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Projekte / Musik
Erdig-ehrlicher deutschsprachiger Singer-Songwriter mit Pop-Rock Elementen. Ich möchte ein neues Album produzieren. Dafür brauche ich deine Unterstützung! Mein Wunsch: Dass wir das gemeinsam schaffen. Meine Musik für uns! #eineliebe
1.369 €
5.500 € Fundingziel
20
Unterstützer*innen
Projekt beendet
Gefördert von CREATIVE. Crowdfunding. Dein Projekt aus NRW
03.02.19, 23:25 Stefan Bernhard Kinner

Gute Frage!
Ich habe im Alter von 25 Jahren angefangen Gitarre zu spielen.
Klingt ungewöhnlich? Wird noch ungewöhnlicher.

Ich befand mich damals , also vor etwa 8 Jahren, ca. 12 Monate in U-Haft wegen Handels mit BTM, da kam der Gefängnispfarrer zu meiner Zelle und gab mir eine Gitarre. Ich konnte die Gitarre nicht stimmen und überhaupt schon gar nicht spielen. Verstanden hab ich das Ganze auch zuerst gar nicht so recht und war doch sehr irritiert. Aber er meinte nur ich solle es mal ausprobieren. Bei den seelsorgerischen Gesprächen, die ich mit ihm geführt hatte, hatte ich immer wieder seine Gitarre (die bei ihm im Büro stand) angesehen und Fragen dazu gestellt. Das hast er sich wohl soweit gemerkt, dass er mir eine Chance geben wollte. Und die Gitarre, die in seinem Büro stand hat mich wohl deshalb so interessiert, weil mein eigener leiblicher Vater schon solange Gitarre spielt wie ich denken kann. Ich habe nie selbst gespielt oder das Spielen von meinem Vater bis dato gelernt, aber ein Gespür für die Musik und für das Instrument hat sich wohl irgendwie (Epigenetik? Gen-Umwelt-Interaktion?) über die Jahre in mir entwickelt und das obwohl ich selbst keine Ahnung davon hatte. Jedenfalls saß ich nun dort im Knast und hatte diese Gitarre. Und ich habe meinem Vater einen Brief geschrieben, in dem ich davon berichtete. Als Antwort kam ein Brief zurück in dem er mir erklärte, wie ich die Griffe greifen sollte, wie ich ein einfaches Zupfmuster spielen könnte und vor allem (!!) wie ich die Gitarre stimme. So habe ich Gitarre spielen gelernt. Allein, in einer Zelle im Gefängnis, mit den Briefen die mein Vater mir schrieb und meinem Glauben, dass da Einer über uns und mir ist, der etwas sehr sehr Gutes für uns und mich bereit hält. Es war wie ein Ruf könnte man sagen. "Tu das! Du kannst viel mehr als die Dinge, die du schon getan hast!" Und in der Tat hatte ich einmal zu dem Gefängnispfarrer gesagt: "Gebt mir die richtigen Instrumente und ich mache etwas Schönes." Man kommt wohl nicht drum herum zu denken und zu glauben, dass vielleicht dieser Satz der Anfang dieser Reise und Entwicklung war, die wir jetzt erleben. Ich konnte innerhalb eines Jahres auf einem Level spielen, das reichte um eigene Texte zu vertonen. Darin verarbeitete ich alles was ich erlebt hatte. Es war ein Trost und eine Befreiung. Und für die Freiheit Spielen, Singen, Kämpfen und Einstehen will ich mit meinen Liedern genauso weiter und immer weiter, wie es damals begonnen hat.

Für die Freiheit von jedem Menschen. Denn jeder Mensch ist es wert geliebt zu werden und ein verdammt gutes Leben zu führen.
Herzlichst! Euer stefan (sbk)