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Dresden Durchstarter stärkt den berühmten Erfindergeist Dresdens und unterstützt die Kreativität der Dresdner. Dresdner, ihre Fans und Menschen mit Begeisterung für gute Ideen erhalten über diese offene Form die Möglichkeit, das Potenzial Dresdens kennen

746.613 €
finanziert
13000
Fans
9723
Unterstützer
175
Projekte
10.08.16, 11:55 Uhr

Hallo Clemens, schön dass du Zeit für ein kleines Interview mit uns findest. Mit deinem Projekt möchtest du eine mobile Holzwerkstatt eröffnen und damit zu einem friedlichen Miteinander beitragen. Stelle uns dein Projekt doch noch einmal bitte kurz vor.

Gerne. Letztes Jahr habe ich mir einen Feuerwehrtransporter gekauft. Damals kam mir die Idee ihn in eine mobile Holzwerkstatt umzubauen und damit Erstaufnahmelager und Heime für Geflüchtete anzufahren. Da ich als Holzgestalter arbeite und schon Kurse für Kinder und Erwachsene gegeben habe, weiß ich um die positive Wirkung, die das Arbeiten mit Holz auf Menschen hat. Und ich dachte mir: So kannst du wirklich was beitragen.

Inzwischen ist die Idee natürlich weiter gediehen: Es wird die Möglichkeit geben mit Kindern und deren Eltern Spielzeug zu basteln, aber aucha pragmatische Maßnahmen wie Möbelbau und Anpassungsarbeiten vorzunehmen, damit die Geflüchteten nicht nur eine schöne Beschäftigung ausüben, sondern auch sinnvolle Gebrauchsgegenstände für ihren Alltag bauen können.

So ein intensives Kursangebot kann ich natürlich nicht alleine stemmen. Ich stehe in Kontakt mit verschiedenen Institutionen und Privatpersonen, die sich beteiligen möchten, mit Übersetzern, Kinderbetreuern, einer Bildhauerin, verschiedenen Dresdner Initiativen, dem Ausländerrat und dem Sozialamt der Stadt. Das ist wirklich unser Glück, denn nur so wird das Projekt wirklich längerfristig tragfähig sein.

Im Zentrum des Projekts steht für mich die Idee, den Austausch zwischen Menschen mit ihren individuellen Erfahrungen und unterschiedlichen kulturellen Prägungen zu fördern, um so eine gegenseitige Akzeptanz zu stärken.

Zu Beginn auch noch einmal herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne! Hast du immer daran geglaubt, dass dein Projekt am Ende des Zeitraums erfolgreich abgeschlossen wird?

Das Fundingziel war gar nicht so präsent. Uns ging es in der Finanzierungsphase vielmehr darum zu überlegen über welche Wege und mit welchen Mitteln man Leute erreicht und ihnen auf knappe Weise das Projekt nahelegt. Dass die Summe das Ziel ist, stand fest, also lag der Fokus mehr auf dem Weg dahin. Und ja, wir haben an die Idee geglaubt, aber am Ende war es natürlich trotzdem etwas aufregend.

Mit Crowdfunding erreichst du Menschen, die vorher vielleicht noch nichts von deiner Idee gehört hatten. Wie war die Resonanz auf dein Projekt? Konntest du die Menschen gleich für deine Idee begeistern?

Die Resonanz war durchweg positiv. Die Leute haben die Idee als schön und durchdacht wahrgenommen. Negativen Reaktionen gab es eigentlich gar nicht. Und auch die kleinen und größeren Aktionen zur Verbreitung der Idee kamen sehr gut an. Da hatte ich auch sehr kreative Köpfe an meiner Seite.

Du richtest dich bei dem Projekt vor allem an Flüchtlinge. Wieso war es dir so wichtig, ein Projekt für geflüchtete Menschen aktiv anzuschieben?

Die Kluft zwischen dem Lebensstandard, der in Deutschland größtenteils vorherrscht, und den Bedingungen, vor denen Menschen anderer Nationen geflohen sind und unter denen sie sich Richtung Westeuropa begeben haben, hat mich sehr beschäftigt. Das löste in mir den Drang aus, den Geflüchteten und den AnwohnerInnen hier vor Ort einen Anlass zu schaffen sich kennenzulernen und gleichzeitig die Unterbringungsbedingungen einiger Geflüchteter gemeinsam zu verbessern. Des Weiteren spürte ich in Debatten und Medien, dass Ängste vorherrschen und auch erzeugt werden, die meiner Meinung nach am besten mit persönlichen Erlebnissen abgebaut werden können.

Die mobile Holzwerkstatt lässt sich nicht alleine stemmen. Konntest du durch das Crowdfunding neue Kontakte knüpfen? Fanden sich neue helfende Hände für das Projekt?

Ja! Schon nach einigen Tagen des Projekts kamen Anfragen zur Unterstützung unterschiedlichster Art: Hilfe beim Ausbau und den folgenden Einsatzfahrten, Kooperationen, Finanzierungshilfen,… Inwieweit sich daraus eine Initiativgruppe bilden wird, werden die folgenden Wochen zeigen.

Man sagt, die besten Ideen kommen spontan. Wann und wie kam dir die Idee die Holzwerkstatt gründen zu wollen?

Kinder in unserer Gemeinschaftswerkstatt beim freien und gemeinschaftlichen Basteln zu beobachten, war ein wichtiger Anstoß für die konkrete Idee. Auch Diskussionen und der Austausch über vor allem soziologische Phänomene mit Freunden haben wichtige Eckpunkte zur Art und Weise des Projekts hervorgebracht.

Du arbeitest bei der Holzhilfe Dresden. An welchen Projekten arbeitet ihr sonst, wenn ihr nicht gerade eine Holzwerkstatt gründet?

Wir haben uns keiner festen Nische verschrieben. Uns ist eine vielseitige Arbeit unter entspannter Atmosphäre wichtig. Mal zusammen, mal alleine haben wir Aufträge wie Möbelbau, Holzfußböden, Anfertigung kleinerer Gebrauchsgegenstände und auch Restaurierung von beispielsweise Türen und Zargen. Um das Handwerk den Menschen nahezubringen, bieten wir verschiedenste Kurse an, in denen kleine Gruppen Techniken beigebracht bekommen und sich mit dem Material Holz identifizieren können.

Wie geht es jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte?

Ausbau des Busses und Organisation der Umsetzung laufen simultan. Material- und Werkzeugbestellungen werden nun getätigt und viele Treffen stehen an: der Austausch mit möglichen Kooperationspartnern, Finanzierungsmittel beantragen und natürlich weiter Netzwerken sind die wichtigsten Schritte.

Vielen Dank für das Gespräch, Clemens. Weiterhin viel Glück auf dem Weg zu deiner mobilen Holzwerkstatt!

10.08.16, 11:55 Uhr

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