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Projekte / Fotografie
Von Thessaloniki bis Kalamata treffen wir Griechen, deren Leben sich mit der Krise grundlegend ver├Ąndert hat. Ein foto-journalistischer Road Trip der zeigt, wie es im Epizentrum der Krise wirklich aussieht und als Gegenpol zur Medienhetze gegen die 'Pleite-Griechen' die Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Stadt Br├╝ssel
5.130 ÔéČ
5.000 ÔéČ Fundingziel
130
Fans
92
Unterst├╝tzer
Projekt erfolgreich
09.01.13, 16:59 Mareike Lambertz
Liebe Unterst├╝tzerinnen und Unterst├╝tzer! Seit der Reise durch Griechenland sind bereits einige Monate verstrichen. Der Alltag hat uns wieder. Doch unser Bild von der Krise hat sich dank Eurer Unterst├╝tzung gewandelt, ist klarer als vorher und von pers├Ânlichen Erinnerungen an Gespr├Ąche, Orte und Momente gepr├Ągt. Bevor wir Euch einen kleinen ├ťberblick ├╝ber unsere Projektreise verschaffen noch ein paar Infos: Die Dankesch├Âns sind mittlerweile versendet - diejenigen von Euch, die Fotopakete bekommen d├╝rfen ab n├Ąchster Woche mit Post rechnen. Es hat ein wenig gedauert, aber die Auswahl der vielen Fotos und Personen fiel uns nicht leicht. Es gibt eine erste Ausstellung der Griechenland-Fotos in Frankfurt am Main! Weitere Infos findet Ihr am Ende dieses Beitrags. Der Sommer ist l├Ąngst vorbei und unsere Reise durch Griechenland beendet. Es waren sehr anstrengende, ber├╝hrende und intensive Wochen. Wir m├Âchten Euch noch einmal von ganzem Herzen danken, dass Ihr uns diese Erfahrung erm├Âglicht habt. Zwischen Thessaloniki und Mykonos haben wir mit vielen Menschen ├╝ber ihre Gef├╝hle, Hoffnungen und Erfahrungen gesprochen. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und seine eigene Art, mit der Krise umzugehen. Wir haben Erag kennen gelernt, der inmitten der Stra├čenschlachten um den Syntagma Platz in Athen vor zwei Jahren sein eigenes Restaurant er├Âffnet hat. Er und auch Stella, eine erfolgreiche Mathematikerin und ├ľkonomin hoffen, dass die Krise eine Chance bietet, umzudenken und zu einer Gesellschaft f├╝hren kann, in der Solidarit├Ąt und Gemeinschaftssinn wichtiger sind als materialistisches Streben und politischer Machtmissbrauch. Wir haben bis in die Nacht hinein mit Hafenarbeitern und alten Seem├Ąnnern gesungen und diskutiert, die sich gl├╝cklich sch├Ątzen, noch Arbeit zu haben - auch, wenn sie seit Monaten auf ihren Lohn warten. Auf Mykonos trafen wir die (Neu-)Reichen und Sch├Ânen, und wurden von einem Million├Ąr in seiner Villa ├╝ber den D├Ąchern der Insel bekocht. Wir haben die Angst in der Luft gesp├╝rt, wenn beim Aussteigen aus einem Zug auf dem Bahnsteig eine Armada schwer bewaffneter Polizisten bereit stand, um Menschen festzunehmen, die nicht die "richtige" Staatsb├╝rgerschaft besitzen. Die Polizeirazzia "Xenios Zeus" gegen papierlose Migranten fand zur gleichen Zeit wie unsere Recherchereise statt und dauert an. Der mittlerweile offen zur Schau getragene Rassismus und die Toleranz vieler Griechen gegen├╝ber den Neonazis der "Goldenen Morgenr├Âte" haben uns schockiert und waren Teil vieler Gespr├Ąche. Besonders beeindruckt hat uns immer wieder die St├Ąrke und der Mut, der viele Menschen antreibt. Es sind oftmals die Kinder der "Generation Papandreou", die heute zwischen 20 und 35 Jahre alt sind und sich um ihre Zukunft betrogen f├╝hlen und handeln. Sie gr├╝nden Projekte und Initiativen, um ihrem ├ärger Luft zu machen, um etwas zu ver├Ąndern. Wir haben Freundschaft mit den Mitgliedern des Omikron-Projekts geschlossen, einer Gruppe junger Athenerinnen und Athener, die durch mediale Kampagnen versuchen, auf das verzerrte Bild auf die Krise in den Massenmedien aufmerksam zu machen. Wir haben mit jungen Menschen gesprochen, die zwischen Hoffnungslosigkeit und Aufbruchstimmung nach einem Weg suchen, ihre Zukunft lebenswert zu gestalten. Zwischen Nanda, einer Tochter aus gutem Hause, deren internationale Karriere als T├Ąnzerin oder Schauspielerin vorprogrammiert ist und Tania, die nach ihrem Journalismusstudium nicht wei├č, wie sie ├╝ber die Runden kommen soll liegen Welten. Zwischen der Gro├čmutter von Ioannis, deren Rente nach mehrfachen K├╝rzungen nicht mehr f├╝r die Kosten des Pflegeheims reicht und einer Rentnerin aus dem Athener Nobelstadtteil Kolonaki, die sich dar├╝ber beschwert dass sie ihr Immobilienportfolio reduzieren muss ebenfalls. Es gibt sie nicht, die absolute Wahrheit. Eines jedoch haben all die Menschen, denen wir begegnet sind gemeinsam: Sie haben Hoffnungen, Tr├Ąume und ├ängste. Sie r├╝cken enger zusammen, wissen den Wert von Freundschaften und Familie st├Ąrker zu sch├Ątzen. Sie machen sich unendlich viele Gedanken. Es gibt niemanden, der von den Auswirkungen der Krise nicht pers├Ânlich betroffen ist. Die brutalen K├╝rzungsma├čnahmen der Troika treffen jedoch die am h├Ąrtesten, die ohnehin ganz unten auf der sozialen Leiter stehen. Nach K├╝rzungen ihrer L├Âhne, Renten und Sozialleistungen, nach Erh├Âhung der Steuern und der Preise bleibt ihnen oftmals nichts mehr als das, was sie am Leib tragen. Es gibt noch unendlich viele anderer Beispiele und Geschichten. Das Projekt geht weiter. An dieser Stelle ist aber die Berichterstattung via startnext beendet. Wenn Ihr ab und zu auf www.wearethepigs.com vorbeischaut und dran bleibt dann freut uns das sehr! Eine Auswahl der Fotos wird im Rahmen der Ausstellung "Α-λήθεια | Nicht-Vergessen. Beobachtungen aus Griechenland in der Krise" gezeigt, bei der auch Arbeiten der K├╝nstlerin Franziska Wildt, dem griechischen Journalist und Autor Achilles M. Peklaris sowie dem Medienk├╝nstler und Aktivisten Kyriakos Mauridis zu sehen sein werden. Die Ausstellung findet vom 7. - 13. Januar im "Kaiser P." in der Kaiserstra├če 64 in Frankfurt am Main statt. Die Abz├╝ge der Fotos wurden durch Eure Unterst├╝tzung erm├Âglicht. Tausend Dank daf├╝r! Wir hoffen, dass einige von Euch aus dem Raum FFM zur Ausstellung kommen - und dass es uns gelingt, in 2013 weitere Ausstellungsm├Âglichkeiten zu organisieren. Soweit, so gut. Wir bedanken uns bei Euch allen f├╝r Eure Energie, Unterst├╝tzung und Euer Interesse! Wer WeAreThePigs in Zukunft weiter folgen m├Âchte kann dies tun: Im Internet unter: www.wearethepigs.com Auf facebook: www.facebook.com/wearethepigs Wir w├╝nschen Euch alles Gute!
20.09.12, 14:39 Mareike Lambertz
Jugend ohne Zukunft? Griechenland steht kurz vor der Pleite, die Menschen leiden unter harten Reformen und starken Einschnitten in ihrem privaten Leben. In den St├Ądten ist jeder zweite Jugendliche ohne Job. Die ├Ąltere Generation hat f├╝r die Jugend wenig Hoffnung. Das Gef├╝hl in Athen ist bedr├╝ckend. Angst, Ratlosigkeit und Wut liegen in der Luft, sodass jeder sie sp├╝ren kann. Die Menschen sind m├╝de von der schlechten wirtschaftlichen Lage ihres Landes und von den Politikern, die ihnen diese Situation beschert haben und nun Versprechen brechen. W├Ąhrend im Omonia-Viertel von der Polizei nach „Papierlosen“ gesucht wird, sind Einwanderer im alternativen Viertel Exarchia willkommen. Hier leben viele alternative Menschen, hier entstehen trotz Krise Jugendprojekte und junge Menschen schlie├čen sich zusammen, um mit ihrer Kreativit├Ąt etwas zu bewegen und nicht nur abzuwarten, bis es zu sp├Ąt ist. So auch eine Gruppe Jugendlicher, die das Omikron Projekt ins Leben gerufen haben. Sie wollen zeigen, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, und somit auch nicht nur eine Wahrheit ├╝ber die Griechen, das Land und Europa. Sie beleuchten viele Probleme und versuchen, die Menschen wieder dazu zu bringen, nachzudenken, und nicht alles von den Medien un├╝berlegt zu ├╝bernehmen. Auch sie sind von der Krise betroffen, m├╝ssen mit starken Lohnk├╝rzungen und weniger Urlaubstagen leben, oder verloren ihren Job. Einige arbeiten und werden seit Monaten nicht bezahlt. Falls sie Arbeit haben, dann wie viele nicht in dem Bereich, den sie gelernt haben, sondern in Restaurants und Museen. Anna erz├Ąhlt uns, dass sie selbst├Ąndig als Graphikdesignerin arbeitet und viele Kunden ihre Rechnungen nicht begleichen. Die meisten k├Ânnen wohl nicht, da sie selbst kein Gehalt mehr bekommen und so befinden sich die Griechen in einem Teufelskreis. Es gibt viele Projekte wie diese. Jugendliche treffen sich beispielsweise an einem Tag, um den verwahrlosten Park wieder zu bepflanzen und in Ordnung zu bringen und besetzen ihn so. Oder sie organisieren Demonstrationen, Informationsabende und Onlineplattformen. Das alles soll eine Alternative zu den griechischen Medien sein, die fast alle hinter der Regierung und der Polizei stehen. Costas, 24, sieht die Krise sogar als Chance: „Es entstehen so viele neue Dinge, die Menschen denken mehr ├╝ber Gesellschaft und Staat nach und stellen das bisherige System nicht nur in Frage, sondern suchen nach Alternativen.“ Viele Jugendliche wenden sich von den „Mainstream“-Medien ab. Daher bekamen linke und rechte Parteien viele Stimmen von Erstw├Ąhlern. Die angespannte Situation schl├Ągt sich in drei Gruppen nieder: Linke, die entweder in den Tag hinein leben oder versuchen, mit Ideen und Projekten gegen die Lage anzuk├Ąmpfen, Rechte, die ihre Wut auf Ausl├Ąnder projizieren und die Gruppe derjenigen, die sich nicht mehr f├╝r die politische Lage interessieren und die Hoffnung auf eine gute Zukunft aufgegeben haben. Viele Jugendliche zieht es auch ins Ausland, sie sitzen auf gepackten Koffern und warten auf einen Studienplatz, ein Praktikum oder einen Job au├čerhalb Griechenlands. Doch gehen k├Ânnen meist nur die gut ausgebildeten und die, die es sich noch leisten k├Ânnen. Ioannis, 22, arbeitet in einem Hotel und bekommt ein Gehalt von 700 Euro. „Ich wei├č, wir Jugendlichen sollten bleiben, es ist besser f├╝r unser Land. Doch wir haben keine Wahl mehr, ich sehe hier keine Zukunft f├╝r meinen Sohn, meine Freundin und mich!“ Nanda, 18, aus Athen Ich treffe Nanda in einer Bar auf Mykonos. Zwei Wochen vor Beginn ihres letzten Schuljahres macht sie hier mit ihrem Freund Urlaub. Sie kommt aus einer eher wohlhabenden Familie, ist mehr emotional als finanziell von der Krise betroffen, doch auch sie macht sich viele Gedanken, hat Tr├Ąume, Hoffnungen und auch Angst. Bist du pers├Ânlich von der Krise betroffen? Nein, finanziell nicht. Meinen Eltern geht es ganz gut. Ich kann auf eine Privatschule gehen. Aber trotzdem hat sich auch einiges bei uns ge├Ąndert. Die Krise ist st├Ąndig ein Thema, ich mache mir auch Gedanken, ob ich in Griechenland bleiben soll. Nat├╝rlich sprechen wir in der Familie und unter Freunden viel ├╝ber die Krise. Im Fernsehen und Radio gibt es wenig andere Themen. Wie sehr hat sich die Situation f├╝r deine Freunde ver├Ąndert? Einige meiner Freunde, deren Eltern ihren Job verloren haben oder viel weniger Gehalt bekommen, sind in schlechten Situationen. Sie wissen noch nicht genau, wie es weitergeht und k├Ânnen sich viel weniger leisten. Kein Urlaub, keine Tanzstunden, kein Geld f├╝rs Kino. Da bei vielen die Renten gek├╝rzt wurden, m├╝ssen sie auch ihre Gro├čeltern mitfinanzieren. F├╝r viele ist die Situation eine gro├če Belastung. Kannst du verstehen, dass diese Menschen gegen die Reformen demonstrieren? Ja. Ich kann nachvollziehen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen wollten. Gerade die Menschen, die doch immer gearbeitet und Steuern gezahlt haben. Aber w├Ąhrend der Demonstrationen hat man in Athen viel kaputt gemacht, es gab viel Gewalt. Ich habe mich sehr gef├╝rchtet und bin froh, dass es jetzt etwas ruhiger ist. M├Âchtest du, dass Griechenland weiterhin zu Europa geh├Ârt? Ja, das ist mir sehr wichtig. Ob wir allerdings den Euro brauchen, wei├č ich nicht. Davon verstehe ich nicht viel und ich habe das Gef├╝hl, dass es hier auch keiner erkl├Ąren kann. Hast du Angst vor der Zukunft? Ja und nein. Ich hoffe, dass ich n├Ąchstes Jahr nach London oder Paris gehen kann, um Schauspiel oder Ballett zu studieren. Aber ich glaube nicht, dass ich dann hier in Griechenland einen Job finden werde. Die ├älteren sagen ja auch, dass meine Generation wohl keine Zukunft hat. Ich habe aber auch so Angst, da ich nicht wei├č, was mit unserem Land passiert. Bisher merkt man keine Verbesserung, viele Menschen sind w├╝tend und hoffnungslos.
18.09.12, 19:45 Mareike Lambertz
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterst├╝tzerInnen! W├Ąhrend wir bis ├╝ber beide Ohren in den Vorbereitungen f├╝r die Reise nach Griechenland steckten erschien im Juli ein hochspannendes Buch: ├ťber 2 Jahre lang haben Forscher der Universit├Ąten Hannover und Thessaloniki Zeitungen und Websites durchforstet. Ihr Interesse galt der Art und Weise, mit der Massenmedien in Deutschland und Griechenland ├╝ber die Schuldenkrise berichteten. Weil der Titel des Buches nicht sonderlich verlockend klingt (Die Dynamik der Konstruktion von Differenz und Feindseligkeit am Beispiel der Finanzkrise Griechenlands: H├Ârt beim Geld die Freundschaft auf? Kritisch-diskursanalytische Untersuchungen der Berichterstattung ausgew├Ąhlter deutscher und griechischer Medien.....├Ąchz) haben wir Euch das Ganze mal zusammengefasst und mit den AutorInnen der Untersuchung gesprochen. Das Interview findet Ihr auf unserem Blog unter dem Link http://wearethepigs.wordpress.com/2012/09/21/71/ Viel Spa├č beim Lesen! Eure WATP!
23.08.12, 14:40 Mareike Lambertz
Wir sitzen in einem Taxi, das uns in einen Vorort von Thessaloniki bringen soll. Ob wir die Fenster offen haben m├Âchten oder er lieber die Klimaanlage anstellen soll, fragt Adrian├│s. Wir entscheiden uns f├╝r ersteres und schaffen somit nicht die beste Ger├Ąuschkulisse f├╝r ein Gespr├Ąch mit ihm. Dazu spricht er nicht besonders gut Englisch. Er hat nicht studiert, ist 26 Jahre alt und steuert seit f├╝nf Jahren sein Taxi duch Saloniki. Er erz├Ąhlt uns von deutschen Touristen, die ihm erkl├Ąrt haben, dass sie nur f├╝r Griechenland Steuern zahlen, und von in Deutschland lebenden Griechen, die das best├Ątigen. Er verstehe nicht so viel von der ganzen Krise, er merke nur, dass die Schlinge um seinen Hals immer enger wird. Adrian├│s f├Ąhrt 14-15 Stunden am Tag. Die Miete des Autos kostet ihn 500€ im Monat. Dieser Sommer laufe sehr schlecht. “In den Sommermonaten sind die Griechen nicht in den Gro├čst├Ądten”, erkl├Ąrt er, “und vor allen Dingen kommen weniger Touristen als in den Vorjahren.” Die Arbeitsbedingungen waren letztes Jahr noch schlechter. So schlecht, dass alle Taxifahrer zwei Monate streikten. Es habe sich danach zwar einiges verbessert, aber seine Ersparnisse habe er in der Zeit alle aufgebraucht. “Ich bin froh, wenn ich momentan eine Nullrechnung schaffe und keinen Verlust mache”, erkl├Ąrt der junge Taxifahrer. Doch letzte Woche kam ein Brief der Regierung, er solle 1300€ Steuern zahlen. Darin enthalten: ein hoher Betrag an einmalig zu leistender “Krisensteuer”. Wir fragen, wie er das denn machen wolle. “Ganz einfach”, so Adrian├│s, “ich k├╝mmere mich nicht mehr darum und mache mir auch keine Sorgen mehr. Ich habe nichts. Sobald ich etwas habe, gebe ich es gerne ab.” (ml)
14.08.12, 20:09 Mareike Lambertz
Der Athener Stadtteil Kolonaki liegt nord├Âstlich des Zentrums auf einem H├╝gel. Wer etwas (zum Beispiel die ein oder andere Drachme) auf sich hielt, kaufte sich mit einem Appartment in die Welt der Reichen, Sch├Ânen und Intellektuellen ein. Heute leben hier vor allem Angestellte der zahlreichen Botschaften und Organisationen und jener Teil der Athener Mittelschicht, der sich die Mieten noch leisten kann. Von der Krise ist hier auf den ersten Blick nichts zu sp├╝ren: Delikatessengesch├Ąfte, teure Boutiquen und Restaurants, dazu von gepflegten Autos ges├Ąumte saubere Stra├čen. Doch der Schein tr├╝gt, klar. Am Ausgang der Metrostation Evangelismos w├╝hlt ein gepflegt aussehender Mittf├╝nfziger im M├╝lleimer. Vor der Botschaft Pakistans warten rund einhundert M├Ąnner in der sengenden Hitze auf Einlass. Seit Beginn der Polizeirazzia “Xenios Zeus” sind die Papierlosen nicht mehr sicher. Die ├ťbergriffe auf Ausl├Ąnder nehmen zu; vergangene Nacht wurde in Athen ein Iraki mit Messerstichen t├Âdlich verletzt. Einer der T├Ąter bekannte die Tat sp├Ąter im Internet auf facebook. Unweit der Botschaftsgeb├Ąude diskutieren elegant gekleidete Damen bei einer Pedik├╝re ├╝ber die j├╝ngsten Zwischenf├Ąlle. “Wo soll das nur hinf├╝hren?”, ereifert sich eine der Angestellten und sagt, sie f├╝hle sich sicherer seit das Polizeiaufgebot in der Stadt massiv gestiegen sei. Ob sie sich nicht an eine Stadt im Belagerungszustand erinnert f├╝hle? “Aber das sind wir. Es ist wie im Krieg. Die Demonstrationen, die Streiks, nichts ist mehr wie fr├╝her”, mischt sich eine ├Ąltere Kundin ein. Sie hat ihren kostbaren Schmuck neben sich aufgeh├Ąuft, w├Ąhrend ihre N├Ągel korallrot lackiert werden. Sie wolle zu ihren T├Âchtern nach Italien ziehen, doch erst m├╝sse sie ihre Immobilien (der Plural l├Ąsst die Kosmetikerin kurz im Pinselstrich innehalten) in Kolonaki verkaufen. Die Zeiten seien schwierig. Ihre beiden T├Âchter lebten ‘sicher und angemessen’ in Rente und au├čerdem vermisse sie das Athen von fr├╝her. “Es war prachtvoll; alle hatten so viel Spa├č. Jetzt gibt es viele arme Menschen in den Stra├čen; die Leute haben keine Hoffnung mehr. Ihre Wut ist gro├č”, sagt sie. Kann sie die Wut der Menschen angesichts sinkender L├Âhne und dem Verlust sozialer Sicherheit nachvollziehen? Die Antwort f├Ąllt nach einer Woche Griechenland nicht mehr ganz so ├╝berraschend aus. Selbstverst├Ąndlich k├Ânne sie das. “Die etablierten Parteien haben uns jahrzehntelang belogen, das System ist korrupt, die Menschen sind Opfer von Machtgier und Ignoranz! Ich w├╝rde als Erste eine Bombe werfen, wenn ich j├╝nger w├Ąre!” (sg)
09.08.12, 14:41 Mareike Lambertz
Wir bitten alle Unterst├╝tzer, die ihre Postadresse noch nicht angegeben haben, welche wir aber f├╝r das Versenden der Dankesch├Âns ben├Âtigen, diese an mareike.lambertz@hotmail.com zu schicken. Danke!
09.08.12, 09:45 Mareike Lambertz
Liebe Freunde und Interessierte, seit zwei Tagen sind wir in Athen und trafen schon einige interessante Menschen. Am Abend unserer Ankunft lernten wir Anna, Ismene und Aggelos vom Omikron Projekt (www.facebook.com/omikronproject) kennen. Die drei haben sich bei Ausbruch der Krise mit anderen jungen Menschen zusammengetan und gr├╝ndeten im M├Ąrz 2012 das Omikron Projekt. Sie m├Âchten ├╝ber die Krise aufkl├Ąren. Ziel ist es, den Menschen au├čerhalb des Landes einen umfassenderen Eindruck ├╝ber das Leben und die Situation im krisengesch├╝ttelten Griechenland zu geben. Bisher haben sie nur eine Facebook Fanpage, doch das wird sich bald ├Ąndern. Wir werden Euch den Link zur Website dann nat├╝rlich weiterleiten. Das Gespr├Ąch mit drei Menschen aus einer - wie man in Griechenland sagt - verlorenen Generation (der Unseren) war sehr interessant und gab uns einen guten Einblick. Zum ersten Mal konnten wir von jungen Griechen h├Âren, was die Krise auch emotional mit ihnen macht, welche weiteren Konflikte und Schwierigkeiten sie mit sich bringt, die von den Medien aufgrund der wirtschaftlichen Brisanz v├Âllig au├čen vor gelassen werden. Wir h├Ârten nicht nur davon, wie sie trotz sehr guter Qualifikationen ihre Jobs verloren und was sie sich einfallen lie├čen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sondern auch davon, wie sich ein Freundeskreis ver├Ąndert und wie die Krise famili├Ąre Konflikte hervorbringt. Au├čerdem hatten wir ein Treffen mit einer Journalistin, die auch f├╝r die griechische Zeitung Kathimerini schreibt. Es erschien dort bereits im Vorfeld der Reise ein Artikel in englischer Sprache (www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite6_1_23/07/2012_452883) ├╝ber unser Projekt, und sie wird einen weiteren auf Griechisch verfassen. Derzeit l├Ąuft in Athen eine Polizeioperation namens "Xenios Zeus". Die Polizei startete eine Razzia gegen Papierlose, die dann direkt in ihr Heimatland abgeschoben werden sollen. Da wir unsere erste Nacht in einem Viertel um den Omonia Platz verbrachten, welches bekannt daf├╝r ist, Wohnort f├╝r unz├Ąhlige Fl├╝chtlinge ohne Ausweisdokumente zu sein, war diese Aktion f├╝r uns un├╝bersehbar. Anna kl├Ąrte uns gleich am ersten Abend ├╝ber diese Polizeiaktion auf. Eure Sonja&Mareike
02.08.12, 09:20 Mareike Lambertz
Die deutschsprachige Tageszeitung Grenz-Echo hat heute einen Artikel ├╝ber unser Projekt ver├Âffentlicht. Finden k├Ânnt Ihr ihn hier: http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?aid=766f1d49-6cfa-4da7-8450-24464b5a3eeb Danke f├╝r Eure Unterst├╝tzung! Wir sind jetzt im Endspurt, in vier Tagen l├Ąuft unsere Finanzierungsphase ab. Eure Sonja&Mareike
01.08.12, 15:32 Mareike Lambertz
Morgen erscheint ein Artikel ├╝ber unser Projekt im ostbelgischen Grenz-Echo! http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?aid=766f1d49-6cfa-4da7-8450-24464b5a3eeb
23.07.12, 23:55 Mareike Lambertz
Ausgerechnet die stramm Mitte-rechts orientierte, hochseri├Âse Athener Tageszeitung "The Daily" (Kathimerini) steht auf unser kleines Projekt. Wir finden das super! Ihr auch? Dann helft uns weiter flei├čig mit, unser Ziel zu erreichen! 1000 Dank, Eure Mareike&Sonja
18.07.12, 14:42 Mareike Lambertz
Unsere Buttons sind angekommen!
17.07.12, 13:13 Mareike Lambertz
Vielen Dank an fairtrademerch.com, die uns unsere Projektshirts gesponsort haben! Die schnellsten 15 Unterst├╝tzer bekommen eines der exklusiven Shirts f├╝r 35€. Gr├Â├čen: Damen S,M,L und Herren M,L,XL
06.07.12, 14:17 Mareike Lambertz
Donnerstag wurde Mareike f├╝r den BRF interviewt: http://brf.be/nachrichten/regional/420152/ Freitag war Sonja im radioeins (rbb) zu h├Âren: http://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_schoene_woche/_/roadtrip_ins_epizentrum.html
29.06.12, 13:34 Mareike Lambertz
fairtrademerch.com sponsort uns 20 "We Are The Pigs"-Shirts mit Fair Trade Siegel. Die Shirts gibts im Dankesch├Ânpaket f├╝r Unterst├╝tzungen ab 100€. Wer ausserhalb der Dankesch├Âns an unserem Shirt interessiert ist, kann sich jederzeit ├╝ber startnext oder facebook bei uns melden.
27.06.12, 12:33 Mareike Lambertz
Nach der ersten Woche sind wir bisher positiv ├╝berrascht. Es sind schon ├╝ber 700€ zusammen gekommen. Auch unsere Sponsorensuche bringt erste Erfolge. Wir sind mit einigen Zeitungen, Radiosendern in Kontakt. Freitag wird Mareike im Belgischen Rundfunk (BRF www.brf.be ) interviewt und beantwortet pers├Ânlich alle Fragen zum Projekt. Es wird auch T-Shirts von unserem Projekt geben, die nat├╝rlich fair gehandelt und produziert werden. Mehr dazu folgt in den n├Ąchsten Tagen. ├ťber 10% haben wir schon geschafft. Es geht also voran. Wir bedanken uns bei allen, die sich bisher in den verschiedensten Formen f├╝r uns eigensetzt haben! Wir wollen wenig... aber von Vielen! (ml)
24.06.12, 20:05 Mareike Lambertz
Fans unseres Projektes auf statnext: 67 Finanzielle Unterst├╝tzung bisher: 255€ Likes auf facebook Fanpage: 87 (https://www.facebook.com/pages/We-Are-The-Pigs/282280551870981) Wenn noch 949 Menschen uns mit nur 5€ unterst├╝tzen k├Ânnen, erreichen wir unser Ziel und k├Ânnen unsere Fotoreportage in Griechenland machen! Danke an alle, die uns finanziell und/oder durch "sharing" unterst├╝tzen!
21.06.12, 10:27 Mareike Lambertz
Dank 56 Fans sind wir ab jetzt f├╝r die Finanzierung freigeschaltet! Ihr k├Ânnt und also gegen ein kleines Dankesch├Ân unterst├╝tzen. Wir freuen uns ├╝ber jede Art von Support, sei es Werbung f├╝r unser Projekt oder Geld. DANKE
18.06.12, 17:10 Mareike Lambertz
Los geht┬┤s, ab in die Startphase! In den kommenden Tagen stellen wir Fotos und unser Pitch-Video online. So lange verweisen wir auf unsere facebook fanpage :) Wie freuen uns!

├ťber Startnext

Startnext ist die gr├Â├čte Crowdfunding-Plattform f├╝r kreative und nachhaltige Ideen, Projekte und Startups in Deutschland, ├ľsterreich und der Schweiz. K├╝nstler, Kreative, Erfinder und Social Entrepreneurs stellen ihre Ideen vor und finanzieren sie mit der Unterst├╝tzung von vielen Menschen.

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4.489 erfolgreiche Projekte
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