Crowdfunding beendet
Wer in Hamburg große, schwere Lasten transportieren möchte, ist auf ein Auto angewiesen. Immer mehr Menschen möchten jedoch auf PKW und Kleintransporter verzichten. Deshalb gründe ich STRASSENFRACHTER. Das Unternehmen vermietet E-Schwerlasträder an Privatpersonen, Kulturinstitutionen, Vereine und Gewerbetreibende. Der Vorteil: E-Schwerlasträder stoßen keine lokalen Emissionen aus, "tanken" grünen Strom (+ Muskelkraft) und stehen auch den Menschen zur Verfügung, die gar keinen Führerschein haben.
3.506 €
Fundingsumme
29
Unterstütz­er:innen
Joy Lange
Joy Lange Projektberatung Dieses Mal hat es nicht geklappt. Ich feiere das Projekt für den Mut und alle Lernmomente.
29.10.2021

Crowdfunding "gescheitert"

Michael Ullrich
Michael Ullrich3 min Lesezeit

Liebe UnterstützerInnen von STRASSENFRACHTER, liebe Community,
leider hat die Crowdfundingkampagne für STRASSENFRACHTER nicht das benötigte Startlevel von 8.207€ erreicht.

Die 5 Wochen Fundingkampagne endeten am 28.09.2021 mit einer beachtlichen Summe von 3.506€. Ich möchte euch auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für eure Unterstützung danken! Sowohl für die finanzielle, als auch für die inhaltliche. Für die Motivation, die ihr mir gegeben habt, und für euer eigenes Engagement für das Projekt. Herzlichen Dank!

Das Crowdfunding stand dauerhaft vor zwei Herausforderungen. Fehlende Reichweite war die größte. Es ist uns, trotz aller Bemühungen, einfach nicht gelungen, genügend Menschen auf das Projekt aufmerksam zu machen. Dies lässt sich aus den Statistiken von Startnext ablesen. "Nur" 3.200 Personen haben die Seite besucht. Im Schnitt unterstützt beim Crowdfunding jede Besucherin mit 1€. Also haben ca. 4.600 Personen gefehlt, um das Ziel zu erreichen.

Das zweite Problem ist etwas weniger klar zu benennen. Es dreht sich um die Frage "Warum sollte jemand das Projekt unterstützen?".

STRASSENFRACHTER ist ein Projekt mit einer ordentlichen Portion Idealismus. Ich persönlich finde es wichtig, dass in Hamburg Lastenräder der Kategorie STRASSENFRACHTER zur Miete angeboten werden. Idealerweise wäre die Miete umsonst bzw. so subventioniert, dass für MieterInnen keine Kosten entstünden. Es ist jedoch schwer, ein solches Angebot zu schaffen. Man braucht, kurz gesagt, Kapital und Connections. Beides stand und steht uns nicht ausreichend zur Verfügung. Also war die Idee, das finanzielle Risiko des Projekts (Anschaffung, Miete für Stellplatz, Versicherung, Website, Buchungsprozesse, Fahrradwartung…) via Crowdfunding abzufedern.

Aber warum sollte jemand ein Projekt unterstützen, aus dem später Gelder generiert werden – ein Projekt, aus dem im kapitalistischen Sinne Umsatz generiert wird? Der "Gegenwert" der Förderung ist für unterstützerInnen wenig greifbar, und es bedarf damit auch auf der Seite der UnterstützerInnen eine mächtige Portion Idealismus und Vertrauen.

Anders herum betrachtet: Ohne Probleme unterstütze ich eine Projekt, dass Rucksäcke aus Kunststoff herstellt, welches zuvor aus dem Meer gefischt wurde. Als Gegenleistung bekomme ich den Rucksack. Quasi "Win Win". Bei STRASSENFRACHTER fehlt wohl diese konkrete und greifbare Gegenleistung.

Wie geht es nun weiter? STRASSENFRACHTER pausiert, bis sich neue Chancen auftun. Wir halten Augen und Ohren offen, platzieren das Projekt und warten, bis sich Chancen und Gelegenheiten ergeben.

Finanzielle Unterstützungen, die uns via Startnext erreicht haben, werden entweder zurückgebucht oder wurden nie von eurem Konto abgebucht. Vielleicht findet ihr noch andere Projekte, die ihr mit den "gesparten" Euros unterstützen wollt. Im Mittelmeer wird zum Beispiel immer dringend Geld benötigt.

https://sea-watch.org/spenden/

Ich wünsche euch weiter gute Fahrt auf allen (Rad-)Wegen, Gesundheit, ein friedliches Miteinander und für alles was kommt genügend Vorstellungskraft und Mut zur Solidarität.

Viele Grüße!

In großer Dankbarkeit
Michael

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