Crowdfunding beendet
"Ausgesondert" ist ein Kurzfilmprojekt und setzt sich mit folgenden Fragen auseinander: Schleicht sich die Idee eines leistungsfähigen „perfekten“ Menschen leise und unaufhaltsam in die Pränataldiagnostik ein, oder ist sie längst dort angekommen? Welche Konsequenzen hat es, dass der Bluttest auf Trisomien für Schwangere als freie Kassenleistung angeboten wird, und was impliziert ein solch selektiver Test, wenn er frei zugänglich ist?
2.505 €
Fundingsumme
50
Unterstütz­er:innen
Elisa Palacios
Elisa Palacios Projektberatung "Eindrucksvoll wie hier die Kraft der Crowd sichtbar wurde."
Datenschutzhinweis
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Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 23.02.22 13:53 Uhr - 31.03.22 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Ende April 2022 bis Juli 2022
Startlevel 2.000 €

Für die Finanzierung von Ausstattung, Fahrtkosten, Unterbringung, Catering, Technik und Postproduktion.

Kategorie Film / Video
Stadt Berlin

Projektbeschreibung anzeigen ausblenden

Worum geht es in dem Projekt?

Der Bluttest auf Trisomien wird nun als Kassenleistung allen Schwangeren nahegelegt, um bei auffälligem Befund eine Abtreibung zu erwägen.

Die zwei schwangeren Frauen Nadine Engels (21) und Kathrin Albrecht (43) begegnen sich nach bestätigter Diagnose (Trisomie 21) zur Abtreibung in einer gynäkologischen Praxis. Während Kathrin sich ihrer Entscheidung ziemlich sicher ist, gerät Nadines Entschluss ins Wanken ...

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Mit meinem Kurzfilmprojekt „Ausgesondert“ möchte ich auf eine Entwicklung aufmerksam machen, die letztlich uns alle betrifft.
Unbemerkt von der Öffentlichkeit ist im Jahr 2021 der 'Bluttest auf Trisomien‘ für Schwangere als freie Kassenleistung durchgewunken worden.
Vordergründig liegt in dem erweiterten Angebot die Verheißung, dass vorgeburtliche Screenings die Schwangerschaft immer sicherer machen und Abweichungen von der ´Norm´ frühzeitig erkennen lassen - auch wenn dieser Test in seiner Aussagekraft durchaus umstritten ist.
Brisant ist, dass nun generell mit einem positiven Befund, also einer mit hoher Wahrscheinlichkeit vorliegenden Trisomie, eine Weiterführung der Schwangerschaft zur Disposition gestellt wird. In diesem Prozess offenbart sich eine wachsende Tendenz zur Selektion: Erstens suggeriert ein kostenfreier Test, dass es angeraten, vernünftig und verantwortungsvoll ist, diesen auch in Anspruch zu nehmen. Zweitens wird so zur Routine, dass man das Ungeborene auf seine Chromosomenzahl überprüft, um frühzeitig das allgemein offensichtlich „Unerwünschte“ zu vermeiden: Menschen mit Trisomien. Und drittens wird eine solche Entscheidungsfindung natürlich von einem großen Druck verschiedener Seiten begleitet. Ist eine solche Entscheidung noch selbstbestimmt?

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Bei meinem Kurzfilmprojekt „Ausgesondert“ geht es nicht darum, bloß einen Film zu machen. Die Message meines Kurzfilms ist von gesellschaftlicher Relevanz.
Es wird so sehr nach Diversity geschrien, wie noch nie zuvor, und das überall, in jedem Bereich des öffentlichen Lebens. Inwieweit ist dieser Schrei nach Diversität mit Selektion zu vereinbaren? Gehören Menschen mit Trisomie nicht dazu, sind sie kein erwünschter Teil menschlicher Vielfalt?
Wer der Ansicht ist, dass auf diese Thematik aufmerksam gemacht werden muss, dass es Aufklärung bedarf, weil wir unsere Gesellschaft formen, den bitte ich um Unterstützung. Ich versichere, mein Bestmögliches zu geben, um dieser Thematik mit meinem Projekt gerecht zu werden!

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld, das wir durch Deine Unterstützung erhalten, ermöglicht es uns, den Kurzfilm zu realisieren. Mit der Realisierung des Projektes können wir öffentlich auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen, das sonst sehr wahrscheinlich nicht in dieser Form und kritisch beleuchtet werden würde. Das Geld fließt unmittelbar in die Produktion ein. Zwar werden alle unentgeltlich für die Sache arbeiten und auf ihre Gage verzichten, aber es kostet immer Geld, einen Film zu machen, egal welcher Länge: Unterkunft für Cast und Crew, Fahrtkosten, Catering, Equipment… Ich werde das alleine unmöglich stemmen können. Deswegen wäre es toll, wenn ihr mich finanziell unterstützt und es uns so ermöglicht, „Ausgesondert“ zu drehen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Das Filmprojekt „Ausgesondert“ habe ich (Marie Anhut) ins Leben gerufen. Die Idee dazu entstand, als im Juni 2021 die nicht-öffentliche Debatte über die Kostenübernahme des Bluttests auf Trisomien (NIPT) erneut aufkam und sich zugunsten des Tests drehte - nachdem erst zwei Jahre zuvor der NIPT als Kassenleistung aufgrund ethischer und moralischer Bedenken noch abgelehnt worden war. Dass er nun also doch eine Kassenleistung werden sollte, traf mich schwer.
Seit meinem Freiwilligendienst an einer Förderschule hatte ich wundervolle Begegnungen mit Menschen mit Behinderung – Begegnungen, die mein Leben zutiefst bereichert haben. Für diese bewegende Zeit bin ich unendlich dankbar. Denn sie hat mich und meinen Blick auf die Welt und das Leben nachhaltig verändert. Und mir war klar, dass der NIPT als Kassenleistung die öffentlich angestrebte Inklusion von Menschen mit Behinderung nicht unterstützen, sondern erschweren würde.
Ich denke, dieser Test suggeriert, dass Menschen, die die untersuchten chromosomalen Abweichungen von der Norm aufweisen, vermieden werden sollten. Warum sonst sollte es einen kostenfreien Test auf diese Abweichung geben, der keinen medizinischen Nutzen im eigentlichen Sinne hat? Sind wir nun an einem Punkt angekommen, wo wir Chromosomen zählen und diese Anzahl darüber bestimmen lassen, welcher Mensch leben darf und welcher nicht? Eine Kassenleistung ohne medizinischen Nutzen darf unmöglich Teil unserer Solidargemeinschaft sein, sie ist nicht rechtens.

Für mein Projekt konnte ich bereits so viele wundervolle Menschen gewinnen, dass es nun wirklich machbar scheint:
Als Schauspieler*innen Margrit Sartorius, Katja Hutko, Chiara Marines Menschel, Aybüke Su Korkusuz, Perihan Turan, Marcel Adouani, ... Andreas Hofer als Sprecher.
Weiterhin haben mir Tom Nicklaus, Konrad Deissner, Philip Jagdschian, Julius Müller, Felix Quander, Lia Sophie Leugers, Klara Maas, Ella Herrmann ... ihre Unterstützung zum Projekt zugesagt. Und auch, wenn wir als Filmcrew noch nicht komplett sind, so ist der Grundstein gelegt. Ich bin definitiv sehr stolz, diese Menschen im Team zu haben. Vielen Dank, dass ihr mich in diesem Herzensprojekt unterstützt!

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AUSGESONDERT - Wer hat Zukunft?
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