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Projekte / Literatur
Frau im Exil von Pinar Selek
Die Autorin Pinar Selek soll in der Türkei ins Gefängnis gehen. Sie wurde 2013 zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie arbeitete an einer soziologischen Studie zur Kurdenfrage, das in gewissen Kreisen unerwünscht war. Sie beschuldigten sie im Auftrag der PKK ein Bombemattentat in Istanbul verübt zu haben. Pinar Selek hat einen sehr persönlichen Essay über ihr Leben im Exil geschrieben. Dieses Buch wollen wir veröffentlichen um sie weiter darin unterstützen zu können ihre Unschuld zu beweisen.
Berlin
3.080 €
3.000 € Fundingziel
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41
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Projekt erfolgreich

Projekt

Finanzierungszeitraum 22.05.13 10:42 Uhr - 09.07.13 23:59 Uhr
Fundingziel erreicht 3.000 €
Stadt Berlin
Kategorie Literatur

Worum geht es in dem Projekt?

Am 24. Januar 2013 wurde Pinar Selek von der 12. Kammer des Istanbuler Gerichts für schwere Straftaten in Abwesenheit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe unter verschärften Bedingungen verurteilt. Aktuell befindet sich Pinar Selek im Exil in Frankreich.
Dem vorangegangen ist eine Geschichte von einer 15 Jahre anhaltender juristischer Willkür. Wir möchten jetzt einen Essay von Pinar Selek veröffentlichen, in dem sie beschreibt, was es bedeutet im Exil zu leben, ohne Freunde und Familie und auch weit weg von der Heimat, nach der sie sich sehnt.

Ergänzt wird das Buchprojekt durch einen Text von Karin Karakasli, einer armenischen Schriftstellerin, die seit fast 15 Jahren mit Pinar befreundet ist und das Geschehen aus der Türkei mit verfolgt hat und Pinar und ihre Familie unterstützt.

Der Orlanda Verlag möchte mir diesem Projekt zum einen auf ein Einzelschicksal aufmerksam machen, auf das Leben von Pinar Selek, die seit 15 Jahren nicht mehr selbst bestimmen kann, wo und wie sie leben will. Wir möchten mit diesem Buchprojekt helfen das Leben von Pinar Selek weiter zu schützten, indem wir sie in der Öffentlichkeit halten. Aber wir möchten am Beispiel von Pinar Selek auch auf die Schicksale von vielen Menschen aufmerksam machen, die ähnliches erleiden und auch fern ab von ihrer Heimat neu anfangen müssen.


Zur Person Pinar Selek
Pinar Selek ist Schriftstellerin, Wissenschaftlerin, Frauenrechtsaktivistin und Mitglied des türkischen PEN und seit Februar 2013 Ehrenmitglied des deutschen PEN..
Sie wurde am 8. Oktober 1971 in Istanbul geboren, besuchte dort das französische Gymnasium und studierte Soziologie an der Mimar Sinan University. Sie beteiligte sich an der Organisation verschiedener Aktionen der Frauenbewegung und gründete das feministische Netzwerk Amargi, für dessen Magazin sie als Herausgeberin tätig ist. In ihren publizistischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit Themen wie der Friedensbewegung, der Ausgrenzung von Minderheiten sowie den Zusammenhängen zwischen Militarismus und der Entwicklung der Geschlechtsidentität.
Im Zusammenhang mit der Arbeit an einer soziologischen Studie zur Kurdenfrage, die gewissen Kreisen in der Türkei ein Dorn im Auge war, wurde sie 1998 zu Unrecht beschuldigt, im Auftrag der PKK einen Bombenanschlag auf einen Basar in Istanbul verübt zu haben. Sie kam für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis und wurde schwer gefoltert. Aus der Untersuchungshaft entlassen, verbrachte sie den größten Teil des über zwölf Jahre dauernden Verfahrens auf freiem Fuß und setzte ihre Arbeit fort. Sie wurde in drei aufeinander folgenden Verfahren freigesprochen. In einem neuen Verfahren wurde Pinar Selek am 24. Januar 2013 in Abwesenheit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe unter verschärften Bedingungen verurteilt.
Hintergrund: 1998 kamen bei einer Explosion auf einem belebten Basar in Istanbul sieben Menschen ums Leben, weitere 127 wurden verletzt. Pinar Selek war unter den Verhafteten und wurde im Juli 1998 mit der Anschuldigung, die Explosion verursacht zu haben, inhaftiert. Im Dezember 2001 wurde in einem Expertengutachten festgestellt, dass es sich bei der Explosion nicht um eine Bombe handelte, sondern um einen tragischen Unfall, der durch ein Leck an einer Gasflasche ausgelöst worden war.
Selek und die anderen Angeklagten wurden nach zweieinhalb Jahren Haft freigelassen. Trotz allem wurde im Dezember 2005 ein neues Gerichtsverfahren eröffnet, das im Juni 2006 wieder eingestellt wurde, da noch immer keine Beweise vorlagen, dass es sich bei der Explosion um eine Bombe gehandelt habe. Dennoch forderte das Berufungsgericht im März 2009 die Revision des Falles und hob den Freispruch auf. Der Fall wurde im Mai 2009 erneut geprüft und Selek wiederum freigesprochen. Das Berufungsgericht legte wiederholt Einspruch ein und übergab den Fall am 9. Februar 2010 zur erneuten Prüfung an das Istanbuler Gericht für schwere Straftaten. Pinar Selek befand sich zu diesem Zeitpunkt als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms in Deutschland. Im August 2010 wurde Seleks Fall im Europäischen Parlament vorgebracht und die Beitrittsabteilung der EU bestätigte, dass sie von dem Fall wisse und mit der türkischen Regierung darüber sprechen würde.
Ein Haftbeschluss gegen Pinar Selek wurde im Juni 2011 beantragt und im November 2012 ausgestellt, nachdem das Amtsgericht den Freispruch aufgehoben hatte, da der Fall vom Obersten Berufungsgericht zurückgewiesen worden war. Der Staatsanwalt sagte, er sei geschockt von der Entscheidung, den Prozess gegen Selek komplett neu aufzurollen. In der Anhörung am 13. Dezember 2012 legte Seleks Verteidiger gegen die Ernennung des Richters, der den Freispruch aufgehoben hatte, Einspruch ein. Der Einspruch wurde abgelehnt und die endgültige Verurteilung folgte dann am 24. Januar 2013.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Das Buch soll anhand eines Einzelschicksals aufmerksam machen auf das Leben von vielen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten um in anderen Ländern neu anzufangen. Diese Menschen sind in der Regel keine Kriminellen und werden doch oft so angesehen. Pinar beschreibt auf eine sehr warme und berührende Art und Weise was dieses Schicksal mit Menschen macht und wie es traumatisiert.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Wir glauben, das man mit diesem Buch, da Pinar auch in Deutschland sehr bekannt ist, viel Aufmerksamkeit für Sie bekommen kann, was in ihrem Fall auch ein Stück Schutz für sie bedeutet, aber auch unseren Blick auf die Gefühle von Menschen zu lenken, die in unserem Land Asyl suchen müssen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld wird für Übersetzerhonorare, Lektoratsarbeiten, Autorenhonorare und den Buchdruck verwendet. Durch das Geld soll es ebenfalls möglich gemacht werden Pinar Selek nach Deutschland einzuladen und ihr damit weiterhin eine große Unterstützung zu ermöglichen. So kann mit der Aufmerksamkeit auf ein Einzelschicksal vielleicht das Bewusstsein für mehr Menschen sensibilisiert werden.

Durch die Honorare die Pinar Selek erhält bei der Realisierung dieses Projekts wird es ihr auch ermöglicht die hohen Anwalts- und sonstigen Kosten, die sie jetzt wieder für eine Klage beim Menschenrechtsgerichthof in Straßburg hat zu finanzieren.

Falls es Gelder über die direkte Finanzierung des Projekts geben sollte, werden wir die an Pinar Selek als Spende weiterleiten, damit sie die aus dem Unrechtsurteil entstandenen Schulden bewältigen kann

Wer steht hinter dem Projekt?

Hinter dem Projekt steht der Orlanda Verlag, ein kleiner unabhängiger Frauen Verlag in Berlin, der bisher auf eigene Kosten zwei Bücher von Pinar Selek veröffentlicht hat und jetzt noch mal ein Buchprojekt von ihr realisieren will.

Wir hoffen auf ihre Unterstützung, damit wir Pinar Selek und dann auch anderen, die ein ähnliches Leben, haben helfen können.

Impressum
Orlanda Verlag GmbH
Anna Mandalka
Fürbringerstr. 7
10961 Berlin Deutschland

Steuernummer: 30/184541

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