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Projekte / Journalismus
interstellarum
interstellarum, das ist seit 20 Jahren die einzigartige Zeitschrift für praktische Astronomie. interstellarum, das ist der größte astronomische Nachrichtendienst in deutscher Sprache. interstellarum, das ist qualitativ hochwertiger Journalismus abseits vom Mainstream. interstellarum ist in Gefahr! Wir benötigen Ihre Hilfe, damit die Zeitschrift und der Newsletter weiterhin erscheinen können!
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Projekt erfolgreich
18.11.14, 16:34 Ronald Stoyan

Liebe Fans und Unterstützer,

in vielen Zuschriften wird klar, dass wir bestimmte Fragen noch nicht ausreichend behandelt haben bzw. es zu Missverständnissen kommt. Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen und damit verbundene Missverständnisse noch einmal gesammelt und wollen sie hier beantworten:

1. Ist die Lage so ernst weil die Leser weniger werden?
Nein, ganz im Gegenteil. interstellarum hat heute so viele Leser wie noch nie. Die Zeitschrift hat in den letzten Jahren kontinuierlich an Lesern gewonnen. interstellarum ist deshalb nicht das Problem, sondern die Lösung, gerade weil es viele Leser hat.

2. Was ist denn dann das Problem?
Problem ist, dass die regulären Hefte von interstellarum allein nicht ausreichen um das Team aus sieben Personen dauerhaft zu finanzieren. Es sind weitere regelmäßige Einnahmen nötig. Die Hinzunahme der Themenhefte war ein wichtiger Schritt, reichte aber nicht aus. Auch die Bücher, die einen immer schwereren Stand haben, können diese Lücke nicht schließen. Diese Problematik ist uns seit über 10 Jahren bewusst und seit vier Jahren haben wir verstärkt mit hohen Investitionen dagegen angekämpft. Fernrohrfinder.de, die interstellarum-App, die Sternstunde, neue Atlanten und Aktionen sollten das Blatt wenden. Das Ergebnis war jedoch, dass das bestehende Team den immer weiter steigenden Arbeitsanfall nicht mehr bewältigen konnte. Die Einnahmen reichten jedoch nicht für Neuanstellungen, da nicht wesentlich mehr Geld generiert werden konnte.

3. Könnt Ihr Euch nicht auf Eure Kerninhalte beschränken und das Team abspecken?
Um eine Zeitschrift wie interstellarum als gedrucktes Heft oder elektronisch herzustellen sind bestimmte Arbeitsstellen nötig:
- Redaktion (Artikelakquise, Bearbeitung, Lektorat)
- Herstellung (Layout, Bildbearbeitung, Datenerzeugung)
- Online (Webgestaltung, Datenbanken, Serverpflege)
- Marketing (Aktionen, PR, Anzeigenleitung)
- Vertrieb (Bestellabwicklung, Rechnungstellung, Kontoführung)
- Kundenbetreuung (Telefon und Emails beantworten, Pflege der Datenbank)
- Geschäftsführung (Strategie, Produktentwicklung, Kooperationen)
Dazu kommen noch externe Korrektoren, Kolumnisten, Autoren etc.
Es ist nicht sinnvoll möglich eine dieser Stellen zu streichen. Gleichzeitig ist mit jeweils nur einem Mitarbeiter in allen Bereichen auch nur ein bestimmtes Pensum zu schaffen. Externe Vergabe ist auch keine Lösung, da meist mit wesentlich höheren Kosten verbunden.

4. Warum wurde erst jetzt gehandelt?
Wir wollten uns nicht vorwerfen, voreilig die Flinte ins Korn zu werfen. Zuletzt war das Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben jedoch zu groß, um länger zu bestehen.
Zahlreiche interessante Vorhaben konnten wir gar nicht mehr umsetzen, weil uns das Geld für Neuanstellungen gefehlt hat.

5. Was ist das Problem beim Kioskvertrieb?
Das Problem ist einerseits, dass uns nur ein kleiner Teil des Geldes erreicht. Beispielrechnung:
+ 7,90€ zahlt der Kunde
– 0,55€ sind Steuer
– 3,95€ erhält der Handel
– ca. 0,40€ erhält der Vertrieb
= 3,00€
Das Problem ist andererseits, dass der Handel immer wesentlich mehr Hefte erhalten muss, damit niemals die Situation eintritt, dass kein Heft im Regal steht. Im Endeffekt werden deshalb ca. 50% der Hefte nicht verkauft. Bei anderen Zeitschriften ist diese Quote noch viel höher.
Es bleiben also ca. 1,50€ pro Heft. Von diesem Betrag müssen nicht nur der Druck, sondern auch alle anderen Kosten bezahlt werden - und idealerweise noch ein Rest übrig bleiben. Lohnend wäre das erst bei deutlich mehr verkauften Exemplaren, da dann die Druckkosten geringer werden und der Anteil des Profits steigt.

6. Warum schafft Ihr den Kioskvertrieb nicht ab?
Fast die Hälfte der Leser bezieht das Heft am Kiosk. Diese Leser möchten wir gerne bedienen. Die große Reichweite ist außerdem ein gewichtiges Argument für unsere Anzeigenkunden.

7. Was passiert mit dem Geld, falls das Crowdfunding erfolgreich ist?
Mit dem Geld sind wir zunächst in der Lage das Team so aufzustellen, dass die bestehenden Stellen erhalten bleiben und dringend nötige neue Stellen geschaffen werden können. interstellarum wäre damit zum ersten Mal in der Lage, sich selbst zu tragen. Wir können damit das weitere Erscheinen sicher stellen.

8. Muss nicht am Geschäftsmodell etwas geändert werden?
Sicher! Es müssen neue Modelle entwickelt werden, wie der Verlag nachhaltig Einnahmen generieren kann. Hier ist die Zeitschrift und ihre digitale Zukunft nur eine Seite. Wichtiger ist, dass man sich über weitere neue Ziele Gedanken macht.

9. Warum konntet Ihr das nicht früher machen?
Ideen gab es bisher schon viele. Nur fehlte bisher immer die Zeit und/oder das Geld sie umzusetzen. Dies ist mit dem Neustart von interstellarum anders - wir können in Ruhe überlegen wie es weitergeht, da das Heft auf sicheren Beinen steht.

10. Nehmt Ihr unsere Rückmeldungen ernst?
Ja! Wir werten regelmäßig Diskussionen in den Foren aus, starten Leserumfragen und hören uns Rückmeldungen auf Treffen und Tagungen an. Konkrete Schlüsse daraus zu ziehen ist aber nicht ganz einfach, weil die Forderungen oft im Gegensatz zur Realität stehen: Während viele uns raten komplett digital umzustellen, werden Printhefte nach wie vor viel mehr gekauft. Während die Themenhefte als Hindernis dargestellt werden, sind sie die meistgekauften überhaupt. Während der Inhalt als zu kommerziell empfunden wird, haben wesentlich kommerzieller ausgerichtete Zeitschriften mehr Erfolg. Während unsere Tests von manchen als zu lasch empfunden werden, beschweren sich Hersteller über die härtesten der Branche.

Unser Versprechen ist: Wenn es weitergeht, werden wir in einer groß angelegten Umfrage gezielt Rückmeldungen einholen und das Heft danach ausrichten.

clear skies,
Ronald