5 Schauspielende, 2 Theatermachende und 1 Filmemacherin aus Syrien, Venezuela, Ägypten, Süd-Afrika, Luxemburg und Ost- und Westdeutschland. „Die Anderen“ ist ein Leipziger Projekt, das persönliche und politische Geschichten erforscht und erzählt...das Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen Geschichten, die uns scheinbar trennen, entdecken möchte - egal woher wir kommen. "Die Anderen" soll professionelle Arbeit wertschätzen und vergüten. Erste Saison 2021: sei auch du Teil von "Die Anderen"!
8,504 €
Fundingsum
141
Supporters
Charlott Roth
Charlott Roth / Projektberater
Applause, applause. Well done, I dance with joy with the project.
30.12.2020

Warum uns das Projekt "Die Anderen" so am Herzen liegt? Lest selbst...

Robert Klement
Robert Klement2 min Lesezeit

Liebe bisherige und zukünftige Unterstützer*innen,

Bevor wir zusammen mit euch in ein hoffentlich schöneres Jahr 2021 starten, jetzt nochmal Butter bei die Fische... Warum machen wir das hier alles überhaupt?!

Warum setzen wir uns für die Bezahlung von Menschen mit Schauspieltalent und Migrationshintergrund ein? Und zwar unabhängig davon, ob diese eine Schauspielschule besucht haben oder irgendwelche Zertifikate über schauspielerische Fähigkeiten vorweisen können?

Lest mal hier rein… >>>>> https://bit.ly/3py5SAM

Ihr habt den Artikel gelesen und fragt euch, was das jetzt für unser Projekt bedeutet? Here we go.

In Deutschland hat man als Mensch mit sichtbarem Migrationshintergrund oft nur zwei Optionen, wenn man im Bereich der Theaterbranche tätig werden möchte: Entweder man begibt sich in das rassistische und kompetitive Fahrwasser der Schauspielschulen und großen Theaterhäuser und darf am Ende ausschließlich die stereotype Rolle des Flüchtlings oder der Quoten-Schwarzen spielen. (Dafür gibt's Money, wenn auch nicht überragend viel.)
Oder: Man dümpelt in der freien Theaterszene von einem unbezahlten interkulturellen Theaterprojekt zum nächsten  - oft unter den kritischen Augen eines deutschen Publikums mit der Erwartung an die Schauspieler*innen, allerhöchstens Laeinhaftes zu fabrizieren und hauptsächlich das Thema Flucht und andere Leidensporno-Geschichten zu thematisieren.

DAS REICHT UNS NICHT!

Legitimiert erst das Zertifikat irgendeiner renommierten Schauspielschule die Bezahlung künstlerischer Arbeit(!)? Anhand welcher Maßstäbe messen wir den Wert dieser Arbeit? Geht es in dem Diskurs wirklich um schauspielerische "Qualität" oder schieben wir diese Anforderungen an migrantische Schauspieler*innen nur vor, aus Angst mal Neues auszuprobieren oder Sehgewohnheiten zu irritieren?

Der Artikel von Özgür Uludag erklärt unserer Meinung nach, wie struktureller Rassismus an deutschen Theaterhäusern und etablierte Sehgewohnheiten eines (unterschätzten?) Publikums zum Ausschluss von Schauspieler*innen mit Migrationshintergrund führen.

Wenn uns die Türen in den Theaterhäusern der selbsternannten Avantgarde verschlossen bleiben, müssen wir es eben auf den kleinen Bühnen probieren!

Wenn ihr diese Idee so unterschreiben könnt, macht weiter so. Mit dem Projekt "Die Anderen" könenn wir uns die nötigen Freiräume schaffen, um neuen Handlungsspielraum zu erlangen!

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Pöge-Haus e.V.
Samanta Gorzelniak
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