Projekte / Literatur
Wer den Tango Argentino als Macho-Tanz sieht, darf umdenken: Es ist ein durch und durch weiblich geprägter Tanz. Frauen waren es, die ihn aus Vorstufen entwickelt und verbreitet haben. Ja, mehr: Sie nutzten den Tango als Vehikel für ihren Kampf, um sich aus der ewigen Bevormundung durch Männer zu befreien! Dies geschah in nur anderthalb Jahrzehnten (1900 - 1914). - So das Ergebnis meiner Recherche, die ich nun als Buch veröffentlichen möchte. Hier öffnet sich eine ganz neue Sicht auf den Tango!
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18.02.19, 01:00 Dr. Michael Groß
Juhu, er ist raus! Der neue Artikel für die Zeitschrift Tangodanza. Endlich habe ich ihn abgegeben (Deadline war eigentlich schon am Donnerstag). Es ist der zweite Teil zum Thema "Mädchenhandel & Prostitution". Nun muß die arme Andrea wieder korrekturlesen... Ab etwa Mitte März könnt Ihr das Ergebnis in der Ausgabe II-2019 dann sehen. :) Hier der Link zur Tangodanza: www.tangodanza.de
02.02.19, 00:09 Dr. Michael Groß
Hallo! Erstmal vielen, vielen Dank an alle Unterstützer! Ein beachtliches Stück des Weges ist zurückgelegt. Ich möchte Euch hier auf zwei neue Blogs auf meiner Seite hinweisen. Sie beschreiben Teilaspekte, die in dem Buch natürlich viel ausführlicher zur Sprache kommen. Guckt Ihr hier: www.startnext.com/tango-frauen und dann einfach auf "Blog" (untere Zeile) klicken. Liebe Grüße, Michl
02.02.19, 00:03 Dr. Michael Groß
Es ist bekannt, dass Prostituierte den Tango maßgeblich geformt haben, damals, in den Bordellen der Hafenstädte Südamerikas. Wo kamen diese Frauen her? - In dem unten erwähnten Artikel der aktuellen Tangodanza schildere ich, wie osteuropäische Frauen - vorzugsweise mittellose Jüdinnen - von Schleppern nach Südamerika geschleust wurden. Sie folgten den zahllosen Auswanderern, die aus dem westlichen Russland und aus Polen (Galizien) in die europäischen Häfen strömten, wo die Überseedampfer ablegten. Einer der Dreh- und Sammelpunkte war die damals oberschlesische Grenzstadt Myslowitz. Eine gewaltige Herberge (rechts im Bild) nahm die Ausreisewilligen auf; hier wurden sie medizinisch untersucht, bekamen die nötigen Ein- und Durchreisevisa, kauften die Schiffstickets. Nach einer letzten Überprüfung gingen sie über diese geschlossene Brücke (im Volksmund 'Seufzerbrücke' genannt) in das Bahnhofsgebäude (links), wo der zischende, unter Dampf stehende Zug bereits wartete. In verplombten Waggons wurden die Emigranten dann bis an die Überseepiers von Hamburg und Bremerhaven transportiert. Man achtete sehr darauf, dass diese ärmlich gekleideten, gepäckbeladenen Menschen nicht in Kontakt kamen mit den eleganten Bürgern der Städte, durch die sie reisten. Zerrissen waren sie zwischen der Liebe zur alten Heimat, die ihnen jedoch keinerlei Perspektiven bot, und der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft am anderen Ende der Welt. - Ob in dem Türmchen eine Glocke geläutet hatte? Hier war es. Hier sind sie durchgegangen, zu Zehntausenden pro Woche. Genau hier. Erbaut wurde die Auswandererbrücke im Jahre 1908. Wie das zweite Foto zeigt, steht sie noch. Die Fotos poste ich mit Erlaubnis der polnischen Plattform "Fotopolska.eu". Sie trägt den Untertitel "Gegen das Vergessen".
01.02.19, 23:53 Dr. Michael Groß
Warum schreibe ich ausgerechnet über die 1900'er und 1910'er Jahre, eine Zeit, die längst vergangen ist? Eine Zeit, die so weit weg ist, dass selbst unsere Ältesten sie nur vom Hörensagen kennen? - Ganz einfach: es ist die Zeit, aus der unsere Gesellschaft - wir! - hervorgegangen sind. Die vier Jahrzehnte um 1900 sind die Wurzel unserer (westlichen) Kultur. Diese Zeit uns näher zu bringen helfen z.B. alte Filme. Sie wurden gedreht, als es noch keine Kinos gab. Amateurfotografen gingen einfach auf die Straße und kurbelten drauflos. Wenn die Rolle voll war, nach zwei oder drei Minuten, war der Film zu Ende. Es sind DIESE Clips, die uns die damalige Zeit näherbringen. Eine Welt voller Wunder, fremd und doch so vertraut. Diese aufregenden Jahre des Aufbruchs bilden den Grundstock unserer Welt, wie sie heute ist. Einen dieser Clips teile ich hier. Er endet mit dem Auslaufen der Titanic aus dem Hafen von Belfast im April 1912. Die Musik ist authentisch: "Turn off your light, Mr. Moon" stammt aus dem Broadway-Musical "Little Miss Fix-it" (USA 1911), und "Everybody's doing it", einen Ragtime, hat Irving Berlin im Jahre 1911 geschrieben. Beide Songs spielen auf die zunehmend freiere Sexualität an, ein Thema, das damals in aller Munde war. Der erwähnte Bär (bear) bezieht sich auf den damals populären Bärentanz ('grizzly bear'). Achtet bitte auch mal auf das 'antiquierte' Frauenbild dieser Zeit!
12.01.19, 12:42 Dr. Michael Groß
Einige Rückmeldungen kamen wg des Buchcovers . Ob ich denn über Tango Argentino oder Standardtango schreibe? Ich selber tanze leidenschaftlich gern Argentino, am liebsten eng, aber bitte, Leute: Der Tango hat viele Gesichter. Und auch wenn es heute zwei (oder mehr?) nahezu verfeindete Lager gibt, so ist meine Ansicht trotzdem folgende: Der europäische Tango ist definitiv Teil der Geschichte dieses Tanzes. Und ich gehe sogar noch weiter: Wenn es den gewaltigen, weltweiten Tangoboom der 1910'er Jahre NICHT gegeben hätte, dann bin ich mir gar nicht so sicher, ob der Tango überlebt hätte. Möglicherweise wäre er ohne den Hype sang- und klanglos untergegangen. Seine wunderbare Wiedergeburt in den 1980'ern, nach Jahrzehnten der Abkehr und Unterdrückung, gründet sich zweifellos auf unser kollektives Gedächtnis. Eben auf den gewaltigen Eindruck, den der Tango damals auf uns Europäer gemacht hatte. Und davon - seid mal ehrlich! - zehren wir doch noch heute.
09.01.19, 00:38 Dr. Michael Groß
Etwas verspätet kam sie nun doch noch, die neue Tangodanza. Das ist die größte europäische Fachzeitschrift für Tango Argentino. Und: Sie hat einen Auszug aus dem Buch gebracht! Jippi! Ab Seite 24 steht ein Teil meines Textes über "Mädchenhandel und Prostitution". Denn tatsächlich haben Prostituierte ganz wesentlich zur Entwicklung des Tango beigetragen. Wenn Euch das interessiert, könnt Ihr das Heft ( Ausgabe 2019-1 ) direkt bei der Redaktion bestellen. In der nächsten Tangodanza (erscheint ca. Ende März) kommt dann der 2. Teil des Auszuges. Liebe Grüße, michl

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