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Projekte / Journalism
Im höchsten Entscheidungsgremium der Online-Enzyklopädie hat bereits ein AfD-Funktionär Platz genommen. Insider behaupten, die Alternative für Deutschland (AfD) versuche, die Wikipedia zu infiltrieren. Wieviel AfD steckt drin in der Wikipedia? Ausgehend von Accounts mit auffällig vielen und in sich verdächtigen AfD-Editierungen will diese Crowdfunding-Recherche die Frage klären, welchen Einfluss die AfD auf Wikipedia nimmt.
1,736 €
1,250 € Funding goal
87
Supporters
Project successful
2/24/17, 6:54 PM Marvin Oppong
Die Frankfurter Rundschau hat in ihrer heutigen Printausgabe auf Seite Eins ihres Politikteils das Ergebnis der Recherche veröffentlicht. Eine Langversion des Artikels gibt es zudem frei unter diesem http://www.fr.de/politik/wikipedia-wer-steckt-hinter-afd-freund-lukati-a-989868 Link auf fr.de zu lesen. Wenn Sie "nur" Fan des Crowdfundings sind, unterstützen Sie doch im Nachhinein die Recherche noch mit einem Retweet: https://twitter.com/MarvinOppong/status/835021983343644673 Herzlich Marvin Oppong
1/13/17, 8:43 PM Marvin Oppong
Ich möchte mich hiermit noch einmal bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern und Fans des Projekts für den großartigen Support bedanken. Es ist toll, was wir zusammen auf die Beine gestellt haben! Die Crowd macht’s! Ganze 87 Unterstützerinnen und Unterstützer haben 1.737 Euro – 139 Prozent der angepeilten Finanzierungssumme von 1.250 Euro – beigetragen. Allein am letzten Tag kamen über 400 Euro zusammen. Nach Abzug der Transaktionsgebühren von Startnext werden mir nun 1.667,19 Euro für die Recherche ausgezahlt. Davon abzuziehen ist noch die freiwillige Unterstützung, die ich an Startnext leisten kann. Meine Tweets auf Twitter, in denen ich zum Unterstützen aufgerufen habe, wurden selbst dann noch retweetet, als ein Unterstützen gar nicht mehr möglich war. Über die große Resonanz bin selbst ich überrascht. Weil mich interessiert, wer unterstützt und ich jeden Unterstützer als Individuum sehe, nicht nur als Zahler, habe ich jeden Unterstützer für mich gegoogelt. Für mich als Starter ist es interessant zu sehen, aus welchen unterschiedlichen Ecken die Unterstützerinnen und Unterstützer kommen. Ganz normale Privatleute sind darunter, aber offenbar auch IT-Leute, Wissenschaftler, Schauspieler, Journalisten, Youtuber, Pressesprecher, Wikipedianer, Musiker, Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, Urdeutsche und Menschen mit Migrationsvordergrund, Fremde, Menschen, die ich kenne und Freundinnen von Kollegen, Jung und Alt, Menschen aus West und Ost, von Bayern bis nach Bonn. Das zeigt, dass das Thema der Recherche eines ist, das wirklich alle betrifft. Wohl auch deshalb ist die Unterstützung so umfangreich ausgefallen. Die Reaktionen auf Twitter fielen ganz unterschiedlich aus – von heller Begeisterung bis hin zu Feindlichkeit, wobei letztere häufig von Accounts ohne Foto kam, deren Inhalt auf eine sehr fragwürdige Gesinnung schließen ließ. Was mich überrascht hat, ist, dass es möglich ist, eine Crowdfunding-Kampagne fast ausschließlich über Twitter zu fahren. Bis auf einige Posts bei Facebook und Xing in der letzten Woche habe ich die Kampagne ausschließlich über Twitter gefahren. Ein Grund dafür war, dass mein Facebook-Account noch immer gesperrt ist, nachdem ich für mein TÜV-Crowdfunding dort – es ging unter anderem um die US-Firma Halliburton – in der Vergangenheit Werbung machte. Dass es möglich ist, quasi allein mit Twitter erfolgreich ein Crowdfunding zu bestreiten, hätte ich nicht gedacht. Nun geht es an die Recherche. In den letzten Tagen habe ich bereits weiter Wikipedia-Edits ausgewertet und Dinge durch Tools laufen lassen. Auch zwei in der Wikipedia-Community wichtige Wikipedianer haben sich an mich gewandt und mir ihre Unterstützung bzw. ihre Gesprächsbereitschaft angeboten. Dies lässt Gutes hoffen und zeigt, dass die Relevanz des Themas auch innerhalb der Wikipedia-Gemeinde gesehen wird. Auf mir lastet jetzt ein gewisser Druck, die hohen Erwartungen zu erfüllen, vor allem, weil niemand vorab wissen kann, was das Rechercheergebnis sein wird. Aber wie sagt man so schön: „Man wächst mit seinen Herausforderungen.“ Nochmal ein herzliches „Dankeschön“! Toll, dass ich auf Sie zählen konnte.
1/12/17, 12:47 AM Marvin Oppong
Danke allen Unterstützer_innen und allen Fans des Projekts für den großartigen Support!!! Ohne Sie wäre die Recherche nicht möglich geworden. Wahnsinn, dass nicht nur die Finanzierungssumme zusammengekommen ist, sondern insgesamt eintausend siebenhundert sechsunddreißig Euro und sechsundsechszig Cent! Das ist mehr als die meisten sicherlich erwartet hätten oder 139 Prozent der angepeilten Finanzierungssumme. Heute später am Tag wird es hier einen ausführlicheren Blogpost geben. Ich freue mich, wenn Sie dann vorbeischauen.
1/8/17, 9:16 PM Marvin Oppong
Wenn man ein Crowdfunding-Projekt startet, muss man sich gut überlegen, welche Finanzierungssumme man wählt. Hierbei befindet man sich immer in folgendem Dilemma: Wählt man eine zu hohe Summe, läuft man Gefahr, dass die Kampagne nicht erfolgreich ist, wählt man einen zu niedrigen, kann man sein geplantes Vorhaben nur in einer Schmalspur-Variante realisieren. Mit diesem Problem war auch ich konfrontiert, als ich mich für eine Finanzierungssumme von 1.250 Euro entschieden habe. Startnext bietet auch die Möglichkeit, eine sogenannte Fundingschwelle einzurichten, verbunden mit einem Fundingziel. Erreicht das Projekt die Schwelle, ist es erfolgreich, angezeigt wird im Pitch aber auch das Fundingziel. Hier scheint es mir jedoch so zu sein, dass ein sehr hohes Fundingziel potentielle Unterstützer abhalten kann, weil diese denken könnten: „So viel kommt eh nicht zusammen – ich unterstütze gar nicht erst.“ Ich habe mich deshalb für einen Betrag von 1.250 Euro entschieden. Mit diesem kann ich die von mir geplante Recherche mit einem einigermaßen vernünftigen Grundumfang durchführen. Jedem dürfte klar sein, dass 1.250 Euro, wenn man alle anderen Kosten wie Schnittkosten für das Video, Aufwand für die Bewerbung des Pitchs, etc. mit hineinrechnet, keine Mammut-Recherche ermöglichen. Das Gute ist, dass man dieses Projekt über das Fundingziel von 1.250 Euro hinaus unterstützen kann. Kommt mehr Geld zusammen, kann ich länger und intensiver recherchieren. Das ist bei diesem Thema auch notwendig. Die Accounts, die ich im Visier habe, haben tausende Änderungen in Wikipedia getätigt. Viele davon muss ich per Hand durchklicken und inhaltlich durchsehen. Allein für 100 Änderungen dauert das etwa eine Stunde. Man kann sich ausrechnen, wie lange allein das Durchsehen relevanter Editierungen in Anspruch nimmt. Darin sind alle anderen Schritte der Recherche noch nicht enthalten. Normalerweise bräuchte man, um die Recherche mit allem Drum und Dran durchzuführen, ein paar Tausend Euro. Deshalb meine Bitte: Unterstützen Sie das Projekt weiter. Je mehr zusammenkommt, desto umfangreicher kann ich recherchieren.
1/7/17, 4:08 PM Marvin Oppong
Der bisherige Erfolg dieser Kampagne hat Crowdfunding wieder in meiner Gunst steigen lassen. Bei meinem letzten Crowdfunding-Projekt zu den Techniker-Terminen bei der Telekom kam leider zu wenig Geld zusammen, doch das aktuelle Thema scheint den Nerv der Crowd zu treffen. Ich hatte Crowdfunding für mich ehrlich gesagt komplett abgehakt, wollte ihm jedoch noch einen letzten Versuch geben. Und dieser beruhigt mich und zeigt mir: Crowdfunding bleibt eine denkbare Alternative zur herkömmlichen Journalismusfinanzierung. Und: Nicht jedes Crowdfunding-Projekt ist erfolgreich. Auf Startnext erreichen zum Beispiel 46 Prozent der Projekte nicht das Fundingziel. Ich habe bislang, ohne dieses Projekt, drei Crowdfundings gestartet, von denen zwei erfolgreich waren. Das nicht erfolgreiche Projekt hat mich viel Aufwand und Geld gekostet. Es scheint jedoch so zu sein, dass nur massenkompatible Themen sich für Crowdfunding eignen. Dies tangiert dieses Projekt nicht, da Wikipedia aufgrund der verbreiteten Nutzung viele Menschen interessiert, ist aber ein Problem, wenn man sich als Journalist an vermeintlich „trockene“ Themen heranwagt oder solche, die schwer vermittelbar . Das Gleiche gilt für Themen, die die Menschen nicht unmittelbar betreffen. Beim Thema Wikipedia sind alle Wikipedia-Nutzer betroffen, bei den Techniker-Terminen zum Beispiel hingegen nur Kunden, die ein Problem mit einem Techniker-Termin hatten. Dies ist sicherlich ein Manko von Crowdfunding, dessen man sich bewusst sein sollte. Wie man dieses Problem bei journalistischem Crowdfunding in den Griff kriegen könnte, wenn überhaupt möglich, darüber bin ich mir noch im Unklaren. Wer hierzu eine Idee oder gute Gedanken hat, kann diese gerne hier als Kommentar hinterlassen oder mir schreiben. Allen UnterstützerInnen und Fans dieses Projekts danke ich vielmals! Sie haben bewiesen, dass nicht alle Menschen politikverdrossen sind, dass die Zivilgesellschaft stark ist, dass es Menschen gibt, die aus altruistischen Motiven zu geben bereit sind, und dass viele Menschen gemeinsam viel bewegen können. Das bewegt mich persönlich. In Zeiten, in denen die Gatekeeper-Rolle von Journalisten zunehmend erodiert und hinterfragt wird, ist Crowdfunding zudem höchst demokratisch und direkt. Die Crowd bestimmt, was relevant ist und was nicht, wo, ökonomisch gesprochen, eine Allokation von Mitteln erfolgt und wo nicht. Damit erhöht sich die Bedeutung des in der Kommunikationswissenschaft beschriebenen Nachrichtenfaktors Publikumsinteresse gegenüber anderen Nachrichtenfaktoren. Dies geht sogar über die Finanzierungsphase hinaus. Denn die vielen Unterstützungen zeigen auch Medien, denen ich meine späteren Rechercheergebnisse anbiete, in messbarer Weise, dass sich Menschen für das Thema „AfD und Wikipedia“ interessieren. Das Publikumsinteresse gesellt sich damit beim Crowdfunding zur Macht eines einzelnen Redakteurs, der über Wohl und Wehe eines Themas bestimmen kann. In dem Beitrag hieß es fälschlicherweise, zwei von drei Crowdfunding-Projekten auf Startnext seien nicht erfolgreich. Tatsächlich sind es jedoch 46 Prozent. Der Beitrag wurde am 8. Januar 2017 in diesem Punkt korrigiert.
12/30/16, 2:43 PM Marvin Oppong
Einer der Unterstützer hat mich in einer persönlichen Nachricht darauf hingewiesen, dass man auch die anderen Parteien im Blick behalten müsse. Nicht, dass diese das Gleiche machen bei Wikipedia, aber nur die AfD Gegenstand der Betrachtung ist. Sonst könne der Eindruck entstehen, die Recherche richte sich persönlich gegen die AfD als eine Akteurin im politischen Wettstreit. Diese Überlegung anzustellen, ist grundsätzlich richtig und wichtig. Warum ausgerechnet die AfD - und nur diese - Gegenstand dieser Recherche ist, hat jedoch bestimmte Gründe: Die AfD ist die Partei, deren Funktionär in das Schiedsgericht der Wikipedia eingezogen ist. Sie ist gleichzeitig eine rechtspopulistische Partei, was wohl mit Grund dafür sein dürfte, dass sich die Gemüter an der Schlüssel-Personalie erhitzen. Dies soll gar nicht bedeuten, dass das, was die anderen Parteien bei Wikipedia machen, gut oder besser ist. Das Thema der Recherche ist aber nun mal die AfD und Wikipedia. Eine Recherche muss sich immer auch auf etwas begrenzen, sonst wird es uferlos. „Was Parteien bei Wikipedia machen“ wäre mindestens ein Titel für eine Doktorarbeit, vielleicht sogar eine Lebensaufgabe. Außerdem bin ich eine Person, die recherchiert, keine Redaktion. Um zu demonstrieren, wie kompliziert das Thema allein mit Blick auf die großen Parteien ist, habe ich im Folgenden für Sie alle verifizierten Wikipedia-Accounts der anderen großen Parteien zusammengestellt. Um die Transparenz zu erhöhen, können sich seit 2011, anders als in der englischsprachigen Wikipedia, Personen oder Organisationen über eine E-Mail-Adresse bei der deutschen Wikipedia verifizieren. 7.010 derartige Accounts gibt es aktuell. Die Accounts sind ein guter Ausgangspunkt, um herauszufinden, was eine Organisation in Wikipedia macht. Die Verifizierung ist jedoch freiwillig. Will man etwas verschleiern, meldet man sich bei Wikipedia einfach gar nicht an – dann ist bei Änderungen nur die (ebenfalls verschleierbare) IP-Adresse zu sehen – oder man legt sich einen Account an, für den man einen beliebigen Fantasienamen als Benutzername wählen kann ohne weitere persönliche Angaben machen zu müssen. In der Liste der bei Wikipedia verifizierten Accounts fehlt übrigens eine Partei: die AfD. Man findet sie weder unter „AfD“ noch unter „Al“ wie „Alternative“. Von der AfD selbst ist auch nicht zu erfahren, ob sie Wikipedia gar nicht nutzt oder etwa auf andere Weise als über verifizierte Accounts. Die CDU hat 15 verifizierte Accounts bei Wikipedia: • Benutzer:CDU Fraktion Bremen • Benutzer:Cdu hessen • Benutzer:CDU KV Plön • Benutzer:CDU Rheinland-Pfalz • Benutzer:Cdu saarpfalz • Benutzer:CDU Sachsen • Benutzer:CDU Thüringen • Benutzer:CDU-Fraktion Hessen • Benutzer:CDU-FraktionSH • Benutzer:CDU-Landtagsfraktion NRW • Benutzer:Cdu-landtagsfraktion-bw • Benutzer:CDU-Nds • Benutzer:Cducsu • Benutzer:CDUDeutschlands • Benutzer:CDUHH Die SPD verfügt über neun verifizierte Accounts: • Benutzer:SPD Niedersachsen • Benutzer:SPD Parteivorstand • Benutzer:SPD-Bundestagsfraktion • Benutzer:SPD-Bürgerschaftsfraktion Land Bremen • Benutzer:Spdheilbronn • Benutzer:SPDMaHe • Benutzer:SPDNDS • Benutzer:SPDSH • Benutzer:Spdwormsmitte Unter „Link-“ wie „Linke“ oder „Linkspartei“ findet man nur einen Account: • Benutzer:Linke Medienakademie Die deutschen Grünen betreiben vier verifizierte Accounts: • Benutzer:Gruene-nrw • Benutzer:GrueneBerlin • Benutzer:GrueneFraktionBremen • Benutzer:GrueneLVHH • Die österreichischen Grünen: Benutzer:Gruene.vlbg Die deutsche FDP hat vier Accounts: • Benutzer:Freie Demokratische Partei • Benutzer:FDP Fraktion Niedersachsen • Benutzer:FDP-Fraktion-RLP • Benutzer:Fdprlp • Die Schweizer FDP: Benutzer:FDP.Die Liberalen Luzern Von der Piratenpartei habe ich keinen verifizierten Account ausfindig machen können. Gefunden habe ich außerdem noch den Account Benutzer:FREIE WÄHLER Landtagsfraktion . Zu der Liste hinzukommen können noch Accounts, die nicht unter einem Parteinamen laufen, sondern über den Namen z. B. eines bestimmten Politikers, wie z. B. Benutzerin:Doris Schröder-Köpf . Pro verifiziertem Account gibt es erfahrungsgemäß zwischen keinem, einer Hand voll und mehreren Dutzend Edits. Um die Editierungen, die von einem verifizierten Account aus vorgenommen wurden, anzusehen, muss man einfach auf der Accountseite links unter „Werkzeuge“ auf „Benutzerbeiträge“ klicken. Unter „Unterschied“ kann man dann die einzelnen Änderungen jeweils mit Datum und Uhrzeit sehen. Die sogenannten Diff-Links muss man leider alle einzeln anklicken und öffnen. Um für die anderen Parteien neben der AfD alles auszuwerten, bräuchte man eine Weile. Das wäre dann eine Recherche für sich.
12/27/16, 9:53 PM Marvin Oppong
Auf Twitter haben einige mir das Recht abgesprochen, per Crowdfunding eine Recherche zur AfD und Wikipedia durchzuführen. Ein Twitterer twitterte, die Recherche bedürfe keiner besonderen Finanzierung. Ein anderer, der vielen AfD-Accounts folgt und sich selbst als „Patriot“ und „kein Gutmensch“ bezeichnet, nannte mich: „Schnorrer“. Über das, was ich bereits im Pitch geschrieben habe hinaus, möchte ich deshalb gerne einige Dinge ergänzen und erläutern. Zunächst: Dass Journalisten Crowdfunding machen, ist absolut normal und auch völlig legitim. Zweitens: Die geplanten Recherchen durchzuführen, ist viel Arbeit. Das finden offenbar auch andere. Ein Account twitterte: „Dass jemand für zu leistende & geleistete Arbeit um Entlohnung bittet, finde ich nicht lächerlich“. Konkret beinhaltet die Arbeit folgendes: Hunderte sogenannte Diff-Links bestimmter Wikipedia-Accounts, die Jahre zurückgehen, durchklicken, einzelne Wikipedia-Einträge und -Accounts analysieren, Recherchen zu den in Wikipedia vorgenommenen Änderungen durchführen, Wikipedia-Autoren kontaktieren, bei der AfD recherchieren, Werbung für den Crowdfunding-Pitch machen und vieles mehr. Das alles kann ich nicht umsonst machen, weil ich mit Journalismus meinen Lebensunterhalt bestreite. Jeder Mensch hat einen Anspruch auf Arbeitslohn, auch ein freier Journalist. Journalismus ist auch kein Hobby und auch keine Liebhaberei. Als freier Journalist kann ich eine Recherche komplett auf eigenes Risiko durchführen und am Ende an ein Medium verkaufen. Oder ich werde zu Beginn von einem Medium beauftragt. Oder man besitzt das Geld vorher schon. Kaum ein Medium gibt in den heutigen Zeiten einem freien Journalisten 1.250 Euro in die Hand und sagt: „Schau mal, was herauskommt.“ Eher stellen Medien ihre Zusammenarbeit mit freien Journalisten zurzeit ganz ein, wie zum Beispiel kürzlich eine große deutsche Nachrichtenwebseite. Kein freier Journalist geht aber hin und führt eine Riesen-Recherche mal eben so ohne die Aussicht darauf, die entstandenen Kosten am Ende auch decken zu können, durch. Üblicherweise zahlen Verleger Honorare und holen sich das Geld dann von ihren Lesern zurück. Dass muss aber nicht so sein. Auch ein ganz normaler Bürger kann dank Crowdfunding mit seiner Unterstützung eine journalistische Recherche mitfinanzieren. Gerade das ist ja das Tolle an Crowdfunding. Bei einer Recherche wie dieser muss irgendwer den ersten Euro finanzieren – ob das ein Verleger oder die Crowd ist, ist dabei nicht entscheidend. „Packers Fanboy“ twitterte außerdem, bei meinem Crowdfunding-Pitch werde „doppelt abkassiert, von Lesern und Verlegern“. Dazu ist folgendes zu sagen: Habe ich durch die spätere Veröffentlichung weitere Einnahmen, führt dies nicht dazu, dass ich für die gleiche Arbeit plötzlich mehr Geld erhalte und meinen Gewinn erhöhe, sondern die Recherche kann in diesem Fall noch größer ausfallen und ich kann entsprechend ausführlicher und länger recherchieren. Das gilt übrigens auch für den Fall, dass mehr als die Finanzierungssumme von 1.250 Euro zusammenkommt.