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We Are The Pigs - Ein Road Trip ins Epizentrum der Krise

We Are The Pigs - Ein Road Trip ins Epizentrum der Krise

Von Thessaloniki bis Kalamata treffen wir Griechen, deren Leben sich mit der Krise grundlegend verändert hat. Ein foto-journalistischer Road Trip der zeigt, wie es im Epizentru...

Stadt Brüssel Photography
Mareike Lambertz
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02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer! Seit der Reise durch Griechenland sind bereits einige Monate verstrichen. Der Alltag hat uns wieder. Doch unser Bild von der Krise hat sich dank Eurer Unterstützung gewandelt, ist klarer als vorher und von persönlichen Erinnerungen an Gespräche, Orte und Momente geprägt. Bevor wir Euch einen kleinen Überblick über unsere Projektreise verschaffen noch ein paar Infos: Die Dankeschöns sind mittlerweile versendet - diejenigen von Euch, die Fotopakete bekommen dürfen ab nächster Woche mit Post rechnen. Es hat ein wenig gedauert, aber die Auswahl der vielen Fotos und Personen fiel uns nicht leicht. Es gibt eine erste Ausstellung der Griechenland-Fotos in Frankfurt am Main! Weitere Infos findet Ihr am Ende dieses Beitrags. Der Sommer ist längst vorbei und unsere Reise durch Griechenland beendet. Es waren sehr anstrengende, berührende und intensive Wochen. Wir möchten Euch noch einmal von ganzem Herzen danken, dass Ihr uns diese Erfahrung ermöglicht habt. Zwischen Thessaloniki und Mykonos haben wir mit vielen Menschen über ihre Gefühle, Hoffnungen und Erfahrungen gesprochen. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und seine eigene Art, mit der Krise umzugehen. Wir haben Erag kennen gelernt, der inmitten der Straßenschlachten um den Syntagma Platz in Athen vor zwei Jahren sein eigenes Restaurant eröffnet hat. Er und auch Stella, eine erfolgreiche Mathematikerin und Ökonomin hoffen, dass die Krise eine Chance bietet, umzudenken und zu einer Gesellschaft führen kann, in der Solidarität und Gemeinschaftssinn wichtiger sind als materialistisches Streben und politischer Machtmissbrauch. Wir haben bis in die Nacht hinein mit Hafenarbeitern und alten Seemännern gesungen und diskutiert, die sich glücklich schätzen, noch Arbeit zu haben - auch, wenn sie seit Monaten auf ihren Lohn warten. Auf Mykonos trafen wir die (Neu-)Reichen und Schönen, und wurden von einem Millionär in seiner Villa über den Dächern der Insel bekocht. Wir haben die Angst in der Luft gespürt, wenn beim Aussteigen aus einem Zug auf dem Bahnsteig eine Armada schwer bewaffneter Polizisten bereit stand, um Menschen festzunehmen, die nicht die "richtige" Staatsbürgerschaft besitzen. Die Polizeirazzia "Xenios Zeus" gegen papierlose Migranten fand zur gleichen Zeit wie unsere Recherchereise statt und dauert an. Der mittlerweile offen zur Schau getragene Rassismus und die Toleranz vieler Griechen gegenüber den Neonazis der "Goldenen Morgenröte" haben uns schockiert und waren Teil vieler Gespräche. Besonders beeindruckt hat uns immer wieder die Stärke und der Mut, der viele Menschen antreibt. Es sind oftmals die Kinder der "Generation Papandreou", die heute zwischen 20 und 35 Jahre alt sind und sich um ihre Zukunft betrogen fühlen und handeln. Sie gründen Projekte und Initiativen, um ihrem Ärger Luft zu machen, um etwas zu verändern. Wir haben Freundschaft mit den Mitgliedern des Omikron-Projekts geschlossen, einer Gruppe junger Athenerinnen und Athener, die durch mediale Kampagnen versuchen, auf das verzerrte Bild auf die Krise in den Massenmedien aufmerksam zu machen. Wir haben mit jungen Menschen gesprochen, die zwischen Hoffnungslosigkeit und Aufbruchstimmung nach einem Weg suchen, ihre Zukunft lebenswert zu gestalten. Zwischen Nanda, einer Tochter aus gutem Hause, deren internationale Karriere als Tänzerin oder Schauspielerin vorprogrammiert ist und Tania, die nach ihrem Journalismusstudium nicht weiß, wie sie über die Runden kommen soll liegen Welten. Zwischen der Großmutter von Ioannis, deren Rente nach mehrfachen Kürzungen nicht mehr für die Kosten des Pflegeheims reicht und einer Rentnerin aus dem Athener Nobelstadtteil Kolonaki, die sich darüber beschwert dass sie ihr Immobilienportfolio reduzieren muss ebenfalls. Es gibt sie nicht, die absolute Wahrheit. Eines jedoch haben all die Menschen, denen wir begegnet sind gemeinsam: Sie haben Hoffnungen, Träume und Ängste. Sie rücken enger zusammen, wissen den Wert von Freundschaften und Familie stärker zu schätzen. Sie machen sich unendlich viele Gedanken. Es gibt niemanden, der von den Auswirkungen der Krise nicht persönlich betroffen ist. Die brutalen Kürzungsmaßnahmen der Troika treffen jedoch die am härtesten, die ohnehin ganz unten auf der sozialen Leiter stehen. Nach Kürzungen ihrer Löhne, Renten und Sozialleistungen, nach Erhöhung der Steuern und der Preise bleibt ihnen oftmals nichts mehr als das, was sie am Leib tragen. Es gibt noch unendlich viele anderer Beispiele und Geschichten. Das Projekt geht weiter. An dieser Stelle ist aber die Berichterstattung via startnext beendet. Wenn Ihr ab und zu auf www.wearethepigs.com vorbeischaut und dran bleibt dann freut uns das sehr! Eine Auswahl der Fotos wird im Rahmen der Ausstellung "Α-λήθεια | Nicht-Vergessen. Beobachtungen aus Griechenland in der Krise" gezeigt, bei der auch Arbeiten der Künstlerin Franziska Wildt, dem griechischen Journalist und Autor Achilles M. Peklaris sowie dem Medienkünstler und Aktivisten Kyriakos Mauridis zu sehen sein werden. Die Ausstellung findet vom 7. - 13. Januar im "Kaiser P." in der Kaiserstraße 64 in Frankfurt am Main statt. Die Abzüge der Fotos wurden durch Eure Unterstützung ermöglicht. Tausend Dank dafür! Wir hoffen, dass einige von Euch aus dem Raum FFM zur Ausstellung kommen - und dass es uns gelingt, in 2013 weitere Ausstellungsmöglichkeiten zu organisieren. Soweit, so gut. Wir bedanken uns bei Euch allen für Eure Energie, Unterstützung und Euer Interesse! Wer WeAreThePigs in Zukunft weiter folgen möchte kann dies tun: Im Internet unter: www.wearethepigs.com Auf facebook: www.facebook.com/wearethepigs Wir wünschen Euch alles Gute!
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Jugend ohne Zukunft? Griechenland steht kurz vor der Pleite, die Menschen leiden unter harten Reformen und starken Einschnitten in ihrem privaten Leben. In den Städten ist jeder zweite Jugendliche ohne Job. Die ältere Generation hat für die Jugend wenig Hoffnung. Das Gefühl in Athen ist bedrückend. Angst, Ratlosigkeit und Wut liegen in der Luft, sodass jeder sie spüren kann. Die Menschen sind müde von der schlechten wirtschaftlichen Lage ihres Landes und von den Politikern, die ihnen diese Situation beschert haben und nun Versprechen brechen. Während im Omonia-Viertel von der Polizei nach „Papierlosen“ gesucht wird, sind Einwanderer im alternativen Viertel Exarchia willkommen. Hier leben viele alternative Menschen, hier entstehen trotz Krise Jugendprojekte und junge Menschen schließen sich zusammen, um mit ihrer Kreativität etwas zu bewegen und nicht nur abzuwarten, bis es zu spät ist. So auch eine Gruppe Jugendlicher, die das Omikron Projekt ins Leben gerufen haben. Sie wollen zeigen, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, und somit auch nicht nur eine Wahrheit über die Griechen, das Land und Europa. Sie beleuchten viele Probleme und versuchen, die Menschen wieder dazu zu bringen, nachzudenken, und nicht alles von den Medien unüberlegt zu übernehmen. Auch sie sind von der Krise betroffen, müssen mit starken Lohnkürzungen und weniger Urlaubstagen leben, oder verloren ihren Job. Einige arbeiten und werden seit Monaten nicht bezahlt. Falls sie Arbeit haben, dann wie viele nicht in dem Bereich, den sie gelernt haben, sondern in Restaurants und Museen. Anna erzählt uns, dass sie selbständig als Graphikdesignerin arbeitet und viele Kunden ihre Rechnungen nicht begleichen. Die meisten können wohl nicht, da sie selbst kein Gehalt mehr bekommen und so befinden sich die Griechen in einem Teufelskreis. Es gibt viele Projekte wie diese. Jugendliche treffen sich beispielsweise an einem Tag, um den verwahrlosten Park wieder zu bepflanzen und in Ordnung zu bringen und besetzen ihn so. Oder sie organisieren Demonstrationen, Informationsabende und Onlineplattformen. Das alles soll eine Alternative zu den griechischen Medien sein, die fast alle hinter der Regierung und der Polizei stehen. Costas, 24, sieht die Krise sogar als Chance: „Es entstehen so viele neue Dinge, die Menschen denken mehr über Gesellschaft und Staat nach und stellen das bisherige System nicht nur in Frage, sondern suchen nach Alternativen.“ Viele Jugendliche wenden sich von den „Mainstream“-Medien ab. Daher bekamen linke und rechte Parteien viele Stimmen von Erstwählern. Die angespannte Situation schlägt sich in drei Gruppen nieder: Linke, die entweder in den Tag hinein leben oder versuchen, mit Ideen und Projekten gegen die Lage anzukämpfen, Rechte, die ihre Wut auf Ausländer projizieren und die Gruppe derjenigen, die sich nicht mehr für die politische Lage interessieren und die Hoffnung auf eine gute Zukunft aufgegeben haben. Viele Jugendliche zieht es auch ins Ausland, sie sitzen auf gepackten Koffern und warten auf einen Studienplatz, ein Praktikum oder einen Job außerhalb Griechenlands. Doch gehen können meist nur die gut ausgebildeten und die, die es sich noch leisten können. Ioannis, 22, arbeitet in einem Hotel und bekommt ein Gehalt von 700 Euro. „Ich weiß, wir Jugendlichen sollten bleiben, es ist besser für unser Land. Doch wir haben keine Wahl mehr, ich sehe hier keine Zukunft für meinen Sohn, meine Freundin und mich!“ Nanda, 18, aus Athen Ich treffe Nanda in einer Bar auf Mykonos. Zwei Wochen vor Beginn ihres letzten Schuljahres macht sie hier mit ihrem Freund Urlaub. Sie kommt aus einer eher wohlhabenden Familie, ist mehr emotional als finanziell von der Krise betroffen, doch auch sie macht sich viele Gedanken, hat Träume, Hoffnungen und auch Angst. Bist du persönlich von der Krise betroffen? Nein, finanziell nicht. Meinen Eltern geht es ganz gut. Ich kann auf eine Privatschule gehen. Aber trotzdem hat sich auch einiges bei uns geändert. Die Krise ist ständig ein Thema, ich mache mir auch Gedanken, ob ich in Griechenland bleiben soll. Natürlich sprechen wir in der Familie und unter Freunden viel über die Krise. Im Fernsehen und Radio gibt es wenig andere Themen. Wie sehr hat sich die Situation für deine Freunde verändert? Einige meiner Freunde, deren Eltern ihren Job verloren haben oder viel weniger Gehalt bekommen, sind in schlechten Situationen. Sie wissen noch nicht genau, wie es weitergeht und können sich viel weniger leisten. Kein Urlaub, keine Tanzstunden, kein Geld fürs Kino. Da bei vielen die Renten gekürzt wurden, müssen sie auch ihre Großeltern mitfinanzieren. Für viele ist die Situation eine große Belastung. Kannst du verstehen, dass diese Menschen gegen die Reformen demonstrieren? Ja. Ich kann nachvollziehen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen wollten. Gerade die Menschen, die doch immer gearbeitet und Steuern gezahlt haben. Aber während der Demonstrationen hat man in Athen viel kaputt gemacht, es gab viel Gewalt. Ich habe mich sehr gefürchtet und bin froh, dass es jetzt etwas ruhiger ist. Möchtest du, dass Griechenland weiterhin zu Europa gehört? Ja, das ist mir sehr wichtig. Ob wir allerdings den Euro brauchen, weiß ich nicht. Davon verstehe ich nicht viel und ich habe das Gefühl, dass es hier auch keiner erklären kann. Hast du Angst vor der Zukunft? Ja und nein. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr nach London oder Paris gehen kann, um Schauspiel oder Ballett zu studieren. Aber ich glaube nicht, dass ich dann hier in Griechenland einen Job finden werde. Die Älteren sagen ja auch, dass meine Generation wohl keine Zukunft hat. Ich habe aber auch so Angst, da ich nicht weiß, was mit unserem Land passiert. Bisher merkt man keine Verbesserung, viele Menschen sind wütend und hoffnungslos.
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe UnterstützerInnen! Während wir bis über beide Ohren in den Vorbereitungen für die Reise nach Griechenland steckten erschien im Juli ein hochspannendes Buch: Über 2 Jahre lang haben Forscher der Universitäten Hannover und Thessaloniki Zeitungen und Websites durchforstet. Ihr Interesse galt der Art und Weise, mit der Massenmedien in Deutschland und Griechenland über die Schuldenkrise berichteten. Weil der Titel des Buches nicht sonderlich verlockend klingt (Die Dynamik der Konstruktion von Differenz und Feindseligkeit am Beispiel der Finanzkrise Griechenlands: Hört beim Geld die Freundschaft auf? Kritisch-diskursanalytische Untersuchungen der Berichterstattung ausgewählter deutscher und griechischer Medien.....ächz) haben wir Euch das Ganze mal zusammengefasst und mit den AutorInnen der Untersuchung gesprochen. Das Interview findet Ihr auf unserem Blog unter dem Link http://wearethepigs.wordpress.com/2012/09/21/71/ Viel Spaß beim Lesen! Eure WATP!
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Wir sitzen in einem Taxi, das uns in einen Vorort von Thessaloniki bringen soll. Ob wir die Fenster offen haben möchten oder er lieber die Klimaanlage anstellen soll, fragt Adrianós. Wir entscheiden uns für ersteres und schaffen somit nicht die beste Geräuschkulisse für ein Gespräch mit ihm. Dazu spricht er nicht besonders gut Englisch. Er hat nicht studiert, ist 26 Jahre alt und steuert seit fünf Jahren sein Taxi duch Saloniki. Er erzählt uns von deutschen Touristen, die ihm erklärt haben, dass sie nur für Griechenland Steuern zahlen, und von in Deutschland lebenden Griechen, die das bestätigen. Er verstehe nicht so viel von der ganzen Krise, er merke nur, dass die Schlinge um seinen Hals immer enger wird. Adrianós fährt 14-15 Stunden am Tag. Die Miete des Autos kostet ihn 500€ im Monat. Dieser Sommer laufe sehr schlecht. “In den Sommermonaten sind die Griechen nicht in den Großstädten”, erklärt er, “und vor allen Dingen kommen weniger Touristen als in den Vorjahren.” Die Arbeitsbedingungen waren letztes Jahr noch schlechter. So schlecht, dass alle Taxifahrer zwei Monate streikten. Es habe sich danach zwar einiges verbessert, aber seine Ersparnisse habe er in der Zeit alle aufgebraucht. “Ich bin froh, wenn ich momentan eine Nullrechnung schaffe und keinen Verlust mache”, erklärt der junge Taxifahrer. Doch letzte Woche kam ein Brief der Regierung, er solle 1300€ Steuern zahlen. Darin enthalten: ein hoher Betrag an einmalig zu leistender “Krisensteuer”. Wir fragen, wie er das denn machen wolle. “Ganz einfach”, so Adrianós, “ich kümmere mich nicht mehr darum und mache mir auch keine Sorgen mehr. Ich habe nichts. Sobald ich etwas habe, gebe ich es gerne ab.” (ml)
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Der Athener Stadtteil Kolonaki liegt nordöstlich des Zentrums auf einem Hügel. Wer etwas (zum Beispiel die ein oder andere Drachme) auf sich hielt, kaufte sich mit einem Appartment in die Welt der Reichen, Schönen und Intellektuellen ein. Heute leben hier vor allem Angestellte der zahlreichen Botschaften und Organisationen und jener Teil der Athener Mittelschicht, der sich die Mieten noch leisten kann. Von der Krise ist hier auf den ersten Blick nichts zu spüren: Delikatessengeschäfte, teure Boutiquen und Restaurants, dazu von gepflegten Autos gesäumte saubere Straßen. Doch der Schein trügt, klar. Am Ausgang der Metrostation Evangelismos wühlt ein gepflegt aussehender Mittfünfziger im Mülleimer. Vor der Botschaft Pakistans warten rund einhundert Männer in der sengenden Hitze auf Einlass. Seit Beginn der Polizeirazzia “Xenios Zeus” sind die Papierlosen nicht mehr sicher. Die Übergriffe auf Ausländer nehmen zu; vergangene Nacht wurde in Athen ein Iraki mit Messerstichen tödlich verletzt. Einer der Täter bekannte die Tat später im Internet auf facebook. Unweit der Botschaftsgebäude diskutieren elegant gekleidete Damen bei einer Pediküre über die jüngsten Zwischenfälle. “Wo soll das nur hinführen?”, ereifert sich eine der Angestellten und sagt, sie fühle sich sicherer seit das Polizeiaufgebot in der Stadt massiv gestiegen sei. Ob sie sich nicht an eine Stadt im Belagerungszustand erinnert fühle? “Aber das sind wir. Es ist wie im Krieg. Die Demonstrationen, die Streiks, nichts ist mehr wie früher”, mischt sich eine ältere Kundin ein. Sie hat ihren kostbaren Schmuck neben sich aufgehäuft, während ihre Nägel korallrot lackiert werden. Sie wolle zu ihren Töchtern nach Italien ziehen, doch erst müsse sie ihre Immobilien (der Plural lässt die Kosmetikerin kurz im Pinselstrich innehalten) in Kolonaki verkaufen. Die Zeiten seien schwierig. Ihre beiden Töchter lebten ‘sicher und angemessen’ in Rente und außerdem vermisse sie das Athen von früher. “Es war prachtvoll; alle hatten so viel Spaß. Jetzt gibt es viele arme Menschen in den Straßen; die Leute haben keine Hoffnung mehr. Ihre Wut ist groß”, sagt sie. Kann sie die Wut der Menschen angesichts sinkender Löhne und dem Verlust sozialer Sicherheit nachvollziehen? Die Antwort fällt nach einer Woche Griechenland nicht mehr ganz so überraschend aus. Selbstverständlich könne sie das. “Die etablierten Parteien haben uns jahrzehntelang belogen, das System ist korrupt, die Menschen sind Opfer von Machtgier und Ignoranz! Ich würde als Erste eine Bombe werfen, wenn ich jünger wäre!” (sg)
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Wir bitten alle Unterstützer, die ihre Postadresse noch nicht angegeben haben, welche wir aber für das Versenden der Dankeschöns benötigen, diese an mareike.lambertz@hotmail.com zu schicken. Danke!
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Liebe Freunde und Interessierte, seit zwei Tagen sind wir in Athen und trafen schon einige interessante Menschen. Am Abend unserer Ankunft lernten wir Anna, Ismene und Aggelos vom Omikron Projekt (www.facebook.com/omikronproject) kennen. Die drei haben sich bei Ausbruch der Krise mit anderen jungen Menschen zusammengetan und gründeten im März 2012 das Omikron Projekt. Sie möchten über die Krise aufklären. Ziel ist es, den Menschen außerhalb des Landes einen umfassenderen Eindruck über das Leben und die Situation im krisengeschüttelten Griechenland zu geben. Bisher haben sie nur eine Facebook Fanpage, doch das wird sich bald ändern. Wir werden Euch den Link zur Website dann natürlich weiterleiten. Das Gespräch mit drei Menschen aus einer - wie man in Griechenland sagt - verlorenen Generation (der Unseren) war sehr interessant und gab uns einen guten Einblick. Zum ersten Mal konnten wir von jungen Griechen hören, was die Krise auch emotional mit ihnen macht, welche weiteren Konflikte und Schwierigkeiten sie mit sich bringt, die von den Medien aufgrund der wirtschaftlichen Brisanz völlig außen vor gelassen werden. Wir hörten nicht nur davon, wie sie trotz sehr guter Qualifikationen ihre Jobs verloren und was sie sich einfallen ließen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sondern auch davon, wie sich ein Freundeskreis verändert und wie die Krise familiäre Konflikte hervorbringt. Außerdem hatten wir ein Treffen mit einer Journalistin, die auch für die griechische Zeitung Kathimerini schreibt. Es erschien dort bereits im Vorfeld der Reise ein Artikel in englischer Sprache (www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite6_1_23/07/2012_452883) über unser Projekt, und sie wird einen weiteren auf Griechisch verfassen. Derzeit läuft in Athen eine Polizeioperation namens "Xenios Zeus". Die Polizei startete eine Razzia gegen Papierlose, die dann direkt in ihr Heimatland abgeschoben werden sollen. Da wir unsere erste Nacht in einem Viertel um den Omonia Platz verbrachten, welches bekannt dafür ist, Wohnort für unzählige Flüchtlinge ohne Ausweisdokumente zu sein, war diese Aktion für uns unübersehbar. Anna klärte uns gleich am ersten Abend über diese Polizeiaktion auf. Eure Sonja&Mareike
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Die deutschsprachige Tageszeitung Grenz-Echo hat heute einen Artikel über unser Projekt veröffentlicht. Finden könnt Ihr ihn hier: http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?aid=766f1d49-6cfa-4da7-8450-24464b5a3eeb Danke für Eure Unterstützung! Wir sind jetzt im Endspurt, in vier Tagen läuft unsere Finanzierungsphase ab. Eure Sonja&Mareike
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Morgen erscheint ein Artikel über unser Projekt im ostbelgischen Grenz-Echo! http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?aid=766f1d49-6cfa-4da7-8450-24464b5a3eeb
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Ausgerechnet die stramm Mitte-rechts orientierte, hochseriöse Athener Tageszeitung "The Daily" (Kathimerini) steht auf unser kleines Projekt. Wir finden das super! Ihr auch? Dann helft uns weiter fleißig mit, unser Ziel zu erreichen! 1000 Dank, Eure Mareike&Sonja
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Unsere Buttons sind angekommen!
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Vielen Dank an fairtrademerch.com, die uns unsere Projektshirts gesponsort haben! Die schnellsten 15 Unterstützer bekommen eines der exklusiven Shirts für 35€. Größen: Damen S,M,L und Herren M,L,XL
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Donnerstag wurde Mareike für den BRF interviewt: http://brf.be/nachrichten/regional/420152/ Freitag war Sonja im radioeins (rbb) zu hören: http://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_schoene_woche/_/roadtrip_ins_epizentrum.html
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
fairtrademerch.com sponsort uns 20 "We Are The Pigs"-Shirts mit Fair Trade Siegel. Die Shirts gibts im Dankeschönpaket für Unterstützungen ab 100€. Wer ausserhalb der Dankeschöns an unserem Shirt interessiert ist, kann sich jederzeit über startnext oder facebook bei uns melden.
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Nach der ersten Woche sind wir bisher positiv überrascht. Es sind schon über 700€ zusammen gekommen. Auch unsere Sponsorensuche bringt erste Erfolge. Wir sind mit einigen Zeitungen, Radiosendern in Kontakt. Freitag wird Mareike im Belgischen Rundfunk (BRF www.brf.be ) interviewt und beantwortet persönlich alle Fragen zum Projekt. Es wird auch T-Shirts von unserem Projekt geben, die natürlich fair gehandelt und produziert werden. Mehr dazu folgt in den nächsten Tagen. Über 10% haben wir schon geschafft. Es geht also voran. Wir bedanken uns bei allen, die sich bisher in den verschiedensten Formen für uns eigensetzt haben! Wir wollen wenig... aber von Vielen! (ml)
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Fans unseres Projektes auf statnext: 67 Finanzielle Unterstützung bisher: 255€ Likes auf facebook Fanpage: 87 (https://www.facebook.com/pages/We-Are-The-Pigs/282280551870981) Wenn noch 949 Menschen uns mit nur 5€ unterstützen können, erreichen wir unser Ziel und können unsere Fotoreportage in Griechenland machen! Danke an alle, die uns finanziell und/oder durch "sharing" unterstützen!
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Dank 56 Fans sind wir ab jetzt für die Finanzierung freigeschaltet! Ihr könnt und also gegen ein kleines Dankeschön unterstützen. Wir freuen uns über jede Art von Support, sei es Werbung für unser Projekt oder Geld. DANKE
02/22/2014, 04:40 PM Mareike Lambertz
Los geht´s, ab in die Startphase! In den kommenden Tagen stellen wir Fotos und unser Pitch-Video online. So lange verweisen wir auf unsere facebook fanpage :) Wie freuen uns!

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