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Projekte / Film / Video
Mussa und die Völkerfreundschaft
Sansibar und die DDR? Was sich wie eine kaum vorstellbare Partnerschaft anhört, wurde nach der Revolution von 1964 Realität. Unter dem Banner der Völkerfreundschaft bauten FDJ-Brigaden Wohnblöcke und die Stasi exportierte ihr Überwachungssystem auf die tropische Insel. Mit dem ehemaligen Fußballer und politischen Gefangenen Mussa tauchen wir in dieses Setting eines sozialistischen Experiments in dessen Heimat ein und erzählen so ein kaum bekanntes Kapitel sansibarischer und DDR-Geschichte.
Leipzig
Startphase
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 Mussa und die Völkerfreundschaft

Projekt

Finanzierungszeitraum 13.03.16 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Herbst 2016
Fundingziel 10.000 €
Stadt Leipzig
Kategorie Film / Video

Worum geht es in dem Projekt?

Am Anfang gab es nur die großen, grauen Wohnblöcke. An einem Ort, an dem man sie nicht erwartet, zwischen Bananenstauden und nur einen Steinwurf vom Meer entfernt stehen sie bis heute wie Zeugen einer vergangenen Ära: in Sansibar. Konzipiert und gebaut wurden sie von FDJ-Baubrigaden in einer Geste der Völkerfreundschaft. Doch dabei blieb es nicht: Auch Lehrer, Fußballtrainer und Ingenieure aus der DDR kamen nach der blutigen Revolution 1964 auf die Inseln. Und nicht zuletzt: Mitarbeiter des MfS, die ihr System nach Sansibar exportierten und die erste Generation an Spitzeln gründlich ausbildeten.

Das Offensichtliche - die Wohnblöcke - sind der Ausgangspunkt für einen Dokumentarfilm, in dem der Filmemacher mit seinem Hauptprotagonisten Mussa Khamis Mussa zu einer Reise in die jüngere Geschichte des Inselarchipels aufbricht. Dabei schlagen sie ein bisher wenig bekanntes Kapitel sowohl sansibarischer als auch DDR-Geschichte auf und ergründen die Geschichte des Einflusses der DDR in der neu gegründeten Volksrepublik Sansibar vor dem Hintergrund einer bizarren, exotischen, totalitären und ideologisierten Welt. Der Film folgt Mussa und dem Autor auf verschlungenen Wegen und sucht nach Spuren vom Beginn des DDR-Engagements bis zu dessen Scheitern.

Doch im Laufe des Films wird immer mehr klar: Hier geht es nicht ausschließlich um die Rekonstruktion der DDR-Präsenz im tropischen Sansibar, sondern ebenso um die Verwobenheit des Hauptprotagonisten Mussa damit. Er hat als junger Mann die Revolution miterlebt, unter einem DDR-Trainerteam für die sansibarische Nationalmannschaft Fußball gespielt und war dreimal ohne jeglichen Prozess im Gefängnis der sansibarischen Staatssicherheit, bevor er beim vierten Mal während eines Baueinsatzes bis nach Dänemark flüchtete. In persönlichen Gesprächen mit alten Bekannten und dem Autor wird Mussa über die erzählte Zeit des Films und während der Reise über die Insel klar, dass viele Erinnerungen noch immer in ihm schlummern. Erst nach und nach kommen sie ans Licht.

"Mussa und die Völkerfreundschaft“ geht der Frage nach, was sich hinter der kühlen Sprache der Akten verbarg, die das Verhältnis der DDR zu Sansibar beschreiben. Wie sah die Begegnung zwischen DDR-Akteuren und Sansibaris im Alltag aus, hinter den offiziellen, tendenziösen Filmen und Dokumenten sowie den Reiseberichten von Stasi-Chefspion Markus Wolf und anderen? Was erhoffte sich die DDR-Führung von Ihrem Engagement auf Sansibar? Was waren die Motive der sansibarischen Regierung? Der Film fragt nach den Auswirkungen der großen Weltpolitik in Zeiten des Kalten Krieges auf eine kleine Insel vor der Küste Afrikas und deren Bewohner, insbesondere in Person von Mussa. Und welche Spuren hat all dies bis heute hinterlassen, wie geht Mussa sowohl mit seinen positiven als auch mit seinen traumatischen Erinnerungen um? Der Film versucht mittels einer sehr subjektiven Suche Antworten zu finden.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Mit „Mussa und die Völkerfreundschaft“ stellen wir eine Perspektive in den Vordergrund, welche geschichtliche Ereignisse nicht aus einer deutschen Sicht betrachtet, sondern der entgegengesetzte Richtung Beachtung schenkt: Einen Blick von Sansibar auf seine eigene Geschichte und Einflüsse von außen, vor allem die der DDR. Aus diesem Grund stehen die subjektiven Erinnerungen und Emotionen der Protagonisten im Vordergrund. Themen wie Globalisierung, Formen der Entwicklungshilfe und der Umgang mit Traumata in ehemaligen politischen Einflussgebieten wie Sansibar werden während der filmischen Reise deutlich und konkret. Die DDR-Sicht auf die Insel wird in den sansibarischen Kontext gesetzt und offenbart dadurch einen überraschenden Blick auf den abstrakten Begriff der Völkerfreundschaft.

Das Erfahren der Zeitzeugenberichte, die Entdeckung ostdeutscher Spuren auf Sansibar und die Entwicklung dieses Filmprojekts haben meinen Wissenshorizont in Bezug auf das Engagement der DDR im Ausland entscheidend und sehr konkret erweitert und mich durch die persönlichen Geschichten berührt. Diese Änderung der Perspektive auf Sansibar, die DDR-Außenpolitik und die Auswirkungen des Kalten Krieges in Ostafrika möchte ich durch diesen Film auch an ein großes Publikum weitergeben.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Das hier gesammelte Geld soll ein Teil der Finanzierung des gesamten Filmprojekts sein. Wir wollen einen Film produzieren, bei dem alle Mitwirkenden fair bezahlt werden. Das ist letztendlich auch Ausdruck der Professionalität, mit der wir das Projekt angehen wollen. Deshalb haben wir auch Filmförderung bei mehreren Förderinstitutionen beantragt. Dieses Fördergeld ist allerdings unsicher und reicht nicht aus, um einen abendfüllenden Film zu stemmen. Wir wollen deshalb mit dem Crowdfunding als erstem Finanzierungsbaustein den Förderern zeigen, dass der Film vom Publikum - von Euch - gewollt ist und deshalb gefördert werden sollte.

Uns ist die Verbindung zum Publikum - zu Euch! zur Crowd! - sehr wichtig! Ihr werdet die ersten sein, die den Film sehen werden. Ihr seid unsere wichtigsten Multiplikatoren! Euer Feedback während des Produktionsprozesses ist uns höchste Motivation. Wir wollen Euch als Teil des Films dabei haben! Herzlichen Dank dafür!

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Wenn wir unser Ziel der 10.000€ erreichen, wird dieses Geld eine wichtige Finanzierungssäule des Filmprojekts sein. Wir wollen „Mussa und die Völkerfreundschaft“ ins Kino bringen. Dazu ist sowohl eine gute dramaturgische und technische Umsetzung, als auch eine professionelle Nachbearbeitung in Form von Sound Design und Farbkorrektur nötig. Hierfür benötigen wir aber auch die Fördergelder der Filmförderinstitutionen.

Wichtig zu erwähnen ist sicherlich, dass wir - falls wir keine weiteren Förderungen zugesprochen bekommen - dennoch einen Film in Sansibar drehen werden. Höchstwahrscheinlich würde dieser Film allerdings deutlich kleiner ausfallen und alle Beteiligten müssten auf Bezahlung verzichten. Die 10.000€ wären dann die einzige Finanzierungsquelle für den Film. Unser Protagonist Mussa und Benjamin als Autor und Regisseur haben sich bisher schon unzählige Stunden in das Projekt reingedacht. Für Mussa hat die Beschäftigung mit dem Thema eine ganz neue Phase der Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte eingeläutet. Allein schon aus diesem Grund müssen wir etwas kreieren, dass diesem Bedürfnis gerecht wird.

Danke, dass Du uns dabei hilfst!

Wer steht hinter dem Projekt?

Hinter dem Projekt steht der in Leipzig geborene Regisseur und Autor Benjamin Leers, der mit „The Teacher’s Country“ bereits einen Dokumentarfilm in Tansania gedreht hat und auch als Kameramann für andere Dokumentarfilme arbeitet, unter anderem in Ruanda. Zusammen mit dem Kameramann Markus Kloth, der an der Filmuniversität "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg studiert hat und bisher sowohl für Dokumentarfilme als auch fiktionale Filme die Kamera geführt hat und dem Leipziger Produzenten Michael Geidel hat sich ein kleines, aber sehr ambitioniertes Team gefunden, das dieses Projekt umsetzen will.

www.benjaminleers.de - Showreel: https://vimeo.com/98552388
www.markus-kloth.com - Showreel: https://vimeo.com/152091434
http://www.miriquidifilm.de/

Impressum
Benjamin Leers
Benjamin Leers
Paulinengrund 3
04159 Leipzig Deutschland

UST-ID: DE275414127

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