Crowdfunding beendet
Tausende Kinder reißen jedes Jahr von Zuhause aus und tauchen in deutschen Großstädten unter. Sie leben von der Hand in den Mund, vom Betteln am Bahnhof, von geklauten Mobiltelefonen oder Prostitution. Warum Kinder in einem reichen Land wie Deutschland diesen Weg wählen, warum sie keinen anderen Ausweg sehen – das will ich mit diesem Crowdfunding-Projekt zeigen. Mit multimedialen Porträts tauchen wir ein in die Welt von Kindern, die es in diesem Land gar nicht geben dürfte.
1.333 €
Fundingsumme
27
Unterstütz­er:innen
Datenschutzhinweis
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 Straßenkinder in Deutschland
 Straßenkinder in Deutschland
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 Straßenkinder in Deutschland
 Straßenkinder in Deutschland

Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 11.02.15 07:50 Uhr - 19.03.15 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum April-Oktober 2015
Startlevel 1.300 €
Kategorie Journalismus
Stadt Dortmund

Projektbeschreibung anzeigen ausblenden

Worum geht es in dem Projekt?

In Deutschland laufen jedes Jahr einige tausend Kinder von Zuhause weg. Sie wählen ein Leben auf der Straße, in wechselnden Betten bei Bekannten, in Abbruchhäusern, Parks oder Bahnhöfen. Wie viele Kinder so leben, darüber gibt es keine Statistik.

Warum wählen Kinder und Jugendliche im reichen Deutschland ein Leben auf der Straße? Was haben sie erlebt, dass dieses Leben ihr einziger Ausweg geworden ist?

Ich will die Lebenswege dieser Straßenkinder nachzeichnen und Kindheiten sichtbar machen, die sich mitten unter zwischen Bahnhöfen und Gelegenheitsschlafplätzen in wechselnden Großstädten abspielen.

Dafür erzähle ich die Geschichte einiger dieser Kinder, irgendwo in Deutschland. Sie sind vor Schrecklichem geflohen oder wurden vor die Tür gesetzt. In der staatlichen Jugendhilfe und in ihren Schulen haben sie keine oder nicht genug Hilfe gesehen. Vielleicht wollte niemand zuhören, vielleicht fehlten die passenden Angebote oder die Bürokratie war zu langsam für ihre Hilferufe. Sie sind abgetaucht in eine Welt, die für viele unsichtbar ist. Manchmal begegnen sie uns an viel besuchten Plätzen, fragen nach Zigaretten oder Geld. In einigen Großstädten gibt es Notschlafstellen für die Jüngsten unter den Obdachlosen. Dort bleiben sie für ein paar Nächte. Dort fragt für eine Zeitlang niemand nach ihrem echten Namen oder danach, woher sie gekommen sind und warum.

Ich mit ihnen darüber ins Gespräch kommen, sie von und aus ihrem Leben erzählen lassen, von ihren Träumen und Alpträumen hören, verstehen, wie ihr Leben verlaufen ist.

Ihre Geschichten werden Fragen aufwerfen: Wie wird in den verschiedenen Regionen erfasst, ob und wie Straßenkinder dort leben? Wie reagiert die Politik darauf? Wie funktioniert Jugendhilfe in der Praxis? Welche Angebote werden hilfsbedürftigen Jugendlichen gemacht und welche dieser Angebote funktionieren? Wie fallen Kinder durchs Netz – unbemerkt und schleichend? Sind Hilfsangebote vernetzt, wie sind sie regional verteilt? 2014 gab es in Berlin eine Konferenz der Straßenkinder, die ein politischer Weckruf sein sollte – mit Wirkung?

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Ich will das Leben von Straßenkindern kennen lernen und ihren Weg auf die Straße erzählen. Herausarbeiten will ich dabei, an welchen Stellen der Weg der Jüngsten in unserem Land bricht, warum sie in einem der reichsten Länder der Welt durchs Netz fallen.

Die Portraits sollen detaillierte Beispiele für Lebenswege von Kindern und Jugendlichen geben, die vor unseren Augen auf Deutschlands Straßen aufwachsen – trotz eines umfangreichen Jugendhilfegesetzes.

Dafür möchte ich mir die Zeit nehmen, um den Kindern auf der Straße nahe zu kommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Entstehen soll daraus eine vielschichtige Reportage aus zusammenhängenden Portraits. Die Persönlichkeitsrechte der Kinder sind mir hierbei sehr wichtig – schließlich haben sie sich entschieden, für Eltern und Behörden von der Bildfläche verschwunden zu sein. Neben einer geschriebenen Version, die ich Medien anbiete, möchte ich gemeinsam mit CORRECT!V zusätzlich ein multimediales Erzählformat entwickeln. Wie es im Detail aussehen wird, bestimmt bei diesem Thema aber auch der Rechercheverlauf. Geplant sind aufbereitete Audio-Portraits der Kinder auf einer eigenen Seite. Wir können uns auch vorstellen, dass wir prominente Persönlichkeiten die O-Töne der Kinder nachsprechen lassen.

Dank dieses Crowdfundings habe ich die Möglichkeit, die Zeit und die Mittel in das Projekt zu stecken, die es braucht, um Kontakt mit denen zu bekommen, misstrauisch geworden und ständig in Bewegung sind, um nicht aufzufallen.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Ihr solltet mich unterstützen, um mit mir den versteckten Alltag dieser Kinder so gut kennenzulernen wie möglich. Im Anschluss können wir uns dann ein Bild machen über die Ursachen – und darüber, was besser laufen könnte. Recherchen mit Menschen am sozialen Rand der Gesellschaft brauchen Zeit und Ausdauer, weil geduldig und einfühlsam Vertrauen aufgebaut werden muss. Es kann Fehlschläge geben, Absagen, Abwehr. Geschichten können sich anders entwickeln als geplant.

Auch die Strukturen der Jugendhilfe zu durchleuchten und zu hinterfragen, braucht einen langen Atem. Diesen langen Atem kann ich mir sonst nicht leisten. Viele Medien zahlen heute nur noch das Honorar für fertige Beiträge – deshalb möchte ich mit Euch, der Crowd, meine Reisekosten finanzieren und meine Zeit vor Ort, mit den Kindern.

Dafür erfahrt ihr, was deutsche Straßenkinder auf die Straße getrieben hat, wie sie leben und wie sie ihre Zukunft sehen. Als Serie, mit Audioelementen aufbereitet, nahe dran, mit fundierten Hintergrundinformationen, kritisch nachgefragt bei allen Beteiligten. Sozialarbeiter, Jugendhilfestellen, Ämtern und Polizei.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit dem Geld wird meine Recherchezeit finanziert. Es soll eine Portraitserie entstehen, mit der deutsche Straßenkinder ein Stimme und ein Gesicht bekommen und die es leistet, diese Geschichten in den Zusammenhang zu stellen.

Ein wichtiges Projekt, das Realitäten sichtbar macht, die gesellschaftlich und politisch gerne ignoriert werden. Das Recherchebüro CORRECT!V wird einen Internetauftritt zur Recherche realisieren. Dazu möchte ich meine Rechercheergebnisse in verschiedenen Medien veröffentlichen.

Nur mit eurer Unterstützung kann ich Bahnhöfe und Notschlafstellen in verschiedenen deutschen Städten abklappern, Kontakte zu Straßenkindern aufbauen und halten. Jeder Euro geht in die Recherche. Je mehr zusammenkommt, desto mehr Kinder und Geschichten können wir kennenlernen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Ich bin Miriam Bunjes. Ich lebe und arbeite als freie Journalistin in Dortmund und damit in einer Region, in der sich die Armut – auch von Kindern – besonders ballt. An den Hauptbahnhöfen und Fußgängerzonen des Ruhrgebiets begegnen mir gefühlt immer häufiger Kinder, die um Geld bitten. Ich arbeite seit knapp zehn Jahren als Freie für Nachrichtenagenturen, Zeitungen und Magazine in Deutschland, davor war ich Reporterin bei der tageszeitung in NRW. Beim Arbeiten ziehe ich die langsame Geschichte den schnellen vor und spüre den Zuständen und Menschen hinter Ereignissen nach.

Projektupdates

18.09.15 - Liebe Unterstützer, auf die Straße und wieder...

Liebe Unterstützer,
auf die Straße und wieder zurück: Bei Correct!v ist heute meine Geschichte über Straßenkinder in Deutschland erschienen:
Dank des Crowdfundings ist daraus ein ebook geworden: „Leben in Scherben“: https://correctiv.org/blog/2015/09/17/strassenkinder-leben-scherben/.
Danke, dass ihr das möglich gemacht habt!
Miriam Bunjes

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Kooperationen

Warum leben Kinder in Deutschland auf der Straße? Miram recherchiert.

Jonathan Sachse - CORRECT!V

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Straßenkinder in Deutschland
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