Mutige gestalten die Zukunft
Corona, Klima-Krise, Lieferketten-Krise, Krieg, Energie-Krise, Inflation – Wie kann ich es schaffen, mutig und klug zu entscheiden?
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Corona, Klima-Krise, Lieferketten-Krise, Krieg, Energie-Krise, Inflation – Wie kann ich es schaffen, mutig und klug zu entscheiden?

Denis Bartelt
29.09.22
5 min Lesezeit

Ich brauche nicht weit ausschweifen, die oben genannten Gründe machen auch vor dem Team von Startnext und mir persönlich nicht halt.

Startnext ist insbesondere in den Jahren 2020 und 2021 gewachsen, auch weil die Krisen zu mehr sozialem Zusammenhalt und Unterstützung geführt haben. Wir konnten als unbürokratische, schnelle und partizipative Lösung einen wichtigen Teil für viele Menschen beitragen. Als große Ankerpunkte bleiben uns die Corona-Hilfsaktion mit über 15 Mio. € und der Flutwein mit allein über 4.5 Mio. € in Erinnerung.

Dieses Wachstum lässt sich unter den aktuellen Eindrücken nicht fortschreiben. Auch jetzt starten wertvolle und für die Zukunft unerlässliche Projekte. Viele kommen mit neuen Ideen und Mut aus den Corona-Jahren wieder. Viele Mutige wollen genau jetzt loslegen und tun dies auch.

Die Ideen auf Startnext werden feministischer, sozialer und beschäftigen sich z.B. mit der Klima-Krise. Das sind Ideen und Projekte auf die wir nicht verzichten wollen, als Startnext-Team und als Gesellschaft.

Genau jetzt als Konsument:in gute und mutige Entscheidungen zu treffen, ist nicht einfach. Wir haben als Hilfsmittel dafür die Kategorisierung entsprechend der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) eingeführt und das „Pop-up der Mutigen“ gelaunched, weil es so möglich wird herausragende und nachhaltige Lösungen sichtbar zu machen. Erstmals erscheinen diese Startnext-Projekte auf einer gemeinsamen Bühne. Es verbindet sie mehr als nur der Produktnutzen.

Wir wünschen uns von unseren Nutzer:innen und allen, die diese Produkte kaufen, positiven Aktivismus unterm Weihnachtsbaum.

Der Reflex vieler Menschen in Anbetracht der Krise, so scheint es mir, ist zurückzukehren zu alten Mustern, zum Beispiel beim Kaufverhalten und beim Klimaschutz. Mir geht dies auch so. Ich muss an Dingen sparen, an denen ich nicht sparen will oder sollte. Mutig erscheint mir in diesem Moment, dennoch über jede Entscheidung bewusst zu reflektieren. Ich werde Entscheidungen treffen müssen, mit denen ich spare, damit ich meine Energiekosten decken kann. Ich kann versuchen dies so zu gestalten, dass diese Entscheidungen eher durch Verzicht getragen werden, als durch Dumpingpreise. Das bleibt kompliziert und jede Entscheidung erfordert Mut im Einzelnen.

Auch Startnext muss bewusst mit seinen Ressourcen umgehen und die Teamgröße und die aktuelle Marktsituation aufeinander abgleichen. Wir beobachten seit Anfang des Jahres Zurückhaltung auf mehreren Seiten, wenn es um Neugründungen und Soziale Innovationen geht und reagieren darauf jetzt mit der Verkleinerung des Teams um ein Drittel. Das verringert für einige Zeit unsere Geschwindigkeit beim Innovieren, sichert aber das Werkzeug Crowdfunding als freies, partzipiatives Mittel zur Finanzierung von Ideen in Deutschland.

Ein Drittel der wertvollen und wichtigen Belegschaft zu entlassen, ist womöglich die schwerste Entscheidung, die wir, Tino und ich als Gründer in der 12-jährigen Geschichte treffen mussten.

Neben dem, dass wir Startnext ohne Investor:innen und Gewinnentnahme betreiben, uns als Sozialunternehmen verstehen und für die neue Rechtsform „Gesellschaft in Verantwortungseigentum“ einsetzen.

Viele Gefühle gehen uns durch den Körper. Viele Biases, die gesellschaftlich geprägt sind, sind mit dabei. Wie entscheiden wir eigentlich, wer geht? Das sind Prozesse und Gedanken, die wir seit einiger Zeit wälzen. In unserem Unternehmen sind die Kennzahlen transparent, die Mitarbeitenden können mit uns die Marktentwicklung beobachten und an Lösungen arbeiten.

Die Projekte auf Startnext spiegeln unverblümt die gesellschaftliche Lage und Meta-Trends. 

Kurzfristig können wir keine entscheidenden wirtschaftlichen Veränderungen erkennen, was zu unserer Entscheidung führen musste. Das Unternehmen soll gesund sein und bleiben – auch in der Krise. Wir schließen es weiterhin aus, Stimm- und Gewinnbezugsrechte nach klassischem Muster zu verkaufen. Für einige Investoren ist genau diese Zeit hilfreich, sich günstig an Unternehmen zu beteiligen oder diese zu Übernehmen. Wir sehen die unternehmerische Vielfalt zu Gunsten von großen Konzernen schwinden, wenn nicht Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung den Trend stoppen.

Die Entscheidung ein Drittel der Mitarbeitenden zu entlassen, haben wir als Gründer diesmal selbst getroffen, auch wenn wir die Last gerne geteilt hätten. Es erschien uns diesmal wichtiger den Schalter schnell und klar umzulegen. Für andere Modelle fehlte uns die Praxis, die Team-Kultur und sicher auch der Mut. Wichtig ist jetzt, dass wir mit dem Team aus 19 Kolleg:innen weiter aktiv an der Gestaltung der Zukunft arbeiten können.

Unseren Weg zum nächsthöheren Berglager auf dem Weg unserer unternehmerischen Reise erreichen wir diesmal nicht. Wir sind zurück auf dem Weg zum Basislager, werden dort unsere Wunden lecken, uns heilen und neuen Mut fassen.

So geht es sicher auch vielen unserer Starter:innen. Wir leben gerade in einer Zeit, in der es besonders wichtig ist, die zu unterstützen, die besonders mutig sind, die sich trotzdem hervorwagen und ihre Ziele unbeirrt verfolgen. Diese Menschen wollen wir weiterhin feiern, jetzt eben vom Basislager aus.

Ihr findet sie alle hier auf Startnext.

An die Kolleg:innen, die gehen mussten: Eure Reise geht weiter. Wir unterstützen euch dabei. Euer halt bei uns war bereichernd und unheimlich wertvoll. Ich bin dankbar für die Zeit, in der wir miteinander arbeiten konnten. Ich wünsche euch sinnstiftende neue Jobs und viel Erfolg. Reduziert eure Ansprüche nicht, fordert ein, was gut für alle ist.

Ich bin noch die Antwort auf die Frage schuldig: 
Wie kann ich es schaffen, mutig und klug zu entscheiden?

Sie lautet:
Trainieren.

Denis

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