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Rentnerservice alteprofis "vermietet" Senioren

Anna Theil
23.02.2016
4 min Lesezeit

Wer in Rente geht, gehört nicht gleich zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil. Viele Rentner sind mobil und aktiv und können Jahrzehnte an Berufs- und Lebenserfahrungen vorweisen. Diesen Schatz gilt es zu bergen und zu fördern. Deshalb hat Brigitte Wacks, selbst umtriebige Rentnerin, die Online-Plattform alteprofis.de aufgebaut. Im Interview erzählt uns die Starterin, wie sie auf die Idee kam und warum sie mit 65+ noch eine Crowdfunding-Kampagne macht.

Wer sind Sie und was machen Sie?

Wahrscheinlich klingt es lustig und für viele auch befremdlich, dass ich reguläre Rentnerin bin. Aber damit eifre ich nur vielen bekannten und noch aktiven Politikern nach. Natürlich habe ich für den Fall, dass ich abdanken muss, einen Kronprinz. Ich bin naturverbunden, aber auch sehr gern am Computer und immer aktiv - bis heute. Aktiv nicht einfach nur in dem Sinn, dass ich mich um meine große Familie kümmere, sondern ich führe einfach fort, was ich in 20 Jahren Arbeit im Tourismus intensiv betrieben habe – etwas aufzubauen, zu vernetzen, weiter zu entwickeln und schließlich in den Medien zu bewerben. Die Parallele ist da, nur dass es nicht mehr touristische Angebote sind, sondern Senioren, die es zu vermitteln gilt. Sie als alteprofis zu gewinnen, war zunächst schwerer, als ich dachte. Aber schließlich haben mir kleinere öffentliche Aktionen mit engagierten alteprofis geholfen, das Portal zunächst lokal bekannt zu machen. Zum Beispiel der Einsatz von alteprofis bei den Veranstaltungsreihen "Senioren ans Netz – Mach mit!" oder "Senioren, ab an die Apps" hat überzeugt. Oder aber der NDR- Film "die nordreportage: Rentner zu mieten - Die alten Profis von Stralsund" gab 2015 einen richtig großen überregionalen Schub.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Vermittlung ist ein lang bekanntes Geschäft im Dienstleistungssektor, deshalb mir sehr vertraut. Online-Vermittlung über ein Portal kannte ich über "Mitfahrgelegenheit". Aber eben genau das auch mit Senioren zu machen, kam mir erst in den Sinn, als ich in der Schweiz erfuhr, dass dort solch ein Portal existiert. Aber wie war ich doch unbedarft, als ich mich entschloss, ein Seniorenjob-Portal auch hier zu starten! Das war im Sommer 2011, nachdem ich ein paar Monate in Rente war und in der Zeit mit der FH Stralsund die Datenbank und die Website aufgebaut hatte.

Warum ist es so wichtig, das Projekt zu realisieren?

Wer in meinem Alter erinnert sich nicht an seine Großeltern, wie sie aussahen und auftraten? Das waren meist wirklich alte Leute – in ihrem Outfit, Interessen und ihrer Lebenseinstellung. Heute haben Senioren andere Ansprüche, wollen weiter mitten im Leben stehen, gerade auch, wenn ihre Kinder weit verstreut sind. Sport, Gemeinschaft, Gesundheitszustand lassen es zu, dass viele von ihnen gern noch arbeiten wollen, wenn auch nur stundenweise und ihren Neigungen entsprechend. Die Schar der fitten und aktiven Rentner wächst jedes Jahr genauso wie die Zahl derjenigen, die die kleinen Dienstleistungen brauchen, weil sie z.B. viel arbeiten, aber keine Großeltern in der Nähe haben oder allein leben oder schon älter sind. Es ist ganz einfach – die jungen Alten sind noch nicht so alt, um nicht ihre Zeit und Unterstützung anzubieten, und alle anderen Generationen, ob jung, mittelalt oder richtig alt, brauchen in bestimmten Situationen eine helfende Hand zu günstigen Bedingungen. Wer schon mal in so einer Klemme gesteckt hat, weiß alteprofis zu schätzen oder hätte sich gewünscht, sie buchen zu können.

Mit wem möchten Sie gern zusammenarbeiten?

Das wäre schon toll, bei der weiteren Entwicklung von alteprofis Unterstützung von einem großen oder mittelständischen Softwareunternehmen zu erhalten, ob nun SAP Deutschland oder Adobe Systems München. Immerhin könnten wir alteprofis auch beispielgebende Werbeträger für die Generation der modernen Senioren sein. Aber natürlich könnte ich mir auch eine Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse, TK z.B., vorstellen, denn geistige und körperliche Fitness, was durch die Aktivitäten von alteprofis begünstigt wird, sollte als effektive Prophylaxe für ältere Menschen gefördert werden. Und last but not least, stelle ich mir einen ehemaligen wohlhabenden CEO vor, der einen Teil seines Geldes so einsetzen will, dass möglichst viele Menschen den positiven Effekt davon spüren.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für Ihr Projekt!

Hier könnt ihr das Projekt unterstützen.

© Bilder: Alte Profis

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