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Der in Chemnitz geborene Paul-Gerhard "Hadayatullah" Hübsch gehört zu den schillerndsten Figuren der deutschen Gegenwartsliteratur. Der politische Aktivismus der 68er führte ihn über ein psychedelisches Abenteuer in eine Phase der Rastlosigkeit, die erst mit seiner Konversion zum Islam 1969 ihr Ende fand. Der Dokumentarfilm ist eine Annäherung an das Vermächtnis eines Grenzgängers im Zeichen der Vereinigung von Orient und Okzident.
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05.01.2020

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Tahir Chaudhry
Tahir Chaudhry2 min Lesezeit

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

gestern Abend haben wir völlig überraschend das erste Fundingziel erreicht! 45 Tage läuft die Finanzierungsphase noch und es gibt ein zweites großes Ziel: 12.000 Euro. Wenn es uns gelingt, diese Mittel aufzutreiben, dann werden wir etwa in der Lage sein, mehr Lizenzen für Foto- und Videomaterial (aus Pressearchiven) zu erwerben, hochwertigere Filmausrüstung zu mieten, die eine oder andere Auslandsreise zu unternehmen, einen professionellen Sprecher und Komponisten zu engagieren uvm. Bis dahin ist noch ein langer... nein, da führt kein Weg hin, wir werden gemeinsam neue Spuren hinterlassen.

Unterdessen habe ich die Korrespondenz von Hadayatullah Hübsch (älteste Briefe aus den frühen 60ern!) aus dem Keller geholt, mit helfenden Händen in einen Transporter geladen und bin damit von Frankfurt nach Dortmund gefahren. Jetzt liegen die Aktenordner, Kisten und Tüten in meinem Arbeitszimmer (einen Teil seht ihr auf dem Foto). Das sind tausende Briefe, die ich in den nächsten Tagen, vielleicht sogar Wochen, lesen werde.

Zum Ende dieses Updates möchte ich noch etwas mit euch teilen. In einem 25 Jahre alten Brief an einen Schriftstellerkollegen fand ich Zeilen, die die Motivation von Hübsch zu dichten wunderbar in Worte kleiden:

"Ich bin ein Mensch, der sich - weil er die Begabung dazu hat - mit dem Aussprechen und Sehen von Poesie beschäftigt, der in Dichtung ein Instrument erblickt, um auf unterschiedlichen Ebenen von der Wahrheit, die er erfährt, zu künden. Das kann verschlungen sein, das kann zu Umwegen führen. Aber letztlich ist es das Ziel, das ich im Auge behalten will (wenn es mir auch nicht immer gelingt). Ich möchte also, wenn es denn gestattet ist, anderen helfen, auf ihrem Weg (zu sich, zu Gott) voranzukommen. Dabei ist mir durch das Schreiben auch vieles sichtbar, bekannt geworden, was ich zuvor nicht wußte. Sicherlich. Aber hier, bei unserem jetzigen Briefwechsel, erscheint es mir unerheblich, davon zu sprechen. Das, was Kafka einmal sagte: "Mein Körper warnt mich vor jedem Wort" benennt sehr schön die Umstände, unter denen ich - wenn es mir gut gelingt, ich völlig konzentriert bin und die Auszusprechenden mir gegenwärtig und wirklich innerlich nahe sind, schreibe. Das ist eine mystische Dimension und womöglich, was Deine Vorstellungen vom Schreiben betrifft, weit entfernt von jeglicher Technik, jeglichem Feilen. Gott ist Gegenwart (in der sich Vergangenheit und Zukunft vereinen). In diesem Zustand zu sein, das ist Kreativität."

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Beste Grüße,
Tahir Chaudhry

05.01.2020

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Tahir Chaudhry
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Hadayatullah - 68, Gott und die Nullzeit
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