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Der Taborchor, das Solistenensemble Vox Angeli und ein Orchester mit historischen Instrumenten unter Leitung von Ulrike Brand veranstalten am Sonntag Michaelis, 29. September 2019 um 18 Uhr ihr drittes gemeinsames Konzert in der Taborkirche Berlin-Kreuzberg. Zur Finanzierung eines professionellen Orchesters brauchen wir eure finanzielle Unterstützung. For information in English please check the blog (2nd entry).
1.600 €
1.500 € 2. Fundingziel
37
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
15.09.19, 14:39 Ulrike Brand
Bei aller Ernsthaftigkeit und Tiefe, die Bachs Musik von frühester Jugend bis zu seinen Spätwerken auszeichnet, ist es gut, sich immer wieder vor Augen zu halten, wie jung Bach war, als er 1703 seine Karriere in Arnstadt begann (18) und als er 1707 in Mühlhausen, seiner zweiten Arbeitsstelle, den Actus tragicus schrieb (22). In Arnstadt war man zunächst begeistert, als man bei seiner Bewerbung Bachs fantastisches Orgelspiel hörte. Aber als er mit dem XXL Selbstbewusstsein eines talentierten Zwanzigjährigen bei jeder Gelegenheit und ausführlich "fantastisch" spielte und Kritik von Pastoren und anderen Autoritätsfiguren entweder vornehm überhörte oder ihr vehement widersprach, bekam er immer mehr Schwierigkeiten. Ebensowenig Geduld hatte er mit Mangel an Talent. Berühmt ist die Geschichte seiner Schlägerei mit einer Gruppe von Primanern, die sich rächen wollten, weil er einen von ihnen einen "Zippelfagottisten" genannt hatte (in dem Sinn: wenn es mit deiner Männlichkeit so bestellt ist wie mit deinem Fagottspiel, dann ...). Mit dem besänftigenden Abstand von drei Jahrhunderten hat die Stadt Arnstadt 1985 sehr humorvoll (und natürlich heftig umstritten!) dem Teenager Bach ein Denkmal gesetzt, wo er ähnlich cool und verwegen aussieht wie unser junger und sehr talentierter Bariton Jonathan Eyers! Mehr zu Bach in Arnstadt (u.a. Protokolle aller Beschwerden!): https://www.bach.de/leben/arnstadt.html Zum Bachdenkmal: https://www.bergfex.de/sommer/arnstadt/highlights/12169-bach-denkmal/
09.09.19, 21:45 Ulrike Brand
„Mit Fried‘ und Freud‘ ich fahr dahin“ (Bach) „Schlaft wohl, ihr seligen Gebeine“ (Telemann) Beide Kantaten, „Du aber Daniel“ und „Actus tragicus“, beschäftigen sich mit den großen Fragen zu Tod und Leben, Zeit und Ewigkeit: - mit der Angst vor Vergänglichkeit: „Brecht ihr müden Augenlider, sinket ihr erstarrten Glieder“ (Telemann) - mit dem Verlangen, das Geheimnis von Tod und Leben zu verstehen: „Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Bach) - mit der Konsequenz, die die Einsicht in unsere Sterblichkeit für unser Leben jetzt hat: „Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben“ (Bach) - mit der Sehnsucht nach dem Tod als Flucht vor den Bedrängnissen des Alltags: „Du Aufenthalt der blassen Sorgen, verhasste Welt zu guter Nacht“ (Telemann) - schließlich mit der Bereitschaft, Ängste und Sehnsüchte loszulassen: „In deine Hände befehle ich meinen Geist“ (Bach) - und mit der Sehnsucht nach Einssein mit Gott im Übergang zwischen Leben und Tod: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (Bach) All diese (und andere) Gedanken, getränkt von Emotionen, fließen ein die Musik – aber der Trost, der sich aus diesem Prozess herauslöst, liegt nicht in der Sicherheit eines Lebens nach dem Tod – oder dem Gegenteil, dass mit dem Tod alles aus ist – sondern in einem offenen Zustand von Seelenfrieden, nicht mit Blick auf die Zukunft, sondern auf dieses Leben, gerade auch Angesichts des Todes und aller offenen Fragen dazu. Eine Friede, der weder durch philosophisch-theologische Spekulationen erreicht wird, noch durch Verdrängung und positives Denken. Nachdem wir alles bedacht und gefühlt haben, uns allen Ängsten und Hoffnungen gestellt haben und durch sie hindurchgegangen sind, wächst uns vielleicht der Mut loslassen und dem Zusammenspiel von Leben und Tod zu vertrauen. „Getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden.“ (Bach) Und in Ermangelung von Bildern einer Welt jenseits des Todes, die wir nicht kennen, geben die Dichter und Komponisten uns Bilder des Vertrauens und Getragenseins, die wir aus diesem Leben kennen – das Bild des Schlafes, das Bild einer Reise in einem Schifflein, einem Kahn. „Komm sanfter Tod, du Schlafes Bruder, komm löse deines Schiffleins Ruder und führe meinen Lebenskahn ans Land der guten Hoffnung an, wo stete Ruh und Freude lacht.“ (Telemann)
24.08.19, 14:17 Ulrike Brand
(For my English language singers) It may be bordering on frustration when, during rehearsals of Bach’s “Es ist der Alte Bund”, I repeatedly ask a group of well trained singers with beautiful voices to – while increasing energy – hold back sound. Instead of inviting you into Bel canto, I ask you to almost morph into Parsel tongue. Instead of letting you bring out expressive tunes in sweet vowel sound, I ask you to give your full attention to the articulation of German consonants, to the percussive noise of “MeNSCH, Du muSST STerben” – again not by lowering your energy but by increasing the energetic flow throug h the consonants and enrich the sound with the resulting crispy hiss. I don’t ask this to reduce beauty and sensual pleasure but to enhance it. When I was in Scotland recently we had many days of unusually bright and sunny weather with skies of Mediterranean blue and almost limitless views. That was fantastic. But I was very happy too about a few misty days where clouds veiled the hilltops and light was more present in shadow and reflection than in bright directness. Those misty, veiled, magical images remind me of the sound I hear in “Es ist der Alte Bund”. It is a sound half heard, half imagined. Our own almost whispered musical phrases are interwoven with the vocal and instrumental threads around us. We are holding back while being fully present and aware of a constant flow. With this kind of singing, at times almost like happening on the in-breath, we are much more connected to the whole network of sounds and rhythms that we are part of. We open a space for music not just to be made but to happen. To be received. Our holding back creates space. A few days ago I saw a youtube clip that reminded me of exactly this quality of sound and music. It is a conversation with Jon Battiste, the very talented pianist and bandleader of “Stay Human”, the house band of Stephen Colbert’s Late Show. (I am a fan!) At 14:25 Jon speaks for about a minute and a half about “notes not played”. That – in Jazz terms – is very close to what I feel about singing this chorus. Sarah’s solo “Ja komm, Herr Jesu, komm”, on the other hand, this both humble and glorious line that in essence simply says: JA/YES, is pure, unimpeded sweet sound descending like a balm from some outer world where they don’t seem to know frictions and gravity. How could 22 year old Bach KNOW all this?
23.08.19, 10:11 Ulrike Brand
In der Auflistung der Instrumente eines barocken Ensembles finden wir, neben Namen wie Violine, Oboe, Viola da Gamba, mit denen wir eine charakteristische, individuelle Klangvorstellung verbinden, den Begriff "basso continuo". Er bedeutet wörtlich genau das: eine kontinuierlich gespielte Basslinie. Barockmusik ist auf diesem Bassfundament aufgebaut. Ihre melodischen, harmonischen, rhythmischen Muster brauchen diese Basis zu ihrer Entfaltung. Das basso continuo trägt die Harmonie und den Grundrhythmus der "Band", ist also sozusagen Paul McCartney und Ringo Starr in einem. Wichtig ist, dass diese Linie da ist, nicht so sehr, wer sie spielt. Es gehört ein Harmonieinstrument dazu (Orgel, Cembalo, Laute) und ein Bassinstrument (Cello, Fagott, Kontrabass). Wer Continuo spielt, muss ein guter Teamplayer sein - das ist nichts für Divas. Vielmehr braucht es ganz besonders viel Zuhören, Einfühlen und eine fast körperliche Verbindung mit dem Grundbeat der Musik. Dazu eine kontinuierliche Präsenz im Zusammenspiel mit Sängern und Instrumentalisten, die ihrerseits immer wieder einmal eine Pause haben und sich dann auf jeden Einsatz neu konzentrieren können. Deren Solos werden dann auch vom Publikum wahrgenommen. Zuhörer erinnern sich an eine schöne Arie, ein virtuoses Geigensolo oder eine schwungvolle Chorfuge. Continuospieler hingegen bekommen selten "standing ovations" - der Grundpuls, den sie "kontinuierlich" liefern, bleibt, obwohl für die Musik lebensnotwendig, meist unauffällig im Hintergrund. In unserem Konzert spielen: Franziska Borleis - Cello, Kathleen Bird - Orgel, Robert Grahl - Kontrabass.
14.08.19, 12:47 Ulrike Brand
Engel sind Wesen, die in allen Kulturen auftauchen – als reine Energien, Lichterscheinung – oder aber in Menschengestalt, als Freunde. Sie sind schwer fassbar, nicht wirklich zu beschreiben – doch manchmal spüren wir sie als Begleiter in Übergangssituationen: Geburt, Tod, Unfall, Bedrohung. Das Mittelalter kannte eine ganze Hierarchie Himmlischer Heerscharen , von denen Cherubim und Seraphim die höchste, Engel und Erzengel die unterste Ebene sind. Die Engel der höchsten Ebene, die Seraphim, sind die feinsten, transparentesten, Gott am nächsten. Sie sind pures Licht, Klang und Freude und existieren ganz in ihrem Gesang zum Lobe Gottes (Duo Seraphim clamabant alter ad alterum). Feinststofflich wie sie sind, würden sie sich nicht für Botengänge zu den Menschen eignen. Dafür braucht es etwas handfestere Engel, die es mit Erdenschwere und menschlichem Starrsinn aufnehmen können. Hier sind die Wesen der untersten Stufen der Hierachie gefragt, die Engel und Erzengel, die auch mal, sehr „hands-on“, ein Schwert bedienen oder eine Hüfte ausrenken können. Von den Erzengeln Gabriel, Michael, Uriel, Raphael sind die ersten beiden am bekanntesten. Beide haben ihren eigenen Festtag: Gabriel den 24. März, Michael den 29. September – und es ist sicher kein Zufall, dass beide Tage in der Nähe des Equinoxium, der Tag-und-Nacht-Gleiche liegen, auf halbem Wege also zwischen Winter- und Sommersonnenwende. Die frühe Kirche hat immer eher versucht, heidnische Festzeiten umzudeuten, als sich von Vorgängertraditionen ganz abzusetzen und alle Feiertage neu zu erfinden. Gabriel hat seinen wichtigsten und unzählige Male gemalten Auftritt bei der Verkündigung, wo er Maria eröffnet, dass sie schwanger sein und Jesus gebären wird. Michael spielt verschiedene Rollen: so bewacht er den Garten Eden mit seinem Flammenschwert – eine Rückkehr ins Paradies ist im Schöpfungsplan nicht vorgesehen. Beim Jüngsten Gericht hat Michael die Aufgabe der Psychostasie , der Seelenwaage , wie in dem wunderbaren Gemälde von Rogier van der Weyden: die hellen und dunklen Seelenanteile eines Menschen werden am Ende des Lebens gegeneinander aufgewogen. Und dann ist da natürlich noch die hochdramatische Geschichte von Michaels Kampf mit dem Drachen , die Telemann so hinreißend vertont hat („Packe dich, gelähmter Drache!“). Zunächst einmal ist das eine heftige und blutige Schlacht guter und böser Kräfte, wie in Game of Thrones oder Harry Potter. Doch eröffnet Telemann auch den Blick auf eine Internalisierung des Geschehens, auf die Erfahrung des Kampfes von Licht und Schatten in uns . Eine wunderbar moderne Engelsgeschichte ist übrigens „Good Omens“ von Terry Pratchett und Neil Gaiman, genial verfilmt mit Michael Sheen und David Tennant. https://www.youtube.com/watch?v=hUJoR4vlIIs
12.08.19, 12:38 Ulrike Brand
Unser Kontrabassist, Robert Grahl, stellt sich gleich selbst vor - und klingt dabei weitaus glücklicher als der Kontrabassist in Patrick Süskinds berühmtem Einakter! Der Kontrabass - ein Außenseiter? Nein, sicher nicht! Witze über den Kontrabass, ein sperriges Möbelstück und noch schlecht zu transportieren, meist tiefe dunkle Töne, wenn sie überhaupt getroffen werden, nie in der ersten Reihe, im Orchester am Rand und in der Jazzband hinten neben dem Schlagzeuger. Warum also Kontrabass? Weil es natürlich das wichtigste und schönste Instrument ist :-) Denn ohne den Bass geht gar nichts. Wir Bässe sind der Unterbau, ohne uns würde in der Barockmusik das Fundament, in Sinfonien der Klassik und Romantik das Existenzielle fehlen. Im Jazz sorgen wir Bässe für Drive und Wucht. Ja, es ist eine Leidenschaft und macht Spaß, dass größte aller Streichinstrumente zu spielen. Und wenn er nicht spielt, fehlt doch etwas. So nehmen wir gerne die anderen Instrumente zuverlässig und weit mit auf eine musikalische Reise.
07.08.19, 14:52 Ulrike Brand
La Risonanza Potsdam Unsere Orchester in den letzten Jahren wären nicht so gut gewesen, wenn nicht der Geiger Markus Catenhusen uns größtenteils die Ensembles zusammengestellt hätte. Zu seiner eigenen Freude hat er Musikerkolleg*innen gefragt, mit denen er selber gerne zusammenspielt. Und so hatten wir nicht nur ausgezeichnete Instrumentalisten zu unserer Begleitung, sondern eine Proben- und Konzertatmosphäre, in der die Chemie stimmte. Wo durch Professionalität, Flexibilität und einfach Freude an der Musik und am Musizieren mit anderen in kurzer Zeit EIN musikalischer Klangkörper entstand. Das färbte auch auf Chor und Solisten ab – und umgekehrt. Markus leitet das Ensemble „La Risonanza Potsdam“ , das in unterschiedlicher Besetzung auf Barock- Instrumenten musiziert. Mitglieder dieses Ensemble werden uns auch diesmal begleiten. Besonders schön ist es, dass Markus‘ Tochter Luise als Blockflötistin mit von der Partie ist. Hier zwei Klangbeispiele: einmal spielt Markus eine Violinsonate von Biber und einmal, zusammen mit Luise, ein Telemann-Quartett.
31.07.19, 10:55 Ulrike Brand
Zwei Instrumentenpaare, die die ganz spezielle Klangfarbe von „Du aber Daniel“ und „Actus tragicus“ ausmachen, sind Blockflöten und Gamben. 2. Teil: Gamben Die Gambenfamilie ist verwandt mit der Violinfamilie, hatte aber ihre große Blüte im 16. und 17. Jahrhundert, während von da an die Violinfamilie immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aber auch im 18. Jahrhundert existierten beide noch parallel – in jeder der Bachpassionen gibt es Gamben-Arien, weil Bach mit dem ganz speziellen, transparenten Klang der Gambe bestimmte Wirkungen erzielen wollte. Auf die unterschiedlichen Bauformen und Spielweisen gehe ich hier nicht näher ein – die Evolution der Instrumentennamen ist aber, als fun fact , ganz interessant. Man erkennt dort sowohl familiäre Ähnlichkeiten als auch Umdeutungen und Missverständnisse, wie sie in allen weitläufigen Familien in der Kommunikation zwischen den Generationen vorkommen. In der Gambenfamilie geht es in der Namensgebung logisch zu: hier heißen alle Instrumente Viola, es sei denn sie sind sehr klein (Violino: kleine Viola) oder sehr groß (Violone: große Viola). Die Viola selbst unterscheidet dann noch die Viola da bracchio (Arm-Viola, wird ungefähr gehalten wie eine Geige) und die Viola da Gamba (Bein-Viola, wird ungefähr so gespielt wie ein Cello). Das Attribut „da Gamba“ (des Beins) ist im Deutschen dann zum Oberbegriff der ganzen Instrumentenfamilie geworden. Die Logik der Benennung nach Größe und Spielweise geht in der Geigenfamilie verloren. Die „kleine Viola“, Violine, ist dort zum führenden Instrument geworden. „Viola“ bezeichnet jetzt nur noch das Alt-Instrument, dessen deutscher Name „Bratsche“ noch das „da bracchio“ der „Arm-Viola“ in sich trägt. Die Violone ist zum Kontrabass geworden. Von der kleinen Violone (Violoncello) ist im Deutschen nur die Verkleinerungsendung, Cello, übriggeblieben. All diese fun facts haben keinerlei Bedeutung für das Erleben der Musik – sie zeigen aber, wie Musik und Instrumente einem stetigen Evolutionsprozess unterworfen sind. Nichts ist statisch und dauerhaft festgelegt. Und die Evolution verläuft auch nicht linear, von Fortschritt zu Fortschritt, sondern spiralförmig. Daher auch unsere erneute Faszination für Barockinstrumente und historische Spielweise. Die reichen symphonischen Möglichkeiten moderner Orchesterinstrumente haben uns erst einmal gesättigt, nun tut die feine, individuelle Farbgebung barocker Instrumente unserem Hören gut und öffnet neu die Sinne. Hier ein paar Klangbeispiele unserer hervorragenden Gambistinnen Juliane Laake und Johanna Rasch Oelmüller, einzeln und zusammen.
30.07.19, 17:06 Ulrike Brand
1. Teil: Blockflöten Zwei Instrumentenpaare, die die ganz spezielle Klangfarbe von „Du aber Daniel“ und „Actus tragicus“ ausmachen, sind Blockflöten und Gamben. Das Wort „Blockflöte“ löst bei vielen Menschen einen leicht angewiderten Gesichtsausdruck aus, verbunden mit Erinnerungen an verspuckte Moeck Schulblockflöten und den Klang verstimmter C-Flöten im Chor. Diese frühe „traumatische Störung“ verursacht oft eine Blockade gegenüber allem, was Blockflöte heißt, sodass man niemals den Klang- und Farbreichtum hochwertiger Renaissance und Barockinstrumente zu hören bekommt, die warm melancholischen Kantilenen und die atemberaubend virtuosen „Riffs“ kunstvoll gespielter Blockflöten. Die beiden Flötist*innen unseres Konzertes, Luise Catenhusen und Yeuntae Jung, werden uns zeigen, wie lebendig, vital, mitreißend und berührend Blockflöten klingen können. In den ersten beiden Klangbeispielen hören wir Luise Catenhusen und Yeuntae Jung Telemann spielen, im dritten Clip zeigt Luise mit "Mr. Händel im Pub" den Crossover vom Barock zur Folkmusik!
22.07.19, 19:28 Ulrike Brand
Bachs Musik wird manchmal so dargestellt, als wäre sie etwas für „reifere“ Menschen, deren Vitalkräfte schon dabei sind nachzulassen, die stattdessen erst durch ihr über Jahre erworbenes Wissen und einen nicht mehr von Hormonen bestimmten Intellekt bereit sind, sich für barocke Rhetorik und polyphone Strukturen zu öffnen. So ein Unsinn. Ich selber habe mit 14 das erste Mal den Actus tragicus gesungen – und das war der Beginn meiner großen Bach-Liebe. Und mit 21 habe ich das erste Mal „Du aber Daniel“ dirigiert. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gerade die Teenager- und frühen Zwanzigerjahre nicht nur sehr empfänglich für den barocken „Groove“ sein können, sondern auch für die großen existenziellen Fragen von Leben und Tod, die in diesen Werken gestellt werden. Schließlich war Bach selber 22, als er den Actus tragicus komponierte. So passt es wunderbar, dass drei unserer Gesangssolisten, Matilde Fratteggiani Bianchi, Jonathan Eyers und Sarah McInerney, Bachs Altersgenossen, also in ihren Zwanzigerjahren sind und auch die „Seniorin“, Brittany Duncan, eine junge Dreißigerin ist. So ist es richtig. Bachs Musik verlangt nicht, dass wir uns eine Perücke aufsetzen und die Stirn in Falten legen, sondern dass wir unser ganzes Feuer, unsere Säfte und Rhythmen spüren und – innerlich oder äußerlich – tanzen. (Ulrike Brand 2019)
15.07.19, 13:21 Ulrike Brand
This Crowdfunding asks for your support to finance the professional baroque orchestra that we need to accompany Taborchor and Vox Angeli in a concert on 29 September 2019 at Taborkirche Berlin-Kreuzberg. It is the fourth cooperation between Taborchor , the local church choir, and Vox Angeli , an international Berlin ensemble of semi-professional singers, both directed by Ulrike Brand. The mixture of amateurs and professionals, people of many nations, ages and faiths (or none) forms an exciting pool of energy out of which to build, rehearse, explore and perform baroque music that is as many-layered as this project choir. In this concert we will perform music by Gallus, Telemann and Bach. Our vocal soloists are: Sarah McInerney (US), Matilde Fratteggiani Bianchi (I/Ger) - Soprano; Brittany Duncan (US) - Alto, Jonathan Eyers (GB/NZ) - Baritone. We have been blessed over the past years with a number of professional instrumentalists who agreed to play with us for a less than usual fee because they enjoyed the energy and quality of our music making. But their input, flexibility and professionality deserves a more generous financial reward – through your support you can give substance to something very beautiful. Crowdfunding works with “Thank yous”. Our thank yous are immaterial: For a gift of 20€ your name will be mentioned in the concert programme and you can receive a newsletter with information about musicians and music if you give us your email address. For a gift of 50€ you can “buy” an aria or a chorus. The first blog entrance gives a list of 14 pieces that can be sponsored individually. Every piece has just one sponsor. Send us a message which one you want to sponsor – and perhaps a second choice in case your aria has already been taken. Your name will be mentioned with “your” aria or chorus and you can also receive a newsletter if you give us your email address. You are of course free to give more or less. Every gift is very welcome. And if you prefer not to be mentioned in the programme that is of course also possible.
06.07.19, 10:05 Ulrike Brand
Fettgedruckte Nummern sind schon vergeben. 1) Gallus: Duo Seraphim (Tutti: Taborchor, Vox Angeli) Telemann: "Du aber Daniel" 2a) Sinfonia (instrumental) 2b) Chor: "Du aber Daniel" (Tutti) 3) Bass Arie und Rezitative "Du Aufenthalt der blassen Sorgen" (Vox Angeli, Bass) 4) Sopran Arie "Brecht ihr müden Augenlider" (Vox Angeli, Sopran) 5) Chor "Schlaft wohl" (Tutti) Telemann: Solokantate "Packe dich, gelähmter Drache 6) Solosopran (Matilde Fratteggiani Bianchi) Bach: Actus tragicus BWV 106 7a) Sonatina (instrumental) 7b) Chor "Gottes Zeit" (Tutti) 8) Sopran Arie "Ach Herr, lehre uns" (Sarah McInerney) 9) Bass Arie "Bestelle dein Haus" (Jonathan Eyers) 10) Chor und Solo "Es ist der Alte Bund" (Sarah McInerney, Tutti) 11) Alt Arie "In deine Hände" (Brittany Duncan) 12) Bass Arie mit Choral "Heute wirst du mit mir" (Jonathan Eyers, Frauenchor) 13) Chor "Amen" (Tutti) 14) Bachchoral: "Nun ruhen alle Wälder" (Tutti)