir wollen uns in unserem Forschungsprojekt genau diesem Aspekt widmen und untersuchen, in welcher Weise Deutschunterricht an Abteilungen stattfindet, die erst in den letzten 7 bis 8 Jahren entstanden sind.

Resonanz
Damit wir diesem Vorhaben nachgehen und unerforschtes Gebiet betreten können, benötigen wir finanzielle Unterstützung, denn auf Stipendien oder Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen können wir nicht bauen. Dass es sich lohnt, unser Projekt zu fördern, zeigt nicht nur das Interesse unserer Ansprechpartner in China, sondern auch die Einladung zur Internationalen Deutschlehrer Tagung in Bozen, bei der wir im Juli als Vortragende auftreten und unser Projekt erstmalig der Fachwelt vorstellen werden.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Um die für unsere Promotionsvorhaben notwendigen Informationen und Daten sammeln zu können, sind zwei Forschungsreisen nach China notwendig. Die erste Reise ist bereits abgeschlossen und wurde durch die Robert Bosch Stiftung gefördert. Sie diente der Aufnahme von Unterrichtsmitschnitten per Video, die zur Entwicklung der Fragen für unseren qualitativen und quantitativen Untersuchungsteil herangezogen werden sollen. Für die zweite Forschungsreise ist der Zeitraum September bis Dezember 2013 vorgesehen, in dessen Verlauf wir chinesische Studierende sowie deutsche und chinesische Lehrkräfte interviewen und eine umfassende schriftliche Befragung unter Lernenden und Lehrenden durchführen wollen. Dazu werden wir 4 Standorte in ganz China bereisen.

Ablauf
Von Mitte September bis Ende November widmen wir uns den Interviews mit Studierenden und Lehrenden in Xuzhou, Changzhou, Pengshan und Mianyang. Schon während dieser zweieinhalb Monate und in der ersten Dezemberwoche werden wir das gesammelte Material auswerten, um darauf aufbauend unsere Fragebögen entwerfen zu können. Die schriftliche Befragung wird in der zweiten Dezemberwoche stattfinden. Wir planen eine webbasierte Umfrage durchzuführen. Diese Entscheidung haben wir getroffen, weil wir durch Gespräche mit Fachleuten erkannt haben, dass unsere Anwesenheit vor Ort bei der schriftlichen Befragung überflüssig ist: 1) Wir haben verlässliche Ansprechpartner, die wir im Vorfeld briefen können, wenn Fragen unter den Untersuchungsteilnehmern auftreten sollen. 2) Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, frei entscheiden zu können, ob sie an der Befragung teilnehmen wollen oder nicht, weshalb wir uns gegen die handschriftliche Durchführung im Klassenraum und für die individuelle, zuhause realisierbare Version des webbasierten Fragebogens entschieden haben. 3) Zuletzt können wir Zeit und Geld sparen, indem wir nicht an alle 10 Untersuchungsorte persönlich fahren. Unsere Abwesenheit wird insofern keine negativen Auswirkungen auf die Validität der Ergebnisse haben, was uns besonders wichtig war. Wir nutzen diese letzte Woche in China, um die gesamte Forschungsreise abschließend zu evaluieren, Ergebnisse zusammenzutragen und zu prüfen, ob alle notwendigen Daten gesammelt werden konnten.

Workshops als Dankeschön
An den Universitäten, an denen Studierende und Lehrende interviewt werden sollen (Pengshan, Mianyang, Changzhou, Xuzhou), werden wir Workshops für Studierende und Lehrende anbieten, um uns bei den Deutschabteilungen für ihre Teilnahme und Unterstützung zu bedanken. Aus diesem Grund und weil für die Durchführung der Interviews genügend Zeit vorhanden sein muss (vor allem die StudentInnen haben einen engen Stundenplan und können an den Interviews nur außerhalb ihrer Unterrichtszeiten teilnehmen), planen wir längere Aufenthalte an den jeweiligen Standorten.

Vorläufige Kostenaufstellung
Unsere Finanzlage hat sich sehr verbessert, weil wir  außer der finanziellen Unterstützung durch die Gesellschaft von Freunden der TU  beide die Zusage zu einem dreimonatigen Doktorandenkurzstipendium des DAAD erhalten haben. Der DAAD übernimmt die Flugkosten vom Heimatort ins Zielland und zurück sowie die Versicherung und zahlt ein monatliches Stipendium. Durch letzteres sind die Lebenshaltungskosten sowie ein Großteil der Ausgaben für die Unterkünfte und Inlandsreisen gedeckt.
Was noch offen bleibt, sind die Kosten für Arbeitsmaterialien (Workshopkopien und Fragebogenübersetzungen) und das Visum. Außerdem würden wir uns freuen, wenn eine finanzielle Absicherung für die ersten Wochen direkt nach der Reise zustande käme. Für das Vorankommen unserer Forschungsarbeit ist es von Vorteil, wenn wir nicht lange warten und die empirischen Daten zeitnah nach der Erhebung auswerten. Um das zu ermöglichen, wäre es wichtig, nicht sofort wieder in den DaF-Unterricht voll einsteigen zu müssen, sondern nach unserer Rückkehr etwas Freiraum zu haben, uns der Auswertung und Analyse widmen zu können. Deshalb hoffen wir auf einen Pufferbetrag für die unmittelbare Zeit nach der Reise.

- Visum: 60
- Übersetzungskosten für Fragebögen: 100,00 Euro
- Kopierkosten: 250,00
- Pufferbetrag: 1500
- Gebühren für sciencestarter: 90
- Gesamtsumme: 2000,00 Euro

Wer steht hinter dem Projekt?

Wir, Janina und Johanna, sind seit Oktober 2012 Doktorandinnen am Institut für Sprache und Kommunikation der Technischen Universität Berlin und promovieren im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache bei Prof. Dr. Ulrich Steinmüller (http://www.tu-berlin.de/?id=36494).
Kennengelernt haben wir uns als Lektorinnen der Robert Bosch Stiftung in China, wo wir von August 2011 bis Juli 2012 an zwei Universitäten unterrichtet haben. Aus einem gemeinsamen beruflichen Interesse - beide waren wir Lehrerinnen für Deutsch als Fremdsprache - ist ein gemeinsames Projekt entstanden, das wir auf eigene Faust seit mittlerweile einem Jahr vorantreiben.
Ursprünglich kommen wir aber aus zwei verschiedenen Richtungen: Janina hat Linguistik und Philosophie in Bonn studiert, Johanna in Deutschland, Italien und Belgien italienische und deutsche Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Lehramt. Diese beiden unterschiedlichen Ausgangspunkte sind ein großes Potential, von dem wir beide in unserer Forschungstätigkeit profitieren können, denn durch sie eröffnen sich uns mehrere Perspektiven auf unseren Forschungsgegenstand.
Zurzeit arbeiten wir beide neben unserer Promotion in Berlin als Dozentinnen für Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache und gehen verschiedenen Lehr- und Workshop-Aufträgen nach.

Johanna Varuzza
Johanna Varuzza

Partner

Wir freuen uns sehr, dass unsere Anträge auf ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts erfolgreich waren und bedanken uns herzlich beim DAAD für die finanzielle Unterstützung unserer Forschungsreise!

Wir bedanken uns herzlich bei den Freunden der TU Berlin für die großzügige Unterstützung unserer Forschungsreise nach China.

Vielen Dank für die Unterstützung bei der kreativen und technischen Umsetzung des Videos.

Kuratiert von

Sciencestarter

Sciencestarter ist die deutschsprachige Crowdfunding-Community für die Wissenschaft. Gegründet wurde Sciencestarter von Wissenschaft im Dialog (WiD) im Herbst 2012, um kleineren wissenschaftlichen Projekten eine schnelle und einfache Umsetzung zu ermöglichen und gleichzeitig den Austausch zwis...

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