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Projekte / Spiele
„Konteeer!“
Ein Spiel von Peter Höfer, redaktionell betreut und gestaltet von Gerhard Junker. Mit Taktik, Tempo und Teamgeist – für 2 Würfel-Handballspieler ab 10 Jahren. „Lasst das große Turnier beginnen – und TOOOR!“
3.384 €
7.500 € Fundingziel
70
Unterstützer*innen
Projekt beendet
27.01.16, 09:36 Gerhard Junker

// Testspiel im Freundeskreis am 06. Januar 2016 //

Liebe Fans und Unterstützer,

ich stehe voll und ganz hinter dem Projekt, obwohl die Begleitumstände nicht einfach waren, sich der Start in die Finanzierungsphase zu lange hingezogen hat und das Scheitern der Finanzierung durch die Verlängerung nur aufgeschoben erscheint. Es war richtig, dieses Projekt zu starten. Und es ist richtig, so lange wie möglich an eine erfolgreiche Finanzierung zu glauben. Dranzubleiben. Zu scheitern ist nicht falsch oder sinnlos, so lange man selbst und andere aus den Fehlern oder Umständen lernen können. Als Projektstarter fühle ich mich jedenfalls dafür verantwortlich und möchte die möglichen Gründe für ein voraussichtlich nicht erfolgreiches Projekt bereits heute näher beleuchten. Spooot an!

Große und kleine Geldgeber
Die mündliche Zusage des Mitarbeiters eines Zeitungsverlags, eine große Menge des Spiels in spe während der Finanzierungsphase abzunehmen, war ein wesentlicher Grund für die Verlängerung des Projekts. Diese Zusage kam kurz vor Ablauf der ursprünglichen Frist (am 11. Januar 2016), musste von der Geschäftsleitung des Verlags lediglich abgesegnet werden und brauchte dafür etwas mehr Zeit. So weit, so gut. Die Zusage hat nach dem Willen der Geschäftsleitung weiterhin Bestand. Allerdings unter der Bedingung, dass das Spiel bereits produziert sein muss. Und genau da verläuft das Crowdfunding ins Aus: Es besteht vielfach ein Interesse daran, das fertige Produkt zu kaufen, aber nicht, dieses erst durch eine Unterstützung zu ermöglichen. Natürlich erreichen andere Crowdfunding-Projekte mit vielen kleinen Geldgebern ihr gestecktes Fundingziel, weswegen es sicherlich weitere Gründe für die hier (bis dato) nicht ausreichende Unterstützung gibt.

PayPal or not to be
Bei meinem im Oktober 2013 erfolgreichen Projekt „Blocky Mountains“ stand als Bezahlmethode noch PayPal zur Verfügung. Nahezu 100 Prozent der zahlreichen internationalen Unterstützer haben auf diesem Wege bezahlt; von allen anderen Unterstützern waren es immerhin 80 Prozent. Startnext bietet diese Option, aufgrund veränderter AGBs seitens PayPal, nicht mehr an. Dafür gibt es mit Lastschrift und Kreditkarte zwei (neue) Optionen, bei denen das Geld erst bei erfolgreicher Finanzierung vom Konto abgebucht wird; bei Sofortüberweisung und Vorkasse bekommt man sein Geld nach gescheiterter Finanzierung automatisch wieder zurück (so wie bisher schon). Es könnte also sein, dass die verhaltene Unterstützung auch mit dem Wegfall von PayPal zusammenhängt.

Simulation einer Niederlage
Es lässt sich nicht leugnen, dass das Projekt in einer abseitigen Nische des Spielemarkts angesiedelt ist. Simulationen bzw. Brettspiel-Adaptionen von Sportarten haben es da erwartungsgemäß sehr schwer. Jedes neue Projekt bietet zwar stets die Chance, um mit Vorurteilen aufzuräumen, die Zielgruppe auszuweiten und mit möglichst viel Eigenständigkeit den so genannten Marktgesetzen und -hütern zu trotzen. Eine Niederlage beim Handballspiel versus Handballsport könnte da vielleicht dennoch vorprogrammiert sein. Das vorrangig wichtigste Argument für ein Spiel und gegen das Scheitern eines Projekts, ist dessen Qualität und Umsetzung. Zweifelsohne stagniert das Projekt seit geraumer Zeit. Und ich möchte es daher nicht verbergen, dass die Aussicht auf die sichere (?) Niederlage ziemlich deprimierend sein kann. Auch deswegen, weil ich von dem zusammen mit Peter Höfer über viele Monate hinweg weiterentwickelten Spiel – vor allem seit den jüngsten Verbesserungen – mehr denn je überzeugt bin.

Nomen est KONTER – ein Einwurf
Trotz der vereinzelten Kritik am Namen des Spiels, kann man derzeit bei den Live-Kommentaren zur Handball-EM im TV feststellen, dass der Begriff Konter ständig (bewusst oder unbewusst) verwendet wird. Dabei steht das Sportereignis mit all seiner Dramatik im Mittelpunkt. Wenn man gleichermaßen als Zuschauer und als Spieler die Spannung und Freude miterlebt, sind Begriffe wie Konter oder korrekterweise Tempogegenstoß dann doch eher Nebensache. Der Spaß beim Zuschauen und Spielen zählt! Und das tatsächliche Spielgefühl von KONTER haben wir offensichtlich bisher nicht vermitteln können.

(Un-)Persönliches
Im Gegensatz zu meinen beiden früheren Crowdfunding-Projekten ist die Zahl derer, die anonym unterstützen deutlich gestiegen. Das könnte daran liegen, dass Startnext vor Kurzem die Startphase geändert hat, dergestalt, dass keine bestimmte Fanzahl mehr erreicht werden muss, bevor in die Finanzierungsphase gewechselt werden kann. Wer will, kann einfach so Fan werden und Projekte „unsichtbar“ aus der Distanz verfolgen. Okay! Die Crowd ist somit unnahbar(er) geworden. Unverbindlich. Wenn sich die Crowd aber nicht mehr traut oder gewillt ist, sich persönlich zu zeigen, wird aus Kommunikation schnell ein Selbstgespräch. Und das Crowdfunding gleicht eher einem unpersönlichen Lotteriespiel. Mit zufälligem Ergebnis. Okay? Dabei ist Crowdfunding nach meinem Verständnis kein bloßes Marketing und das Stillen von bisweilen überflüssigen Bedürfnissen. Sondern ist vielmehr das Erzählen von persönlichen Geschichten, ein Dialog über eine ungewöhnliche Idee und der Wunsch nach gemeinsamer Verwirklichung.

Operation Hoffnung (noch bis zum 15. Februar 2016)
Meistens ist es so: hat man Erfolg, dann fällt alles leicht; hat man ihn nicht, fällt alles gleich viel schwerer und man nervt irgendwann (oder gibt genervt auf). Als Projektstarter wünscht man sich Reaktionen wie vom Publikum direkt am Spielfeldrand. Die Crowd darf gerne kritisch sein und ihren Unmut äußern, wenn mal etwas nicht so perfekt läuft. Gar keine Reaktionen sind weniger wünschenswert. Die wären dasselbe wie leere Ränge beim Sport. Und die bedeuten, dass das Projekt beim Publikum durchgefallen ist und den Markttest leider nicht bestanden hat. Die Konsequenz daraus: Wird das Fundingziel verfehlt, kann das Spiel nicht produziert werden. Die Operation Hoffnung ist heute nicht zu Ende, aber mit jedem Tag rückt sie diesem ein Stückchen näher. Und: Scheitern ist zwar lehrreich, aber trotz allem auch ein bisschen doof!

Gerhard (angehender Meister im Scheitern)