Der Kick
„Wir haben nischt mitbekommen. Keiner weiß wat, keiner wußte wat, keiner weiß wat.“ Ein dokumentarisches Theaterstück über den brutalen Mord an Marinus Schöberl 2002. Die ungeheuerliche Kälte und Beiläufigkeit der Tat sowie die befremdliche Empathielosigkeit der Dorfbewohner werfen existenzielle Fragen auf. In unserem Schauspielprojekt geht es uns also um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Menschsein, um ein Infrage stellen der eigenen Souveränität: Ist die Bestie beherrschbar?
16.045 €
finanziert
186
Unterstützer*innen
Projekterfolgreich
Flexibles Projekt: Die gesammelte Summe wird ausgezahlt.
Gefördert von kulturMut 2013
Cofunding 10.240 €
17.11.2013

"Wiederholen kann sich das jederzeit."

Kick
Kick1 min Lesezeit

"Wiederholen kann das sich jederzeit" ist für mich einer der prägnantesten und aussagekräftigsten Sätze des gesamten Stückes. Dieser Satz konfrontiert mich einfach mit der absoluten und unumgänglichen Wahrheit. Denn genau solche Sachen, die damals 2002 in Potzlow passiert sind, passieren tag täglich auf dieser Welt. Ohne das wir immer etwas davon mitbekommen oder auch mitbekommen wollen. Die genaue Schilderung einer solchen Tat, wie sie in dem KICK vorgenommen wird, lässt mich viel tiefgründiger darüber nachdenken als wenn ich einen kleinen Artikel in der Zeitung lese. Umso erschütternder für mich zu akzeptieren, dass solche Geschehnisse ein fester Bestandteil der Gesellschaft sind in der wir alle leben.

Gleichzeitig stellt der Satz auch die Hoffnungslosigkeit der Leute in dem kleinen Dorf dar. MATTHIAS M. (der beste Freund des Opfers), welcher diese Worte bereits ziemlich am Anfang des Stückes los wird, ist selbst Teil der Jugendlichen in Potzlow. Vielleicht wird auch er bald zum Täter oder Opfer aufgrund einer Verzweiflung, Langeweile, kriminellen Energie oder was auch immer Marco, Marcel und Sebastian dazu getrieben hat diesen Mord zu begehen. Die Frage aber, die sich mir immer nach dem Lesen oder Sprechen dieses Satzes stellen wird, bleibt: WARUM?
~ Elias Eilinghoff