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Unsere Zeitung »Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße« ist eine dokumentarische aber parteiergreifende Untersuchung der Verhältnisse in den Vierteln rund um die Eisenbahnstraße im Osten von Leipzig, wo 2018 eine Waffenverbotszone eingeführt wurde. Nun wollen wir eine 2. Ausgabe der Zeitung herausbringen, denn uns fehlen noch wichtige Stimmen aus dem Viertel und bestimmte Aspekte im Diskurs. Die neue Ausgabe soll wieder durch einen freien Preis einkommensunabhängig zugänglich sein.
6.582 €
9.900 € 2. Fundingziel
120
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich

Projekt

Finanzierungszeitraum 23.01.20 13:14 Uhr - 23.02.20 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum März - Mai 2020
Fundingziel 6.500 €

Wir können die 2. Ausgabe realisieren! D.h. Recherche, Gespräche, Transkribieren, Fotografieren, Scannen, Bilder editieren. Layout Mitte April, Druck Anfang Mai

2. Fundingziel 9.900 €

Wir werden die Texte ins Arabische und Englische übertragen, als extra Beilage drucken u. damit einen sprachübergreifenden Dialog anregen

Kategorie Journalismus
Stadt Leipzig
Worum geht es in dem Projekt?

Seit November 2018 ist die Gegend rund um die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten laut BILD-Zeitung „endlich entschärft“, hier wurde die erste sächsische Waffenverbotszone eingerichtet. Schon vorher durfte die Polizei verdachtsunabhängige Kontrollen an diesem „Gefährlichen Ort“ durchführen. Nun wurden rings um das Gebiet noch Verbotstafeln aufgestellt und für das Mitführen von Waffen sind bis zu 10.000€ Strafe fällig, sowie bis zu 1.000€ für das Mitführen von „gefährlichen Gegenständen“.

Doch die Eisenbahnstraße ist auch ein gefährlicher Gegenstand für jede journalistische, dokumentarische, künstlerische Auseinandersetzung. Unmöglich scheint es, mit unvoreingenommenem Blick Bilder zu machen und zu zeigen. Zu gefestigt sind die Bilder im Kopf, kommt die Eisenbahnstraße doch seit Jahren durch Schlägereien, Schießereien, Drogenhandel, Messerattacken in die Schlagzeilen, oft verbunden mit einer diffusen Zuschreibung dieser Taten an nicht-deutsche oder nicht-weiße Menschen.

Im August 2019 veröffentlichten wir die Fotozeitung "Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße", in der wir dem Stigma "Schlimmste Straße Deutschlands" (ProSieben) ein differenziertes kritisches Bild entgegen setzen. Dafür führten wir lange Gespräche mit Anwohner*innen, verwendeten Videostills aus einschlägigen TV-Dokumentationen und eigenen Bodycam-Aufnahmen und fotografierten besondere Orte im Viertel mit einer Großformatkamera. Wir wollen so das mediale Bild des Viertels ergänzen; den einschlägigen Berichten und Polizei-Darstellungen Stimmen aus der Nachbar*innenschaft entgegen setzen.

Nun wollen wir – mit euer Hilfe – eine zweite Ausgabe herausbringen. Sie soll weitere Gespräche mit Anwohner*innen beinhalten: wir wollen fragen ob sie sich sicher im Viertel fühlen, wie die Waffenverbotszone ihren Alltag beeinflusst und was sie sich allgemein für ein Miteinander im Viertel wünschen.
In der neuen Ausgabe wollen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Zusammenhänge zwischen sogenannten gefährlichen Orten und Verdrängung legen. Dafür werden wir mehr zu den Erfahrungen mit solchen Prozessen in anderen Städten recherchieren, in den Gesprächen darauf eingehen und mit der Großformatkamera besonders die Orte in den Blick nehmen, an denen sich solche Zusammenhänge schon an der Oberfläche zeigen, wie z.B. auf den letzten Brachflächen im Viertel. Wir werden auch weiter mit der Bodycam und in den sozialen Netzen nach Bildern suchen, die diese Zusammenhänge beleuchten.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Wir wollen die „Single Story“ (Chimamanda Ngozi Adichie) der Eisenbahnstraße um ein differenziertes Bild ergänzen. Den Darstellungen bestimmter Medien, Parteien und der Polizei wollen wir Stimmen der Anwohner*innen entgegensetzen und somit das Stigma „Gefährlicher Ort“, das über den Vierteln liegt, ein Stück weit aufbrechen. Dabei ignorieren wir nicht, dass es wirkliche Probleme im Viertel gibt – im Gegenteil – wir denken aber dass weder die Waffenverbotszone, die rassistischen Polizeikontrollen noch das mediale Bashing des ganzen Stadtteils wirklich zur Problemlösung beitragen. Ein Ziel ist es daher, ein Umdenken bei den Verantwortlichen zu erreichen oder wenigstens einzuleiten.

Wir richten uns dabei an alle, die an kritischer und differenzierter Presse, an Stimmen aus dem Viertel interessiert sind. Das betrifft nicht nur Anwohner*innen der anliegenden Viertel der Eisenbahnstraße, auch nicht nur alle Menschen, die in einem freieren Leipzig leben wollen. Das hier geht an alle, die mit solchen politischen Maßnahmen Probleme haben, die den Polizeiaktionen im Schanzenviertel in Hamburg zu G20, im Hambacher Forst, in den Berliner „Gefahrengebieten“ am Görlitzer Park und am Kottbusser Tor misstrauisch gegenüber stehen, oder die an den Perspektiven derer interessiert sind, deren Alltag in solchen Vierteln stattfindet.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Wenn du – wie wir – daran glaubst, dass jeder Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden muss, um gut eingeschätzt werden zu können, dann solltest du uns unterstützen, noch mehr Stimmen aus dem Viertel zu veröffentlichen.

Wenn du – wie wir – es wichtig findest, diskriminierenden Darstellungen deutlich zu widersprechen und in eigenen Medien vielfältige Perspektiven zu verbreiten, solltest du uns helfen, dass wir auch die zweite Zeitung zu einem freien Preis verteilen können.

Wenn du – wie wir – möchtest, dass beide Ausgaben unserer Zeitung übersetzt werden können, solltest du uns beim Erreichen unseres 2. Fundingziels helfen.

Wenn du – wie wir – es liebst Gespräche, Texte und Fotografien gedruckt auf Zeitungspapier in der Hand zu halten, solltest du dir dringend als Dankeschön für deine Unterstützung unsere Zeitungen zukommen lassen.

Wenn du – wie wir – begeistert bist für das Erzählen von Persönlichem/Politischen durch Fotografie und Film, solltest du dir eine Projektbegleitung für dein eigenes Projekt oder einen Workshop für deine Gruppe als Dankeschön aussuchen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Wenn wir – mit deiner Hilfe – das erste Fundingziel erreichen, können wir in voller Konzentration im März und April an der 2. Ausgabe unserer Zeitung arbeiten. Wir werden recherchieren und weiter Menschen aus dem Viertel zum Gespräch treffen. Wir werden Gespräche transkribieren und in lesbare Texte verwandeln. Wir werden mit deiner finanziellen Unterstützung weiter mit der Großformatkamera im Viertel unterwegs sein, sowie mit der Bodycam und im Netz nach passenden Bildern suchen. Schließlich werden wir die Zeitung Mitte April ins Layout setzen und in den Druck geben, so dass wir Anfang Mai die 2. Ausgabe von »Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße« veröffentlichen können.

Wenn wir das zweite Fundingziel knacken, können wir die Texte der 1. und 2. Ausgabe ins Arabische und Englische übertragen lassen und als extra Beilage drucken lassen. Wir können Übersetzer*innen bezahlen und uns ins entspannt ins Layout stürzen. Damit wären wir dem Ziel, die Zeitungen barrierearm in möglichst viele Communities zu tragen, einen großen Schritt näher und könnten so zu einem Austausch über das Viertel über Sprachgrenzen hinweg beitragen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Das Private und Politische durch Fotografie und Film zu erzählen ist unser Ansatz bei unofficial.pictures. Wir wollen durch neue Perspektiven gesellschaftliche und politische Veränderung bewirken. Dafür entwickeln wir eigene Ausstellungen, Bücher, Zeitungen und Filme und empowern andere Menschen, diese Ansätze für sich und ihre Anliegen zu nutzen. Wir wollen dabei besonders auch Raum schaffen für Menschen und Themen, die sonst wenig im medialen Diskurs sind. Workshops, Ausstellungen und Bücher sollen verschiedene Milieus erreichen und durch neue Perspektiven zum Hinterfragen und Diskutieren eigener Ansichten anregen.

unofficial.pictures sind Rafael Brix und Frieder Bickhardt – wir beide haben Dokumentarfotografie studiert und in den verschiedensten Kontexten Lehr-Erfahrungen sammeln können. 2016, mit dem Erstarken von Pegida und dem Leipziger Ableger Legida, haben wir uns zusammengetan und bieten seitdem Workshops an, in denen häufig auch Menschen mit Fluchterfahrungen Gelegenheit bekamen, durch künstlerische Mittel für die eigene Perspektive und Rechte zu kämpfen, z.B. Fahd Aldaya durch das Buch und die zugehörige Ausstellung »Die Jasmin-Flucht«. Von Mai bis Juli 2019 arbeiteten wir an der 1. Ausgabe Fotozeitung Gefährlicher Gegenstand Eisenbahnstraße. Mit der Zeitung waren wir im Sommer 2019 Teil einer Wanderausstellung auf öffentlichen Plätzen in 4 sächsische Kleinstädten (Döbeln, Weißwasser, Annaberg-Buchholz und Hoyerswerda) unter dem Titel »Kein schöner ____ in dieser Zeit«.

Website & Social Media
Impressum
Unofficial.Pictures GbR –Frieder Bickhardt & Rafael Brix GbR
Rafael Brix
Gießerstraße 75
04229 Leipzig Deutschland

Angaben gemäß § 5 TMG, verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV

Unofficial Pictures – Frieder Bickhardt & Rafael Brix GbR
Gießerstraße 75
04229 Leipzig
Vertreten durch

Herr Frieder Bickhardt
Herr Rafael Brix
Kontakt

Telefon: +49 (0) 341 39294153
E-Mail: [email protected]
Umsatzsteuer

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27 a Umsatzsteuergesetz:
DE 314 033 571
Streitschlichtung

Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS) bereit:
https://ec.europa.eu/consumers/odr
Unsere E-Mail-Adresse finden Sie oben im Impressum.
Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

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