Crowdfunding beendet
»WO KOMMT MEIN LIEBLINGSPULLI HER?«, will Anton eines Abends wissen. Er ahnt nicht, dass diese unscheinbare Frage sein Leben verändern wird. Denn durch diese Frage erwacht der Superheld auf seinem Pulli zum Leben. Und der nimmt Anton mit auf eine geheime Reise in ferne Länder und zu den Orten, an denen er hergestellt wurde – auch wenn Kinder dort normalerweise nichts zu suchen haben. Anton macht während der lehrreichen und spannenden Reise auch so manch unerwartete Entdeckung.
4.090 €
Fundingsumme
78
Unterstütz­er:innen
Michael Schmidt
Michael Schmidt Projektberatung "Grandios wie hier die Kraft der Crowd sichtbar wurde."
14.03.2021

Leseprobe (Kapitel 1 bis 3)

Alexandra Wagner
Alexandra Wagner14 min Lesezeit

Liebe Unterstützer:innen,

hier findet ihr die Kapitel 1 bis 3 aus Antons geheime Reise mit Paul Pulli. Es sieht natürlich vom Layout her nicht so schön aus, wie im Buch mit professionellem Buchsatz, aber ich hoffe, ihr findet es trotzdem spannend!

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße
Alex

Kapitel 1: Die Stimme aus dem Nichts
»Wo kommt eigentlich mein Lieblingspulli her, Mama?« Diese Frage war Anton schon den ganzen Tag im Kopf herumgeschwirrt. Er schielte auf den Kapuzenpulli, der über dem Stuhl neben seinem Nachtkästchen hing.
»Was ist das denn für eine seltsame Frage, mein Schatz?« Mama sah Anton erstaunt an.
»Ich möchte bloß wissen, wer meinen Pulli gemacht hat und woher er kommt«, fragte Anton noch einmal. Antons Mama dachte kurz nach und antwortete: »Na, das weißt du doch, Anton. Wir haben deinen Baumwollpulli gemeinsam bei einem Geschäft im Internet bestellt, weil er dir so gut gefallen hat, und weil du einen Pulli brauchtest. Das Geschäft hat uns den Pulli mit der Post geschickt.«
Noch bevor Anton nachbohren konnte, drückte ihm Mama eilig einen Kuss auf die Backe und sagte: »Schlaf jetzt, mein Schatz. Es ist schon spät. Du musst morgen früh aufstehen und zur Schule gehen. Ich wünsche dir schöne und spannende Träume.“ Mit einem liebevollen Lächeln knipste sie das Licht aus und schloss die Tür des Kinderzimmers hinter sich.
Anton seufzte und warf nochmal einen Blick auf seinen Lieblingspulli – besser gesagt auf den coolen Superhelden, der auf dem Pulli aufgedruckt war. Schließlich war der Superheld der Grund, warum Anton den Pulli so gerne mochte. »Ach, wenn ich doch nur einmal so fliegen könnte wie ein Superheld. Superheldenkräfte haben, das wäre toll«, dachte Anton. Er drehte sich um und schloss die Augen.
Gerade als Anton dabei war, einzuschlafen, hörte er ein Geräusch: »Pssst!« Was war das? War da noch jemand in seinem Zimmer oder hatte er sich verhört? Aber da hörte er es noch einmal und jetzt ganz deutlich: »Psssssst!« Das Geräusch kam von hinten. Gerade so, als stünde jemand direkt hinter ihm an seinem Bett. Ach, du Schreck!
Was sollte er tun? Sich schlafend stellen? Oder sich schnell unter der Bettdecke verstecken? Nach Mama rufen? Oder sollte er sich furchtlos umwenden und diesem Jemand scharf ins Gesicht blicken? Anton entschied sich dafür, mutig zu sein. Er drehte sich blitzschnell um. Dabei hielt er sein Kuscheltier in der Hand, bereit dem Eindringling damit gehörig eins überzubraten. Wie ein Bär im Kampf aufgebäumt und mit weit aufgerissenen Augen starrte Anton ins … leere Zimmer!
Das Nachlicht erhellte den Raum zwar nur schwach, aber Anton konnte sehen, dass da nichts war. Absolut nichts und niemand. Er blickte nur auf die geschlossene Zimmertür, den Stuhl, über dem seine Hose und sein Lieblingspulli hingen, und auf das Nachtkästchen.
»Hm. Niemand da.« Beinahe enttäuscht ließ er seinen erhobenen Arm mit dem Kuscheltier in der Hand sinken. Anton wollte gerade Tür, Stuhl und Nachtkästchen den Rücken zudrehen, da hörte er erneut eine Stimme: »Pssst. Hey, hier bin ich!« Er drehte langsam den Kopf herum und schluckte. »Hier! Hier drüben auf deinem Stuhl! Hallo, ich bin Paul. Paul Pulli,« rief ihm die fremde Stimme zu.
Anton glaubte nicht, was seine Augen ihm da zeigten. Der Superheld, der auf seinem Pulli aufgedruckt war, lächelte ihn an und winkte.
»Das kann doch gar nicht sein«, rief Anton und fühlte, wie sein Herz schneller pochte. Er rieb sich fest die Augen. Als er sie wieder öffnete, winkte ihm Paul immer noch von seinem Lieblingspulli zu.
Bevor er etwas sagen konnte, sprudelte es aus Paul Pulli auch schon heraus: »Cool, endlich hast du mich gesehen! Ich dachte schon, du rennst gleich zu deiner Mama! Weißt du, warum ich hier bin?« Anton schüttelte stumm den Kopf und der Superheld auf seinem Pulli sagte: »Deine Mama hat dir deine Frage nicht richtig beantwortet. Es fehlen viele Dinge und deswegen bin ich mit der Antwort deiner Mama nicht zufrieden.«
Die Worte blubberten aus Pauls Mund so schnell heraus wie kochendes Nudelwasser. Jetzt schwirrte Anton auch noch der Kopf und ihm sauste es in den Ohren. Dabei wäre er gerne auch so cool gewesen.
Er gab sich einen Ruck und sagte betont selbstbewusst: »Hey, ich heiße Anton. Aber das weißt du schon, oder?«
Paul Pulli lächelte. »Klar weiß ich das! Du trägst mich ja fast jeden Tag mit dir herum und ich höre alles, was die Leute zu dir sagen. Ich höre, was deine Freunde sagen, was deine Lehrerin sagt, was dein kleiner Bruder und deine Schwester sagen, was dein Papa sagt und auch, was deine Mama sagt. Die sagt zum Beispiel: ‚Anton, pass bitte auf, dass du dich nicht vollkleckerst. Der Pulli ist frisch gewaschen.‘ Das höre ich besonders gerne. Ich bin froh, wenn du mich nicht ständig vollkleckerst. Jedes Mal muss ich wieder in diese olle Waschmaschine!« Paul Pulli verdrehte die Augen. »In dem Ding, also der Waschmaschine, wird mir spätestens im Schleudergang immer schlecht. Mir wird sogar so übel, dass ich jedes Mal klitzekleine Teilchen von mir gebe! Diese minikleinen Plastikteile landen dann nach einer Reise durch Abwasserkanäle, Kläranlage und Flüsse irgendwann im Meer. Den Fischen und den anderen Meeresbewohnern schmeckt das nicht besonders gut, was ich da von mir gegeben habe!«
Anton schaute Paul Pulli verdutzt an und bemerkte, dass sich das Gesicht des Pulli-Superhelden beim Gedanken an die Waschmaschine grünlich färbte. Anton dachte an den Fünferlooping auf dem letzten Volksfest. Oje, … danach war ihm auch ziemlich übel gewesen. Eine Rundfahrt in der Waschmaschine mit Schleudergang war mit Sicherheit noch viel wilder als ein Volksfestlooping. Kein Wunder, dass es Paul dabei speiübel wird. Der arme Paul! Anton nahm sich fest vor, beim nächsten Mal Spaghetti mit Tomatensoße ein bisschen besser aufzupassen und nicht zu kleckern.
»Hörst du mir eigentlich zu?« Paul Pulli riss Anton aus seinen Schleuderganggedanken.
»Äh, klar … was hast du gesagt?«, wollte Anton wissen.
Paul Pulli schaute Anton nun gespannt an und fragte: »Möchtest du wissen, wo ich wirklich herkomme?« Anton überlegte. Na klar wollte er wissen, wo Paul wirklich herkam, aber was, wenn das doch nur ein Traum war?
»Kannst du mir das denn erklären?«, fragte Anton schließlich.
»Na klar. Wer sonst, wenn nicht ich? Was denkst du denn? Niemand weiß das so genau wie ich. Glaub mir! Und ich kann es dir nicht nur erklären, sondern sogar zeigen!«
Erst jetzt schien Anton zu begreifen, dass da tatsächlich sein Lieblingspulli mit ihm sprach. Das war vielleicht verrückt! Anton war begeistert: »Na klar! Zeig mir, wo du herkommst!«

Kapitel 2: Anton hebt ab
Unzählige Gedanken schossen Anton durch den Kopf. Würde Paul Pulli ihm ein Video aus dem Internet zeigen oder etwa ein Fotoalbum hervorholen? Bitte kein Fotoalbum!, betete Anton in Gedanken. Das wäre ja stinklangweilig!
»Paul, jetzt sag‘ schon! Muss ich etwas tun, damit du mir zeigen kannst, wo du herkommst?«, fragte er und in seinem Bauch kribbelte es auf einmal.
Paul grinste geheimnisvoll: »Zieh mich einfach an! Direkt über deinen Schlafanzug drüber. Dann wirst du schon sehen, was passiert. Es ist aber wichtig, dass du genau das tust, was ich dir sage, okay? Sonst funktioniert es nicht!«
»Werde ich machen, versprochen! Ganz exakt deinen Anweisungen folgen. Geht klar, Paul!« Anton nickte entschlossen.
»Also gut«, begann Paul. Er kniff seine Augen angestrengt zusammen und schaute ernst vom Pulli herunter zu Anton. Er machte eine Sprechpause, atmete ein und verstellte seine Stimme so, dass sie noch ein bisschen tiefer klang. Seinen Worten verlieh er damit so viel Gewicht und Ernsthaftigkeit, dass Anton diesen ganz ehrfürchtig lauschte: »Als erstes ziehst du mich an.« Anton tat, was Paul von ihm verlangte, und schlüpfte in seinen Lieblingspulli. »Dann gehst du ans Fenster und öffnest beide Flügel, soweit es geht.«
Anton öffnete das Fenster, das nun sperrangelweit auf war. Ihm blies ein kühler Wind um die Nase.
»Jetzt entfernst du dich vom Fenster. Gehe rückwärts. Drehe dem Fenster niemals den Rücken zu. Lasse das Fenster auf keinen Fall aus den Augen!«, Pauls Stimme wurde immer lauter. Der Pulli erzitterte jedes Mal ein bisschen, wenn Paul sprach, und rieb an Antons Bauch. Anton spürte, dass Paul es ernst meinte mit dem, was er sagte. Daher setzte er die Füße sanft und leise nach hinten. Einen Fuß nach dem anderen. Behutsam wie ein Einbrecher, der nicht erwischt werden will, bewegte sich Anton schleichend vom Fenster weg.
Zum Glück hatte Anton heute sein Zimmer aufgeräumt. Ansonsten wäre er auf Steckbausteine getreten und hätte aufgeschrien vor Schmerz, um direkt danach auf einem Spielzeugauto auszurutschen und mit dem Popo auf das Horn seines Plastikdinosauriers zu plumpsen. Autsch! Aber zum Glück war alles picobello aufgeräumt und der Boden frei von Spielzeug.
»Bis hier her gut gemacht!«, lobte Paul zufrieden. Anton fiel ein Stein vom Herzen. »Und jetzt: Stehen bleiben!«, befahl Paul. »Gehe langsam in die Hocke. Strecke deinen Arm schräg nach oben in die Luft, bilde mit der Hand eine Faust. Schau auf deine Faust! Und jetzt springst du auf DREI mit voller Kraft nach oben. Spring so hoch und stark in die Luft, wie du nur kannst! Fertig? Eins, zwei, DREI!«
Jetzt hatte Paul tatsächlich geschrien. Und zwar so richtig laut. Also, wenn Mama und Papa das nicht gehört haben, dann brauchen sie ein Hörgerät, und zwar dringend! Da war sich Anton sicher.
Zum Weiterdenken hatte Anton keine Zeit, denn plötzlich schossen aus den Knöcheln seiner geballten Faust Funken. Blitzartig entlud sich Energie aus seiner geschlossenen Hand. Gleichzeitig hob Anton vom Boden ab, neigte sich wie ferngesteuert nach vorne und schoss dann wie ein gespannter Flitzepfeil in Lichtgeschwindigkeit mit dem Kopf voraus direkt aus dem Fenster in den dunklen Nachthimmel hinein. Dort glitzerten die Sterne und natürlich die Funken aus Antons Faust.
»Wuuuhuuuu! Bombastisch! Der beste Start aller Zeiten! Du bist ein Naturtalent, Anton«, lachte Paul begeistert. »Unsere geheime Reise kann beginnen!«

Kapitel 3: Eine monstergroße Schatzschachtel
Anton blies ein kalter Nachtwind um die Ohren. Er schoss so schnell durch die Luft, dass seine Wangen im Fahrtwind hin- und her schlackerten wie die eines Hundes, der sich das Wasser kräftig aus dem Fell schüttelt.
»Wuaaaauuu!« Anton jubelte. »Jippie! Juhu! Das ist der absolute WAHNSINN!« Anton war erfüllt von Freude, Aufregung und Begeisterung. Dieses Gefühl war noch besser als das Gefühl an Heilig Abend. Das kribbelige Gefühl, wenn er vor dem glitzernden Weihnachtsbaum stand und gleich das Papier von den Paketen reißen und die Geschenke auspacken durfte ... Das Gefühl zu fliegen war wie fünfmal Weihnachten, fünfmal Geburtstag und fünfmal Ostern zusammen!
»Das ist ja der absolute Hammer, Paul«, schrie Anton voller Begeisterung durch die Nacht dem Superhelden auf seinem Bauch entgegen.
»Na, das habe ich dir doch gesagt, dass das der Hammer wird!« Paul streckte Anton seinen gehobenen Daumen entgegen.
Anton schaute nach unten. Sie flogen hoch oben am Himmel. Ein Vogel überholte sie und ließ einen dicken Haufen in die Tiefe fallen. Als sie den Spielplatz überquerten, musste Anton an seine Zwillingsschwester Lucy denken. Die schaukelte dort immer im Stehen. Am höchsten Punkt sprang sie von der Schaukel und landete elegant auf beiden Beinen. Seine Zwillingsschwester schlief gerade tief und fest. Schließlich war es mitten in der Nacht.
»Siehst du den Spielplatz da unten?«, schrie Anton gegen den Fahrtwind Paul Pulli zu.
»Was ist damit?«, rief Paul zurück. Anton, der seine Schwester plötzlich ein wenig vermisste, antwortete: »Ich habe gerade an meine Schwester gedacht. Sie ist ganz schön frech … und mutig ist sie auch! Ich finde es schade, dass Lucy nicht mit uns fliegen kann. Das wäre genau ihr Ding.«
»Dann müssen wir sie beim nächsten Mal einfach mitnehmen«, schlug Paul vor.
Sie flogen eine Weile und bevor Anton sich überlegen konnte, ob er wirklich gerade durch die Nacht flog, rief Paul: »Anton, jetzt aufpassen. Wir sind gleich da. Für das Landemanöver musst du mir wieder genau zuhören.«
Anton und Paul flogen auf ein Gebäude zu, das wie eine gigantisch große Schachtel aussah. Paul begann mit seinen Anweisungen. Er klang wie ein Flugkapitän, der den Landeanflug erklärte: »Senke deinen Arm langsam und leicht ab. Ziele genau neben das Gebäude.« Anton tat, wie ihm befohlen. Seine Fluggeschwindigkeit reduzierte sich augenblicklich. Kurz vor dem Gebäude blieb Anton senkrecht in der Luft stehen.
»Öffne deine Hand, spreize deine Finger und stell dir vor, du würdest dich mit beiden Armen zwischen zwei Platten einstemmen.« Auf wundersame Weise schwebte Anton, und Paul schien zufrieden. »Gut. Bewege deine Beine nun so, als würdest du rennen. Klingt komisch, musst du aber so machen.« Anton begann seinen Sprint in luftigen Höhen. »Nimm jetzt deine Arme komplett nach unten. AHHH! Aber langsam!«, Paul schrie panisch vom Pulli herunter und hielt sich seine Superheldenaugen zu. Seine Warnung war zu spät gekommen. Denn Anton raste bereits mit einem Affenzahn auf den Boden zu. Anton zappelte wie wild mit den Beinen und stimmte in Pauls Gebrüll mit ein. Kawumm!
Anton krachte mit Paul Pulli auf die Wiese neben dem Gebäude. Er zappelte noch immer mit den Beinen. Durch die Wucht des Aufpralls hinterließ er eine riesige Bremsspur im Rasen. Links und rechts von dieser Hauptlandespur hatten Antons Handballen das gesamte Gras weggerissen. Aus der Erde lugten ein paar Regenwürmer beleidigt hervor und streckten Anton eingeschnappt die Zunge heraus.
Anton stand auf, rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht und seinen dreckigen Händen den Allerwertesten, während er neben seiner Landebahn entlang schlich. Er bemerkte, dass mit jedem Schritt Erdklümpchen vom Po hinunter bröckelten, die durch die unsanfte Landung an seiner Schlafanzughose klebten. Es sah bestimmt aus, wie eine Ziege beim Kacka machen, aber das war Anton gerade egal. Ganz durcheinander blickte er auf die drei Furchen im Boden.
»Also, das müssen wir nochmal üben, Mann!« Paul schlug kopfschüttelnd die Hände über seinem Superheldenhaupt zusammen. Anton nickte stumm und war froh, dass er diese Landung heil überstanden hatte.
Paul Pulli hatte es plötzlich eilig. »Komm, lass uns los. Wir haben nicht viel Zeit. Wir müssen das Zeitfenster zwischen Spät- und Nachtschicht nutzen. Nur in dieser halben Stunde sind keine Menschen da. Uns darf auf keinen Fall jemand erwischen. Wir müssen aber leise sein.« Anton folgte Pauls Aufforderung und ging auf die gigantische Schachtel zu, die ein Gebäude war.
Anton schlüpfte leise durch eine unscheinbare Tür und betrat die riesigste Halle, die er jemals gesehen hatte. Dieser Raum war um ein Vielfaches größer als die Turnhalle, in der er Sport hatte. Die Decke war turmhoch. Unzählige übermannshohe Regale auf der einen Seite standen enorm vielen kolossalen Regalen auf der anderen Seite der Halle gegenüber. Die Regale rankten sich wie viereckige Riesen dem Dachhimmel entgegen. Kein Regal stand leer. Alles war voll. Es lagen Spielsachen neben Schulsachen, Soundboxen neben Ohrstöpsel-Spenderboxen und Klobürsten neben Zahnbürsten. Da schien nichts zusammenzupassen. Es gab unterschiedlichste Dinge in Hülle und Fülle. Millionen von Produkten. Der Anblick war so gewaltig, dass Anton ein Schauer über den Rücken lief.
»Wo sind wir hier?«, fragte Anton ehrfürchtig und lehnte sich geistesabwesend an das Förderband, neben dem er stand.
»Hier, mein lieber Anton, hier lungerte ich im Regal mit der Bezeichnung P-1, 330, 663 herum und wartete darauf, dass mich jemand kauft. In dieser Halle findest du alle Dinge, die Menschen per Mausklick shoppen, egal ob sie diese brauchen oder einfach nur aus Lust und Laune kaufen. Hier sieht es auf den ersten Blick ganz schön durcheinander aus, nicht wahr? Aber das täuscht. Die Halle ist gut sortiert.« Paul breitete während seiner feierlichen Ansprache die Arme weit aus.
Anton grinste, weil der Pulli auf seinem Bauch ganz straff saß und seitlich spitz abstand, wenn Paul die Arme ausstreckte. Es sah lustig aus, so wie wenn Anton einen Besenstil quer verschluckt hätte.
Er schaute sich in der Halle um. Hier kam Paul also her. Dieses Gebäude sah von außen aus wie eine große Schachtel und war innen gefüllt mit Dingen, die man kaufen konnte.
»Das hier ist eine monstergroße Schatzschachtel!«, staunte Anton.
»Komm, spring auf!«, Paul klopfte auf das Förderband, neben dem Anton immer noch stand.

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Und das sind die anderen Kapitel:
4. Lizzy & Gizzy
5. Der grimmige Herr Pantoffel
6. Wie kommen wir hier raus?
7. Der Sinn der Dinge
8. Bem-vindo!
9. Konfetti was?
10. Paul ist weg
11. Wie Plätzchen ausstechen
12. Buri, der Tintenschwarze Fluss
13. Paul wird verrückt
14. Metallene La Ola
15. Ahoi
16. Zuckersüßer Tee mit Iplik
17. Weiße Wattewolkenberge
18. Nala
19. Die Heimkehr

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