Crowdfunding beendet
Es ist soweit - (d)ein feministischer Sexshop in München! Wir brauchen endlich einen Ort in dieser Stadt der emanzipatorische Vorstellungen von Sexualität verwirklicht und damit eine feministische, sexpositive und queere Alternative zu herkömmlichen Sexshops darstellt. Neben dem Verkauf von Toys und Produkten wollen wir zu Themenabenden und Workshops einladen sowie Literatur rund um das vielfältige Thema Sexualität anbieten. Unterstützt uns dabei, unsere Vision in München wahr werden zu lassen!
19.210 €
Fundingsumme
245
Unterstütz­er:innen
21.02.2022

Die Geschichte von CC

Miriam Wagner
Miriam Wagner8 min Lesezeit

Die Idee, in München einen feministischen Sexshop zu gründen, entstand im Herbst 2020. Sandra war durch die Inspiration eines Freundes und die Teilnahme an einer teils sehr problematischen Sexualpädagogikfortbildung (pornofeindliche, (hetero/cis)-normative Inhalte) sehr schnell sehr fasziniert von dem Gedanken in München einen Ort zu schaffen, der Sexualität anders verhandelt als es in der Dominanzgesellschaft bisher getan wird. Bald fand Sandra erste interessierte Menschen und ein erstes Treffen, bei dem große Utopien entwickelt wurden, fand statt. Seitdem ist verdammt viel passiert und wir sind auf so vielen Ebenen gewachsen:

Lisa kam über einen gemeinsamen feministischen Lesekreis dazu, Daniela als Freundin aus Kindheitstagen und Miriam als Kollegin aus der feministischen Mädchen*arbeit. Die ersten Ideen sprudelten nur so und gemeinsam wurden erste Visionen entworfen, wie ein feministischer Sexshop in München wohl aussehen könnte und wie dabei in einer Kollektivstruktur gearbeitet werden kann. Kurz vor Silvester stand fest, wir wollen zu Viert erste Schritte gehen und bei vielen Spaziergängen auf Abstand (siehe Foto im Hirschgarten) wuchsen die Ideen, Wünsche und Ansprüche.

Unser erster öffentlicher Auftritt als Feministisches Sexshopkollektiv München fand im März 2021 mit einer Rede auf der Kundgebung gegen den sog. “Marsch für das Leben” von Abtreibungsgegner*innen stand. Nach langen Prozessen stand dann im Mai unser Name, Consent Calling, endlich fest. Auf der einen Seite ist dies eine Anspielung und ein Gegenentwurf zum sog. Cat Calling (verbale sexuelle Belästigung) und zum anderen stellt der Name die Relevanz von konsensull gelebter Sexualität heraus. Consent Calling soll Menschen dazu aufrufen ihre eigene Sexualität kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren, wie Konsens gelebt und wie darüber gesprochen wird.

Wir druckten erste Postkarten und als Teil des “Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung” verteilten wir sie auf einem Aktionstag gegen §218/219a. Hier lernten wir auch Jojo kennen und sie wurde bald Teil des Kollektivs. Im Juli freuten wir uns über das zunehmende öffentliche und auch erste mediale Interesse, und die “Süddeutsche Zeitung” veröffentlichte einen großen Artikel über unser Projekt und unsere Visionen. Die nächste Demo, auf der wir eine Rede halten durften war der Slutwalk und im Sommer 2021 durften wir ein Interview im Podcast “Kesse Väter” geben. Sarah kam dann im Herbst in den Kreis des Kernkollektivs hinzu. Anlässlich des “1000 Kreuze Marsches” wurde eine weitere Rede auf einer Demo gehalten und für das Recht auf reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung Position bezogen. Ein erster Workshop zum Thema Konsens in der LMU wurde im Rahmen der Kritischen Einführungswochen konzipiert und durchgeführt. Unsere erste Veranstaltung in der Glockenbachwerkstatt beim Gendersalon war ein voller Erfolg. So konnten wir erstmals und face to face über 70 Menschen von unserem Projekt und unseren feministischen Perspektiven rund um das Thema Sexualität berichten, Fragen beantworten und uns von vielen Menschen dazu inspirieren lassen, wie Consent Calling wachsen könnte.

In den nächsten Wochen konnten wir mehr und mehr Ideen umsetzen, uns mit vielen Menschen austauschen und uns beraten lassen. Gerade der solidarische Austausch mit anderen Sexshopkollektiven in Deutschland war hier unendlich hilfreich und wertvoll. Unsere Designkonzept von Felix und Noem wurde veröffentlicht und von Beginn an war klar, dass auch hier die Vielfalt und Fluidität von Sexualität widergespiegelt werden soll. Ende des Jahres 2021 schmückten unsere großartigen George Michael Weihnachtssticker unsere Stadt und wir machten deutlich:
München braucht diesen Raum!

Im Dezember konnten wir auf Einladung des Freiräumen Aktionsbündnisses zwei Workshops zum Thema “Feministisch denken - Feministisch handeln” anbieten. Seit einiger Zeit unterstützt uns außerdem Chris immer mehr mit einem großartigem IT Support.

Anfang 2022 haben wir Consent Calling dann auch endlich als Gesellschaft gegründet und damit deutlich gemacht, dass es uns ernst ist und unser Traum immer mehr in die Realität umgesetzt wird. Consent Calling soll wachsen, soll verschiedene Wissensstände, Erfahrungen und Fähigkeiten, Perspektiven und Haltungen, Backgrounds und Ressourcen vereinen und deswegen wurde Anfang Februar eine Unterstützer*innenstruktur gegründet - die sich nun im Aufbau befindet. Schließlich können wir Sechs niemals die vielfältigen Perspektiven von Sexualität einfangen! Wir sind sehr dankbar und überwältigt von all dem Support, den wir dieses eine Jahr bereits erfahren haben und von der Unterstützung und Beratung von vielen Menschen, die hier gar nicht alle erwähnt werden. Mit dem (hoffentlich erfolgreichen) Crowdfunding stehen wir nun vor einem nächsten großen Schritt und hoffen, die Geschichte von Consent Calling weiter schreiben zu dürfen.

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The history of CC

The idea of founding a feminist sex shop in Munich came about in autumn 2020. Sandra was, due to the inspiration of a friend and her participation in a partly very problematic sex education training (pornophobic, (hetero/cis)-normative content), very quickly very fascinated by the idea of creating a place in Munich that negotiates sexuality differently from the way it has been done so far in the dominance society. Soon Sandra found the first interested people, and a first meeting, where big utopias were developed, took place. Since then, a hell of a lot has happened and we have grown on so many levels:

Lisa joined through a joint feminist reading circle, Daniela as a childhood friend and Miriam as a colleague from feminist girl*work. The first ideas just bubbled up and together first visions of what a feminist sex shop in Munich could look like were designed, as well as how to work in a collective structure. Shortly before New Year's Eve it was clear that the four of us wanted to take the first steps, and during many walks at a distance (see photo in the Hirschgarten) the ideas, wishes and demands grew.

Our first public appearance as the Feminist Sex Shop Collective Munich was in March 2021, with a speech at the rally against the so-called "March for Life", by anti-abortionists. After long processes, our name, Consent Calling, was finally decided in May. On the one hand, this is an allusion to and a counter-design to so-called cat calling (verbal sexual harassment) and on the other hand, the name emphasises the relevance of consensually lived sexuality. Consent Calling is meant to prompt people to critically question their own sexuality and to reflect on how consent is lived and how it is talked about.

We printed our first postcards and as part of the "Alliance for Sexual Self-Determination" we distributed them at the action day against §218/219a. Here we also met Jojo and she soon became part of the collective. In July we were happy about the increasing public, and also first media interest, and the "Süddeutsche Zeitung" published a big article about our project and our visions. The next demonstration where we were able to give a speech was the Slutwalk, and in summer 2021 we gave an interview in the podcast "Kesse Väter". Sarah then joined the circle of the core collective in autumn. On the occasion of the "1000 Crosses March", another speech was given at a protest and a position taken for the right to reproductive and sexual self-determination. A first workshop on the topic of consent at the LMU was conceived and held within the framework of the Critical Introductory Weeks. Our first event in the Glockenbachwerkstatt at the Gendersalon was a complete success. For the first time, and face to face, we were able to report to more than 70 people about our project and our feminist perspectives around sexuality, answer questions and get inspiration from many people on how Consent Calling could grow.

Over the next few weeks, we were able to implement more and more ideas, exchange views with many people and get advice. Especially the solidary exchange with other sex shop collectives in Germany was infinitely helpful and valuable. Our design concept by Felix and Noem was published, and from the beginning it was clear that the diversity and fluidity of sexuality should also be reflected here. At the end of 2021, our great George Michael Christmas stickers decorated our city and we made it clear:
Munich needs this space.

In December, we were able to offer two workshops on the topic of "Thinking Feminist - Acting Feminist" at the invitation of the Freiräumen Action Alliance. For some time now, Chris has also been supporting us more and more with great IT support.

At the beginning of 2022, we finally founded Consent Calling as a company as well, making it clear that we are serious and that our dream is increasingly becoming reality. Consent Calling is meant to grow, to unite different levels of knowledge, experiences and skills, perspectives and attitudes, backgrounds and resources, and that is why a supporter structure was founded at the beginning of February - which is now under construction. After all, the six of us can never capture the multiple perspectives of sexuality! We are very grateful and overwhelmed by all the support we have experienced this year, and by the assistance and advice we have received from many people who are not even mentioned here. With the (hopefully successful) crowdfunding, we are now on the verge of the next big step and hope to be able to continue writing the story of Consent Calling.

18.04.2022

DANKE!

Miriam Wagner
Miriam Wagner3 min Lesezeit
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Consent Calling - feministisches Sexshopkollektiv
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