Der Corona-Shutdown hat auch unser frisch eröffnetes Mental Health Café getroffen. Seit Dezember setzen wir mit ihm ein Zeichen für einen anderen, offeneren, normaleren Umgang mit dem Thema Mental Health – und das Feedback, die Reaktionen (aus ganz Deutschland) sind überwältigend. Gerade jetzt braucht es fitte Psychen – denn Corona ist nicht nur körperlich, sondern auch psychisch eine ganz schöne Herausforderung. Wir wollen weitermachen, weiter helfen, weiter verändern – dafür brauchen wir Euch!
10.135 €
finanziert
228
Unterstützer*innen
Projekterfolgreich
Flexibles Projekt: Die gesammelte Summe wird ausgezahlt.
14.05.2020

Corona Tagebuch #6

Rebecca Kraus
Rebecca Kraus2 min Lesezeit

Hallo Ihr Lieben,

wenn Ihr beim BERG & MENTAL vorbei kommt, werdet Ihr mich nicht hinter der (Kaffee-)Theke antreffen. Eher an einem der Tische in Laptop oder Buch vertieft mit einem Kaffee vor mir. Wenn ich es nicht vergesse, steht aber meistens auch ein grünes Fähnchen vor mir, das Euch zeigt, dass Ihr Euch zu mir setzen und mit mir ein Weilchen reden könnt. Meine Rolle im BERG & MENTAL und der Mental Health Crowd lässt sich gar nicht so einfach beschreiben. Ich bin Anwalt und kümmere mich daher viel um das Juristische im Hintergrund. Ich bin Kommunikationstrainer und habe mir sehr viel über Psychologie im Allgemeinen und Stress im Besonderen angeeignet und gebe Workshops zu den Themen. Und sonst? Versuche ich zu unterstützen wo ich kann; gerade auch jetzt in Zeiten von Corona.
Für mich ist Corona psychisch gar nicht so schlimm. Das liegt nicht daran, dass ich das unterschätze oder Isolation super finde. Im Gegenteil, ich bin ein Mensch der gerne mit anderen Menschen zusammen ist, ratscht, lacht, umarmt. Ich bin aber auch jemand, der „Ausnahmesituationen“ von klein auf gewohnt ist. Ein kurzer Einblick in mein bisheriges Leben: Ich bin Anfang der 80er Jahre in einer Diktatur geboren. Ich habe Tschernobyl und den Fall der Berliner Mauer sehr bewusst erlebt. Ich kam (noch vor der Wende) nach Deutschland als Migrant mit Stationen in einem Flüchtlingslager und diversen Unterkünften für Migranten. Ich habe in den 13 Jahren Schulzeit, 10 Schulen hinter mich gebracht. Ich sage heute meistes, das Krise für mich Normalität ist und Normalität mich eher unruhig machen kann.
Ich versuche aber die Ruhe, die ich selber spüre jetzt zu übertragen indem ich (Online-)Vorträge beim BERG & MENTAL gebe und indem ich für andere da bin, die gerade mehr kämpfen als ich. Aber mir fehlen eben schon menschliche Kontakte. Was mir bei Abwesenheit von Freunden und Kollegen hilft, ist der grandiose Blick aus meinem Arbeitszimmer. Ich glaube, dass er auch viel zu der Ruhe beiträgt, die ich verspüre. Und da ich gerade nicht in die Berge gehen kann, entdecke ich stattdessen jedes Wochenende ein neues Stadtviertel in München oder aber unbekannte Ecken meines eigenen Stadtviertels. Ganz nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah.

Euer Peter

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