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Wie klingt Finnland an Weihnachten, wo wohnt der Weihnachtsmann und gibt's wirklich Wichtel? Im Liederbuch "Weihnachten in Finnland" in neue Klangwelten eintauchen, finnische Gedichte - erstmalig in deutscher Übersetzung - zu Volksmelodien mitsingen, Wissenswertes über die Komponisten und Dichter erfahren und Lust auf einen Spaziergang in unberührter Natur im verschneiten Wald zu bekommen, durch das Buch blättern und mitsingen oder einfach die BegleitCD zum Buch beim Kekse backen anhören,...
5.309 €
5.000 € 2. Fundingziel
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Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
17.11.19, 21:45 Michaela Kyllönen
Die dichteste Zeit im Jahr hat mich wieder.... der November ist mein arbeitsintensivster Monat, weil ich da neben der Arbeit in der Musikschule auch immer auf Märkten mit dem Label carpinus Bio coolinarium unterwegs bin. Zudem habe ich ja ein Faible für Musikbücher. Jetzt sind es schon zwei Jahre her, seit "Weihnachten in Finnland" meinen Alltag bestimmt hat, die Vorbereitungen für den Versand und die Buchpräsentation liefen und der Erfolg zu feiern war für das erfolgreiche Crowd-funding. Und ja, es gibt wieder ein neues Projekt..... und es geht wieder um Musik. Diesmal ist sie nicht finnisch, auch wenn es viele Mollstücke sind. Es geht vor allem um witzige, alltagstaugliche und unterrichtserprobte Kinderlieder... aus dem Land der Musikerlchen. Wenn Du also Interesse an Musik ganz grundsätzlich hast und neugierig bist. wer denn die Musikerlchen sind, dann findet jede-(r) Interessierte auf https://www.startnext.com/musik-fuer-allerkleinste alle wichtigen Infos zum Projekt rund um die Musik. Und natürlich hoffe ich wieder auf viele Unterstützer und good will Menschen ???? Und freu mich auch über jeden Fan!
23.12.17, 21:07 Michaela Kyllönen
"Weihnacht ist jetzt wieder da, unser liebliches Fest, unvergleichlich Jahr für Jahr, uns glückselig werden l"ässt" Preisfrage... aus welchem Lied stammt diese Strophe! Weihnachten ist tatsächlich da und somit auch der Winter, die dunkle Zeit im Jahr, die voll mit Lichterketten und Kerzenschein das ersehnte Licht in die Welt, in die Herzen bringt. Viel Lichtes und Leichtes ist da, jetzt, nachdem Weihnachten in Finnland rundherum abgeschlossen ist, die Bücher gedruckt und versendet, die Dankeschöns verteilt, die CDs hoffentlich schon angehört und das eine oder andere Lied daraus gesungen. Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Fans von "Weihnachten in Finnland", die Menschen, die Zuspruch gegeben haben oder finanziell unterstützt, ein Buch vorbestellt oder einfach nur idealistisch und in Gedanken mitgetragen haben. Und so ist das gaaaaanz viel Dankbarkeit im Herzen, dass mein Herzensprojekt auf der ganzen Linie nun Wirklichkeit werden konnte und Kreise zieht. Die Auflage von 500 Stück ist schon mindestens zur Hälfte verkauft und die Rückmeldungen (von denen wir Musiker nie genug bekommen können.... dürfen auch kritische sein oder Wünsche....) sind sehr, sehr gut. Das macht ja richtig Lust auf mehr :-) Und falls Ihr zufrieden und begeistert seid, seid Ihr auch wunderbare Multiplikatoren, die gern weitererzählen dürfen von diesem besonderen Liederbuch, auf dass es für ein weiteres Weihnachten noch mehr Kreise ziehen möge. Derweil wünsche ich Euch ein wunderbares Weihnachtsfest voll von magischen Momenten, voll berührender Musik, gutem Essen und einer segensreichen Gemeinschaft. Pitäkää hauskaa! Michaela
15.11.17, 07:18 Michaela Kyllönen
Die Hochphase rund um das Buchprojekt ist abgeklungen, das Leben hat wieder Raum für andere Dinge gegeben, dennoch hat "Weihnachten in Finnland" wie ein Gluthaufen nach einem grossen Feuer weitergeschwelt und immer mal wieder wurde ein Stück Holz nachgelegt. So gab es nach fünf Korrekturläufen dann endlich das gut zum Druck und selbst das lief nicht problemlos ab, denn bei der Durchsicht waren doch tatsächlich wieder Fehler drin, die schon korrigiert worden waren. Und dann stellte sich doch glatt heraus, dass die Druckerei die falsche Version auf die Druckplatten gesetzt hatte. Das wurde korrigiert und endlich konnten auch die Maschinen der Druckerei angeworfen werden, keine Sekunde zu früh, denn der Dezember rückt und rückt unweigerlich heran. Jetzt musste also noch der Vertrag mit dem Verlag unter Dach und Fach gebracht werden, etwas, das für ein "Autorengreenhorn" gar nicht so ohne ist. Denn Verträge haben es an sich, dass man sie liest und nur die Hälfte versteht und nie sicher ist, ob es gut ist, sowas auch zu unterschreiben. Der liegt nun bei mir daheim auf den Schreibtisch. Papier ist bekanntlich geduldig und etwas lässt mich noch zögern....es ist das Thema Autorenbeteiligung. Nichtsdestotrotz gibt es jetzt Flyer für die geplante Buchpräsentation am 17.12., die im Theater am Saumarkt in Feldkirch stattfinden wird und ein bunter, musikalischer Nachmittag rund um die finnische Weihnacht wird. Dafür Werbung zu machen ist eine schöne Sache, denn wir "Macher" sind zurecht stolz auf das Geschaffte. Ich fiebere dem Tag entgegen, wenn endlich die Kisten mit den druckfrischen Büchern eintrifft bei mir und das Packerlfeeling ausbricht, weil es dann daran geht, die vielen Dankeschöns zu verpacken und auch zu verschicken.
20.10.17, 20:01 Michaela Kyllönen
Als Jörg daheim in die gesamten Daten der Aufnahme hineingehört hatte, konnte die Übergabe an Ruth-Jana erfolgen. Ruth-Jana, karenzierte Gitarristin und Tontechnikerin und Musikerkollegin hatte sich bereit erklärt, in den Schlafzeiten ihrer einjährigen Tochter die Schneide- und Mischarbeit zu übernehmen. Sie gewährte mir denn auch einen Einblick in die Abläufe nach den Aufnahmen und konfrontierte mich mit Wörtern wie Hall, Kompressor, Limiter und Equalizer. Ruth-Jana hatte alle Aufnahmen sozusagen an einer Wurst bekommen und begann damit, an der richtigen Steller die curser so zu setzen, damit sie die einzelnen Lieder voneinander trennen konnte. Die einzelnen Instrumente - bei uns waren das das Klavier, das Violoncello, die Violine, das Akkordeon, Sopran- und Altblockflöte, die Großbaßflöte und die Gitarre - erhielten verschiedene Effekte, die Störfilter und Nebengeräusche wurden entfernt. Dann musste bei jeder einzelnen Tonspur das Verhältnis der Instrumente angepasst (= gemischt) werden und der Gesamtklang mit verschiedenen Effekten bearbeitet werden. Nachdem die Aufnahmen unterschiedliche Besetzungen und unterschiedliche Sängerinnen hatten, war Einzelarbeit für die 24 Stücke angesagt und jedes wurde auch einzeln gemischt. Nach der klanglichen Bearbeitung wurde es vorne und hinten "abgeschnitten", ausgefadet und rauskonvertiert (= "rausbouncen") damit es auf den CD-Playern zu Hause auch abspielbar ist. Nun war es so weit, dass man die Daten brennen konnte und für ein Probehören ins Auto packen konnte, um zu testen, ob Klang und Qualität auch bei "ganz normalen" Geräten passt. Und dann erhielt Jörg die Dateien für ein kollegiales Feedback, bis ich sie schliesslich ein erstes Mal anhören konnte. Und ja, ich war einfach hin und weg, total freudig und glücklich, dass nach all den Mühen ein so hörenswertes Endergebnis vorlag. So lieferten wir ganz pünktlich und wie vereinbart in der letzten Septemberwoche die CD-Daten an den Reichert-Verlag, der sich um die Herstellung kümmert und die CD dann auch zum Buch dazu packen wird. Jetzt war endlich Zeit zum sich Zurücklehnen und etwas Entspannen. Aber eigentlich inspirierten die Stücke dazu, daraus Videos zu machen und sie so schon nach und nach Interessierten vorzustellen. Pause hat man schließlich noch lange genug, wenn man mal in der Kiste liegt :-)
05.10.17, 23:13 Michaela Kyllönen
Mittwoch nachmittag um zwei! In der Musikschule Feldkirch trudeln die ersten ein, Mirjam wie immer pünktlich. Marjut meldet per Whatsapp, dass sie sich etwas verspätet, also darf Mirjam mit ihrem Gitarrensolostück beginnen... "Einst ein Stern in dunkler Nacht" Die anderen versammeln sich derweilen in Alfreds Arbeitszimmer, dort entsteht wie nebenbei eine Flötenstimme für Sibylle, ebenso eine Geigenstimme für eines der Stücke, die eine maßgeschneiderte Besetzung für diesen zweiten Aufnahmetag erhalten. Heute ist neben Klavier und Gitarre auch die Geige im Angebot. Ingrid ist mit ihrem Cello da, um ihr letztes Stück noch einzuspielen....doch sie hängt vorerst in der Warteschleife, da Marjut noch fehlt. Als sie kommt, wird geprobt, nachdem aus dem Aufnahmeraum noch kein o.k. kommt. Dann, drei Viertel der Stunde später wirkt Mirjam erleichtert, sie hat ihr Stück geschafft. Jetzt darf Ingrid die "Weihnachtsschnulze" einspielen... "Wenn Weihnacht ist" Als Christine, unsere dritte Sängerin im Bunde ebenfalls zur Truppe dazustößt, ist Ingrid schon am Aufbrechen. Deshalb legen wir eine kurze Dankespause ein, um anzustossen, weil ausser Brigitte, die sozusagen "frei" hat, alle Akteure vor Ort sind. Zwar beginnt für manche überhaupt erst die Arbeit, aber ein Gläschen Sekt in Gesellschaft trinkt sich doch besser! Es gibt ein kleines schokoladiges Dankeschön an alle "Verbündeten" und eine heiter gelassene Stimmung. Eigentlich nur "kuhl", dass sich alle die Menschen auf Weihnachten in Finnland eingelassen haben. Als sich Ingrid verabschiedet, läuft das Werkl wieder an. Zwischen Üben hier und Einspielen da pendeln die Leute von einem Raum zum nächsten, ab und zu hört man den Drucker rattern, wenn Alfred die eilig notierte Stimme auch noch benutzerfreundlich gestaltet hat, ab und zu tönen da und dort Akkorde und ab und zu nippt jemand an einer Kaffeetasse. Mit meiner Kamera verfolge ich vor allem die Aufnahmen, höre hinein, wie sie musikalisch und sprachlich klingen, schneide kurze Videos mit und gebe mich der schönen Musik hin oder beantworte Fragen, die auftauchen. Mit dem Voranschreiten der Zeit wird auch die Liste der Stücke kürzer, die noch fehlen. Mit mehr als einer Stunde Verspätung darf dann Christine vor das Mikrophon treten. Zwischenzeitlich können wir zu dritt noch das einzige acapella-Stück üben, das von Alfred schon vor Jahren dreistimmig gesetzt worden war. Ich bin glücklich, auf diesem Weg meinen bescheidenen stimmlichen Beitrag zu leisten und auch als Akteurin mit im Boot zu sein, neben zwei guten Sängerinnen. Und irgendwann, als es schon gen Abend zugeht, gibt Jörg das Zeichen, dass alle Stücke abgehakt sind, keines mehr fehlt und jedes in der - aus seiner Sicht - guten Qualität nun vorliegt. Grosse Erleichterung... wir haben den wilden Wellenritt über die Musiklandschaft tatsächlich in den wenigen Tagen mit Bravour gemeistert. Die Musiker sind längst dahin, als ich gemeinsam mit Jörg noch das "Aufnahmestudio" wieder in den kleinen Saal zurückverwandle. Als ich mit ihm die Mikrophone und Ständer vom zweiten Obergeschoss in den Keller trage, bin ich einfach aus tiefstem Herzen dankbar für diese Herzensmusik, die ich zwei Tage life erleben durfte und für das Dasein der Menschen, die sich mit ihrem Wissen und Können einbrachten....für einen seltsamen Traum, für meinen seltsamen Traum.... ein Weihnachtsliederbuch mit übersetzten Liedern. Die Geburt der CD-Aufnahmen ist geschafft und in mir ist unbändiges Staunen. Oh yeah!
04.10.17, 22:58 Michaela Kyllönen
Es ist September geworden. Mit unserem Techniker Jörg haben wir geeignete Termine gefunden, am Dienstag, dem 5.9. soll es losgehen. Es wirkt fast wie Magie, dass es nun wirklich ernst wird und zur Sache geht. Jörg baut bereits das ganze Equipment am Montag auf und als wir am Dienstag um 14.00 anmarschieren, stehen alle Mikrophone parat, die Kabel sind verlegt, der "Technikertisch" ausgestattet und Stühle und Pulte gerichtet, der Flügel geöffnet. Alfred, unser Arrangeur, Flötist und Pianist, der musikalische Kopf der Truppe hat sich schon warmgespielt und gemeinsam mit Marjut, der finnischen Sopranistin ihre Stücke geübt. Auch die Kinder Aada, Filip und Ilmari sind da. Sie haben auch einen großen Auftritt mit ihrem Weihnachtslied. Als wir soweit startklar sind, fragt Mirjam, unsere Mezzosopranistin, ob ich das Whatsapp schon gesehen hätte? Ihre Frage verheisst nichts Gutes.... und tatsächlich....es ist die Krankmeldung von Heidi, der Sängerin, die heute mit "ihrer Formation" ihre Stücke einspielen hätte sollen. So wird der schöne Plan schon mal komplett über den Haufen geworfen, den ich eine Stunde davor noch aktualisiert und ausgedruckt hatte, damit unser Techniker Jörg und auch alle anderen sich orientieren konnten. Folglich wurde aus dem geplanten und gut durchstrukturierten Nachmittag ein improvisierter und spontaner. Kompliment an alle, die da waren, die gute Laune und Freude blieb bis zum Abend erhalten und durch die Spontaneität von Marjut, die sich bereit erklärte, die Stücke von Heidi zu übernehmen, schafften wir auch fast unser Plansoll, wenn auch in anderer Form. Ein Highlight an Witz und Charme war der Moment, als die Kinder sich um das Mikro positionierten, parat für ihren Auftritt. Brigitte am Akkordeon war ihre Partnerin und da die Kinder nur die finnischen Strophen geübt hatten, entschieden wir, dass Marjut die deutschen alleine singen würde. Als Jörg das Zeichen gab, durfte das Jungvolk loslegen und es legte los, sang inbrünstig und aus voller Brust und marschierte nach dem Einsatz kurzerhand Richtung Ausgang.... Marjut konnte nur hilflos zwischen den Tönen zusehen, die sie Richtung Mirko schickte und als dann auch noch die Tür ins Schloss fiel, ging ein Seufzen durch den Raum. Es hieß für alle zurück an den Start. Die Kinder erhielten ein neuerliches Briefing und ein deutliches Signal, dass sie nach ihrem Singen ausharren mussten, möglichst ohne sich zu bewegen, bis Jörg ihnen winken würde und das Zeichen gab, dass die Aufnahme im Kasten sei. Und im nächsten Anlauf klappte es dann - zur Erleichterung aller - und die Kinder durften sich ihr wohlverdientes Eis abholen. Als am späten Nachmittag die Aufnahmesession 1 für beendet erklärt wurde, lag viel Zufriedenheit in der Luft. Es war trotz des unerwarteten Ausfalls von Heidi ein produktiver und erfolgreicher Aufnahmetag. Einzig ein geprobtes Stück mit Cello und Klavier hatten wir nicht mehr geschafft. Darüber war ich einigermassen betrübt, da ja Ingrid mit ihrem Cello am Folgetag nicht mehr zur Verfügung stand. Am Abend daheim, als ich mich an den neuen Plan setzte und eine zeitliche Struktur für alle AkteurInnen hineinbrachte, meldete sich Ingrid dann zur freudigen Überraschung, dass sie doch kommen könne, da ihr Termin buchstäblich ins Regenwasser fiel. Mit diesem Wissen ließ es sich leicht in den nächsten Tag hineinschlafen, mit viel Dankbarkeit im Herzen.
30.09.17, 21:54 Michaela Kyllönen
Der nächste Brocken, den es anzupacken galt war nun, mit meinen interessierten Musikerinnen mal einen Termin zu finden, um die CD-Einspielung aufzugleisen. Mein erster Ansprechpartner war Alfred Dünser, allerbester Arrangeur, Fan von Aussergewöhnlichkeiten und kreativ vom Haaransatz bis zum Zehennagel. Er tauchte auch aus der Ferienstarre auf und wir trafen uns auf ein erstes Gespräch. Nun galt es also, einen Termin mit den anderen Musikern zu finden. Die dafür eingerichtete Whatsapp-gruppe brachte mich nicht voran, denn es gab einfach keine Termine in nächster Zukunft, die ein Proben, Üben und Ausprobieren in Aussicht stellten. Meine 3 SängerInnen, die bis 20.8. bei den Bregenzer Festspielen engagiert waren, erklärten, wann sie wieder verfügbar wären und das war Mitte September..... ich sah schon alle Felle davon schwimmen und schwankte mit meinem Launenpegel von "Geht scho, packen wir an bis hin zu "Ich grab mich ein, das wird nie mehr was" kräftig hin und her und die Ratlosigkeit und Überforderung plagten mich. Zusätzlich meldete sich die Geigerin und Flötistin ab mit der Begründung, dass ihr das ganze Projekt zu zweifelhaft erscheine und sie genug zu tun habe, um dann noch unbedingt dabei sein zu wollen. Nach einem Austausch mit meiner ((superar))Kollegin erreichte ich den Tiefpunkt und fühlte mich extrem elend. Ich stellte alles in Frage und schüttelte den Kopf über mich selbst. Wie konnte ich mir nur so grosse Schuhe anziehen und dann auch noch glauben, damit laufen zu können??? Ich telefonierte mit Alfred und er sprach es ganz klar aus: Entweder jetzt mit Volldampf dran gehen oder alles abblasen. Hmmmm..... abblasen.......??? Ich merkte, es regte sich der Widerstand.... Michaela blies nie so schnell was ab. Ich begann fieberhaft zu überlegen, wen ich denn noch kennen würde, der auch ein Instrument unterrichtet und was übrig hat für mein Projekt. Ich scannte die Bekannten mit Instrument durch nach Entfernung zum Aufnahmeort, Freundschaftsgrad, Familienstatus und spürte hin, wie gut ich ein Nein verkraften würde, wenn ich Menschen mit so einer Bitte ansprach. Meine erste Kandidatin (eine Cellistin) war auf Australienurlaub. Die zweite Cellistin im Hinterkopf - da schien mir, dass wir uns zu wenig nahe standen, aber dann fiel mir Ingrid ein. ingrid hatte ich im Frühjahr schon erzählt, was mir da so vorschwebte und sie wohnte gar nicht so weit weg..... ein Anruf und ein wenig Plaudern und dann - juchuuuu - ihre Zusage und ihre möglichen Probenzeiten für die kommenden Wochen. Das war schon mal ein guter Ausgangspunkt. Dann telefonierte ich mit meiner Technikerin, die seit Wochen mit ihrem Equipment kämpfte und eigentlich auch noch nicht wusste, ob und wie sie es hinbekommen sollte. Sie meinte, ich solle doch den Jörg anrufen und mit ins Boot holen. Ja, Jörg, Jörg war im Frühling so freundlich, die Downloads für die Doblinger-Homepage (und das Klangfenster Finnland) zu betreuen. Ich wagte es und rief ihn an.... vorsichtiges Fragen und auch er sagte ganz offen und ehrlich, er wäre dabei. Und auch Jörg sagte, wann seine Zeitfenster wären.... so langsam begann sich eine Art Fahrplan herauszukristallisieren. Jörg meinte ausserdem, warum ich denn nicht Christine nochmals fragen wollte. Und er hatte Recht, warum nicht. Christine, meine Gesangskollegin war im Frühjahr - genau wie Jörg - auch so unkompliziert gewesen und hatte ohne Umschweife 7 Titel eingesungen und gesagt, dass es ihr Spaß gemacht habe. Ich wollte ihr nicht lästig fallen, immerhin hatte ich sie für ihren Aufwand bislang auch nicht wirklich entschädigt. Andererseits, eine 50:50 Chance hatte ich bei der Frage, ob sie dabei sein wolle. Also wählte ich auch ihre Nummer und als ich sie erwischte und von meinem Ansinnen erzählte (sie hatte im Frühsommer nichts mitbekommen von meinem zweiten Buchprojekt), war sie sofort bereit, wieder dabei zu sein. Eigentlich war ich sprachlos. Jetzt hatte ich doch glatt zwei Neue, zwei Profis im Boot, die auch in der kommenden (letzten Augustwoche) Zeit hatten für eine Probe, ein Treffen, eine Übezeit. Beim Waldspaziergang, den ich täglich machte, um gehend über die anstehenden Aufgaben zu meditieren, dachte ich dann auch an Marjut, "meine finnische Sopranistin". Sie sang bei der Klangfenster-Buchpräsentation zwei Stücke und hatte als Pädagogin auch noch Ferien.... ob sie vielleicht..... und JA, sie machte auch mit und hatte auch ZEIT. Und so ergab es sich wahrhaftig, dass ein Grüppchen Musiker (Alfred, Ingrid, Mirjam) mit mir einen Startpunkt setzten und wir uns zu einer ersten Probe am Montag nachmittag, dem 28.8. trafen und die Lieder durchgingen, die Mirjam als allererste und allerverlässlichste meiner ursprünglichen Gesangspartnerinnen ausgesucht und einstudiert hatte. Alfred notierte immer vorne zu die passende Cellostimme für Ingrid und so formten sich erste Klänge im Überaum unter dem Dach im Reichenfeld und es klang - wie ich fand - schon sehr, sehr schön! Das Eis war gebrochen! Der August fast geschafft!
27.09.17, 23:38 Michaela Kyllönen
Nach einem ersten regen Mailaustausch mit Frau Kraus vom Reichert-Verlag, bei dem noch Anpassungen und Ergänzungen rund um das Manuskript zu erledigen waren, bekam ich am 7. Juli den ersten Layoutentwurf als Pdf. Zwar war der Begleitbrief nicht ganz so erfreulich, sodaß ich für einen Moment dachte "Oh je, das war es dann wohl mit dem grossen Traum vom Buch", aber dann sah ich, daß ein Anhang dabei war und so schob ich die ernsten Zeilen mal beiseite und öffnete den Entwurf. Ich war sprachlos. Er war einfach nur wunderschön! Ich scrollte nach vor und zurück und staunte über die schöne Auswahl und Zuordnung der Bilder, über die nette Gestaltung rund um die Portraits und wie gut sich die Noten in das Gesamte einfügten. Ich war sprachlos und einfach happy.... ja genau.... ja genau so ein Buch wollte ich immer haben. Ich formulierte sofort ein Mail an den Verlag und konnte so meine Begeisterung ganz frisch und ungeschminkt in Worte fassen...und abschicken. Zwar war auch eine To-do-Liste dabei, es war noch nicht alles ideal, es gab noch Fehler und Wünsche, aber ich war natürlich motiviert und gleichzeitig sehr zufrieden, höchst persönlich an meinem Buch arbeiten zu können. In der Musikschule in Feldkirch installierte ich mich also zu Beginn der Sommerferien. Meine Jungs waren auf dem Sportcamp und ich musste kein Mittagessen kochen und konnte so am Computer sitzend Datei um Datei auf optische Fehler überprüfen, die Textstrophen blau stellen und vor allem die Schrifttype bei den Strophen vereinheitlichen und verkleinern. Ich vereinbarte ein Treffen mit meiner Kollegin von ((superar)) um anzuklopfen, ob sie mit dem Jugendchor beim Weihnachtskonzert finnische Stücke singen könnte oder bei der Buchpräsentation auftreten würde. Der gemeinsame Austausch war beflügelnd und sehr in meinem Sinne. Jetzt galt es noch, mit meinen potentiellen MusikerInnen eine Art Fahrplan zu erstellen, bevor jeder in seinen Ferien aus dem Sichtfeld verschwand. Doch es stellte sich heraus, dass vor Anfang August nichts gehen würde und so vertagte ich ein Ideentreffen auf den Folgemonat, nicht ohne mich abgesichert zu haben, meinen Kompagnon Alfred Dünser wieder fix im Boot zu haben. Denn so realistisch war ich schon zu wissen, daß ohne Alfred eine CD undenkbar wäre. Alfred war der kreative Musiker, der Arrangeur, der Notensetzer, der Pianist - schlichtweg die tragende Säule für die musikalische Schiene bei meinem Herzensprojekt. Meine Korrekturen an den Verlag weiterleitend verabschiedete ich mich in die Ferien mit meinen Kindern. Spain, we are coming! Aber die Ruhe und Entspannung hielt nur eine halbe Woche an, bis vom Verlag ein Mail mit dem angepassten Layout und dem ersten ausgedruckten Korrekturlauf kam. Jetzt wartete die Arbeit daheim, nur war ich mit meinem Zeitbudget am falschen Ort, mir fehlte das Equipment, um am Buch zu arbeiten. Ich war froh, als ich von meiner Layouterin erfuhr, dass sie selbst auf Urlaub ging und ich somit ein gewisses Zeitpolster hatte, um die Korrekturen zu erledigen. Von da an konnte ich auch die drei Wochen Ferien mit den Kindern geniessen. Und ich konnte mich auf die Heimkehr freuen, weil ich dann mein Buch würde vorantreiben und vervollständigen können....im August dann eben.
25.09.17, 22:30 Michaela Kyllönen
Die Buchpräsentation vom Klangfenster Finnland fand am 24.5. 2017 statt. Ich wählte das Datum aus, weil es am Vorabend von Christi Himmelfahrt war und so standen zumindest der Feiertag als freier Tag in Aussicht. Meine Schwägerin und meine Schwiegermutter reisten sogar aus Finnland an, um daran teilzunehmen und überhaupt schien mir das Datum rund um den 24. ein gutes Omen zu sein, ist doch Weihnachten auch am 24. und ich wusste, dass ich, sobald das "Klangfenster Finnland" in trockenen Tüchern war, mein ganzes Augenmerk nun auf das Herzensprojekt gerichtet sein musste. Denn das Zeitfenster war knapp. Die Lieder waren zwar alle fertig, aber welche Auswahl sollte ich treffen. Es ging wieder darum, nur lizenzfreie Stücke auszuwählen und damit fielen viele finnische Klassiker leider durch den Rost, weil gerade Sibelius bis 1957 gelebt hatte und somit 10 Jahre zu spät gestorben war, um ihn leicht in ein Buch zu packen, das keine Kosten verursachen sollte. So zupfte ich die lizenzfreien Titel aus der Fülle und hatte dann die gute Idee, bei den Stücken, wo die Melodie noch geschützt war, nur den Text zu verwenden, denn die Texte hatten alle Autoren und waren ursprünglich Gedichte, die dann vertont wurden. Dann war die nächste Hürde, eine Ordnung in die Lieder zu bringen. Nach welchen Kriterien wollte ich sie ordnen? Die Kinderweihnachtslieder und dann die lustigeren und dann die getragenen, religiösen Stücke? Oder nach Entstehungszeit oder nach dem Alfabeth? Da es mir wichtig war, auch die Komponisten sowie die Textdichter in einem Kurzportrait vorzustellen, fand ich es dann am stimmigsten, immer die Lieder hintereinander zu platzieren, die den selben Komponisten hatten, damit die Portraits auch dort zu finden waren, wo die passenden Lieder gesetzt waren. Es sollte eine Art Fluß entstehen beim Anschauen und Durchblättern und nach einer Weile hin- und herschieben fand ich dann auch eine gute Reihenfolge und fing an, die Infos für die Portraits zu recherchieren. Zugrunde lagen mir zwei gute finnische Bücher von Reijo Pajamo und Markus Similä, die die Weihnachtsliedliteratur in Finnland gut aufgearbeitet hatten und entsprechend Material darüber veröffentlicht hatten. Die Idee, die Portraits sowohl finnisch wie auch deutsch in das Buch zu packien, verwarf ich dann doch, weil es aufwandtechnisch sehr hoch gewesen wäre. Mein Finnisch ist zwar recht gut, aber doch zuwenig gut, um einen deutschen Text ins Finnische zu übertragen, dass er sich mit dem Original deckt. Und andere Leute dafür anzustellen, ehrenamtlich in kürzester Zeit hier zu helfen, erschien mir unrealistisch und zusätzlich würde es auch noch Platz beanspruchen und so entschied ich mich dafür, nur die Lieder mit dem Originalsprachentext zu setzen, die Begleitinfo dafür nur auf Deutsch. Am 7. Juni konnte ich das Manuskript auf die Dropbox laden und dem Verlag eine Einladung dazu schicken. Die intensive und konsequente Arbeit am Weihnachtsliederbuch war soweit geschafft und das Material für das Layout zusammengetragen. Jetzt hieß es ein wenig zurücklehnen und abwarten, im Hintergrund die Fühler ausstrecken nach interessierten MusikerInnen, damit das CD-Projekt nicht nur eine Option bleibt......YESSSS!
22.09.17, 11:30 Michaela Kyllönen
Am 10.2.2017, dem Tag des Lichtmessfeuer, einem richtigen Frauenkrafttag, beginne ich den Eintrag im Manifest. Das Manifest, ein Buch, das mich jetzt durch den Kurs Think big evolution begleiten wird, ist ziemlich leer. Ich schreibe mein Powerziel hinein, daß ich, Michaela Mitte März einen Verlag gefunden habe, der mein Weihnachtsliederbuch in finnisch und deutsch auflegt, das ich dann im September in Händen halten kann. Fortan besteht meine Aufgabe darin, täglich am Morgen dieses Powerziel im Manifest aufzuschreiben, eine Art Ritual. Jeden morgen stehe ich jetzt auch eine halbe Stunde früher auf, ich mach das für mein Powerziel.... und diese halbe Stunde nütze ich, um mir ein Video von Veit Lindau anzuschauen, der mich mit seinen Gedanken, seinen Aufgaben und Inspirationen durch diesen Kurs hindurch begleitet. Ein Kernaspekt ist schon bald, drei heilige Handlungen zu finden, die mein Ziel unterstützen. In der ersten Woche gehört dazu, mal über das Internet nach potentiellen Verlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu suchen und eine Liste anzulegen mit Adresse und Telefonnummer. Manchmal ist meine heilige Handlung auch, einer Freundin davon erzählen oder jemanden um einen Tipp bitten, was ich denn auch noch machen kann. Damit mir diese Handlungen nicht ausgehen, beginne ich, jeden Tag 3 - 5 Verlage per Mail anzuschreiben, und weil natürlich in den seltensten Fällen auch Antworten zurück kamen, nach einer weiteren Woche diese alle telefonisch zu kontaktieren. Ich suche auch nach potentiellen Partnern mit Know-how rund um die Begleit-CD und erhalte immer wieder wertvolle Anregungen, die ich dann weiterspinne. Ein besonderer Moment ist, als ein Mailaustausch mit Henner Diederichs vom Ensemble Rossi beginnt.... dieses Ensemble hat eine wunderbare CD Weihnachtsmusik aus aller Welt herausgebracht und ist für mich daher als Partner durchaus interessant. Zudem schreib ich seit langem wieder Briefe und Ansichtskarten, nämlich an finnische Sänger und Herausgeber und Chorleiter, deren Mailadresse ich sonst nicht finden kann. Deshalb gibt es dann auch solche Highlights, wo auf eine Karte dann ein Mail eintrifft, das mir eine neue Spur legt. Oder als ich einen Autor in Finnland ausfindig machen kann, der Bücher über die Weihnachtsliedkultur in Finnland publiziert hat, da bin ich einfach glücklich. Reijo Pajamo ist dann sogar so großzügig und schickt mir eines seiner Bücher mit einer wunderbaren Widmung, die tief im Herzen berührt. Schon bald nach den Startlektionen kommt ausserdem das Visualisieren dazu... Gott sei Dank fällt mir das leicht, mir innere Bilder vorzustellen vom Gelingen des Powerziels und so stoße ich vor meinem inneren Auge täglich mindestens 3 Mal mit meiner Freundin an, freudestrahlend und herzlich, weil ich das Erreichen des Ziels feiere. Manchmal sehe ich mich über die Schwelle des Verlags schreiten und die Hand mit der Verlagsleitung schütteln, ein ander Mal sehe ich mich auf der Buchpräsentation mit Gästen plaudernd. Da ich Eltern-Kind-gruppen unterrichte und wir in jeder Stunde eine "Streichelchen" Einheit haben, bei der wir am Boden liegend einer schönen Musik lauschen und mit einem Stoffpüppchen unser Gesicht streicheln, kann ich an den Unterrichtstagen sogar stündlich visualisieren. Ich glaube, ich hab sehr oft ganz breit geschmunzelt dabei aus Freude über das erreichte Ziel...das ich mir schon so lebhaft vorstellen konnte. Ein Teil des TBE war auch der Austausch in der Gruppe auf der Plattform des Human trust und dort hatte ich auch mit Fragen Platz. Natürlich gab es auch Schattenarbeit, weil wir allzuoft unseren Erfolg durch unsere unbewussten Glaubenssätze torpedieren. Jedenfalls rückte das Ende des Kurses näher und ich hatte die Listen durchtelefoniert und auch reichlich Absagen erhalten, aber trotzdem immer im Hinterkopf eine Perspektive gesehen und so kam der Abschluß des Kurses und die Frage, wie weiter. Da ich mich schon mal an das Aufstehen gewöhnt hatte (ein Teil der Erfolgsroutine), wollte ich spontan einfach am morgen wieder eine alte Lektion auffrischen, man konnte sie tatsächlich mehr als einmal anhören. Dann kam die Fastenwoche und ich verwendete die Morgenzeit nun für kurze Yogaeinheiten. Aussderdem forderte mich die Vorbereitung für die Buchpräsentation vom "klangfenster Finnland", meinem "Probelauf" rund um finnisch-deutsche Liederbücher, sodass ich ein wenig losließ, das Visualisieren noch weitermachte und auch jeden Abend im Manifest Bilanz zog. Rückblickend gesehen kann ich nicht sagen, wann genau die Zusage vom Reichert-Verlag dann auf dem Tisch war. Aber irgendwann in einem Mail war sie einfach da. SIE WAR DA! Das Mail sehr freundlich und liebevoll und auch Tacheles redend formuliert.... dass es eben ein völkerverbindendes Goodwillprojekt seitens des Verlages ist und niemand daran wird verdienen können. Das war doch einfach nur GENIAL! Gaaaanz viel Dankbarkeit stieg in mir auf. Nun wusste ich, was ich, sobald der Wonnemonat Mai, der gespickt war mit Terminen, geschafft war, tun würde: Mein Manuskript für das Weihnachtsliederbuch in Windeseile fertigstellen.
20.09.17, 07:12 Michaela Kyllönen
In den Weihnachtsferien 2016/2017 liegt das gelayoutete Manuskript vom Doblinger, das den schönen Namen "Klangfenster Finnland" tragen wird, auf dem Tisch. Es gibt noch Notenkorrekturen einzutragen, in rot, damit sie gut erkennbar sind. Mit Alfred zusammen gehen wir die Stücke wieder und wieder durch, damit weder musikalische Fehler noch Rechtschreibfehler noch Satzfehler drin sind....und in den Weihnachtsferien haben wir auch Zeit. Im Jänner soll dann alles zurück zum Grafiker. Mit der Auswahl des Titelbildes gibt es noch ein wenig Diskussionsbedarf. Ich hab zwar einige Bilder zur Verfügung gestellt, aber davon wurde ausgerechnet jenes favorisiert, mit dem ich mich am wenigsten identifizieren kann. Aber da finden wir dann eine Lösung und es wird schlußendlich ein schönes, klischeehaftes Bild von Finnland, Wasser, Boot und blauer Himmel. Während also die Arbeit am Klangfenster in die finale Phase geht, beginnt auch das Jahr im Human Trust, einer grossen Online-community wieder neu und mit ihm kommen Anregungen, wie man das frische Jahr auch neu und effektiv anpacken kann. Für den Februar wird der TBE-Kurs angesetzt. TBE für Think big evolution. Ich hatte den schon mal mitgemacht, vor Jahren, allerdings mit einem wenig konkret greifbaren Ziel. Ich überlege.....eigentlich ist jetzt 2017, bald Februar und bald rückt das Thema Weihnachten wieder in die Ferne...noch steht der Christbaum dekoriert im Zimmer. Jetzt hab ich mein Ziel mit dem Liederbuch erreicht. Hab ich es wirklich erreicht? Ist es nicht ein klein wenig ein Abspeisen....ich will gern Sahnetorte....na ja, o.k. nehm ich halt den trockenen Marmorkuchen... besser den Kuchen als nichts. Aber eigentlich, ganz eigentlich will ich, ja ich WILL wirklich immer noch ein Weihnachtsliederbuch haben und JETZT IST 2017. Und wann anpacken, wenn nicht jetzt, doch eigentlich eh schon recht spät. Also nehm ich mir das zum Ziel, einen Verlag zu finden, der mir mein Liederbuch herausbringen wird. Und ich beginne mit dem TBE mit dem grossen Feld des Human trust in der zweiten Februarwoche. Mein Manifest ist gerichtet, in der Gruppe hab ich mich eingetragen. Let's go for it!
17.09.17, 20:10 Michaela Kyllönen
Praktisch, dass Weihnachten kurz vor dem Jahreswechsel ist und man dann Ferien hat und so auch Zeit, schöne Bücher aus dem Regal zu ziehen, sich aufs Sofa zu setzen und Lieder anzuhören oder selber zu singen. Das Ritual mit dem Weihnachtsliederbuch mit Bildern von Rudolf Koivu zählte an Weihnachten dazu. Jetzt hatte ich mir ein weiteres Buch bestellt, in dem ich eine Fülle von Weihnachtsliedern entdeckte, die ich gar nicht kannte. Aber Gott sei Dank findet sich auf Youtube so ziemlich alles und so habe ich manchmal ein neues finnisches Weihnachtslied in der Endlosschleife gehört, bis ich es intus hatte. Dann tippte ich die Noten ins Muscore-Programm und fing mit der groben Übersetzung an. An diesem Jahresbeginn 2016 erlitt mein Taufpate einen Schlaganfall und musste in einem Pflegeheim betreut werden. Oft besuchte ich ihn mit der Gitarre auf dem Rücken und sang, an seinem Bett sitzend, Weihnachtslieder für ihn. Auf dem Weg, während der Zugfahrt lag da mein Notizblock und dazu der grob ins Deutsche übersetzte Text. Hier hatte ich Zeit, nach Reimen zu suchen, Wörter zusammen zu stellen und vor mich hinsummend auszuprobieren, wie es zusammen spielte. Meine Liedsammlung wuchs Richtung 50 Stück an und so langsam schien mir das eine schöne Menge zu sein, ausreichend für ein Buch. Dann gingen die Weihnachtsferien vorrüber, mein Göte wurde nach Feldkirch übersiedelt und so fielen die Zugfahrten weg und die bekritzelten Blätter verschwanden auf einem Haufen in der Nähe des Schreibtisches. Dann war einige Monate der Fokus dahin, es gab anderes, das mich beschäftigte und forderte. Erst eine Fortbildungswoche in Wien erinnerte mich wieder daran, dass ich ja eigentlich gern ein Liederbuch hätte. Ich meldete mich beim Doblinger Verlag, bei dem ich schon mehrfach nette Gespräche geführt hatte, nur eben nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Immerhin, wir vereinbarten einen Termin am Tag meiner Ankunft in Wien und so stiefelte ich dann auch Ende August auf das ehrwürdige Haus mitten in Wien zu und wurde von Frau Böckle sehr freundlich empfangen. Ich hatte sicherheitshalber einige Unterlagen mit, unter anderem auch das Buch, das mir all die Jahre als Vorbild gedient hatte. Zum Gespräch gesellte sich auch Frau Pachowsky, die Verlagsleitung und es war ein sehr nettes und freundliches Gespräch. Die beiden Damen bekundeten grundsätzliches Interesse an einer Ausgabe finnischer Lieder, eben ein wenig Volkslied, ein wenig Kinderlied und meinetwegen auch ein paar Weihnachtslieder. Da ich davor drei Wochen in Finnland war und mich ein wenig hineingehört hatte in die Volksliedkultur, die mir bislang eher wenig vertraut war, sagte ich dann einfach zu. Der Gedanke, besser so ein Buch als gar nichts, schien mich unbewusst anzutreiben. Zudem war ich motiviert von dem vielen Input des finnischen Sommers. Kaum wieder auf der Strasse, rief ich auch schon meinen Kollegen Alfred Dünser an. Es war klar, ich brauchte seine Mithilfe, denn Doblinger wollte kein reines Liederheftchen, sondern eine Ausgabe für Klavierbegleitung und Flöte, mit ein paar Zeilen Info zu den Liedern und der deutschen Übersetzung. Alfred sagte sofort zu und erwähnte auch gleich, dass es ihm recht ist, wenn wir das ganz flott anpacken. Wir hatten zwar ein Zeitfenster bis Dezember 2016 für die Abgabe des Manuskripts, aber ich wusste für mich, dass ich im Spätherbst keine Kapazität mehr haben würde für Übersetzereien und Alred sah das ähnlich. Je rascher, je besser. Mein erster Akt im Hinblick auf das Buch war, ein Mail zu verfassen an Finnen und Finninnen, die ich kannte mit der Bitte, mir aus den drei Kategorien Volkslied, Kinderlied und Weihnachtslied ihre jeweils 5 Favoriten zu mailen. Damit wollte ich eine Liste erstellen und nach Überschneidungen suchen, was denn für meine Befragten zu den Lieblingsliedern zählte. Die Weihnachtslieder waren rasch klar, bei den Volksliedern gab es ein paar wenige Favoriten und bei den Kinderliedern waren die Lieblingshits enorm breit gestreut und unterschiedlich. Ausserdem waren die meisten Kinderlieder sehr neue Stücke und somit nicht kostenlos verwendbar. Das war aber eine klare Vorgabe vom Verlag. Und so fielen leider ganz viele Lieblingskinderlieder aus dem Rennen. Nach ca vier Wochen Recherche standen die "Sieger" fest und die Übersetzungsarbeit konnte starten. Das Schöne an dieser Arbeit ist, dass sie - einmal angefangen - richtig zu "flutschen" beginnt, wenn man ins Reimschema kommt und mit den Melodien und Worten schwanger geht. Wann immer ich ein Stück fertig hatte, schickte ich es weiter an Alfred und es kam in seine Obhut. Und als Alfred dann Ende Oktober auf Wienreise war, da hatten wir das Manuskript fast fertig. in den Musikstunden zerkaute ich die Stücke mit meiner Gesangslehrerin auf Sangestauglichkeit und Sprachfluss, nahm die eine oder andere kleine Korrektur vor und probierte erneut, ob es jetzt rund war. Es dauerte dann noch bis Dezember, bis es beim Grafiker landete, dafür war dieser derart flink, dass schon Tage später die erste Layoutversion ausgedruckt auf dem Tisch lag. Ein Gefühl der Befriedigung breitete sich aus.... ein Gefühl von "Jetzt haben wir schon mal was richtig Gutes geschafft". Damit konnten wir sehr zufrieden mal wieder Weihnachten feiern.
12.09.17, 21:40 Michaela Kyllönen
Da waren sie nun also, die 10 übersetzten Weihnachtslieder, auf die ich ganz schön stolz war und mit denen wollte ich hausieren gehen. In der Musikschule Feldkirch, meinem Arbeitsplatz, sprach ich den Akkordeonlehrer an, der gleich offen und neugierig war und bereit, sich mit mir zusammen zu setzen und das Material mal anzuschauen. Ein erstes Treffen fand statt, danach laaaange nichts mehr. Es wurde wärmer und Weihnachten als Thema verschwand so ziemlich aus Köpfen und Gedanken. Ich hielt es ein wenig am Köcheln, in dem ich mal einen Buchentwurf zusammenstellte und damit ein paar Verlage ködern wollte. Ich fand, es ist leichter, sein Vorhaben mit etwas konkret Betrachtbarem zu vermarkten. Ich hatte da auch ein paar interessante Gespräche, unter anderem mit der Verlagsleitung vom Doblinger Musikverlag, aber alles in allem verliefen die Gespräche doch im Sand. Ich hoffte, durch die Musikschule und meine Kollegen weiter zu kommen, eventuell das Buch in Zusammenarbeit mit der Musikschule zu verlegen und ein Adventkonzert mit diesen Liedern zu machen. Bei der Schlußkonferenz vor den Sommerferien einigte man sich dann auf das Thema "Nordische Weihnacht" für das Adventskonzert und damit starteten wir in den Sommer. Im Herbst zog dann mein von da an kongenialer Partner Alfred Dünser mit mir am finnischen Liederstrang und trieb das ganze voran, sodass für das Konzert dann eine schöne Fülle an Arrangements zusammenkam, mehrstimmige Sätze und schöne Arrangements für die unterschiedlichsten instrumentalen Besetzungen. Es war schon ein bewegender Augenblick für mich, als zum ersten Mal diese "meine Lieder" bzw. die finnischen Lieder mit meiner Übersetzung erklangen und einem Publikum vorgetragen wurden. Die Kirche in Altenstadt war voll belegt und das Programm fand guten Anklang, das Feedback war erfreulich und ähnlich bewegt fühlte ich mich selber. Da hatte ich doch etwas Besonderes geschafft. Zwar gab es weder ein Buch und eine CD sollte erst noch nachträglich eingespielt werden, aber immerhin waren die Lieder nun erprobt worden und sie hielten, was sie versprachen.... sie kamen gut an, trotz ihrer Mollklänge und der Wehmut, die ihnen innewohnte. Ich war also fürs Erste zufrieden und widmete mich in den Weihnachtsferien weiteren Liedern. Denn irgendwie wurde mir bewusst, dass sich mit 10 Liedern eigentlich kein ganzes Buch füllen ließ und überhaupt gab es noch soooo viele schöne finnische Stücke... also ran an die Arbeit .... und so kamen zwischen Weihnachtsschinken und Raclettekäse eine Fülle an Lieder dazu. Meine Fertigkeit, Noten am PC zu schreiben und die Texte so zu verfassen, damit der Rhythmus in beiden Sprachen gleich bleibt, nahm mit jedem Lied erfreulich zu, ebenso die Fertigkeit im Reimen und Dichten. Nur manchmal gab es Stücke, an denen ich lange brütete und mehrere Anläufe brauchte, um sie fertig zu stellen. Da sah vielversprechend aus!
11.09.17, 15:30 Michaela Kyllönen
Es war an Weihnachten vor vielleicht 16 Jahren, als mir meine finnische Schwiegermutter ein wunderschön illustriertes Liederbuch schenkte mit einer Fülle an finnischen Weihnachtsliedern. Die meisten kannte ich gar nicht, aber einige wenige, die mir schon sehr im Ohr waren und mich berührten, die konnte ich nun endlich mit dem richtigen Text mitsingen. Fortan hat mich dieses Liederbuch jahr für Jahr an Weihnachten begleitet, ich zog es hervor, wenn wir den Christbaum aufstellten und schob es zurück ins Regal, wenn Maria Lichtmess schon längst vorbei war. Ich liebte diese Musik, sie brachte in mir etwas zum Schwingen und ich bedauerte es oft, dass ich diese Lieder nicht mit anderen aus dem Ländle singen konnte, die Sprachbarriere war zu gross. Mein absolutes Lieblingslied "Der Spatz am Weihnachtsmorgen" sollte dann mein erstes Stück sein, an dem ich einen Übersetzungsversuch wagte und er gelang sogar. Ich schob das Blatt mit der Übersetzung zwischen die Buchseiten und verstaute das Buch wieder im Regal. So richtig an Fahrt auf nahm meine Liederbuchgeschichte, als wir 2014 nach 17 Jahren Abstinenz wieder mal an Weihnachten nach Finnland fuhren, um gemeinsam mit unseren Lieben dort zu feiern. Meine Schwägerin nahm mich mit zu den sogenannten "Die-schönsten-Weihnachtslieder-Events", bei dem in einer Kirche Heftchen ausgeteilt werden und dann gemeinsam Weihnachtslieder gesungen werden. Das war einfach wunderschön, so richtig tief einzutauchen in diese Musik. Ich war also in Finnland, hatte Bücher, Noten, wandelnde Wörterbücher für Übersetzungsengpässe, und vor allem hatte ich viel Zeit. Ich hatte keine Ambitionen, draussen Hockey zu spielen und so klemmte ich mich hinter die Lieder und Texte und fing ganz systematisch an, 10 weitere Lieder aus dem Finnischen ins Deutsche so zu übertragen, dass sie singbar waren und dass trotzdem der Charakter des Stücks, der Inhalt möglichst unverfälscht blieb. Mit vielen handbeschriebenen Zetteln kam ich nach Hause, nach Österreich zurück... es gab was zu tun. Die Texte wollten im Computer jetzt mit dem Notenbild verbunden werden. Der Wunsch nach einem Weihnachtsliederbuch, gleich mit CD und Konzert nahm wieder Gestalt und Form an und ein drei Jahre langer Weg hin zu diesem recht groß gesteckten Ziel hatte begonnen.