Der in Chemnitz geborene Paul-Gerhard "Hadayatullah" Hübsch gehört zu den schillerndsten Figuren der deutschen Gegenwartsliteratur. Der politische Aktivismus der 68er führte ihn über ein psychedelisches Abenteuer in eine Phase der Rastlosigkeit, die erst mit seiner Konversion zum Islam 1969 ihr Ende fand. Der Dokumentarfilm ist eine Annäherung an das Vermächtnis eines Grenzgängers im Zeichen der Vereinigung von Orient und Okzident.
7.315 €
12.000 € Fundingziel 2
49
Unterstützer*innen
Projekterfolgreich
03.08.2020

Das biographische Mosaik nimmt Form an

Tahir Chaudhry
Tahir Chaudhry2 min Lesezeit

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

in der vergangenen Woche haben wir 14 Menschen getroffen, alle mit ihren jeweils eigenen Blickwinkeln auf das Leben und Wirken von Hadayatullah Hübsch. Uns ist wieder einmal klar geworden, dass ein Mensch wie dieser, der so viele Erfahrungen, Talente und Fähigkeiten in sich vereinte, nie wirklich fassbar sein kann. Die Verlegerin Miriam Spies, die hier auf dem Bild zu sehen ist, brachte 2011 passend zu dieser Unfassbarkeit "Kaleidoskopidschi" heraus. Eine Sammlung von Perspektiven. Sicherlich wird auch unser Film eine Art biographisches Mosaik sein, der Versuch einer Annäherung an das authentische Gesamtbild. Jedenfalls haben wir inzwischen mit den Dreharbeiten begonnen und mit unterschiedlichsten Menschen sprechen dürfen. Menschen, die seine Kunst nicht kannten, mit seiner intellektuellen Tiefgründigkeit, seiner rhetorischen Brillanz nichts anfangen konnten, seinen Glauben nicht verstanden oder in Unkenntnis über weite Phasen seiner biografischen Entwicklung waren. Doch am Ende eint sie der liebevolle Blick auf einen Zeitgenossen, bei dem sie alle ahnten, er sei viel mehr als sie jemals begreifen könnten. Es ist uns eine große Ehre und Freude dieses Mosaik in eurem Auftrag entwerfen zu dürfen. Ganz gleich, aus welcher Sicht ihr es betrachtet: seid ihr zu nah, mag sein, dass es befremdlich erscheint oder gar verwirrt, doch aus der richtigen Ferne betrachtet, werdet ihr den Sinn und die Art verstehen. Versprochen. Ganz wichtig ist uns: Der Film wird keine Heldenverehrung, sondern eine respektvolle Erinnerung an den außergewöhnlichen Menschen Hadayatullah Hübsch in allen Höhen und Tiefen.

In einem Interview, das ein Szene-Vertreter irgendwann in den 00er Jahren mit ihm führte, wurde Hübsch gefragt, ob er sich selbst für die alten Beatniks und jungen Poetry Slammer (an denen er nur wenig gute Haare lassen konnte) als ein Vorbild betrachte. Seine Antwort: "Meine Idee von Literatur ist, dass Leben und Schreiben in eins fallen, dass keine Kluft zwischen dem Gesagten und dem Tun besteht. Dabei ist Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, auch vor allem sich selbst gegenüber vonnöten. Kritik und Selbstkritik. Dafür stehe ich ein. Wenn andere das ebenfalls so sehen, freut mich das. In diesem Sinne möchte ich ein gutes Beispiel sein." Schön, oder?

Liebe Grüße,
Tahir Chaudhry

05.01.2020

Wow.

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