Crowdfunding beendet
Wie funktioniert antike Magie? Und woher wissen wir, was wir darüber wissen? Mehr als 80 antike Zauberbücher mit über 600 Ritualen sind heute bekannt, dazu kommen gut 5.000 archäologisch überlieferte magische Artefakte. Das Sachbuch gibt erstmals in deutscher Sprache einen spannenden Überblick über diese geheimnisvollen Zaubertexte und rätselhaften Artefakte und macht wissenschaftliche Erkenntnisse aus der internationalen Magieforschung einem breiten Publikum zugänglich.
569 €
Fundingsumme
13
Unterstütz­er:innen
Joy Lange
Joy Lange Projektberatung Applaus, Applaus. Dieses Projekt nimmt alle wertvollen Crowdfunding Erfahrungen mit. Ich bin gespannt was als nächstes kommt.
21.01.2022

Warum sind beschriftete Artefakte so wichtig für die Magieforschung?

Kirsten Dzwiza
Kirsten Dzwiza3 min Lesezeit

Artefakte nehmen eine zentrale Rolle in den Ritualen der antiken Zauberbücher ein. Das Problem ist, dass wir bei den archäologisch überlieferten Artefakten - also die, die einmal Bestandteil eines Zauberrituals waren und die wir in der Hand halten können - nur sehr wenig über ihre Entstehung und die rituellen Kontexte wissen, in die sie eingebunden waren. Der Grund dafür ist einerseits, dass die überwiegende Mehrheit der Artefakte aus dem Antiquitätenhandel kommt und hier Informationen zu den Fundumständen in der Regel fehlen. Doch selbst bei gut dokumentierten Ausgrabungen erfahren wir andererseits nur selten mehr zu einem magischen Artefakt als dessen Fundort, zum Beispiel ein Grab oder ein Tempel. Warum das Artefakt genau dort liegt und wie das begleitende Ritual gestaltet war, darüber erfahren wir kaum etwas.

Genau hier sind die Zauberhandbücher eine unschätzbare Hilfe, denn in ihnen sind diese fehlenden Informationen festgehalten. Die Zauberbücher ermöglichen es uns, die gefundenen Artefakte besser zu verstehen und zu deuten. Diese wiederum belegen, dass die antike Zauberpraxis nicht abseits der Gesellschaft von einer kleinen Anzahl im Verborgenen praktizierender Magier durchgeführt wurde, sondern quer durch alle Gesellschaftsschichten einen wesentlichen Bestandteil antiker Kulturen ausmachte

Deswegen werden die Ritualbeschreibungen im zweiten Teil des Buchs mit Beispielen aus der Praxis ergänzt. Jede Beschreibung ist in mehrere Sektionen unterteilt und beginnt mit der Übersetzung der Ritualanleitung. Darauf folgt die schrittweise Besprechung des Rituals und der ihm zugrunde liegenden Vorstellungen. Bei Artefakten mit Beschriftung wird diese im Anschluss daran behandelt. Die Mehrheit der vorgestellten Rituale beinhaltet beschriftete Artefakte.

In der archäologischen Überlieferung haben schrifttragende Artefakte den Vorteil, dass wir sie einfacher als magisch identifizieren können. Denn ohne Beschriftung ist es in den meisten Fällen unmöglich, ein Artefakt als magisch zu erkennen. Ein schön geschliffener Schmuckstein in einem Grab kann ohne weiteres als Grabbeigabe gedeutet werden. Erst dann, wenn er mit einer Zauberformel, magischen Zeichen oder einer Beschwörung beschriftet ist, wissen wir, dass er mehr war als reiner Schmuck.

An diese Besprechungen schließt sich die Sektion mit Beispielen aus der Praxis an, also der archäologischen Überlieferung. Am Ende jeder Besprechung wird bei den beschrifteten Artefakten die Beschriftung im Originallaut der Anleitung wiedergegeben. Wurde das Artefakt in der Zauberanleitung abgebildet, wird eine Kopie davon beigefügt. Zu einigen Ritualbeschreibungen gibt es eine weitere Sektion mit zusätzlichen Anmerkungen. Den Schluss bilden die Quellenangaben.

Bildnachweis mit Link zur Quelle: Umzeichnung eines Artefakts in Papyrus 124 (PGM X, 24-35), British Library.
(C) Kirsten Dzwiza unter einer CC BY-NC-SA Lizenz

http://www.bl.uk/manuscripts/FullDisplay.aspx?ref=Papyrus_124

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Wie funktioniert antike Magie?
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