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Projekte / Musik
Entfernte Welten
Nach acht Jahren Reifezeit möchten wir, die Band SANDOW, ein außergewöhnliches Konzeptalbum mit dem Namen „Entfernte Welten“ produzieren. Das Album soll als CD und als Doppel-Vinyl im Sommer 2017 erscheinen. Eine deutschlandweite Tournee soll sich anschließen.
Bad Belzig
17.893 €
15.000 € Fundingziel
118
Fans
240
Unterstützer
Projekt erfolgreich
13.02.17, 12:54 Kai-Uwe Kohlschmidt
Liebe Supporter, Geld für unsere neue Platte sammeln, ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite ist, es dann auch ausgezahlt zu bekommen. Nachdem wir nun zahlreiche Überprüfungen zur Legitimation durchlaufen haben, wurde zweifelsfrei festgestellt, dass es sich tatsächlich um Sandow handelt und nicht um eine Person, die vorgibt, Sandow zu sein und ein Konto auf den Cayman Islands zur Steuerersparnis betreibt! :-) Somit wird uns der Finanzdienstleister von Startnext in ca. 14 Tagen die Summe von 16.801,72 Euro überweisen. Dadurch verzögern sich möglicherweise die für den Februar ausgelobten ersten Dankeschöns, dafür bitten wir um Euer Verständnis. Und natürlich soll es auch für Euch transparent sein, deshalb hier noch einmal die Gesamtsumme, die tatsächlich ausgezahlt wird: Fundingsumme: 17.854,56 € (+ 20,00 €) Transaktionsgebühren: 714,19 € (+ 0,80 €) Spende für Startnext: 357,85 € Ausgezahlte Summe für Sandow: 16.782,52 € (+ 19,20 €)
30.01.17, 15:21 Kai-Uwe Kohlschmidt
Nun ist es an mir, die letzten Zeilen zu schreiben und die passenden Worte zu finden. Obwohl uns der überwältigende Nachhall und der Erfolg unserer Kampagne nahezu sprachlos zurück läßt. Aber Kai-Uwe steckt schon wieder in der nächsten Film- und Hörspielproduktion, Chris schiebt ein neues Kunstprojekt an und Tilman F. unterrichtet Berliner Kids in Deutsch und Musik. Im Rückblick erscheint es mir nahezu unbegreiflich, wie wir den alten Dampfer Sandow über die letzten Jahre weiter unter Dampf hielten und unser Wille zum Durchhalten nun mit so einem unglaublichen Echo da draußen belohnt wurde. Wir dachten, wir wären ziemlich allein und fast vergessen zurückgeblieben, aber das Leben schreibt immer die besten Geschichten, um einmal dieses etwas abgegriffene Bonmot zu bemühen. Für mich wird es das persönlichstes Album sein, welches wir jemals produziert haben, auch wenn das schon wieder wie eine tausend Mal gehörte Musiker Plattitüde klingt. In meinem Fall möchte ich es dennoch einfordern, denn die Entstehung dieser Platte über die letzten acht Jahre (!) war nicht nur schwierig, weil wir über die ganze Republik verstreut sind und kaum die Zeit fanden, um die bierselige gemeinsame Klassenfahrt in ein Probelager im einsamen Mecklenburg-Vorpommern antreten zu können. Leider legten uns auch Rezidive, Metastasen, Strahlen- und Chemotherapien immer wieder Steine in den Weg. Ich bin immer ziemlich genervt, wenn jeder halbwegs mit C-Prominenz versehene Fernsehfuzzi ein Buch darüber schreibt, wie er den Krebs besiegt hat. Natürlich verstehe ich nur zu gut den emotionalen Überschwang, so ein Monster überlebt zu haben. Aber ich bin eher für die leisen Töne und nicht jedes Thema ist es wert, in Talkshows OBERFLÄCHLICH breitgetreten zu werden. Man kann den Krebs auch nicht besiegen, man kann ihn nur umzingeln, in Schach halten und als eine ziemlich schräge Art von trockenem Alkoholiker weiterleben! Auch wenn das nun in meinem Fall mit der Kampagne öffentlich wurde, möchte ich ein mitleidvolles „der jetzt auch noch“ vermeiden. Aber die Hoffnung auf diese Platte hat mich wirklich in der Spur gehalten und wer sieht schon, dass ich auf den Kampagnen Bildern der entfernten Welten kein Haar mehr am Körper hatte. Überhaupt war und ist diese Platte eine emotionale Reise durch Vergangenheit und Gegenwart. Man trifft alte Weggefährten, gewinnt neue Freunde und schaut mit der Weisheit und Milde des Alters freudig auf die Dinge, die jetzt kommen. Das Dauer-Grinsen im Gesicht will tatsächlich gar nicht mehr verschwinden, alles erscheint nur noch wie eine ewig andauernde Kür. Nicht schlecht für die alten Pappnasen von Sandow, die in ihrem Künstlerdasein meist nur die Abwärtsbewegung kannten, wie Kai-Uwe in unserem Sandow-Blog so treffend schrieb. Mein ehemaliger Chef aus dem Potsdamer Lindenpark, Andreas Klisch, betreut unsere SocialMedia Kampagne und Sandow könnte immer noch vor Freude im Kreis hüpfen, weil wir offensichtlich den richtigen Mann zur richtigen Zeit wieder entdeckt haben. Zu oft war Sandow nur mit den Verrückten, Selbstdarstellern und Egomanen auf der betreuenden Seite geschlagen, ganze Schweden- oder Amerikatouren wurden versprochen und fanden nie statt. Abwärts eben. Als ich Hartmut Leisegang von Keimzeit seinerzeit für mein kleines Projekt VargaNova gewinnen konnte, ahnte ich nicht, daß sein fast nebenbei geäußerter Satz, schaut Euch doch mal das Studio von Jürgen Block an, eine solche Dynamik auslösen würde. Jürgen ist auch so ein Mann zur richtigen Zeit, ein Mensch mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit, der unser digitales und analoges Chaos in einer von mir nie gehörten knackigen Symbiose miteinander verheiratet hat. Und wer erwartet schon in der Brandenburger Pampa - in Lütte - so einen Crack, der sich ein Mischpult aus London in sein Haus einbauen läßt, über das schon Nirvana aufgenommen hat! Mich beschleicht fast Wehmut, jetzt nicht mehr in Lütte bei Jürgen im Studio abhängen zu können, im Keimzeit-Land, wo es der ehemalige Keimzeit-Schlagzeuger inzwischen sogar zum Bürgermeister von Bad Belzig gebracht hat. In anderen Ländern werden Schauspieler Präsidenten, bei uns werden Schlagzeuger Bürgermeister, was sagt uns das wohl? Fast hätte ich „Studio-Hund“ Juri vergessen (siehe Foto), der jeden Tag pünktlich um 15 Uhr seine Spazierrunde einforderte und sich darauf hin von zu viel Kaffee oder Junkfood blasse Gestalten an die frische Luft bequemen mußten. Abgesehen davon ist Juri ein wahrer Meisterdieb, wenn es gilt, Kuchen oder Brötchen vom Tisch zu klauen oder einfach die letzten Krümel vom Teller zu lecken! Und ein kleines Puzzlesteinchen kann ich sogar zu „Werner, Dirk und wir“ beitragen. 1988/89 hatte ich Schlagzeugunterricht bei einem Studenten der Hochschule für Musik „Hans Eisler“ in Berlin, ich denke es war Roger Heinrich. Jedenfalls kam „Flüstern und Schreien“ ins Rollen und irgendwann stellte sich heraus, dass Roger auch der Schlagzeuger von „Die Zöllner“ ist. Der andere Schlagzeugschüler von Roger war übrigens Christoph Schneider, der Drummer der später nicht ganz unbekannten Band Rammstein. Anekdoten eben und ich hoffe, es klingt nicht zu sehr nach „Opa erzählt vom Krieg“. Sandow hat oft mit seinen Platten und Konzerten Fans, Zuhörer oder die versammelte Musik-Journaille etwas rat- oder sprachlos zurück gelassen oder Zitat Kai: “Wer sich davon unterhalten lassen kann, muß eine verdammt starke Seele haben.“ Alles muß formatiert, sortiert oder irgendwie zugewiesen werden, aber in welche Schublade sollte man nur Sandow stecken? Nach unserem Theater-Projekt „Känguru“ waren wir zu viel Rock für das Theater und auf der anderen Seite zu viel Theater für den Rock. Welche Schublade also aufziehen? Nach dem Album „Der 13. Ton“ (1992) war „endlich“ ein Etikett als Ostkopie der Einstürzenden Neubauten gefunden. Ich meine, das geht auf eine seinerzeitige Plattenkritik der Melodie & Rhythmus zurück, die Lutz Schramm mit Kai, warum willst Du wie Blixa sein (oder so ähnlich) eröffnete. Ja, die Platte begann mit einem Monolog und in „Harmonie und Zerstörung“ wird ein sprachliches Bild verwendet, welches sich ähnlich bei den Neubauten findet. Das wir Monologe und die meisten Songs vom 13. Ton schon seit 1989 auf Konzerten spielten, ohne als Neubauten-Kopie durchzugehen, half uns danach auch nicht mehr. Überhaupt hatte ich bis dahin noch nie eine Neubauten-Platte gehört, was ich dann mit „Haus der Lüge“ nachholte, die Neubauten sangen deutsch, wir sangen inzwischen auch in Deutsch und sonst? Ich konnte nichts finden. Aber kommen wir zu dem abgegriffenen Bonmot zurück, wonach das Leben die besten Geschichten schreibt .... Lutz Schramm findet sich auch auf unserer Crowdfunding Unterstützer-Liste :-) Manchmal, so es meine Zeit zuläßt, tauche ich gern in das für heutige Ohren inzwischen etwas befremdlich klingende Deutsch eines Joseph Roth, Thomas Mann oder Franz Werfel ab – wenn ich eine Pause von den Adler Olsens oder Henning Mankells brauche. So fiel mir „Verdi – Roman einer Oper“ von Franz Werfel in die Hände (oder genauer gesagt als digitaler Download in meinen Ebook-Reader). Ich wußte nicht, das Verdi vorgeworfen wurde, ein elendiger Kopist von Wagner zu sein („der Deutsche“), der endlich die Oper erneuert hätte, während Verdi billige Dreiklänge aneinander gereiht und schnulzige Arien in den Vordergrund gestellt habe. Verdi kämpft bereits mit einer 10-jährigen Schaffenskrise, in der er keine Oper mehr aufs Notenpapier bringen kann, seinen Entwurf für „König Lear“ verwirft er. Ständig verfolgt ihn der Geist Wagners, obwohl er bisher von Wagner wirklich nur einmal einen Klavierauszug vom Tristan („Tristan und Isolde“) überflogen hat und Wagners Werke überhaupt nicht kennt. Das klingt jetzt schräg, aber erst der Tod von Wagner erlöst ihn, danach entstehen noch Don Carlos, Otello und Falstaff. (Und bevor hier gleich wieder wilde Spekulationen in den Himmel schießen, nein, wir müssen von keinem Fluch, Dämonen oder Schaffenskrisen durch das Ableben anderer erlöst werden.) Trotzdem bin ich gespannt, welcher Geist in der Bewertung unseres neuen Albums aus der Flasche gelassen wird, einige Fragen nach der passenden Schublade tauchten auf Facebook schon auf, macht Ihr Elektropunk ? Tja vielleicht, vielleicht nicht, vielleicht fällt in China auch gerade ein Sack Reis um .... vielleicht machen wir einfach nur Musik, die nicht wenige Menschen schätzen und gern hören, mehr brauche ich nicht zu meinem persönlichen Glück als Schlagzeuger von Sandow. Es gäbe noch viel zu erzählen, zum Beispiel die Geschichte von Dr. Birger, Subway to Sally und Sandow oder unsere Konzerte bei einem Moskauer Mafia Paten, aber bleibt einfach am Ball - oder auf unserer Facebook- oder Website. Ich bin dann mal weg, ich muß üben - für die Tour! :-)
29.01.17, 14:29 Kai-Uwe Kohlschmidt
Liebe SANDOW-Unterstützer, ein großer Spaß zum Finale. Jetzt werden die Juwelen verzockt. Die allerletzten sieben Crowdfunder, die hier bis zum 01.02.17 etwas eingezahlt haben, erhalten folgende Bonus-Preise: 7. Preis 1 Konzertfreikarte (siebentvorletzter Funder) 6. Preis 1 Konzertfreikarte + Backstage-Pass  (sechstvorletzter Funder) 5. Preis 2 Konzertfreikarten (fünftvorletzter Funder) 4. Preis 2 Konzertfreikarten + Backstage-Pass  (viertvorletzter Funder) 3. Preis Sandow-Expedition (drittvorletzter Funder, freie Teilnahme) 2. Preis Proberaum-Konzert (vorletzter Funder, freie Teilnahme) 1. Preis Sandow-Salon (allerletzter Funder, freie Teilnahme) (Mindestbeitrag: 10€) Das Foto zeigt den gegenwärtigen Highscore (29.1.). da kann also noch Bewegung ins Karussell! (P.S. alle anderen verfügbaren Dankeschöns stehen natürlich auch noch zur Auswahl!)
27.01.17, 15:30 Kai-Uwe Kohlschmidt
Okay, wo waren wir stehen geblieben. 1987. Bei „Flüstern & Schreien”. Werner Karma, Dirk Zöllner, irgendwer noch und wir waren in einem Film gelandet. Das war eine gute Sache, besonders für uns unbekannte Pappnasen, besonders wenn das Werk so derartig reüssierte. Silly blieben den Folgeveranstaltungen gleich ganz fern. Sie kamen einfach schlecht weg. Der Kontrast neben den grölenden Nomaden von Feeling B und den Schlaumeiern auf Fahrrad von SANDOW desavouierte ihre toupierte Stadionrock-Sexyness. Der Wind im Land drehte sich und uns konnte es nur recht sein. Wir hatten eine Art Dachbalken unterm Arsch und begannen dennoch auf einer Welle zu surfen. Wir waren offenbar authentisch. Als Band oder Banda (wie ich in einem früherem Blog schrieb) ist man ja gnadenlos egoman. Es gibt nur wenig Empathie, Gelassenheit oder gar Gemeinschaftssinn. Überall lauert nur gespenstische Konkurrenz. Auch sogenannte Szenen wie die der „anderen Bands“ waren die reinsten Minenfelder. Alles behackte sich, intern. Für die Außenwahrnehmung war man irgendeine Musik-APO, kam man aber nach Neuruppin mit Freygang, den Skeptikern und der Firma, zerfleischte man sich mit Greiner-Pol oder Falco Richter um Startplätze und PA-Zuständigkeiten. Der Unbill und die Infights. Die Dreifachzüngigkeit der schwarzen Individualisten, ob sie Spalda, Joswig oder Rompe hießen. Alle kochten ihr Süppchen. Man konnte eine Menge lernen in den Tagen. Einen Vorgeschmack auf bald kommende Zeiten finden. Anyway, wir kamen aus der Provinz und hatten Charme. Wir stammten von der Baustelle und waren unter Sorben aufgewachsen. In Suhl, nach der legendären Aquise-Fahrt mit Schumann und Wisotzki, lernten wir Wolf-Dietrich Fruck kennen. Er war Großmeister und Gralshüter der AMIGA-Plattenproduktionen. Wir eröffneten ihm, dass wir eine neue Musikrichtung erfunden hätten und das eine Platte fällig wäre. Wolf-Dietrich grinste uns an. Die Liste der Bands, die es auf den ersten Sampler „die anderen Bands“ schaffen wollten, war lang, doch der gemeine Prenzlauer Berger war nassforsch, arrogant und oft zu fordernd. Wolf-Dietrich hatte schon Schlagseite und wir plauderten die Geschichte nach Hause. Er sah uns wahrscheinlich als das geringere Übel. Mein Gott, die kamen aus Cottbus! Die Jungs waren doch nett, die wollten nix böses, die hatten Inhalte, na klar, aber im Grunde war das wirre Lyrik, kein nerviger Untergrund. Und die waren doch in diesem Film! Die Bands aus demselben sahen sich so gut wie nie. Einmal wurde der Film in Gera aufgeführt und wir spielten danach mit Dirk Zöllners Band. Wir hatten uns nichts zu sagen. Was auch. Wir ackerten alle an unseren Fronten rum. Nahmen mit, was ging. Bald ging für einige gar nichts mehr. Viele reisten aus. Herbst in Peking wurde verboten. Die Zone begann aus den Latschen zu kippen. September neunundachtzig. Görlitz. Ein Konzert mit Pankow. Andre Herzberg überreichte uns eine Resolution der etablierten Staatskünstler. Zum unterschreiben. Damit es im vergreisten Politbüro noch irgendein Einsehen hatte. Ein lamoyantes Pamphlet, dem man sich schwer entziehen konnte. Wir hatten uns gerade die Profipappe ergaunert und in der Backstage wimmelte es von Stasi. Wir sagten nein. Wir hatten Schiss, dass es wie bei Biermann lief. Die Kleinen hängen sie. Wir wollten autark und nicht Masse sein. Keine fremde Karren, egal mit welchem Kutscher, auch wenn es feige aussah. Und das war es wahrscheinlich auch. Aber es ist wie in Bukowskis Gedicht „Bettler versauen dir den Tag“. Gibst du nichts, fühlst du dich Scheiße, gibst du was, erst recht. Zu gewinnen gab es da nichts, nur zu verlieren. Nun wir wissen, worauf es hinaus lief. Die Zone implodierte und später sollte sich herausstellen, dass ein Viertel auf der Liste der Resolution bei der Stasi war. Wenn ich heute die Regime-Changes, die bunten Revolutionen, die vielen Frühlinge mir anschaue, frage ich mich, was seinerzeit in der DDR wirklich ablief. Damals hakten wir nicht groß nach, wir räumten den Senatsrockwettbewerb ab, spielten fröhlich in Frankreich, Holland, Russland. Und fuhren dennoch die Kiste gegen einen Baum. Und wer es weiß, der wird wissen, welchen ich meine. Die Leidenschaft, der Irrsinn, der Größenwahn schnitt uns auch das kommerzielle Glück und wir wurden langsam echte Künstler. Die bereit waren für die eine Idee, zu hungern. Die alten Staatsrocker hatten zwei, drei Jahre Flaute zu verdrücken, dann machte dem Ostler die Melancholie zu schaffen und die Sillys und Karats waren wieder im Geschäft. Dem alten Reisekader Aljoscha, er hatte einen Schweizer Pass, war der Westen nicht mehr neu genug gewesen, er verpasste, was der Rest von Feeling B in die Zukunft hämmerte, Rammstein. Dirk Zöllner hingegen ging auf die harte lange Tour. Wenn der Osten nicht will, gehen wir eben in den Westen. Sich den Arsch abspielen. Ich hab das damals nicht gesehen, erst viel später. Es hätte mich auch nicht die Bohne interessiert. Für manchen Blick braucht man 30 Jahre. Musiker zu sein, ist überhaupt schon ein bedauerliches Schicksal. Du wohnst der Geburt von ganzen Sinfonien bei, bringst den Menschen Wahres und Gutes und musst doch immer wieder auf die Ochsentour, dich zum Gott Erbarmen abstrampeln. Aber du kannst es dir ohnehin nicht aussuchen, es hatte sich dich ausgesucht. Wechselhafte Jahre zogen ins Land. Rammstein hatte die Welt fest im Griff. Wir waren zwischenzeitlich aufgelöst. Dann war ein Jubiläum am Start. Zwanzig Jahre „Flüstern und Schreien“. Da war er wieder, der gute alte Film. In der NATO in Leipzig und anschließend ein Podiumsgespräch mit Rauhut, Wisotzki, Flake, Zöllner und icke. Flake kam erst gar nicht. Ein Stuhl wurde frei. Der Saal war brechend voll und wir entschieden uns am Tresen zu warten. Ich saß neben Dirk und wir hatten erstmal noch keinen Text. Wir bestellten Scotch. Ich war gerade vom Nanga Parbat gekommen und wir hatten einen Bergsteiger verloren, Günter Jung. Ich war in zweifelhafter Verfassung und eröffnete Dirk, dass wohl ein Fluch über dem Film läge. „Ein Fluch?“ – „Tamara hats erwischt. Aljoscha hats auch erwischt. Wie es aussieht, sind wir die beiden letzten Sänger.“ Dirk nahm sich sein Glas zur Brust. „Kai, hör auf mit sowas. Ich glaube an so einen Scheiß.“ – „Ja geht mir auch so.“ Wir ließen die Gläser auffüllen und hatten einen ordentlichen Schluck nötig. Ich nahm den Faden wieder auf. „Ich finde, man darf die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ – „Meinst du.“ – „Das ist wie der Elefant im Zimmer, den keiner sehen will. Da hängt ein Fluch über dem Film.“ - „Kai, hör mir auf damit. Wer sowas denkt, dem passiert auch was.“ – „Wenn Du mich fragst, ist einer von uns der nächste.“ – „Ja darauf wird es wohl hinaus laufen.“ Wir lachten und ließen die Gläser vollmachen. Ich nippte, Dirk kippte. „Ich komme gerade vom Nanga Parbat, der Günter ist oben geblieben. Uns hat beinahe ein Erdbeben verschluckt. Könnte sein, dass ich so eine Art Karma-Vorsprung habe.“ – „ Schon möglich, aber red nicht mehr davon.“ – „Ich meine, es ist ja offensichtlich. Erst Tamara, dann Aljoscha. Das ist ein Scheiß-Fluch. Der über dem Film hängt.“ Dirk lachte. „Du kannst mich mal, mit Deinem Scheiß-Fluch.“ Er kippte sich den Scotch hinter die Binde. Ich bekam Gefallen an dem Sound des Dialoges, dem Swing des Westerns. Der Abend schien interessant zu werden. „Das kann man sich an vier Fingern abzählen. Wir sind die letzten beiden Sänger. Da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Dirk orderte, wir tranken. Er schien Durst zu haben. Ich ging mit. Doch halbes Tempo. „Am Ende weiß man nie, ob da irgendein Sinn dahinter war.“ Wir starrten die Kellnerin an. Die traurigen Plakate an der Wand. Das ergab definitiv alles keinen Sinn. Das Glas war leer, das Glas war wieder voll, dann war es wieder leer. Was zum Teufel hatte es damit auf sich. Wir warteten und tranken noch einen. „Was ist das nur für ein Scheiß-Film, wo so ein Scheiß-Fluch drüber liegt.“ – „Einer von uns wird der nächste sein.“ – „Ich war am Nanga Parbat. Ich mach das nicht nochmal mit.“ Eine Brünette schob sich an Dirk ran, brachte ihren Smalltalk vor und alles was sie sonst noch so hatte. Der Meister war in sich gesunken. Black Dust. Ihre Aktien standen schlecht. Dunkle Wolken. Dunkler Soul. Sie trabte ab. Er nahm einen kräftigen Hieb aus dem Glas, wie jemand, der sich einen verdient hatte. Inzwischen stand die Liter-Flasche schon bei uns auf dem Tresen. „Wenn du mich fragst, wir wissen einfach zu wenig, von diesen Dingen.“ – „Genau, was wissen wir schon. Einen Furz wissen wir.“ – „Der Günter ist einfach oben geblieben. Wollte noch ne Pizza bestellen. Auf 8000 Meter Höhe.“ Die Minuten rannen, wir machten die Flasche nieder. Dirk mehr, ich weniger. Es tat sich nicht allzu viel, dann flog die Tür auf und Micha Rauhut holte uns aufs Podium. Dirk schlingerte zu seinem Stuhl und es sah nicht nach Karma-Vorsprung aus. Suff und Bühne, das alte Traumpaar würde gleich einen Walzer drehen. Im Saal hockten 200 Schwarzkittel, eher meine Fraktion, als Soulfans. Rauhut brachte den Dialog an den Start und ich erwischte eine gute erste Halbzeit mit Jochen Wisotzki. Wir erzählten vom Pferd und vom Film, schoben uns die Bälle zu. Ich war genau auf Betriebstemperatur. Die Dosis stimmte. Ich brachte den Fluch aufs Tapet. Die Leute hatten was zu lachen. Rauhut erinnerte sich an Dirk und moderierte in seine Richtung. „Wie hast du dich selbst politisch verortet damals?“ Dirks Zunge ging schwer. „Überhaupt nicht. Ich wollte eigentlich immer nur geliebt werden.“ Die Schwarzkittel grunzten missmutig. Dirk peilte die Lage. Irgendwie schienen die Vibes des Abends gegen ihn zu laufen. Das Problem beim Suff und Bühne - Spiel ist, man baut immer ab. Rauhut setzte nach „Aber du musst doch irgendeine politische Einstellung gehabt haben?“ – „Mensch Micha, das ist alles so lange her. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich einfach nur geliebt werden.“ Irgendwie klang es jetzt schon nach Mielkes berühmten Worten. Die Meute begann ihn langsam zu hassen. Er tat mir leid, denn ich hatte ihn da schließlich reingeritten. Suff und Bühne, altes Monster, lass uns heute noch mal ziehen. Die alten Gebete. Wir surften weg vom Thema. Jochen und ich kamen wieder in Fahrt. Die Bälle kamen, die zweite Halbzeit hatte auch noch einiges zu bieten. Dirk lehnte an meiner Schulter. Erst dämmerte er, dann war er eingeschlafen. Keep your head on my shoulder. Jessas, wie oft hatte es mich schon so erwischt. Die ewigen Peinlichkeiten. Ich hatte einige Echos auf dem Gewissen, war mitten in einem Gitarrensolo eingenickt, in verschiedene Schlagzeuge gefallen oder musste anderweitig evakuiert werden. Rauhut hatte genug gehört und nur noch eine letzte Frage. „Kai, wie war das dann 1994 mit dem zweiten Teil von Flüstern und Schreien“. Ich linste zu Dirk. Er schlief fest. „Nun wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir Schumann ein Ultimatum gestellt. Entweder sind Silly und Die Zöllner draußen, oder wir sind nicht mehr dabei.“ Dirks Augen fuhren hoch. Er sah mich ungläubig an und die Szene kippte ins private. „Kai, das hast du mir nie erzählt.“ Ich bereute meine alberne Indiskretion, der kleine, eitle Triumph. Es war so ein Moment, der einen verändert, da die Scham einen zur Milde führt. „Ja so war das damals. Wir waren finster drauf. Immer extrem. Das würde ich heute entspannter angehen.“ – „ Das hätte ich nie geglaubt von dir.“ Wir kannten uns eigentlich gar nicht, aber etwas schien uns zu verbinden. Der Fluch, der Film, der ganze Affenzirkus. Ich stammelte noch ein paar Unverbindlichkeiten, der Abend fand keine Pointe mehr. Und immer wächst Gras über solche Sachen. Macht ja auch Sinn. Nur die wenigsten halten durch und bleiben am Drücker. Ich ging mit Mangan und Mark Chaet in die Namib-Wüste und wir verloren beinahe unseren Kameramann Tom Franke im Nausgomab-Canyon. Als wir zurückkehrten, hatte Mark ein Konzert in Karlshorst beim Russenfest. Wir gingen hin. „Zöllner-Classic“ in einer Kammerbesetzung. Ich stand vor der Bühne und Dirk schaffte sich rein. Es war nicht unbedingt my cup of tea, aber er hatte ganz klar eine eigene Ansprache. Nach dem dritten Song hatte ich ein Dejavu. Vor ein paar Jahren ging mir Xavier Naidoo maximal auf den Zeiger. Man konnte kein Radio mehr anschalten, ohne dass Xavier einen zusalbte. Etwas in mir hasste den Schnulzenbruder aus Mannheim. Aber da war noch etwas. Wo Hass ist, gibt es immer eine zweite Seite der Medaille. Die lag in seiner Stimme. You can`t fake the funk. Dort war etwas brauchbares, ja wunderbares. Die alte Salieri-Frage, wieso schenkte Gott ausgerechnet Mozart so ein Talent. Nach ein paar Jahren SANDOW-Pause und ein paar weiteren Mangan-Expeditionen hatte sich im Karma-Haushalt einiges aufgestaut. Ich beschloss, es mal mit Liebe zu versuchen und siehe da, ich konnte es genießen. Nicht alles, aber lass es ein Viertel sein. Frieden finden, Frieden schaffen ohne Waffen. Karlshorst, Hauptquartier der Russen. Mark ließ die Geige klagen. Und Scheiße auch, Dirk, Du warst ja ein richtig begnadeter Sänger, genau wie dieser Xavier. Ich blieb locker, wahrscheinlich war ich schon altersschwul. Nach der Show saßen wir alle auf einer Bierbank und hatten einiges zu lachen. Als wir nachts zurückfuhren, trat uns ein Wildschwein vors Blech. Totalschaden. Manchmal braucht man das. Die Erde drehte weiter ihre zweifelhaften Runden. Und ihr ahnt schon, was jetzt kommt. Letzten November gingen wir bei Startnext aufs Gleis und wen trafen wir dort? Dirk und sein Werner-Karma-Projekt. Und wenn sich Kreise schließen, ist meist eine elend lange Geschichte fast zu Ende. In unserer Unterstützer-Liste sah ich zwei Namen. Werner Karma und Dirk Zöllner. Ich war wirklich von Herzen gerührt. Ja irgendwie sprachlos. Was weiß man eigentlich über den anderen? Was weiß man von sich selbst? Wir würden es nie herausfinden. Nothing is older than yesterday. Und das war es auch schon. PS: Dirk und Werner gingen mit über 250% der Fundingsumme durchs Ziel. Lasst uns nicht allzu blass daneben aussehen. Oder man könnte auch sagen: Schwedter Initiative, weniger schaffen mehr.
18.01.17, 12:05 Kai-Uwe Kohlschmidt
Es tut noch ein bisschen weh im Oberstübchen, denn wir haben das natürlich schon mal begossen, gestern nacht. Fundingziel erreicht! Ein Wortungetüm, aber dahinter die wunderbare Gewissheit, dass wir mehr geworden sind. Nicht nur das Geld ist mehr geworden, sondern die Freunde, die aus der Diaspora sich wieder meldenden, die Lover and Prayer, die Verrückten, die Wachen und die Schlummernden. Das ist überhaupt das Beste an der Kampagne, dass man so viele Leute zu einer Idee zusammenführt, die sagen: Jungs, macht das jetzt mal mit diesen "Entfernten Welten" und macht das ordentlich! Diese ganze Dankbarkeitswellen machen einen schon ganz schwindlig und altersschwul. Jessas, schon wieder kam ein Hunni rein. Ob wir den noch brauchen können? Aber sicher doch, wir stammen aus dem Land der permanenten Planübererfüllungen und Dienst am Frieden ist die unsere Sache. Wenn wir uns im Wettbewerb der Besten messen, zählt jede Mark Valuta! Jede neue, unverbrüchliche Bruderschaft stärkt uns im Kampf gegen die Bonner Ultras und die Erben der Meuchelmörder von Luxemburg und Liebknecht! High noon. Unser Film hat seinen Höhepunkt erreicht. Jetzt dehnen wir die Sekunden. Noch vierzehn Tage lang. Wir werden es geniessen und dran bleiben. Was jetzt noch oben drauf kommt, geht ins Promobudget und an unsere Gäste, die auf unserem Album Euch überraschen werden. Es tut gut, dass sie alle gekommen sind und das Werk bereichern werden. Es tut noch besser, ihnen eine kleine Prämie auszuschütten.Also lasst uns gemeinsam noch ein paar knisternde Momente erleben und schauen wer noch in den Ring steigt, denn da ist noch Platz an unserer Seite. Seid umarmt, Eure Sandownistas!
17.01.17, 01:08 Kai-Uwe Kohlschmidt
Die letzten Tage der Kampagne gehen an den Start und es bleibt spannend. Ob wir das schaffen. Oder eben nicht. Wenn nicht, purzeln wir zurück auf die Schwelle von 8000,-€. Das wäre natürlich suboptimal, zu deutsch Scheiße. Ich glaube aber, es wird klappen. Irgendetwas sagt das mir. Diese Kampagne bei startnext hat mich verändert, hat mir Milde und Frohsinn beschert. Ich hatte nicht geahnt, wieviel Unterstützung und Breite wir entfachen können, wenn wir uns bemühen, lange und anhaltend in die vernetzte Runde zu rufen. Als wir bei startnext einstiegen, war Dirk Zöllner und sein Werner Karma-Projekt im Ranking immer vor uns und das hat mich auch nie gewundert. Sie haben eine breite Fanbase, nur lustig fand ich, dass der Osten im Musik-Highscore generell immer vorne lag. Werner, Dirk und wir. Wir hatten Power und wie es aussah auch Zug zum Tor. Nach zwei Wochen kamen alte, fast schon begrabene Sympathien in mir hoch und ich drückte die Daumen für die Kollegen mit. Was heißt eigentlich Kollegen? Das muss ich mal klarstellen. Ja da wird`s halbwegs kompliziert, aber nicht uninterressant. Urschleim. Oktoberrevolution. Man kommt auf die Welt (1968) und schaut sie sich noch nicht gleich mit eigenen Augen und Ohren an. Die gute alte Zone war ja erstmal völlig in Ordnung. Selbst der Gorilla in Kamerun weiß ja nicht, dass er in einem Käfig im Westberliner Zoo eine ruhigere Kugel schieben könnte, als im Stress eines afrikanischen Dschungels. Die Metapher hinkt, ich weiß, aber sie gefällt mir. (Arbeitsregel 1: es ist dem Poeten nicht erlaubt, eine in der Luft befindliche Pointe an der Landung zu hindern). Ich wuchs also auf mit Karat, Rockhaus und Silly. Erstmal. Und ich erkannte in den Texten von Werner Karma, der für Silly die Texte schrieb, eine besondere Sprache und Kraft. Er war ganz klar der beste Texter (so hieß das im Osten). Er hatte Seele. Die sprach zu mir. Ich war vierzehn und gründete mit Chris unseren eigenen Laden. SANDOW. Im Ostradio gab es dann eine neue Band: Chickoree. Das war deutscher Funk, Dirk Zöllners erste Band und ich mochte das, es hatte Pep, auch die Texte hatten Tiefgang. Manchmal gingen wir zu den Konzerten der etablierten Bands. Wir studierten, wie sie es brachten und träumten uns selbst auf große Bühnen. Dann fuhren wir an die Ostsee zum campen. Wir waren Popper und hatten ordentlich was los. Nachts am Lagerfeuer hielten wir die Gitarren in den Wind und den Mädels gefiel das und uns gefiel, dass es den Mädels gefiel. Wir waren sechszehn und hatten schon unfassbare vierzig eigene Songs auf Tasche. Ich will es nicht verheimlichen, die waren noch auf Kindergartenniveau. Aber wir waren dran. Wir würden die Schallmauer schon durchbrechen. Es waren gute Tage. Doch nach drei Wochen auf einem Zonenzeltplatz sieht selbst der smarteste Popper wie eine Drecksau aus. Als wir zurück fuhren, wurden wir in Stralsund unsanft von der TraPo, die Bullen auf den Bahnhöfen, rausgezogen. Feststellung der Identitäten, peinliche Befragung. Gefoltert wurde nicht, aber der Ton war rau. Ich verstand das alles nicht. Waren wir Kriminelle? Was war hier los? Es war so ein unscheinbarer Tag, an dem man unbemerkt ein Gleis wechselte, auf einer unsichtbaren Weiche plötzlich zu einem anderen Leben abbog. Später wurde mir klar, dass wir wie räudige Punks aussahen und deshalb in die routinemäßige Rasterfahndung gerieten. Punks. Das waren diese geheimnisvollen Aussätzigen. In Cottbus gab es vielleicht zehn, fünfzehn Punks. Sie hörten auf so interessante Namen wie Siggi Suppe, Abfall, Titte und Mörder-Mario. Und Harriet gab es, eine außerordentliche Schönheit, immer barfuß und ein schwarzer Irokese schmückte ihr Haupt. Diese Gang sah man manchmal durchs Stadtbild wanken. Trunken und irgendwie sorglos. Abartig, aber bemerkenswert. Ein Jahr später waren wir wieder campen und diesmal landeten wir neben einem Punkerpärchen aus Zittau. Man muss wissen, dass die Punks in der Zone eher die Schlauesten, als die Faulsten waren. Da ging es immer ums Eingemachte. (Arbeitsregel 2: Bilde dich weiter!) Ich hatte inzwischen den halben Brecht gelesen und war durstig nach neuen Welten. Ich schaute anders hin, auf die Früchte der Revolution, die Spießer, den ganzen Zonenkreisverkehr. Die beiden Punks lebten vom Schmuck herstellen. Irgendwie war das halb geduldet. Man konnte im Osten bei billigen Mieten (meine erste Bude später kostete 23 Mark) sich erstaunliche Nischen erkämpfen. Ihre Geister waren frei und ihre Ideen waren anziehend. Aus dem Anett-Rekorder schallte Sham69 und einiges mehr. Wir waren inzwischen New Waver, doch unsere Spielkünste waren derartig beschränkt, das Equip so desolat, dass unser Sound immer ungewollt nach Punk klang. Langsam rutschten wir hinüber. In die schwarze Szene. Die Szene der Punks, der Gammler (ich liebe dieses Wort und Arbeitsregel 3 sagt: Liebe die Wörter!) Also hinein in die Szene der Freejazzverrückten, der Maler, der Ausreiseantragsteller, der Durchgeknallten. Dort pulsierte unbändiges Leben. Da konnte niemand mithalten. Die bedauerliche FDJ-Realität sowieso nicht, aber auch nicht die Bluesszene, die Metall-Heinze und auch nicht die Staatsmugger. Das waren sie inzwischen für uns. Mugger mit Handgelenktasche. Die örtlichen Profis, die Karats und die Sillys. Abgrenzung setzte ein. Die Kraft des Ghettos läuft ja immer über Abgrenzung. Silly heißt zu deutsch ja schon „albern“ und erst der ganze biedere Rest von Reform bis Berluc. Es verbot sich von selbst, sowas auch nur ansatzweise zu goutieren. Die gehörten zur anderen Seite. Abschaum. Maulhuren mit Reisepass. Armseelige Wichtel mit Haus am Müggelsee. Sorry Werner, so lief das damals. Mit uns. Und es fühlte sich gut an, zu einer neuen Bewegung zu gehören, bei der wir uns nur noch an die künstlerische Spitze setzen mussten. Hatten wir gedacht. (Arbeitsregel 4: Größenwahn gibt es umsonst. Täusche Bescheidenheit vor, räume auch mal Dinge ein!) Allright, ich hatte also immer noch mir jedes Silly-Album angehört und wusste, dass Werner nach wie vor eine gute Zeile schrieb. Aber in meinem äußeren Kosmos wäre der Vorgang, sich mit einem Silly-Album zu beschäftigen eine imageschädigende Bankrotterklärung. Darüber sprach man nicht. Meine Szene hörte Sister of Mercey, Joy Division, Tödliche Doris und The Birthday Party. Die schwarze Szene hatte auch gewisse verbindliche Etikette und wir waren jung, das Rückgrat noch nicht sehr ausgebildet. Dann kommt auch schon der nächste Sommer und wir fahren wieder campen nach Rügen. Diesmal aber ist ein DEFA-Team dabei. Wir hatten es mit unser typischen Unnachgiebigkeit den Winter zuvor in einem Zug nach Suhl aufgerissen. Beim Umsteigen in Leipzig hatten Chris und ich auf dem Bahnsteig zwei sehr heiße Bräute aufgetan. Sie stiegen in den Zug und wir dackelten hinterher. Sie verschwanden in einem Abteil. Wir drängelten uns dazu. Und dort saßen Dieter Schumann und Jürgen Wisotzki. Die Macher von „Flüstern & Schreien“. Auf Recherche für ihren DEFA-Rockreport. Wir konzentrierten uns nun auf Dieter und Jochen. Akquise! (Das A und O im Buisness und damit Regel Nummer 5). Sie hatten ihr Portfolio eigentlich schon vollständig. Dachten sie. Denn wir erzählten vom campen und mit dem Fahrrad an die Ostsee fahren und Inhalten und Fragen und Gekreisch am Lagerfeuer und existenzielles Geschwurbel und heiße Nacht und kalter Morgen. Na klar, das war filmisch! Das war kein öder Rockscheiß mit Proberaum und Pressefest. Wir erschienen als wunderbare Protagonisten mit filmischer Landschaft und bekamen einen Mainslot im Film. Junge Punkpoeten mit schwerem Hang zum SaufiSaufi, DenkiDenki und FickiFicki. Wunderbar. Die jungen Ebenbilder von Schumann und Wisotzki. Die Dreharbeiten gingen auch in die Richtung. Der Schnitt setzte uns dann ins richtige Licht. Und Vorhang auf, wer war denn noch im Film gelandet? Man wird es kaum glauben: Silly und Chickoree. Werner, Dirk und wir. In einem Film. Logisch. Ja wer zum dramaturgischen Teufel denn sonst? Naja, Feeling B war auch noch dabei, die können wir hier aber vernachlässigen. Auch weil sie sich im Nachgang für die Wichtigsten hielten. Lächerlich. Geschenkt. 1,2 Millionen Zuschauer. Sicher, da will jeder der entscheidende Part gewesen sein. Aber wir wissen ja, wie wichtig SANDOW für den Film war. Unersetzlich! Und wie der ganze Wahnsinn weiterging (und er geht immer weiter, Regel Nummer 6) erzähle ich im nächsten Blog. And by the way: Macht mal endlich diese verdammte Kasse bei startnext voll! Himmel! Käptn kuk
06.01.17, 19:35 Kai-Uwe Kohlschmidt
Sehr geehrte Crowds und Krauts . Einmal am Tag linse ich auf die Zahlen bei startnext.com/sandow. Der Balken im grünen Herz steigt. Es ist die befriedigende Beobachtung einer zwar ungewöhnlich langsamen, aber nicht enden wollenden Erektion der finanziellen Mittel, die Fieberkurve des Vertrauens in einen schon Totgesagten. Und dann plötzlich das. Wir schreiben den 4.1. 2017. Zum ersten mal fiel aus unerfindlichen Gründen unser Fundingbudget von 11713€ auf 11563€. Wie seltsam. Es geht also auch in die andere Richtung. Na klar! Es geht abwärts. Das grundlegende Gefühl, wenn man bei SANDOW Dienst tut. Es gibt immer noch ein Tal unter dem letzten. Die Berge werden höher, die Luft wird lauer und die Befindlichkeit einsamer. Es ist der Grundgroove der Bandseele. Seit wann eigentlich? Die Antwort ist recht einfach. Seitdem wir behaupten, Künstler zu sein. Seitdem wir das ernst nehmen. Seitdem die Leute immer nach den alten Stücken fragen. Seitdem wir störrisch wurden und nicht mehr alles bedienen wollten und das wollten wir ja nie. Es ist seit Jesus Christus so. Kommst Du mit einer neuen Nummer hoch, nageln Dich die Leute ans Kreuz dafür, immer das Gleiche zu predigen, zu wiederholen, wiederzukäuen. Wir haben den Finger gezeigt und immer dafür bezahlt. „Er ist anders“ – ja das war unsere erste Hymne. Aber irgendwie stimmte das nach einer Weile nicht mehr, auch im Punk wohnt eine gewisse Spießigkeit und Unbeweglichkeit. Er ist nicht anders. Anders sind nur die wenigsten. Und die bilden keine Rudel. Also raus mit dem Stück aus dem Repertoire. Wir verloren zahlreiche Punks in unserem Publikum. „Born in the GDR“ – die perfekte Ansage zu Zonenzeiten, danach für uns Ballast und Pein, raus damit aus dem Programm. Scharenweise wandten sich die Leute ab. Egal. Wir sind Künstler. Mit uns geht’s abwärts, aber immer genial, immer Avantgarde, immer die, die vorne weg gehen, wenn es abwärts geht. Kommt die BRAVO in die Backstage reingeschneit, schmeiß sie raus, aber ein bisschen tzatziki. Dürfen es 30min beim Bizarre-Festival sein? Aber gerne! Zwanzig Minuten davon verbrauchten wir für unsere Ouvertüre. Dann konnten wir ja immerhin noch drei Titel spielen und die dreißigtausend Leute dachten, jetzt kommt der Hauptact. Irgendein „Die Ärzte“- Nachfolge-Projekt wurde danach gnadenlos ausgebuht. Logisch. Das Stadion wollte jetzt schließlich SANDOW sehen. Die versammelte Managementprominenz wusste nun, wie wir drauf waren. Stinker, für die es bald abwärts zu gehen hat. Oder die Nummer hier. Hat man aus Produzentensicht (Jor Mulder) für das neue SANDOW-Album einen einzigen Radiohit auf Tasche („NAC“ auf der Anschlag), fühlen sich die Herren Künstler plötzlich zu mainstreamig und müssen so ein schreckliches „Tronan Nitzo Dikanfas“ drüber orgeln und das Stück damit radiountauglich machen. Raus mit der Band aus dem Label. Die spinnen ja. Abwärts! Was fällt, das soll man stoßen. Sagte Nietzsche. Andere sagten anderes: „Ach komm, die sind aus dem Osten, lass sie uns zu dem tollen Kinofilm „Freispiel“ einladen. Gemeinsam mit Leuten von Can, Killing Joke, Element of Crime und noch vielen anderen. Das wird gut.“ Besonders wenn die Kollegen von SANDOW Durst haben und die Getränke frei sind. Dann darf sich der Regisseur vom Gitarristen schon mal ein paar Schmeicheleien einfangen: „Du Westarsch!!!“. Ach der ganze Tisch wurde leergefegt, die Flaschen, Aschenbecher, Gläser, auch das vom Regisseur flogen durch den Raum? Hatte der Gitarrist etwa schlechte Laune? Auweia – abwärts! Wen Gott liebt, den prüft er. Und Gott prüfte. Diese großmäuligen, größenwahnsinnigen Kunstvollhorste. Schickte Syphilis, Tod und Alkohol, gute und weniger gute Drogen. Sandte wahnsinnige Manager aus, die angebliche Touren in Spanien und Schweden buchten, die dann in der Klapper landeten. Schickte auch lustige Vorbands, die lustige Sachen machten. Kabel durchschneiden und Gitarren vom Hauptact verstimmen, kurz bevor dieser die Bühne der ausverkauften Volksbühne betritt (Herbst in Peking) oder die alle Verstärker verstellen und den Filmprojektor unscharf drehen, bevor SANDOW loslegt (Rammstein). Die dafür auch noch Geld von SANDOW bekommen, in deren Hotelzimmern auf dem Fußboden schlafen dürfen und sich nie dafür revanchieren werden (schon wieder Rammstein). Schick die Burschen abwärts, lass sie Dreck schmecken, lass sie vor zehn Leuten spielen, lass sie Schulden haben. Lass sie all den Wahn gegen sich selbst richten. Sende Zwietracht, Missgunst, Eifersucht, auf das diese Scheißbande endlich auseinanderfliegt. 1999. Geschafft. Ein paar Jahre später krochen wir wieder aus unseren Löchern. Weil wir wussten, dass wir einmalig sind. Weil wir neuen Druck auf dem inneren Kessel hatten, der raus musste. Ganz gleich ob vor 10 Leuten oder nach Rammstein. Brachten die Kiong und uns selbst wieder an den Start. Mit Gelassenheit und diebischer Würde. Ha! Und ließen uns viel, viel Zeit für das nächste Album. Mit alter Freude und keinerlei Erwartung an irgendetwas. „Entfernte Welten“ – mal sehen wer soweit mit uns raus schwimmt. Gott wohl eher nicht. Er ließ die Studios nach wie vor viel Geld kosten. Wir schmissen die Geldmaschine bei Startnext an und siehe da, so viele alte Freunde zahlten in den Topf ein! Geht doch. Wo waren denn die geliebten Prüfungen, Herrgottnochmal ! Aber es kam der 4.1. 2017 und ihr ahnt schon, ab da ging es wieder abwärts. Von 11713€ auf 11563€. Kinder, sagen wir es mal so, wir werden das wegstecken. Aber vergesst nicht, den Sack könnt nur ihr zu machen. Bis zum 31.1. fehlen noch knapp 3500€, sonst geht es ganz klar a…..ahhhh! Oder wie Bukowski mal sagte „Baby, das Schlimmste kommt noch.“ Auf seinem Grabstein steht „Dont try“. Versuch es erst gar nicht. Ich glaube, wir und ihr schon. kuk
23.12.16, 21:32 Kai-Uwe Kohlschmidt
Es ist vollbracht. Die Vorproduktion in Lütte ist abgeschlossen und die Intensität der 21 Tage lässt sich erst jetzt danach spüren. Völlige Ermattung und tiefe Müdigkeit. Sämtliche Tracks sind eingespielt und voreditiert, erste Mixe stehen. Ende Januar fahren wir erneut nach Lütte, um alles zu beenden. Dann werden wir das Mastering unternehmen, das Cover muss gestaltet werden und dann lassen wir die „Entfernte Welten“ vom Stapel. Ehe wir dann eine live-fähige Bühnenfassung haben, warten Probearbeiten auf uns, die Video - und Lichtebene muss konzipiert werden. Parallel arbeiten Red Rock Managment, unsere Agentur und majorlabel, unsere Plattenfirma an der Tour und dem Release. Dazu werden weitere Werbepartner hinzugezogen, die die Kampagne begleiten. So wir unser Fundingziel erreichen, werden wir hierfür nun auch noch ein Promobudget zur Verfügung haben. Erstmals in der Geschichte von SANDOW. Es wäre unglaublich wichtig, damit all die Arbeit nicht umsonst war. Es ist schon ein Wahnsinn und man bemerkt es selbst gar nicht mehr, was da für Gelder nötig sind, wieviel Zeit man investiert hat (Monate!!), um schließlich die große Runde anzutreten und das wichtigste leisten zu können: die neue Musik endlich live zu performen. Wir stehen jetzt bei 11163,- und uns verbleiben noch 40 Tage, um den Sack zuzumachen. Das sollte zu schaffen sein. Wir müssen nochmal alles geben, hier in den Foren und powern. Wenn ihr uns Euren Support dabei gebt, könnte die Schlusslawine in Gang kommen. Weihnachten steht vor der Tür und ihr habt uns bereits so sehr beschenkt. Wir haben hier und auf den anderen Plattformen schon sehr oft danke gesagt, dass es immer schnell inflationär wirkt. In Deutsch-Neuguinea war bei Ankunft der deutschen Missionare 1886 das Wort Danke unbekannt. Wenn man jemanden geholfen hatte, war klar, dass der andere dann was bei einem offen hatte. Als Johannes Flier und Christian Keyser den Kotte-Leuten nun das Christentum antrug, war schnell klar, dass man mit dem Gottesdienst nicht weit kam. Wie wollte man dem Schöpfer danken, ohne das entsprechende Vokabular. Es gab für Danke kein dem entsprechendes Wort in den Sprachen der Kotte, Hube und Burrum. Keyser und Flier entschieden sich, statt einer neuen Wortschöpfung kurzerhand für ein deutsches Wort und die Kotte, Hube und Burrum sprechen es heute noch mit verschmitzter Freude aus. Dankescheen! Die Australier haben es dann mit Pidgin-Englisch versucht. Daraus wurde Tenkiu. Nun die Sache ist auch für uns von tieferer Verbindlichkeit. Ihr habt uns etwas gegeben und wir fühlen uns nun heftig beauftragt, dass jetzt sauber zu Ende zu bringen. Es ist etwas, worauf wir uns wirklich von Herzen freuen. Also auf zur letzten großen Etappe im Januar. Rutscht alle gut rüber und laßt es Weihnachten krachen. Eure SANDOWs! PS: Das Foto zeigt uns nach unserem langen Fotoshooting in der falschen Wüste von Mochlitz, gemeinsam mit Marek Kucera, Momo Kohlschmidt und Irena Pratojew, unserem Fototeam
07.12.16, 16:09 Kai-Uwe Kohlschmidt
Es ist ein Montag im Dezember. Wir fahren ins Studio nach Lütte, unsere Vorproduktion zu „Entfernte Welten“ beginnt. Seit vier Wochen ballern wir auf allen social-media-chanels SOS – und SMS-Greetings in die Welt und erleben, wie unsere Community sich eindrucksvoll zurückmeldet. Zu uns, die sich bisher eigentlich wie selbstverständlich als einsam empfanden. Woche für Woche wird klar, wie breitgefächert, die Leute hinter uns stehen. Es berührt uns sehr. Das hatten wir nicht gewusst, nicht empfunden, dass wir nicht alleine sind mit unserem Tun. Cool Shit. Wir schauen rein in die Liste unser Unterstützer und finden manch vertrauten Namen. Nach über 30 Jahren Sandow fühlt man sich oft „überkontaktet“. Man weiß dann gar nicht mehr, mit wem man eine Wodka-Hochzeit auf den Weg gebracht, mit wem man fast eine halbe Zahnreihe im Infight mit Skinheads riskiert und mit wem man sich gesagt hat: „ Friedrich Nietzsche verstehen nur zwei Menschen auf der Welt, Du und ich.“ Zwischen den Recordings checken wir unser Startnext-Profil und können auch sehen, welche Rewards sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Na klar, am besten geht die Musik selbst über den Tisch, aber auch der Sandow-Salon scheint eine gewisse Anziehung zu haben. Deshalb legen wir noch ein paar smarte neue Köder aus, um das Fundingziel von 15000 zu erreichen. Da gibt es große Kunst für wenig Geld von Chris Hinze (Ha Weihnachten naht!), Fetische wie die erste Drumgitarre (absolut einmalig, auf dem Prügel wurde „Tour de lose“ erfunden) sowie eine SANDOW-Expedition, bei der man die Möglichkeit hat, sich mit uns im Brandenburger Busch anständig zu verlaufen. (festes Schuhwerk und eine dicke Haut wegen SANDOW-Humor mitbringen). Die Trommeln rufen, Berber hat die Drums von Cupidus aufs Band gespielt. Laborzeit naht. Chris macht sich über seine erfundenen Gerätschaften her. Ein halber aufgerissener Klavierflügel z.B., den er mit Eisenschalen bearbeitet. Es klingt, als wenn...besser man beschreibt das nicht, es klingt einfach nach SANDOW. Wenn Chris das Labor betritt, erschafft er immer diese speziellen Sounds, die keine Samplebank der Welt besitzt. Es ist wunderbares Spielmaterial, um die „Entfernten Welten“ anzureichern und auch als solche klingen zu lassen. Studiozeit ist auch immer Reisezeit. Man weiß zwar in welche Richtung das Album gehen soll, aber es kommen viele Entdeckungen und Überraschungen dazu, wenn der Klang anfängt sich vollumfänglich zu mischen. Mit Jürgen Block haben wir einen kongenialen Partner und Co-Produzenten gefunden. Sein Studio verfügt über eine lange Reihe wunderbarer Gitarren und Amps, eine prächtige Sammlung guter Mikes und Kompressoren und als Flagschiff ein riesiges SL4048-Pult, dass mal im Londoner BBC 3-Studio stand, auf dem Nirvana ihre Unplugged-Session aufgenommen hatte, seinerzeit. Der Sound ist warm und Jürgen ist unseren Experimenten sehr zugetan. Er gibt uns ein vertrautes Gefühl, das alles richtig ist, jetzt und hier. Wir nehmen Fahrt auf, operieren auch mit Sounddesign und Aufnahmen der Mangan25-Expeditionen. Lawinenabgänge, Brüllaffen und Funkgespräche eines vermissten Bergsteigers am Nanga Parbat. Wir glauben, ein solches Album hat es noch nicht gegeben und freuen uns auf jeden neuen Tag hier, auch wenn der Weg noch lang ist.
30.11.16, 18:07 Kai-Uwe Kohlschmidt
Liebe SANDOW-Freunde, wir stehen bei über 9000€ und haben unser Hauptziel die Finanzierung des Albums erreicht. Wir hätten nicht geglaubt, dass das so schnell geht und waren in unseren Träumen vor der Kampagne auch eher bescheiden. Nun haben wir beinahe noch 60 Tage und wir haben nicht vor, die Füße hochzulegen und zu warten, ob es einfach von selbst noch mehr wird, als Sahnehäubchen für Catering, Hotelkosten und was sonst noch so für eine Studioproduktion anfällt. Wir haben nun vor allem die Möglichkeit, länger im Studio zu arbeiten. Genauer, ausführlicher, auch mal die ein oder andere Sache hinterfragen und auszuprobieren. Mehr Budget = mehr Studiozeit = besseres Album. Bei der Veröffentlichung eines Albums gibt es immer noch eine zweite sehr wichtige Komponente, die des Marketings. Bei unseren Alben Stachelhaut oder Anschlag hatten wir dafür keinerlei Budget. Von der Kritik hochgelobt, gingen sie dennoch beinahe unter. Das wollen wir diesmal anders machen. Mit Euer Hilfe wollen wir hier weiter sammeln für ein Promobudget, das unbedingt nötig sein wird. Heutzutage muss man sämtliche Promo nämlich kaufen. Was viele für normalen und freien Journalismus halten, ganz gleich ob Radio oder Print, ist fast immer gekaufter Mediencontent. Nur das weckt die schlafenden Geister in einer Welt der Überschwemmung und Lautschreierei. Also auf zu neuen Zielen, das Fundingziel angepasst und dann erledigen wir diesen Drachen gemeinsam mit Euch gleich mit, wo wir gerade solch einen Lauf haben. Deshalb gehen wir jetzt auf 15000,-€, um alles auf eine optimale Veröffentlichung vorzubereiten. Lasst es uns gemeinsam rocken! Liebe Grüße, Eure Sandowianer!

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