Projekte / Musik
Auf der CD sollen Werke eingespielt werden, die bisher nie oder sehr selten erschienen sind.
Würzburg
3.094 €
8.569 € Fundingziel
7
Fans
22
Unterstützer
Projekt beendet

Projekt

Finanzierungszeitraum 11.10.17 20:52 Uhr - 26.11.17 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Oktober 2017 - Sommer 2018
Fundingziel 8.569 €
2. Fundingziel 15.549 €
Bei diesem Fundingziel wären alle Grundkosten bezahlt. Das bedeutet Aufnahmeleitung, Tonstudio, CD pressen, GEMA, Fahrtkosten usw.
Damit die Musiker und Mitwirkende nicht auf eine Aufwandsentschädigung verzichten müssen wäre diese Summe erstrebenswert.
Stadt Würzburg
Kategorie Musik

Worum geht es in dem Projekt?

„Cimarrón“ war im 19. Jahrhundert auf Kuba die Bezeichnung für einen entlaufenen Sklaven. Der Cimarrón in Hans Werner Henzes „Rezital für vier Musiker“, Esteban Montejo, wurde 1860 geboren und führte im Alter von 104 Jahren mit dem kubanischen Ethnologen und Schriftsteller Miguel Barnet ein umfangreiches Gespräch über sein Leben. Barnet begründete damit die lateinamerikanische ethnobiografische Schule, die Berichte von Einzelpersonen, die nicht dem Umfeld der herrschenden Geschichtsschreibung angehören, für die Beschreibung der sozialen und psychischen Beschaffenheit eines Landes auswerten. Dieser Ansatz biografischer Forschung ist inzwischen Grundlage der qualitativen empirischen Forschung in den modernen Sozialwissenschaften geworden. Barnets Buch lieferte aber auch die Vorlage zu einem Libretto, das der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger verfasste. Hans Werner Henze lernte den 108 jährigen Esteban Montejo 1969 noch persönlich kennen.
Henze beschrieb diese Begegnung folgendermaßen: „Ich hatte noch nie einen so alten Mann gesehen. Er war baumlang, ging langsam und hoch aufgerichtet, seine Augen waren lebendig, er strahlte Würde aus, schien sich klar darüber, eine historische Persönlichkeit zu sein“ (Henze 1984, S.133). Enzensberger hatte dem Komponisten eine Einladung nach Kuba besorgt, wo er am 21. März 1969 für einen ersten Aufenthalt, der bis 16. April dauerte, eintraf. Er lernte Miguel Barnet kennen, der ihn verschiedenen kubanischen Künstlern vorstellte und mit dem Yoruba-Kult vertraut machte.

Am 10. Dezember 1969 brachte er die Skizzen für das erste Stück von El Cimarrón auf Papier. Im Februar 1970 schloss er in seinem Haus in Marino bei Rom die Partitur ab und begann dort gemeinsam mit dem kubanischen Gitarristen Leo Brouwer, dem Flötisten Karlheinz Zöller, dem japanischen Schlagzeuger Tsutomu Yamash’ta und dem amerikanischen Sänger William Pearson mit den Proben für die Uraufführung.

Aus dem Werk für drei Musikern und Tenor entstand 1995 ein Gitarrenduo. Henze betraute Jürgen Ruck mit der Einrichtung und Uraufführung zweier neuer Kompositionen für Gitarrenduo. Eines dieser Werke bezieht sich direkt auf das Rezital „El Cimarrón“.

Ich lernte „El Cimarrón“ vor einigen Jahren durch meinen Professor Jürgen Ruck kennen. Mich faszinierten besonders die unterschiedliche Spielweisen und Einsätze der Gitarre in der Musik. Außerdem hat Henze auf faszinierende Weise die einzelne Abschnitte musikalisch charakterisiert, hierbei benutzt Henze eine ganz eigene Tonsprache. Auf meiner CD soll dieses Werk das zentrale Stück werden. Als Duo Partner konnte ich meinen Kommilitonen Josef Mücksch gewinnen. Wir werden das Werk gemeinsam mit Jürgen Ruck erarbeiten.


Henze lernte die Komponisten und Gitarristen Leo Brouwer in seiner Zeit in Kuba kennen. Vielleicht auch durch diese Zusammenarbeit entstanden im späteren Wirken Henzes noch bedeutende Gitarrenwerke wie die „Royal Winter Musik“. Daher ist es nur nachvollziehbar, dass auch von Leo Brouwer, der als einer der bedeutendsten Komponisten Kubas gilt und mit zahlreiche Auszeichnungen bedacht wurde, Stücke auf der CD auftauchen sollen. Hier habe ich mich für Landschaftsbeschreibungen von Kuba entschieden.


Víctor Jara zählt als einer der großen Vertreter der „Nueva Canción“ (Neues Lied) in Lateinamerika. Dies war eine große revolutionäre Bewegung in Südamerika, an der viele Künstler und Gelehrte teilnahmen.
Während des von August Pinochet angeführten Putsches gegen Allende wurde Víctor Jara am 12. September 1973 im Hof der Technischen Universität festgenommen, an der er als Dozent arbeitete; aufgrund der unsicheren Lage während des Putsches hatten er und einige Kollegen die Nacht in den Universitätsräumen verbracht, weil sie es als zu gefährlich angesehen hatten, nach Hause zu gehen. Jara wurde zusammen mit vielen Dozenten und Studenten ins Estadio Chile verbracht, wo er erst dort von einem Offizier erkannt und wie auch viele seiner Leidensgenossen, gefoltert wurde. Unter diesen Umständen entstand sein letztes Gedicht (eigentlich ohne Titel, meist aber nach der Anfangszeile Somos cinco mil, „Wir sind fünftausend“, genannt). Später brachen ihm seine Peiniger die Hände, damit er nicht mehr Gitarre spielen konnte. Als Reaktion auf die hämische Aufforderung der Soldaten, er solle doch singen, wenn er ein Sänger sei, erhob Víctor Jara noch einmal seine Stimme, um das Lied der Unidad Popular Venceremos „Wir werden siegen“, anzustimmen. Daraufhin wurde er zusammengeschlagen und schließlich mit einem Maschinengewehr getötet. Nach einigen Tagen wurde seine Frau darüber informiert, dass seine Leiche gefunden worden war, woraufhin sie ihr übergeben wurde. Sie verließ bald danach Chile.
Am 31. Mai 1974, im Jahr nach dem Pinochet-Putsch am 11. September veranstalteten Bürger mit demokratischen und antifaschistischen Ambitionen ein Gedenkkonzert für Victor Jara in der Grugahalle Essen. Unter den Künstlern waren grössen wie Ini Illimani, Isabel Parra (Tochter von Violetta Parra), Quilapayun, Franz Josef Degenhard und Dieter Süverkrüp. Henze schrieb für Süverkrüp das Lied “Dieser chilenische Sommer“ oder „Chanson für Chile“ welches sich direkt auf V. Jara besieht.


Da es keine Druckausgabe des Werkes von Hans Werner Henze gibt, plane ich einen Forschungsaufenthalt in der Paul-Sacher Stiftung in Basel, um daraus eine möglichst originalgetreue Abschrift und Vorlage für unsere Aufnahme des Werkes zu erstellen.


Für Victor Jaras Karriere war die Begegnung mit der begnadeten Sängerin und Künstlerin Violeta Parra ausschlaggebend. Eine Auswahl ihrer Stücke soll den dritten Teil meiner CD darstellen.
Violeta Parra bewunderte die traditionelle chilenische Folklore und besaß ein kleines Café in Santiago. Auf Einladung des Jugendfestivals in Finnland unternahm Parra mit ihren Kindern eine Tournée, die sie durch die UdSSR, Deutschland, Italien und Frankreich führte, wo sie drei Jahre in Paris von Beiträgen für Radio und Fernsehen, Auftritten im Latino-Viertel und Dichterlesungen bei der UNESCO für das Theater der Vereinten Nationen lebte. Sie realisierte eine Serie von Konzerten in Genf und Ausstellungen ihrer eigenen Plastiken. 1964 stellte sie im Pavillon Marsan als erste lateinamerikanische Künstlerin individuelle Objekte aus Sackleinen und Ölgemälde aus.
1965 reiste sie in die Schweiz, wo sie einen Dokumentarfilm über der kompletten Breite ihres Schaffens vorlegte. Nach ihrer Rückkehr nach Chile nahm sie mit an der Peña de Los Parras ihrer Kinder Isabel und Ángel in der Calle Carmen 340 in Santiago teil, wo sie kurz darauf La Carpa de La Reina (Spanisch für „Zelt im Bezirk La Reina“) als Kunstzentrum einweihte.
Peña bedeutet Fels, aber auch Stammtisch und steht in ganz Chile für kulturell-politische Gemeindefeiern, bei denen Gesangswettbewerbe aller Generationen solo und als Chor, mit und ohne instrumentale Begleitung häufig im Mittelpunkt stehen. Heute gibt es viele Peñas in Chile, Lateinamerika, Nordamerika, Europa und Australien, die sich aufgrund der Chilenen, die nach Augusto Pinochets Putsch ins Ausland flohen, ausgebreitet haben.
1966 reiste sie nach Boliven, bot Konzerte in den südlichen Regionen Chiles an und nahm weitere Platten zusammen mit ihren Kindern auf. Sie kehrte nach Santiago zurück, um ihre Arbeit in La Carpa fortzusetzen. Abends trat sie dort auf, sang und begleitete sich dabei auf der Gitarre und servierte ihren Gästen selbst gekochte Gerichte. Dort lernte Victor Jara, ein chilenischer Schauspieler und Theaterregisseur, ihr Werk und sie selber kennen und wurde schnell in ihren Bann gezogen. Ángel Parra drückte ihm eine Gitarre in die Hand und ließ ihn Volkslieder seiner Heimat und eigene Kompositionen vortragen.
Parra beging ein halbes Jahr vor ihrem 50. Geburtstag, am 5. Februar 1967 Suizid, angeblich wegen des Scheiterns einer leidenschaftlichen, unglücklichen Liebesbeziehung und finanzieller Probleme.

Hans Werner Henze:
Memorias de „El Cimarrón“

Leo Brouwer:
Danza Caracteristica
Danza del Altiplano
Paisaje Cubano con Campanas

Hans Werner Henze:
Chanson für Chile

Victor Jara:
Te Recuerdo Amanda
Manifesto

Violeta Parra:
El Gavilán
Maldigo del alto cielo
Gracias a la vida
La lavandera

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Die Zielsetzung besteht darin Werke von Hans Werner Henze neu aufzunehmen und das Andenken von Violete Parra und Victor Jara zu ehren.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Um diese einzigartige Musik für die Nachwelt auf professionellen Weg zu erhalten.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Kosten
Aufnahmeleitung, Schnitt, Tonmeister usw. 3125 EU
Tonstudio für das Gitarenduo 1000 EU
Gitarrist für El Cimarrón 1000 EU
Übernachtung,Fahrtkosten für El Cimarrón 320 EU
Combo 5 Musiker 5000 EU
Tonstudio Combo 800 EU
Übernachtung Aufnahmeleitung, Fahrtkosten 720 EU
Werke von V. Parra und V. Jara bearbeiten, arrangieren, drucken 1400 EU

Booklet erstellen (Text und Fotos) 500 EU
CD pressen (CD, Hülle, Booklet) 1000 EU

Die Forschungsreise in die Paul-Sacher-Stiftung Basel wurde durch die Forberg-Schneider-Stiftung ermöglicht.

Wer steht hinter dem Projekt?

Prof. Jürgen Ruck
Jürgen Rummel Tonmeister
Theresa Romes Gesang
Josef Mücksch Gitarre
Silas Bischoff Charango
Eduard Hausauer Bass
Werner Stephan Cello
Katrin Frühinsfeld Booklet
Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds
Forberg-Schneider-Stiftung
Johannes Lang Gitarre

Impressum
Johannes Lang
Widhalmstraße 25
90459 Nürnberg Deutschland

Kooperationen

Ideele und finazielle Unterstützung.

Die Forschungsreise in die Paul-Sacher-Stiftung Basel wurde durch die Forberg-Schneider-Stiftung ermöglicht.

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