Projekte / Musik
In einer Zeit, in der Frauen im Kirchenstaat das Singen und Musizieren immer wieder durch verschiedene päpstliche Edikte verboten wurde, ist - allen Widrigkeiten zum Trotz - wunderschöne, bislang kaum gehörte Musik von Komponistinnen entstanden. Wir, das Barockensemble Spirit of Musicke (Maria Loos, Blockflöten, Christine Busch, Barockgeige, Gabriele Ruhland, Barockcello und Gambe, Veronika Braß, Cembalo) möchten diese Musik in die Konzertsäle bringen und nehmen dafür die CD und das Video auf.
Salzburg
7.057 €
9.400 € 2. Fundingziel
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Projekt erfolgreich
25.02.18, 19:47 Gabriele Ruhland
Die Annäherung an einen Menschen, über den keine Lebensdaten bekannt sind, ist relativ schwierig..., jedoch der Zugang über die Musik liegt den MusikerInnen doch nahe. Fest steht für uns auf jeden Fall, dass die Fragestellung, ob wirklich eine Frau dahintersteht, dadurch entkräftet wird, dass ein männliches Pseudonym für eine Frau mögliche Vorteile in Form von weniger Vorurteilen brachte, ein weibliches Pseudonym für einen Mann aber keine Vorteile brachte. Also wollte diese komponierende Frau zwar ihren Namen nicht preisgeben, aber ihr Frausein nicht leugnen. Erst einmal hatten wir vom Archiv Frau und Musik Faksimile-Kopien der Sonaten und der Divertimenti, schön geschrieben und gut lesbar, in der Zwischenzeit gibt es eine sehr schöne Ausgabe vom Furore-Verlag. Wir spielen weiterhin gerne vom handgeschriebenen Notenbild, es vermittelt uns mehr Ausdruckskraft... Wir erleben diese Musik als sehr vielfältig und differenziert, ein Spiel mit verschiedenen Stilen auf engstem Raum, in kurze Sätze gepackt, wie es die Aufgabe eines Divertimentos sicher war, und so hören wir corellihafte italienische Elemente, deutsche empfindsame und auch französische Einsprengsel. Unterhaltsamer Musikgenuss, anders kann man das nicht nennen.
05.02.18, 23:16 Gabriele Ruhland
Über das persönliche Leben Isabella Leonardas ist uns nur wenig bekannt. Sie wurde am 6.September 1620 in der norditalienischen Stadt Novara geboren. Isabellas Vater war adeliger Abstammung und als Doktor der Rechte ein angesehener Bürger Novaras. Im Alter von 16 Jahren trat Isabella Leonarda in das Collegio di Santa Orsola in Novara ein, ein Konvent des Ursulinen-Ordens, wo sie bis zu ihrem Tod 1704 lebte. 1686 wurde sie Madre Superiora dieses Konvents, und 1693 Madre Vicaria . Isabella Leonarda nimmt in der Musikgeschichte einen wichtigen Platz ein, da ihre Kompositionen einen zweiten Höhepunkt der von Italien ausgehenden Blüte kompositorischen Schaffens von Frauen darstellen. Diese zweite Welle gipfelt in der Ausbildung von Mädchen in den venezianischen Ospedali (wo auch Vivaldi später Mädchen in Komposition und am Cello ausbildete, was zur verstärkten Hinwendung zur Kammermusik und Instrumentalmusik führte, und woraus dann auch Anna Bon hervorging, die wegen ihrer Qualität an den Hof von Wilhelmine von Bayreuth geholt wurde). Leonardas Werk steht markant neben den Schöpfungen ihrer männlichen Zeitgenossen, wie z.B. Maurizo Cazzati oder Giovanni Legrenzi. Trotz der auffälligen Zunahme komponierender Frauen um 1600 war ihre Zahl im Vergleich zu den Komponisten im 17.Jahrhundert sehr gering. Auch blieben die Werke auf wenige musikalische Gattungen beschränkt. Als um so bedeutender ist die außergewöhnliche kompositorische Produktivität Isabella Leonardas zu bewerten. Ihre nahezu 200 Kompositionen sind in 20 Bänden enthalten, darunter mehr als 120 ein- bis vierstimmige Motetten, zahlreiche Dialoge, Psalmen, Responsorien, Litaneien, vier Messen, eine Marienvesper sowie zwölf Sonate da chiesa . Ungewöhnlich erscheint nicht nur die ungehinderte Produktivität zu einer Zeit, in der anderorts massive Verdikte der Kirche über die Musik in Konventen andere Talente zum Schweigen brachten, sondern auch die große Zahl ihrer Veröffentlichungen, bedenkt man, dass der überwiegende Teil der italienischen Musik aus der zweiten Jahrhunderthälfte nur handschriftlich überliefert ist. Leonardas Sterbedatum, der 25.Februar 1704, ist im Familienarchiv in Gattico bezeugt, einem kleinen Ort in der Nähe von Novara, wo heute noch Nachfahren der Komponistin leben. (Zusammenfassung von Edith Homoki nach einem Artikel von Elisabeth Schedensack)
01.02.18, 21:00 Gabriele Ruhland
Wann fing das überhaupt an mit unserem Interesse für die Komponistinnen? Es muss 1998 oder 1999 gewesen sein, wir lasen Bücher, 1995 erschien von Danielle Roster: Allein mit meiner Musik - Komponistinnen in der europäischen Musikgeschichte, und dieses Buch hat mich, hat uns fasziniert, und wir fingen an, Noten zu suchen, nahmen Kontakt auf zum Archiv Frau und Musik, das damals noch in Kassel war, und so kamen langsam Stücke zusammen, und auch andere Bücher, von Eva Weissweiler, von Elisabeth Schedensack, und wir traten über die Musik in spür- und hörbare Beziehung zu den Komponistinnen, zu Elisabeth Jacquet de la Guerre, zu Anna Bon, zu Isabella Leonarda, zu Anna Amalie, Prinzessin von Preußen, die alle auf unserer ersten Komponistinnen-CD vertreten sind. Komponistinnen-Konzertprogramme reiften heran, die sehr gut ankamen, und seit 1999 arbeiten wir ständig daran, sie weiterzuentwickeln. Isabella Leonarda war 1693 die erste Frau, deren Sonaten gedruckt wurden. Sie schrieb in jeder freien Minute ihres Klosterlebens und komponierte bis ins hohe Alter. Aufgrund ihrer zahlreichen Kompositionen und deren Aufführung war das Ursulinenkloster in Novara, dem sie lange als Äbtissin vorstand, ein großer Anziehungspunkt für viele Komponisten dieser Zeit. Ein ausführlicher Artikel über sie demnächst an dieser Stelle...

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