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"Die Herberge" erzählt mit viel schwarzem Humor und deutsch-arabischem culture clash-Witz eine etwas andere Flüchtlingsgeschichte, inspiriert von einer wahren Begebenheit. Diesmal sind Deutsche die Fremden, die eine Herberge suchen und Flüchtlinge, diejenigen, die sie aufnehmen und bewirten - in einem Landgasthof, der nun eine Flüchtlingsunterkunft ist: Kein Gastgewerbe, sondern pure Gastfreundschaft. „Der Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens“ Juda Baruch 1786 – 1837
19.415 €
15.000 € 2. Fundingziel
271
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
04.11.16, 23:48 Ysabel Fantou

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

Seit dem ersten Tag, an dem wir hier antraten, um gemeinsam mit Euch „Die Herberge“ entstehen zu lassen, verfolge ich den Blog, Eure Rückmeldungen, Euren finanziellen Einsatz – toll, so eine starke Gemeinschaft hinter sich zu wissen!

Sicher gibt es viele Gründe, sich gegen Rassismus und Rechtspopulismus einzusetzen. Bei mir sind es ganz persönliche, die ich heute mit Euch teilen will:

Meine Mutter ist als Kind mit ihrer Mutter während des zweiten Weltkrieges vor den serbischen Partisanen und der anrückenden russischen Armee nach Deutschland geflohen. Mein Vater kam mit Mitte zwanzig aus Frankreich nach Deutschland, weil er sich in meine Mutter verliebt hatte. Als er hier ankam, sprach er kein Deutsch. Er hat viele Jahre gebraucht, um sich hier einzuleben. Inzwischen hat er seine Einbürgerung erhalten. Er fühlt sich nun wohl hier und kann sich nicht mehr vorstellen, woanders zu leben.

Ich war als Kind immer sehr zerrissen. In Frankreich bei den anderen Kindern am Strand war ich die Deutsche, die den Krieg verloren hatte, in Deutschland die mit dem komischen Nachnamen, den kein Lehrer richtig aussprach. Ich kenne das Gefühl sehr gut, nicht dazuzugehören. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich mit den Menschen auf der Flucht sehr verbunden fühle.

Als die Flüchtlinge in vollen Zügen in Deutschland ankamen, wollte ich etwas finden, womit ich ihnen helfen könnte, sich hier willkommen zu fühlen. Und ich wollte meinen Kindern zeigen, dass man keine Angst vor jemandem haben muss, nur weil er fremd ist.

Letztes Jahr habe ich mit meinem Sohn einmal in der Woche in einem Jugendzentrum gemeinsam mit jungen Flüchtlingen gekocht. Nein, das stimmt nicht ganz: Die Jugendlichen kochten, und zwar ganz fantastisch, ich war nur die Küchenhilfe. Wir haben erlebt, wie sie von Woche zu Woche selbstsicherer auftraten und wie schnell sie die Sprache lernten. Und dass man, auch wenn man sich noch nicht verständigen kann, dennoch viel findet, worüber man gemeinsam lachen kann: Wenn Salman z.B. Tomaten waschen soll und sie erst mal kleinschneidet und sie dann wäscht. Oder wenn wir nicht verstehen, warum der Reis erst mal ewig eingeweicht und gewaschen werden muss, bevor man ihn kochen darf.

Letzten Dezember las ich die Geschichte von den beiden badischen Rentnern, die sich in einen ehemaligen Gasthof, der nun eine Flüchtlingsunterkunft ist, verirrt haben. Ich hatte sofort das Gefühl, dass ich darüber einen Film machen möchte. Weil diese Geschichte so schön ist, dass man sie nicht besser erfinden könnte. Und weil die Botschaft in unserer Zeit so wichtig ist.

Ich freue mich, dass „Die Herberge“ mit Eurer Hilfe nun Wirklichkeit wird! Ich drücke uns ganz fest die Daumen, dass wir bis über das Fundingziel kommen und auch der Lichterkette eine Spende überreichen können! Dann wäre ich wirklich sehr stolz und glücklich.

Eure Ysabel