Crowdfunding finished
Die Wikipedia ist eine der meistgenutzen Informationsquellen. Deshalb ist sie Angriffen aus der PR-Industrie ausgesetzt. Als Journalist habe ich bereits mehrere Manipulationen in der Wikipedia aufgedeckt. Mit diesem Crowdfunding möchte ich eine große Recherche finanzieren, die Pharma-Artikel in der Online-Enzyklopädie genauer unter die Lupe nimmt.
500 €
Fundingsum
21
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About this project

Funding period 1/27/22 11:45 AM - 2/7/22 12:00 AM
Realisation Bin schon dabei bis Mai 2022
Category Journalism
City Bonn

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What is this project all about?

Bei Google ist der Wikipedia-Eintrag zu einer Sache meist der erste Treffer. Wir alle lesen ständig in der Wikipedia und richten uns nach den Informationen dort, bilden unsere Meinung. Deshalb versuchen PR-Leute, Großkonzerne, Lobbyverbände oder Parteien, ihr Bild in der Wikipedia durch Eingreifen in Artikel der Online-Enzyklopädie zu schönen. Zahlreiche Manipulationen sind über die Jahre bereits ans Licht gekommen - die Dunkelziffer ist allerdings groß.

Ich befasse mich seit Jahren journalistisch mit PR und Wikipedia. In mehreren Veröffentlichungen, u. a. auf Spiegel Online und in der ZEIT, habe ich z. B. gezeigt, wie Angaben zur Beschäftigung von NS-Zwangsarbeitern aus dem Unternehmensartikel verschwanden (Daimler) oder aus dem „Export von Atommüll“ die besser klingende „Rückführung von Brennstäben“ wurde (RWE). Ich habe auch aufgedeckt, dass einer der mächtigen Wikipedia-Administratoren, Armin Kübelbeck alias "Kuebi", gleichzeitig Mitarbeiter des Pharmakonzerns Merck war. In den Eintrag über ein von Merck mitentwickeltes Bilharziose-Medikament schrieb "Kuebi", dass es bei diesem "keine Anzeichen für eine Resistenzbildung" gebe. "Kuebi" wirkte auch daran mit, dass die NS-Vergangenheit des Merck-Konzerns nicht im Hauptartikel über das Unternehmen behandelt wird.

Was Wikipedia-Manipulationen betrifft, lässt sich eine Häufung beobachten bei Themen aus dem Bereich der Pharma-Industrie - einer Branche, der ohnehin nachgesagt wird, besonders aggressiv wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Durch den WikiScanner kam heraus, dass Fresenius im Wikipedia-Artikel "Hörsturz" eine kritische Bemerkung zu einem Medikament löschte und Sanofi-Aventis in dem Eintrag zu einem Blutverdünner Risiko verharmloste und einen eigenen Wirkstoff empfahl. Eine Studie, die ich für die Otto Brenner Stiftung erstellt habe, ergab, dass Fälle in denen eine Löschung von Wikipedia-Inhalten besonders nachhaltig war, samt und sonders die Pharma-Branche betrafen. Gerade bei Gesundheitsthemen können falsche, verzerrte, selektive oder weggelassene Informationen fatal sein.

Ich will mir die Pharma-Artikel in der Wikipedia seit Jahren genauer anschauen. Aber richtig. Als richtig große Recherche. Weil ich glaube, dass es bei diesem Thema einiges herauszufinden gibt. Warum? Zwei PR-Experten, die ich befragt habe, gaben in Interviews unabhängig voneinander die Pharma-Branche als eine derjenigen Branchen an, wo es mutmaßlich die meisten Manipulationen in Wikipedia gibt.
Die Wikipedia ist allerdings zu groß, als dass ich mir all die vielen Artikel zu Pharma-Themen bereits auch nur im Ansatz im Detail hätte anschauen können. Allein in der deutschsprachigen Wikipedia haben z. B. über 2.000 Arzneistoffe einen eigenen Eintrag; der Wikipedia-Artikel über Aspirin etwa existiert in 86 verschiedenen Sprachen. Mit Ihrer Unterstützung kann ich eine mehrmonatige Recherche zu dem Thema durchführen, bei der bestimmt nicht nur Uninteressantes herauskommt.

What is the project goal and who is the project for?

Das Ziel ist, möglichst viel darüber herauszufinden, wer an Artikeln im Pharma-Bereich auf Wikipedia mitschreibt und wer dort was einfließen lässt. Das Hauptziel ist, auf mögliche Manipulationen zugunsten der Pharma-Industrie zu stoßen.

Zielgruppe:
- Alle Menschen, die gelegentlich in Wikipedia lesen
- Alle Menschen, denen richtige Informationen in der Wikipedia wichtig sind
- Alle, die unabhängigen freien Journalismus per Crowdfunding unterstützen möchten

Why would you support this project?

- Weil freier investigativer Journalismus inzwischen ohne neue Finanzierungskonzepte und zusätzliche Finanzierungsquellen kaum noch zu realisieren ist. Ich setze hier auf die Crowd, Leser*innennähe und Ownership anstatt auf Paid Content, Werbefinanzierung oder institutionelle Geldgeber mit Eigeninteressen.

- Weil bei den Crowdfundingrecherchen von mir bislang immer etwas Interessantes herauskam, was die Unterstützer*innen später gerne erfahren haben.

- Weil die Wikipedia ein tolles Projekt ist, aber kritische journalistische Recherchen zur Wikipedia und ihren (Pharma)inhalten wesentlich weniger Funding erhalten als die Wikipedia mit ihren Millionenspenden.

How will we use the money if the project is successfully funded? 

Das Geld fließt in meinen Lebensunterhalt als freier Journalist. Ich kaufe mir damit Lebensmittel, um durch die Tage zu kommen, an denen ich am PC sitze und für Euch zum Thema recherchiere/arbeite. Dabei habe ich auch Kosten für Folgendes: Telefon- und Internetkosten, Miete, Strom, Kranken- und Rentenversicherung, Mitgliedsbeitrag Journalistenverband, berufliche Versicherungen, ...

Who are the people behind the project?

Marvin Oppong (*1982) ist freier Journalist und Dozent aus Bonn. Im Fokus seiner Berichterstattung stehen Korruption, Lobbyismus, Datenschutz und Medienthemen. Oppongs Beiträge erschienen bisher unter anderem in den Nachrichtenmagazinen SPIEGEL und stern, in der Wochenzeitung DIE ZEIT, ebenso wie in den Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau oder dem Nachrichtenportal SPIEGEL ONLINE. Weitere Veröffentlichungen der Recherchen strahlten NDR und WDR in TV-Sendungen aus.

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Was treibt die Pharma-Industrie auf Wikipedia?
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