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Projekte / Literatur
Der Begriff der Lebensphilosophie ist ohne ihren Gründervater Henri Bergson nicht mehr denkbar. Seit Jahren wächst das Interesse am Denken des französischen Philosophen, der 1927 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Einer, der Bergson wie kein anderer verstand, war sein Schüler Vladimir Jankélévitch, selbst wiederum Superstar der Philosophie. Mit »Henri Bergson« errichtete er seinem Lehrer ein unvergessliches Denkmal. Mit eurer Hilfe wollen wir das Werk erstmals ins Deutsche übersetzen lassen.
2.750 €
8.000 € Fundingziel
53
Unterstützer*innen
Projekt beendet
16.04.18, 14:58 Alexandra Swart
Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung bedanken! Viele Grüße Das Crowdfundingteam der WBG
20.03.18, 09:38 Alexandra Swart
Wir wollen im folgenden Beitrag betonen, warum Jankélévitchs „Henri Bergson“ dringend der Übersetzung ins Deutsche harrt, warum wir also denken, dass es eine große Bereicherung wäre, diesen Text in übersetzter Form publizieren zu dürfen. Um dies zu begründen, muss die Eigenart und Komplexität der Sprache Jankélévitchs genauer in Augenschein genommen werden. Ulrich Kunzmann, der seit 1969 aus dem Spanischen, Französischen und Portugiesischen für verschiedene Verlage übersetzt, hat schon mehrere Werke Jankélévitchs ins Deutsche übertragen. In einem Vortrag ist er auf die besonderen Herausforderungen eingegangen, mit denen ein Übersetzer konfrontiert ist, wenn er sich ein philosophisches „Schwergewicht“ wie Jankélévitch vornimmt: »Jankélévitch hat sich als Schüler Bergsons immer wieder mit Zwischenräumen und Grenzbereichen der Philosophie beschäftigt – Ironie, Lüge, das Böse, der Tod, die Tugenden, die Vergebung, „das Ich-weiß-nicht-was und das Beinahe-Nichts“ -, und dies mit einer literarischen Wortwahl und Syntax, die ihn als Erben der antiken und der klassischen französischen Literatur ausweisen (nicht grundlos zitiert er gerade Platon und Pascal immer wieder), wobei er nach eigenen Worten anstrebt, Abschließendes und – so könnten wir hinzufügen – Vollendetes über das jeweilige Thema zu sagen, sodass er den Späteren eigentlich nur noch das Schweigen zu dem betreffenden Thema übrig lässt. Derartige Gedankengänge und Formulierungen erschließen sich dem heutigen Leser nicht immer leicht, zumal unser Autor gern eigene Begriffe für seine Aussagen prägt und viele Neologismen aus lateinischen und griechischen Wurzeln bildet, die, wie es in einem Artikel heißt, „den zukünftige Übersetzern viel Kopfzerbrechen bereiten werden“ [...] Sein Schüler Xavier Tilliette kommentiert dieses Sprachschöpfertum ausführlich: „Jankélévitch wendet sich bewusst vom Wortschatz der Zunft ab. [...] Genussvoll erfindet er hingegen Neologismen, die mit der Routine brechen, indem sie diese aus dem Konzept bringen“ [...] Nicht zu vergessen, dass sich Jankélévitch auch noch mit dem Russischen und anderen slawischen Sprachen beschäftigt hat und dass er vor allem ein leidenschaftlicher Liebhaber des Bindestrichs war, um aus dem vorgefundenen französischen Wortmaterial neue Begriffe zu bilden ... Jedem Jankélévitch-Übersetzer stellt sich die Frage, ob er derartige Begriffe entweder beibehält und nötigenfalls kommentiert – dafür habe ich mich meistens entschieden – oder sie eindeutscht und damit zwangsläufig nivelliert[...] Wenn Jankélévitch etwa das „Nichts“ von „Überhaupt-Nichts“, das „relative Nichtsein“ vom „absoluten Nichtsein“ im Sinne Schellings unterscheidet, muss man sich streng an seine Formulierungen halten. Vielleicht macht sich irgendwann ein deutsches Jankélévitch-Glossar erforderlich, auch um die unterschiedlichen Übersetzungen der maßgeblichen Begriffe zu korrelieren.« Eine Übersetzung ist immer auch Interpretation und ein Übersetzer somit der „erste“ Leser eines Werks. Wir hoffen, die Präzision, mit der Ulrich Kunzmann, unser Jankélévitch-Übersetzer, die Sprache des großen Philosophen beschreibt, kann Ihnen einen Eindruck davon geben, dass wir es hier mit einem besonderen Vorhaben zu tun haben.
20.03.18, 08:19 Alexandra Swart
Ausstattung: 424 Seiten, 14,5 x 21,7, gebunden. Erscheinungstermin: Frühjahr 2019 Inhaltsangabe: Vladimir Jankélévitch's Henri Bergson ist einer von den zwei großen Kommentaren, die über Henri Bergson je geschrieben wurden. Gilles Deleuze's Bergsonismus erneuerte das Interesse an dem außerordentlichen französischen Philosophen, scheiterte jedoch daran, Bergsons experimentelle und auch religiöse Perspektiven einzufangen. Jankélévitch hingegen deckt alle Aspekte des Bergsonschen Denkens ab. Dabei legt er ein besonderes Augenmerk auf die Konzepte von Zeit und Dauer, Erinnerung, Evolution, Einfachheit, Liebe und Freude. Jankélévitch veröffentlichte das Buch im Jahr 1931, zu einer Zeit, als er schon längst ein Freund Bergsons geworden war. 1959 gab er es in einer überarbeiteten Auflage heraus, in der er auch die späten Arbeiten Bergsons miteinbezog.