Login
Registrieren
Newsletter

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen.

Projekte / Journalismus
Entwicklungsgeld fĂĽr blauen Dunst?
Malawi ist abhängig vom Tabak. Der Export des “grünen Golds” macht bis zu zwei Drittel der Deviseneinnahmen des kleinen südostafrikanischen Landes aus. Doch der Anbau hat fatale Folgen für Menschen und Umwelt. Die Regierung will deshalb raus aus der Abhängigkeit, weg vom Tabakanbau. Ausgerechnet die (deutsche) Entwicklungszusammenarbeit konterkariert diese Bemühungen, indem sie Projekte im Tabaksektor finanziert. Wir wollen wissen: Wie viel Geld fließt wohin – und wer profitiert davon?
4.275 €
4.000 € Fundingziel
7
Fans
4
UnterstĂĽtzer
Projekt erfolgreich

Projekt

Finanzierungszeitraum 29.02.16 22:37 Uhr - 11.03.16 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Juni 2016
Fundingziel 4.000 €
Stadt Berlin
Kategorie Journalismus

Worum geht es in dem Projekt?

Die Tabakindustrie promotet ihren Rohstoff als Motor wirtschaftlicher Entwicklung für das arme Malawi. Das kleine südostafrikanische Land ist weltweit der wichtigste Exporteur von Burley-Tabak. In fast jeder Zigarette steckt ein Teil dieser Tabaksorte. Doch entgegen den Versprechungen der Tabakindustrie bringt das “grüne Gold” vor allem Probleme mit sich:

Kinderarbeit ist auf den Plantagen allgegenwärtig.

Mangels Schutzkleidung drohen gesundheitliche Schäden durch Pestizide und das Nervengift Nikotin.

Wälder werden gerodet, um die geernteten Tabakblätter über dem offenen Feuer zu trocknen.

Hinzu kommt ein Konflikt um Anbauflächen. Ein Viertel der Bevölkerung Malawis ist chronisch mangelernährt. Der Tabakanbau verschärft diese Situation. Denn wo Tabak wächst, ist kein Platz für den Anbau von Nahrungsmitteln. Und: Familien, die Tabak anbauen, bleiben bei Ernteausfällen oder sinkender Nachfrage auf ihrer Ernte sitzen. Sie haben dann oft kein Geld für ausreichend Nahrungsmittel.

Nicht zuletzt birgt Malawis wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tabakexport weitreichende Gefahren. So kam es 2011 zu Massenunruhen, weil die Regierung des kleinen Binnenstaats keine Ölimporte mehr finanzieren konnte. Der Hintergrund: Die Weltmarktpreise für Tabak waren eingebrochen – und mit ihnen die Deviseneinnahmen Malawis.

Malawis Regierung hat dem Tabak deshalb den Kampf angesagt. Die Landwirtschaft soll diversifiziert werden. Das Ziel: Weg vom Tabak.

Andere halten jedoch am Tabakanbau fest – und zwar nicht nur die großen Tabakkonzerne wie Philip Morris, die den Markt in Malawi beherrschen und die Politik korrumpieren. Unsere bisherige Recherche hat bereits gezeigt, dass auch Staaten wie Deutschland unter dem Stichwort "Entwicklungszusammenarbeit" Malawis Abhängigkeit vom Tabak zementieren. Ein Beispiel: Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert Projekte an einem Institut in Malawi, das von der Tobacco Association of Malawi gegründet wurde. Dort lernen Bauern, Tabak anzubauen. Darüber hinaus betreibt das Institut Lobbyarbeit für die Ausweitung des Tabakgeschäfts.

Wir wollen herausfinden, wie viele solcher fragwĂĽrdigen Kooperationen zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Tabakindustrie bestehen.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Wir wollen den blauen Dunst lüften und systematisch aufdecken, welche Länder wie viel Entwicklungsgelder in Malawis Tabaksektor leiten – und wer davon wirklich profitiert. Diese Angaben sind bislang nicht öffentlich einsehbar.

Das wollen wir ändern. Wir werden bei den zuständigen Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit (etwa der GIZ) auf Herausgabe der Daten pochen.

- Welchen Institutionen geben wie viel Geld?
- Welche MaĂźnahmen und Projekte werden damit finanziert?
- Bei welchen Projekten spielt Tabak eine Rolle?
- Ist die Tabakindustrie unmittelbar an den Projekten beteiligt?

Auf dieser Grundlage wollen wir herausfinden, wo fragwĂĽrdige Verbindungen zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Tabakindustrie bestehen.

Vor Ort in Malawi wollen wir uns dann anschauen, welchen Einfluss die Entwicklungsgelder im Tabaksektor tatsächlich haben.

Neben der Kooperation mit unserem Kollegen Collins Mtika in Malawi wollen wir uns mit weiteren Kolleg*innen zusammentun, um auch die Entwicklungsgelder aus anderen Geberländern überprüfen zu können.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstĂĽtzen?

Wer steuern zahlt, die zum Teil auch in die Töpfe der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit fließen, sollte nachvollziehen können, was mit dem Geld passiert.

Es kann nicht dem philanthropischen Anspruch von Entwicklungszusammenarbeit entsprechen, Menschen und Umwelt in Malawi weiter zu schädigen und stattdessen mit Steuergeldern dafür zu sorgen, die Profite der Tabakindustrie zu sichern. Entwicklungszusammenarbeit (so man sie nicht grundsätzlich in Frage stellt) sollte stattdessen das Vorhaben der malawischen Regierung unterstützen und versuchen, Malawis Abhängigkeit vom Tabak zu reduzieren.

Die Verbindungen zwischen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und Tabakindustrie erscheinen nicht zuletzt deshalb fragwürdig, weil Deutschland der größte Zigarettenexporteur der Welt ist. Allein aus Malawi importieren die hierzulande ansässigen Zigarettenhersteller jährlich Burley-Tabak im Wert von über 100 Millionen Dollar.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit Hilfe des über das Crowdfunding eingeworbenen Geldes möchten wir in Malawi recherchieren. Wo fließen die Entwicklungsgelder letztlich hin? Welchen Einfluss hat die Tabakindustrie auf die beteiligten Institutionen?

Womöglich werden wir einen Teil des Geldes bereits für die Vorrecherche in Deutschland benötigen. Aktuell versuchen wir bei den staatlichen Stellen in Deutschland und anderen Geberländern herauszufinden, wohin genau die Entwicklungsgelder fließen. Sollte dies nicht auf presserechtlichem Wege möglich sein, werden wir auf das Informationsfreiheitsgesetz zurückgreifen. Die Beantwortung unserer Anfragen ist jedoch möglicherweise mit Kosten verbunden.

Letztlich planen wir eine ganze Palette an Veröffentlichungen, in Deutschland (u.a. bei CORRECT!V) und idealerweise auch in anderen Ländern, aus denen Entwicklungsgelder in Malawis Tabaksektor fließen. Vom Radiobeitrag, über eine Fernsehproduktion bis zum Zeitungsartikel möchten wir das Thema umfassend aufbereiten.

Wer steht hinter dem Projekt?

Unser Team besteht bisher aus

Chris Grodotzki, freier Multimedia-Journalist und Mitglied des jib collective, dessen Arbeitsschwerpunkte soziale Konflikte und Umweltthemen bilden.

Collins Mtika, freier Journalist, der sich seit Jahren mit dem Tabakanbau in Malawi beschäftigt. Collins ist Gründer und Leiter des Centre for Investigative Journalism Malawi.

Marius Münstermann, freier Journalist, der sich unter anderem mit Umweltthemen und wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Afrika und Europa beschäftigt.

Zurzeit arbeiten wir daran, unser Team auf andere (Geber-)Länder auszuweiten, um auch deren Einfluss auf Malawis Tabaksektor unter die Lupe nehmen zu können.

Impressum
Correctiv - Recherchen fĂĽr die Gesellschaft gemeinnĂĽtzige GmbH
Christian Humborg
Huyssenallee 11
45128 Essen Deutschland

Einzeln vertretungsberechtigt:
Dr. Christian Humborg, David Schraven
Steuernummer 112/5754/1437
Handelsregister Essen
HRB 25135

Kuratiert von

CORRECTIV

Wir von CORRECTIV wollen Crowdfunding für journalistische Projekte vereinfachen und versprechen drei Sachen: Wir prüfen alle Projekte vorab, ob sie umsetzbar sind. Wir garantieren den erfolgreichen Abschluss aller geförderter Recherchen. Wir helfen Geldgebern dabei, Steuern zu sparen. ...

Ăśber Startnext

Startnext ist die größte Crowdfunding-Plattform für kreative und nachhaltige Ideen, Projekte und Startups in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Künstler, Kreative, Erfinder und Social Entrepreneurs stellen ihre Ideen vor und finanzieren sie mit der Unterstützung von vielen Menschen.

Startnext Statistik

41.239.999 € von der Crowd finanziert
4.673 erfolgreiche Projekte
803.000 Nutzer

Sicherheit

Ist uns wichtig, deshalb halten wir uns an diese Standards:

  • Datenschutz nach deutschem Recht
  • Sichere Bezahlung mit SSL
  • Sichere Transaktionen ĂĽber unseren Treuhänder Secupay AG
  • Legitimation der Starter nach deutschem Recht

Bezahlmethoden

Kreativität gemeinsam finanzieren - Entdecke neue Ideen oder starte dein Projekt!

© 2010 - 2017 Startnext Crowdfunding GmbH